Junge Frau schläft am Schreibtisch - Übermüdung im Beruf
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Akute und chronische Übermüdung

« Ein Risiko für die Gesundheit »

Dass Übermüdung eine direkte Auswirkung auf die physische wie geistige Leistungsfähigkeit zeigt, beobachtet bei objektiver Betrachtung jeder Mensch deutlich an seinem eigenen Verhalten, wenn er einmal über längere Zeit zu wenig Schlaf bekommt. Dabei handelt es sich um einen Effekt, der über eine reine akute Müdigkeit hinausgeht  diese wirkt eher als ein Warnsignal, das sich zuerst mental und anschließend körperlich bemerkbar macht. Dauerhafte oder extreme Schlaflosigkeit geht deutlich über deren Symptome hinaus und kann tief in den Stoffwechsel, die Fitness sowie die emotionale Verfassung und Stabilität eingreifen. 

Schlaf  eine für alle Säugetiere unverzichtbare Ruhezeit 

Mit einer angenehmen Schlafumgebung, wie zum Beispiel einem hochwertigen Lattenrost, einer Federkernmatratze und nicht zuletzt Bettbezügen, die persönliche gefallen, legt man den Grundstein für einen gesunden Schlaf. Denn er stellt eine wichtige Phase im Laufe eines Tages dar und ist für die Regeneration auf biologischer wie geistiger Ebene absolut unverzichtbar. In seinen Details stellt er bis heute ein Mysterium dar, das trotz aller Fortschritte der Wissenschaft mehr Rätsel aufwirft als Fragen beantwortet. Sicher ist in jedem Fall, dass ein schlechter Schlaf die Lebensqualität erheblich beeinträchtigt, obwohl Säugetiere eine unterschiedlich hohe Toleranz für Schlafmangel aufweisen. So sterben zum Beispiel viele Mäuse bei vollständigem Entzug der Ruhephasen binnen weniger Tage an Erschöpfung und Organversagen, während Menschen ihn rein physiologisch besser kompensieren. Allerdings entwickeln auch sie bereits nach spätestens 48 Stunden wahrnehmbare Nerven-, Verhaltens- und Wahrnehmungsstörungen. 

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Selbst Tiere wie etwa Delfine, die scheinbar niemals wirklich schlafen, weil sie ununterbrochen schwimmen und regelmäßig zum Atmen auftauchen müssen, behelfen sich mit einem einfachen Trick: Sie ruhen stets nur eine einzelne Gehirnhälfte aus, damit die andere lebenswichtige Funktionen übernehmen und steuern kann. Dieser Effekt ist sogar uns Menschen nicht vollständig unbekannt, wie neue Forschungen der Brown-Universität in Rhode Island (USA) nahelegen. Bei Experimenten haben dortige Wissenschaftler herausgefunden, dass in fremden Umgebungen die linke Hirnhälfte in einem Zustand erhöhter Wachsamkeit verbleibt und sich lediglich die rechte vollständig ausruht. Dieses Verhalten dient in erster Linie dem Schutz vor Bedrohungen und bewirkt, dass Menschen auf Reisen weniger schlafen und dabei intensiver auf äußere Reize reagieren. 

Ärzte betrachten Animation eines Gehirns am Laptop
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Physiologische und psychische Auswirkung von Übermüdung 

Wer zu wenig schläft und unter einer dauerhaften Übermüdung leidet  ob diese nun durch Schlafprobleme oder externe Ursachen wie Schichtarbeit oder der Betreuung von Kleinkindern verursacht wird  setzt seinem Körper einem erhöhten Gesundheitsrisiko aus. Bei intensiver Müdigkeit aufgrund eines Schlafdefizits steigt der Blutdruck an und die Abwehrkräfte des Immunsystems lassen deutlich nach. Zusätzlich treten zahlreiche weitere Symptome auf, die von der Überlastung des Stoffwechsels, kontinuierlicher Beanspruchung des Denkvermögens und ausbleibender Regenerierung des Körpers hervorgerufen werden. 

Extreme Übermüdung durch mehr als 20 Stunden Schlaflosigkeit führt zu einem Effekt, der in seinen Auswirkungen einem starken Alkoholrausch mit über ein Promille ähnelt. Die Konzentration, Aufmerksamkeit und Gedächtnisleistung gehen stark zurück und der Charakter zeigt sich emotionaler, instabiler und deutlich risikofreudiger. Mit dem Anstieg des Stresspegels sinkt die Stresstoleranz, was zu stark übersteigerten Reaktionen bis hin zu gewalttätigem Verhalten führen kann.  

Junger Arbeiter übermüdet in einem Lager mit Kartons - Übermüdung und Erschöpfung
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Gleichzeitig reduzieren sich die im Bewusstsein vorhandenen Filter, die unwichtige Reize unterdrücken und von wichtigen abgrenzen, sodass sich die Wahrnehmung verändert. Wer dauerhaft wegen zu wenig Schlaf nicht akut, sondern immer müde ist, lernt mit der Zeit oft, einige der Auswirkungen zumindest äußerlich zu unterdrücken. Dies bedeutet jedoch keinesfalls eine geringere Beeinträchtigung  ganz im Gegenteil wirkt sich chronische Übermüdung langfristig ebenfalls auf die Charakterzüge einer Person aus. Sowohl kurz- als auch langfristige Schlafprobleme beeinträchtigen zudem die kognitiven Fähigkeiten und das Gedächtnis nachweislich und führen zu erheblichen Einbußen der Leistungsfähigkeit. 

Übermüdung als konkretes Risiko für die Gesundheit 

Während von einer akuten Übermüdung keine direkte Gefahr für Folgeschäden ausgeht, besteht ein großes Problem darin, dass sie das Unfallrisiko enorm vergrößert. Dies betrifft speziell das Führen von Fahrzeugen aller Art. Die statistische Auswertung für 2019 ergab, dass allein in diesem Jahr 2034 Unfälle mit Personenschäden oder Todesfolge erwiesenermaßen auf Übermüdung bei dem Kraftfahrer zurückzuführen waren.  

Es ist davon auszugehen, dass die Dunkelziffer erheblich höher ist. 26 Prozent aller Autofahrer gaben bei einer Umfrage des Deutschen Verkehrssicherheitsrats (DVR) in Zusammenarbeit mit der Deutschen Gesellschaft für Schlafforschung und Schlafmedizin (DGSM) an, schon mindestens einmal während des Fahrens eingeschlafen zu sein. Bei professionellen Lkw-Fahrern lag die Zahl gar bei erschreckenden 46 Prozent. Besonders gefährlich ist in diesem Zusammenhang der sogenannte Sekundenschlaf, während dessen ein Betroffener unbewusst über eine kurze Zeitspanne keine Wahrnehmung besitzt. Bei einer Geschwindigkeit von 100 km/h reichen bereits fünf Sekunden aus, um eine Wegstrecke von mehr als 135 Metern zurückzulegen, ohne auf Ereignisse oder Hindernisse reagieren zu können. 

LKW Fahrer gähnt - Müdigkeit im Straßenverkehr - Übermüdung kann tödlich sein
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Bei einer akuten Übermüdung genügt es in der Regel, ein bis zwei Nächte ausreichend zu schlafen, um die negativen Folgen vollständig zu beseitigen. Wer jedoch etwa wegen seiner Schlafprobleme immer müde ist, entwickelt langfristige Symptome, die sowohl die körperliche Gesundheit wie die Lebensqualität beeinträchtigen. Einige Anzeichen für chronische Müdigkeit durch zu wenig Schlaf sind etwa gesteigerter Appetit insbesondere auf ungesunde Nahrungsmittel, Verlust der Feinmotorik und der instinktiven Muskelsteuerung, starke Stimmungsschwankungen, Konzentrations- und Gedächtnisprobleme sowie eine dauerhafte Schwächung des Immunsystems und der Libido. Experten raten deshalb, Schlafprobleme mit einer Dauer von mehr als drei Wochen und einer Häufigkeit von öfter als drei Mal pro Woche dringend von einem Spezialisten untersuchen zu lassen. 

Übermüdung hängt von individuellen Faktoren ab 

Das persönliche Schlafbedürfnis unterscheidet sich ebenso wie die optimalen Ruhezeiten stark zwischen einzelnen Menschen und hängt von der Gewohnheit und der genetischen Veranlagung ab. Die Unterschiede zwischen den sogenannten Nachteulen und Frühaufstehern sind zu einem großen Teil auf die circadiane Rhythmik  also auf die zeitliche Abstimmung aller Lebewesen auf einen Tag mit 24 Stunden  und die persönliche „Einstellung“ des Takts zurückzuführen. Evolutionär ergibt sich dabei durchaus ein Vorteil, wenn zu einem Zeitpunkt nicht immer alle müde sind: es erleichtert eine Verteilung von Aufgaben, bewirkt insgesamt eine größere Flexibilität bei der Bewältigung von Aufgaben und gewährleistet eine höhere Sicherheit vor äußeren Bedrohungen. Entscheidend für eine Übermüdung sind deshalb weniger die Schlafzeit als vielmehr Schlafmenge und -qualität. 

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Neben der eigenen Veranlagung beeinflusst das Lebensalter stark, wie lange ein Mensch schlafen muss, um am Tag nicht unter Müdigkeit zu leiden, sondern diese als Vorteil für schnelles Einschlafen am Abend nutzen zu können. Unter normalen Umständen reduziert sich das Schlafbedürfnis in mehreren Etappen bis zum gehobenen Alter kontinuierlich und steigt erst in den letzten zwei Jahrzehnten des Lebens wieder an. 

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Schlechter Schlaf ist Hauptursache für Übermüdung 

Die meisten Schlafprobleme haben keine direkten körperlichen Ursachen im Sinne einer akuten oder chronischen Erkrankung, die medizinische Behandlung erfordern würde. Sie resultieren stattdessen aus den direkten Lebensumständen wie hohem Stress, wechselnden oder ungünstigen Arbeitszeiten, Lärm und anderen widrigen Umweltbedingungen. Auch nicht geeignete Bettsysteme und Matratzen können der Grund sein. In vielen Fällen lässt sich schlechter Schlaf durch kleine, mitunter nahezu unscheinbar wirkende Änderungen im Alltag eliminieren oder zumindest erheblich reduzieren. Die rasche Entwicklung der letzten 150 Jahre hat für viele Menschen einen starken Anstieg der Lebensqualität und -erwartung bewirkt, konfrontiert sie jedoch ebenfalls mit neuen Problemen und Stressfaktoren. Guter, ausreichender und gesunder Schlaf ist eine Voraussetzung, um mit diesen umgehen zu können. Sollte man ein akutes Defizit etwa bei einer langen Reise nicht vermeiden können, empfiehlt es sich, zumindest kurzzeitige Pausen einzulegen und sich bei einem Kurzschlaf von bis zu 30 Minuten zu entspannen. 

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