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Der Matratzenkern

«Voraussetzung für langfristig erholsamen Schlaf»

Moderne Matratzen verwenden eine aufwendige Konstruktion, um optimale Eigenschaften zu bieten, die einen Benutzer ergonomisch korrekt und gut schlafen lassen. Diese ist zugleich die Voraussetzung für die heute von einer hochwertigen Matratze verwendete Aufteilung in sieben oder mehr Komfortzonen, die eine differenzierte Abstimmung des Härtegrads nach dem Körperbau und der Gewichtsbelastung ermöglicht. Aus diesem Grund besteht sie aus einem Matratzenkern, der von einer dünnen Hülle aus Schaumstoff umgeben ist. Beide sind fest miteinander verbunden und werden durch einen robusten Bezug aus Baumwolle oder speziellen Textilien mit versteppter Oberfläche geschützt.

Der Kern – die Basis für eine hochwertige Matratze

Die Aufteilung von Hülle und Matratzenkern bietet mehrere Vorteile: Sie ermöglicht es, dass Menschen im Bett weicher liegen und besser schlafen können, während sich zugleich die Lebenserwartung der Matratze deutlich erhöht. Der Grund liegt darin, dass es sich bei den Kernen um einen harten, robusten und dichten Schaumstoff mit einer hohen Rückstellkraft handelt, der langfristig der Gewichtsbelastung deutlich besser widersteht.

Schaumstoffe aller Art besitzen eine poröse Struktur mit eingeschlossenen Hohlräumen, auf denen ihre Flexibilität beruht. Im Laufe der Zeit verformen sie sich zunehmend oder werden vollständig zusammengedrückt, sodass sie zunehmend an Rückstellkraft verlieren.

Das Resultat ist die berüchtigte „Liegekuhle“, die letztendlich nichts anderes als das optische Kennzeichen einer Materialermüdung darstellt. Ein Matratzenkern aus hochwertigem Schaumstoff besitzt jedoch eine höhere Raumdichte und ist fester als die weiche Oberfläche. Dadurch ergibt sich nicht nur eine bessere Abstützung – er wird zudem auch deutlich weniger komprimiert und reduziert so aufgrund der geringeren Bewegung in der Struktur dauerhaft den Verschleiß.

Ein junges Paar betrachte in einem Bettengeschäft das Modell eines Matratzenkerns
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Ein zweiter Grund für die Verwendung eines Matratzenkerns liegt darin, dass er eine wichtige Voraussetzung ist, um die für einen erholsamen Schlaf wichtige Aufteilung in mehrere Komfortzonen vornehmen zu können. Aus technischen Gründen wäre es extrem aufwendig bis unmöglich, diese bereits bei der Herstellung des Schaumstoffs zu realisieren, weil dafür der Prozess in jedem Bereich einzeln kontrolliert und gesteuert werden müsste. Stattdessen werden die Zonen angelegt, indem ein gleichförmiger Kern in den entsprechenden Arealen durch feine, oberflächliche Schnitte und Strukturen gezielt geschwächt wird. Dies ermöglicht außergewöhnliche präzise, graduelle Veränderungen des Härtegrads und kann zudem für weitere Vorteile wie einer dreidimensional geformten Liegefläche oder für eine Verbesserung der Atmungsaktivität genutzt werden.

Jemand hat den Bezug der Matratze angehoben und testet mit der Hand die Festigkeit des Matratzenkerns
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Verschiedene Varianten für einen hochwertigen Matratzenkern

Bis in das 19. Jahrhundert waren nahezu alle Matratzen des Abendlandes kernlos – sie bestanden prinzipiell lediglich aus einer Außenhülle mit einer Füllung aus einem mehr oder weniger weichen Material. Dieses ebenso simple wie funktionale Prinzip wurde in Europa erst durch die industrielle Produktion der Federkernmatratze abgelöst, bei der Stahlfedern ein dickes Textilgewebe entweder durch ein Geflecht (Bonellfederkern) oder durch Lagerung in einzelnen Taschen (Taschenfederkern) stützten. Im Unterschied dazu verwendeten Menschen in Teilen Asiens bereits frühzeitig das Prinzip eines Matratzenkerns – allerdings kannten sie dafür das Konzept einer „Matratze“ als Unterlage in einem Bett nicht, sondern legten sich direkt auf den Boden. Bei den bekannten japanischen Tatami-Matten, die als Bodenbelag dienen, handelt es sich um einen Kern aus Reisstroh, der von Binsenmatten als äußere Schicht umgeben ist.

Der Kaltschaumkern

Mittlerweile haben Kunden eine breite Auswahl zwischen unterschiedlichen Werkstoffen für den Matratzenkern. Die wohl häufigste Variante ist eine Matratze mit Kaltschaumkern, die sich durch eine gute Durchlüftung, eine zuverlässige Ableitung von Feuchtigkeit und ein komfortables Liegegefühl auszeichnet und als Standard gilt.

https://www.betten-abc.de/detail/index/sArticle/1321 Matratzenkern

Latexschaum

Zunehmend an Popularität gewinnt in den letzten Jahren der Latexschaum – bei ihm handelt es sich zwar um den ältesten aller Schaumstoffe, wegen des aufwendigen Verfahrens wurde er jedoch vom Kaltschaum verdrängt. Diese Kerne sind sehr elastisch und biegsam und besitzen mikroskopische Luftkanäle in ihrem Inneren, so dass sie eine ausgezeichnete Durchlüftung aufweisen. Allerdings handelt es sich um ein relativ schweres und – speziell bei ökologisch erzeugtem Naturlatex – etwas kostspieligeres Material.

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Viscoschaum

Der auch Memory Foam genannte Viscoschaum wurde in den ersten Jahrzehnten nahezu ausschließlich für Oberflächen rund um einen Matratzenkern aus Kaltschaum verwendet, kommt jedoch seit der Jahrtausendwende ebenfalls zunehmend als Werkstoff für den Kern zum Einsatz. Eine Viscoschaummatratze unterstützt dadurch die Druckentlastung zusätzlich und besitzt zusätzlich den Vorteil, dass das Material die Vermehrung von Milben und Keimen hemmt. Aus diesen beiden Gründen bestehen viele Pflegematratzen mittlerweile vollständig aus Viscoschaum.

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Gelschaum

Die modernste Variante ist die Gelschaummatratze, die sich als Weiterentwicklung von Visco versteht und im Gegensatz zu diesem nicht temperaturabhängig ist. Gelschaum ist atmungsaktiver und leitet die Wärme besser ab, weshalb er häufig von Menschen bevorzugt wird, die beim Schlafen leicht schwitzen. Ein Nachteil ist seine relativ weiche Oberfläche, die ihn für schwere Personen oder Bauch- und Rückenschläfer eher ungeeignet macht.

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Naturfasern

Eine vollständig biologische Alternative zu Schaumstoffen bietet der Matratzenkern aus Naturfaser. Der Aufbau einer solchen Matratze erinnert an eine Tatami-Matte und umfasst einen Kern, der meist aus gebundener und gewickelter Kokosfaser besteht. Ihn umgibt eine Hülle aus Baumwolle, Schurwolle, Ross- oder Kamelhaar. Diese Matratzen sind leicht und weisen eine ausgezeichnete Atmungsaktivität sowie einen exzellenten Feuchtigkeitstransport auf, besitzen allerdings eine relativ harte Oberfläche. Um besser zu schlafen, kann dieser Effekt durch die Kombination mit einer Hülle aus Naturlatex gemindert werden.

Der richtige Matratzenkern für idealen Schlaf

Welcher Matratzenkern sich für eine Person eignet, hängt wesentlich von der Schlafposition sowie von eventuellen gesundheitlichen Vorbelastungen ab. Grundsätzlich eignen sich alle Materialien mit Ausnahme der Kokosfasern für unterschiedliche Härtegrade, ohne dass diese von dem Raumgewicht abhängig wären. Aus diesem Grund spielen individuelle Vorlieben lediglich eine untergeordnete Rolle.

Passend für die Pflege

Wegen ihrer universellen Eigenschaften gilt die Matratze mit Kaltschaum als Standard – auf ihr können nahezu alle Menschen unabhängig von der Körperhaltung gut schlafen, falls sie den individuellen Anforderungen entspricht. Modelle mit einem Matratzenkern aus Visco- oder Gelschaum werden bevorzugt im Pflegebereich eingesetzt, da sie durch ihre hohe Punktelastizität und einer dreidimensionalen Druckentlastung den Körper schonen und dazu beitragen, einem Dekubitus durch Wundliegen vorzubeugen.

Eine Krankenschwester hilft einer älteren Dame auf, die auf dem Bett sitzt Matratzenkern
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Schweißproduktion

Ein zweites wichtiges Kriterium bei der Auswahl stellt Nachtschweiß dar. Wer beim Schlafen rasch und viel schwitzt, benötigt ein Bett, das Körperwärme und Feuchtigkeit gut ableitet. Der Matratzenkern sollte deshalb eine hohe Atmungsaktivität sowie eine geringe Isolation aufweisen – geeignet sind hier etwa Kalt- und Latexschaum sowie Kokosfasern.

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Schlafposition

Der dritte Aspekt, den es zu berücksichtigen gilt, ist die Schlafposition. Etwa zwei Drittel aller Menschen sind Seitenschläfer, weshalb die Mehrzahl der Matratzen für diese Körperhaltung ausgelegt ist. Bauch- und Rückenschläfer benötigen jedoch eine eher harte Oberfläche, um nicht zu tief einzusinken und anatomisch korrekt zu schlafen. Aus diesem Grund sollten sie Visco- und Gelschaum lieber vermeiden und hochwertige Alternativen aus Latex- und Kaltschaum bevorzugen.