Bettwanzen bekämpfen
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Bettwanzen bekämpfen

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Sie nisten in kleinen Ritzen von Matratzen, in Schlafzimmermöbeln oder Fugen in der Wand: Bettwanzen. Oft werden die Plagegeister aus dem Urlaub eingeschleppt. Sie zu erkennen und wieder los zu werden, ist aufwendig, aber es geht. Wie verraten Ihnen praktische Tipps, wie Sie Bettwanzen bekämpfen und zukünftigen Befall verhindern.

Bettwanzen bekämpfen – Schritt 1: Die Plagegeister erkennen

Bevor es ans Bekämpfen der Plagegeister geht, gilt es abzuklären, ob es sich überhaupt um Bettwanzen handelt. Das gelingt relativ eindeutig, denn die Eindringlinge hinterlassen recht klare Beweise für ihre Anwesenheit. Tatsächlich sind die unliebsamen Insekten bereits mit bloßem Auge sichtbar – das unterscheidet sie von verschiedenen anderen unerwünschten Bettbewohnern.

Steckbrief: so sehen die Wanzen aus

Ihr ovaler, rötlich-brauner Körper ist im Ausgangszustand flach und etwa einen halben Zentimeter lang. Hat sich das Tierchen aber an seinem Wirt gütlich getan, wirkt es rundlich und relativ groß. Wer einmal eine sattgegessene Wanze gesehen hat, vergleicht die Statur oft mit der eines Marienkäfers. Anders als diese können die Bettwanzen nicht fliegen – zum Glück. Allerdings erklimmen sie Wände und Decken in rasender Schnelligkeit, um sich dann auf ihr Opfer fallen zu lassen. Aber auch wenn man keines der Tiere auf frischer Tat ertappt, hinterlassen sie klare Beweise für ihre Anwesenheit. Vor allem die folgenden drei Punkte sprechen eine klare Sprache.

Bettwanze, Nahaufnahme
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Bissspuren können klar zugeordnet werden

Im Gegensatz zu Milben, die sich von abgefallenen Hautschüppchen der Menschen ernähren, stechen die Wanzen, um das Blut ihres Wirts zu saugen. Damit sind sie die klassischen Parasiten. Sie verraten sich, indem sie gewöhnlich mehrere Stiche nebeneinander absetzen, um ein geeignetes Blutgefäß zu treffen. Dadurch entsteht eine sogenannte Wanzenstraße, also ein reihenförmiger Verlauf von roten Bisswunden. Allerdings zeigen sich die Hautreaktionen oft zeitversetzt nach mehreren Tagen und bringen je nach Person auch unterschiedliche Ausprägungen mit: Von kaum einer Reaktion bis hin zu heftigen Schwellungen und unerträglichem Juckreiz ist alles möglich. Im Zweifelsfall sorgt ein Besuch beim Hautarzt für Klarheit.

Stiche von Bettwanzen am Handgelenk
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Übrigens gelten die Parasiten zwar an sich nicht als erwiesene Überträger von Krankheiten. Aber die Einstiche, die sie hinterlassen, sind ein Einfallstor für Bakterien. Deswegen kommt es kommt oft vor, dass sich eine Einstichstelle entzündet. Also besser schnell weitere Indizien überprüfen und bei Erhärtung des Verdachts zügig handeln und die Bettwanzen bekämpfen.

Weiters Indiz: süßlicher Geruch im Raum

Bei fortgeschrittenem Wanzenbefall macht sich ein süßlicher Geruch im Raum breit. Viele Menschen empfinden ihn als eklig. Es handelt sich um ein typisches Erkennungsmerkmal, denn die Wanzen verströmen einerseits einen entsprechenden Lockstoff füreinander, andererseits dient das Sekret als Alarmsubstanz bei Aufregung.

Junge Frau sitzt im Bett und hält sich die Nase zu
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Ausscheidungen der Wanzen erkennen

Überall wo sich die Parasiten aufhalten, hinterlassen sie auch ihre Exkremente. Diese bestehen aus verdautem Blut und weisen daher eine dunkelrote bis schwärzliche Färbung auf. Ein Blick auf Bettbezüge und insbesondere die Unterseite der Matratze, Bettkasten und Nachttische genügt oft. Denn die nachtaktiven Plagegeister bevorzugen ungestörte Orte, aus denen sie bei Anbruch der Dunkelheit leicht an ihre Nahrungsquelle gelangen.

Bettwanzen bekämpfen – diese Mittel verstehen zur Verfügung

Wer sich Arbeit bei der Bekämpfung ersparen will und den finanziellen Aufwand erlauben kann, zieht am besten einen Schädlingsbekämpfer hinzu, sobald sich das Verdacht auf Wanzen erhärtet. Der Experte erkennt sofort, ob die Annahme richtig ist, und besitzt die optimale Mischung an Knowhow und Ausstattung, um Bettwanzen zu bekämpfen. Selbst der Profi muss dafür teils mehrfach erscheinen, das macht deutlich: Die Wanzen loswerden ist aufwendig, aber nicht unmöglich. Gründlichkeit ist das Wichtigste, denn überlebt nur ein einziges Weibchen, geht das Problem von vorne los.

Chemisch bekämpfen durch Insektizide

Der Schädlingsbekämpfer rückt den Wanzen gewöhnlich mit Insektiziden zu Leibe. Die Anwendung des Giftes in Eigenregie ist mit äußerster Vorsicht durchzuführen und bleibt eher wenig empfehlenswert. Häufig bringt sie nicht den gewünschten Erfolg oder löst Nebenwirkungen aus. Andere Verfahren sind deswegen für den Laien empfehlenswerter. Dazu zählen die folgenden vier Möglichkeiten zum Bekämpfen der Plage, die insbesondere in ihrer Kombination gute Erfolge erzielen.

Schädlingsbekämpfer versprüht Chemikalie im Schlafzimmer - Bettwanzen bekämpfen
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Organische Lösung: Bohnenblätter

Die Blätter der Bohnenpflanze werden schon seit Jahrhunderten dazu genutzt, um Bettwanzen zu bekämpfen. Die am Abend rund um das Bett verstreuten Pflanzenblätter fangen die Tierchen ein. Verantwortlich für den erstaunlichen Effekt sind Trichomen, also winzige Pflanzenhärchen auf der Blattoberseite. Darin verhaken sich die Beine der Insekten. Am nächsten Morgen lässt sich der Haufen aus Blättern und Ungeziefer einsammeln und verbrennen – oder in einer dicht verschlossenen Plastiktüte sofort im Hausmüll entsorgen.

Bettwäsche bei hoher Temperatur waschen

Da die Parasiten weder Hitze noch Kälte gut aushalten, lassen sich Bettwanzen bekämpfen, indem sie extremen Temperaturen ausgesetzt werden. Mehr als 46 Grad Celsius halten sie nicht aus. Wer also Wäsche und Bettwaren bei 60 Grad in der Waschmaschine reinigt, hat gute Erfolgsaussichten. Hier kommt es wieder auf größtmögliche Gründlichkeit an. Ein robuster und waschbarer Matratzenbezug bringt klare Vorteile. Ist die Matratze bereits älter als fünf bis acht Jahre, lässt sich über eine Neuanschaffung für umfassende Hygiene nachdenken. Textilien, die keinen hohen Temperaturen standhalten, lassen sich im Tiefkühlfach entwanzen. Denn auch Kälte von mindestens -17 Grad macht den Plagegeistern den Garaus.

Frau stellt Waschmaschine ein - Bettwanzen bekämpfen durch hohe Waschtemperatur
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Kieselgur einsetzen

Da die Wanzen sich bevorzugt auch in Nischen wie Ritzen, Spalten oder Möbelecken einnisten, ist Kieselgur eine gute Idee, um sich der Plagegeister zu entledigen. Das gesundheits- und umweltverträgliche weiße Pulver lässt sich in alle Verstecke und Wege der Insekten streuen. Da es sich um Bruchstücke fossiler Kieselalgen handelt, ist der Effekt so simpel wie kraftvoll: Denn die winzigen scharfen Schalenstücke reißen den Chitinpanzer der Wanzen auf. Dadurch vertrocknen die Parasiten.

Kieselgur in einer Schale - Bettwanzen bekämpfen mit Hausmitteln
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Gründlich Aufräumen

Wanzenbefall keine Frage mangelnder Hygiene, aber gründliches Aufräumen und Waschen hilft den akuten Befall zu bekämpfen. Während alle Textilien nach Möglichkeit bei hoher Temperatur gewaschen werden, gilt es den Teppich oder Boden gründlich zu saugen. Wichtig bleibt jedoch, immer darauf zu achten, möglicherweise befallene Gegenstände nicht einfach in ein anderes Zimmer zu räumen. Stattdessen sollte man diese mit Plastikfolie verschließen und vorrübergehend wegschließen oder komplett entsorgen. Auch den Staubsaugerbeutel sollten Sie nach dem Saugen sofort mit Folie verschließen und sofort in den Hausmüll zu bringen.

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Vorbeugen – Bettwanzen für immer loswerden

Idealerweise verhindert man einfach, dass Bettwanzen überhaupt in die eigenen vier Wände einziehen. Denn tatsächlich schleppen wir die Plagen in der Regel von außen ein – unabhängig von der persönlichen Hygiene. Typische Quellen sind Urlaubsreisen. Hier kommen sowohl Hotelzimmer und Ferienwohnung als auch die Sitze von Bussen, Bahn oder Flugzeugen in Frage. Zudem stellt der Kauf von gebrauchten Textilien ein mögliches Risiko dar. Aber keine Angst, mit den folgenden acht Tricks lässt sich gezielt vorbeugen:

  1. Gepäck in Hotelzimmern zunächst in der Badewanne oder Dusche abstellen und anschließend das Zimmer auf Bettwanzen überprüfen.
  2. Koffer nie offen stehen lassen.
  3. Gegebenenfalls ein Insektenspray mitnehmen.
  4. Nach der Reise Gepäck wieder in der Badewanne zwischenlagern und Textilien dort ausschütteln – blinde Passagiere zeigen sich auf dem weißen Untergrund besonders gut.
  5. Zuhause vorsorglich undurchlässigen Matratzenbezug anbringen.
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  6. Bett nicht direkt an der Wand aufstellen, um keine Schlupflöcher zu erzeugen.
  7. Bettwanzenbarrieren anbringen, dafür ein bereits Klebeband an den Bettfüßen anbringen. Denn die kleinen Plagen können nur schwer an derart glatten Oberflächen emporkriechen. Besser noch: Doppelseitiges Klebeband!
  8. Präventiv bewährt sich eine regelmäßige Pflege des Schlafraums, also mindestens als 14 Tage die Bettbezüge wechseln und häufig saugen.