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Die Geschichte des Bettes

« Vom Strohlager bis zum modernen Komfortbett »

Ohne Schlaf kann der Mensch nicht existieren. Seit Anbeginn der Menschheit besteht also das Bestreben, sich einen angenehmen und sicheren Schlafplatz zu schaffen. Dieser fiel naturgemäß zu Beginn der Zeitrechnung noch ganz anders aus, als es heute selbstverständlich ist. Die Geschichte des Bettes reicht allerdings trotzdem zurück bis in die Antike. Damals galt das Bett zunächst als Statussymbol.  

Wer hat das Bett erfunden? 

Viele unverzichtbare Bereicherungen des Lebens verdanken wir einzelnen genialen Geistern, sei es das Fahrrad, der Kaffeefilter oder auch der Computer. Die Geschichte des Bettes erweist sich da jedoch als weit verzweigter. Anstelle eines speziellen Entdeckers steht eine Entwicklung im Laufe und mit den Bedürfnissen der Zeit. Somit könnte man auch von einer Evolution des Bettes sprechen.

Hasena Bett Oak-Bianco, Farbe Eiche natur, modernes Design, Kopfteil Arico

Während die ersten bettähnlichen Konstruktionen auf das zwölfte Jahrhundert zurückgehen, galt es natürlich auch schon vorher, sich möglichst komfortabel zu betten. Bereits aus der Bronzezeit gehen Aufzeichnungen über erste Schlafstätten hervor: Es handelte sich um mit Matten ausgekleidete Erdmulden. Tatsächlich stammt sogar der Begriff Bett aus dieser frühen Menschheitsgeschichte um 2200 bis 800 v. Chr. Denn das Wort bedeutet so viel wie „in den Boden eingewühlte Lagerstätte“. Die alten Ägypter verfügten über erhöhte Ruhelager je reicher der Besitzer, desto gemütlicher das Bett. 

Antike ein Bett für alle Fälle  

Die Griechen und Römer nutzten durchaus bereits aufwendig gestaltete Betten. Allerdings blieb dieser Luxus ausschließlich wohlhabenden Schichten vorbehalten, während das „gemeine Volk“ weiterhin mit dem Schlafplatz am Boden vorliebnahm. Was die Gutbetuchten aus Metall oder edlen Hölzern erschufen und mit Riemen als eine Art Lattenrost bespannten, ist unseren heute gewohnten Schlafstätten bereits sehr ähnlich. Schon damals war bekannt, dass eine unzureichende Belüftung zu Schimmelbildung an der Schlafunterlage führt.  

Sogar eine Art Matratze gab es schon: Genutzt wurden mit Fasern oder Wolle befüllte Unterlagen. Darüber schichteten die Menschen mehrere weiche Decken und Tierfelle. Auch mindestens ein Kopfpolster sowie eine wärmende Zudecke aus Wolle durften nicht fehlen. Wie bei so vielem erwies sich die Antike also als erstaunlich modern.  

Eine antike Holzliege - der Lattenrost ist aus Holzfasern geflochten. Die Geschichte des Bettes
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Soviel zu den bereits stark ausgeprägten Gemeinsamkeiten mit der heutigen Normalität. In der Nutzung selbst weist die Geschichte des Bettes aber starke Unterschiede auf: Denn zwar gab es im Altertum schon verschiedene Arten von Betten vom Ehebett, über das Krankenbett bis hin zum Totenbett. Eine Trennung in Schlafzimmer und sonstigen Wohnbereich fand jedoch nicht statt, sodass die Schlafstätte auch gerne als Esstisch oder Arbeitsplatz zum Einsatz kam – auch das gibt es heute noch. 

Das Mittelalter Ursprung der heutigen Bettform 

In Europa setzte die Entstehung unserer heute gewohnten Bettart bereits im Mittelalter ein. Wer einmal in einem Museum für Geschichte die gängigen Schlaflager dieser Zeit gesehen hat, kennt wohl die typisch verkürzte Form. Schnell folgt dann der Schluss, die Menschen im Mittelalter müssten einfach deutlich kleiner gewesen sein als der heutige Durchschnitt. Aber selbst dann erweisen sich die überlieferten Schlafstätten noch immer als erschreckend kurz. Aufschluss gibt ein Blick auf das Schlafverhalten: Es war nicht üblich, sich der Länge nach ausgestreckt hinzulegen deshalb durfte das Nachtlager auch ruhig platzsparend ausfallen. Vielmehr machte man es sich in einer halb aufgerichteten Sitzhaltung bequem. Während die Beine ausgestreckt waren, wurde der Oberkörper mit Hilfe zahlreicher Kissen am Kopfteil des Bettes gestützt. Diese Schlafposition galt als gesund.  

Ein altes, hözernes und kurzes Bett. Unter dem Bett steht der Nachttopf, am Fußende befindet sich eine schwere alte Holztruhe Die Geschichte des Bettes
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Der Schlaf im Mittelalter eine Frage der Noblesse 

Stark in Mode kamen im Mittelalter sogenannte Himmelbetten. Kunstvoll gestaltet, verfügten diese Baldachin-Betten über ein mit Federn gestopftes und mit Leder bezogenes Unterbett. Darüber war ein feiner Seidenbezug gespannt. Selbst eine Seidensteppdecke in Form des modernen Überwurfs fehlte nicht, ebenso wenig wie weiche Daunenkissen.  

Bei der Nutzung lebt die antike Tradition der Multifunktionalität weiter: Denn am Tag ließen sich die geräumigen Betten praktisch als Sitzgelegenheit und Empfangsbereich für zahlreiche Gäste verwenden. Sie formten einen eigenen Raum im Raum und bildeten mit ihren beeindruckenden Ausmaßen des Zentrums jedes mittelalterlichen Zimmers. Sollte zur Dämmerung dann die Nacht eingeleitet werden, galt es lediglich, die Vorhänge zuzuziehen und auf diese Weise eine gemütliche Schlafnische zu erschaffen. Allerdings traten diese luxuriösen Betten einen sehr langsamen Übergang von den reichen Schichten hin zum einfachen Volk an. Noch im 12. Jahrhundert war es selbst für Ritter und noble Gefolgsleute üblich und angemessen, sich neben mehreren anderen Personen auf einem schlichten Strohlager zur Nachtruhe niederzulegen.  

Bis in das frühe Mittelalter und bei der ärmeren Bevölkerung wohl auch darüber hinaus blieb es jedoch durchaus üblich, mit einer Art Matratze und Pelzen auf dem Boden zu nächtigen. Dort hüllten sich die Menschen nackt in ein großes Laken. Aber selbst die einfachen Bewohner ländlicher Gebiete bevorzugten bereits, sich auf hölzernen Gestellen zu betten. Zum ausgehenden Mittelalter hin erlebten die Menschen einen Sprung in der Geschichte wenn es darum ging, komfortabler zu schlafen: Matratzen aus Strohsäcken steigerten den Schlaf-Komfort erheblich.  

Ab dem 16. Jahrhundert Betten für jedermann 

Erst ab dem 16. Jahrhundert setzen sich Betten auch jenseits des Adels in den Stuben der Bauern, Handwerker und Bürgerleute durch. Zwar waren die einfachen Bettnischen des Volkes noch immer kein Vergleich zu den luxuriösen Statussymbolen der Adligen. Dennoch entwickelte sich das Bett auch für die arbeitende Bevölkerung zur Gewohnheit. In den Gemächern der Reichen avancierte die luxuriöse Schlafstätte zum Repräsentationszweck: Paradebetten kamen in Mode. Beim Empfang wichtigen Besuchs ließ sich so das Aufstehen in prunkvollem Rahmen zelebrieren. Zunehmend wohlhabend orientierte sich das Bürgertum immer mehr an diesem hochkarätigen Beispiel. Damit kam das Paradeschlafzimmer zum 18. Jahrhundert hin außer Mode und wich unkomplizierteren Betten, die zu weiten Teilen dem Design der heutigen Kastenbetten entsprechen.  

Das Kopfende eines prachtvollen Paradebetts. Große, goldfarbene Kissen und die aufwendig bestickte Bettwäsche wirken sehr beeindruckend. Die Geschichte des Bettes
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Das moderne Bett 

Bis in die Zeit der Weimarer Republik hinein blieben komfortable Betten ein Luxus für Höhergestellte. Für Arbeiter und Dienstleute waren die Schlafstätten noch immer sehr simpel, teils herrschte in größeren Städten sogar eine Bettennot. Das führte dazu, dass besser gestellte Bürger ihre Betten stundenweise zum Schlafen an Fremde vermieteten. Selbst wenn die Massenfertigung von Bettgestellen bereits mit der Industrialisierung Mitte des 19. Jahrhunderts begann, setzte erst nach dem Zweiten Weltkrieg ein allgemeiner Durchschnittswohlstand ein. Dieser brachte es mit sich, dass funktional gestaltete Betten für die breite Masse verfügbar wurden. Mit dem gesteigerten Verständnis von Schlafhygiene setzte sich zudem der separate Schlafraum durch, ebenso wie immer innovativer und anatomisch angemessenere Arten von Matratze und Lattenrost. Funktionalität und höchstmögliche Förderung gesunden Schlafes stehen seitdem an erster Stelle. 

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So verbindet der Schlaf damals und heute  

Betrachtet man die Geschichte des Bettes seit der Menschheitsentwicklung, verblüffen deutlich eher die zahlreichen Gemeinsamkeiten und die schon früh einsetzende Gestaltung der gängigen Schlafstätten. So schienen die damaligen Völker, ebenso wie wir heute, Wert auf eine möglichst gut gepolsterte Ruheoase zu legen. Die Matratze entwickelte sich vom mit Fasern befüllten Tuch über den deutlich bequemeren Strohsack immer weiter, scheint aber bereits seit antiken Zeiten ein grundlegendes Bedürfnis für angenehmes Schlafen darzustellen. Wärmende Decken oder Laken kamen seit jeher ebenso zum Einsatz. Und selbst der Lattenrost als raffinierte Art der Matratzenbelüftung blickt auf eine lange Geschichte zurück.