Holzverarbeitungsbetrieb - Holzart für das Bett
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Die richtige Holzart für das Bett

« Was gilt es zu wissen und zu beachten? »

Holz ist ein besonderer Werkstoff. Es zählt nicht allein als das älteste Baumaterial der Menschheit, sondern besitzt darüber hinaus einzigartige Eigenschaften, die es bis heute unverzichtbar machen. Seine Vielseitigkeit verdankt es unter anderem der Tatsache, dass verschiedene Holzarten sehr unterschiedliche und teilweise sogar scheinbar widersprüchliche Charakteristika aufweisen. So liegt etwa die Dichte von südamerikanischem Pockholz – ebenfalls unter den Namen Guajak und Franzosenholz bekannt – bei mehr als dem Zehnfachen derjenigen von tropischem Balsaholz. Einige Sorten überstehen extreme Witterungsbedingungen, andere wiederum zersetzen sich in wenigen Wochen. Angesichts der möglichen Varietät, Sortenvielfalt und Merkmale stellt sich die Frage, welche Holzarten sich für das Bett besonders gut eignen, um lange von einer pflegeleichten, robusten, attraktiven und anatomisch günstigen Schlafstätte profitieren zu können.

Die weltweite Vielfalt der Holzarten – ein kurzer Überblick

Weiche, mittelharte und harte Hölzer

Es existieren zahlreiche Systeme, um eine Holzart von einer anderen unterscheiden zu können. Das häufigste darunter stellt die Unterscheidung in weiche, mittelharte und harte Hölzer dar, weil sich aus ihm vermeintlich einige der charakteristischen Eigenschaften ableiten lassen. Dies kann allerdings ein trügerischer Ansatz sein, denn obwohl zwei abweichende und standardisierte Messverfahren für die Härte von Holzsorten in Gebrauch sind – die mittlerweile zurückgezogene DIN ISO 3350:1975 und die aktualisierte Norm ISO 13061-12:2017 – existiert keine offizielle Einteilung oder Kategorisierung. Darüber hinaus können sich unterschiedliche Arten selbst innerhalb einer Gattung stark unterscheiden. So gilt etwa die Kiefer generell als Weichholz, die im Mittelmeerraum wachsende Holzart Seekiefer Rouge jedoch als extrem belastbares Hartholz.

Bubema Juliane Massivholzbett Kernbuche mit Kopfteil, Farbton natur, geölt

Nadel- und Laubholz

Die botanische Unterscheidung differenziert hingegen nach dem Wuchs der Blätter zwischen Nadel- und Laubholz. Allgemein weist ersteres eine geringere Dichte und Härte, dafür jedoch einen geraden Stamm und einen hohen Harzgehalt auf. Laubholz wächst oft langsamer und ist deshalb dichter, schwerer und härter, weshalb es oft für den Möbelbau eingesetzt wird. Bei den meisten geeigneten Holzarten für das Bett handelt es sich deshalb um Laubhölzer, doch auch hier zeigen sich regelmäßig Ausnahmen.

Eichenbaum - Die richtige Holzart für das Bett
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Holzarten nach Herkunft

Ein dritter Ansatz teilt die Holzarten hingegen nach ihrer räumlichen Herkunft ein – er unterscheidet im Wesentlichen zwischen Tropenholz und solchem, das aus moderaten bis kalten Klimazonen stammt. Speziell im 20. Jahrhundert galt diese Bezeichnung ebenfalls als Qualitätsmerkmal, obwohl sie sich in der Praxis wenig dafür eignet. Der Grund lag unter anderem darin, dass Tropenholz aufgrund seiner vermeintlich „exotischen“ Herkunft, seiner geringen Verbreitung und nicht zuletzt natürlich des hohen Preises als Luxusgut angesehen wurde. Heute ist unter dem Gesichtspunkt der Nachhaltigkeit von Tropenholz abzuraten, da bereits der Transport einen erheblichen und vermeidbaren Verbrauch von Ressourcen bedeutet. Für einige Zwecke besitzt es allerdings aufgrund seiner teilweise außergewöhnlichen Eigenschaften und einer attraktiven Maserung durchaus noch eine Berechtigung, sofern es aus einer kontrollierten Plantagenwirtschaft stammt.

Tropischer Wald in Malaysia - nicht die richtige Holzart für das Bett
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Massivholz – ein unverzichtbarer und universeller Rohstoff

Bis in das 20. Jahrhundert stellte Massivholz den mit Abstand wichtigsten Werkstoff dar. Sowohl im Haus- oder Schiffsbau wie bei Möbeln oder Alltagsgegenständen erwies es sich als praktisch unersetzlich. Es war leicht und günstig herzustellen, allgemein auf der ganzen Welt verbreitet und ließ sich mit einfachen Hilfsmitteln und Werkzeugen be- und verarbeiten. Nicht nur das Schlafzimmer selbst, auch das Inventar bestand meist aus Holz und schloss neben einem Schrank oder einer Kiste als persönlichen Stauraum in höhergestellten Schichten eine komfortable Schlafstätte wie ein eigenes Fichtenbett ein. Erst die Erfindung neuer Materialien und innovativer Technologien ermöglichte es, Kunststoffe in einem großen Maßstab herzustellen oder Holzimitate etwa durch die Vermengung von Klebstoffen und Holzresten zu erzeugen. Dieser vermeintliche Fortschritt wurde intensiv genutzt. Spätestens ab den 1970er Jahren galt das Bett aus entsprechenden Kunstprodukten als Standard und löste das zuvor übliche Buchen- oder Fichtenbett ab.

Bubema Massivholzbett Mondera, Balken-Bett mit Kopfteil, Holzfüße in Kufenform

Neben einigen Vorteilen weisen Presshölzer aller Art allerdings erhebliche Nachteile auf, so dass sie echtes Holz im Schlafzimmer nicht oder lediglich begrenzt ersetzen sollten. So handelt es sich um weitgehend chemische Erzeugnisse, bei dessen Herstellung zahlreiche Schadstoffe zum Einsatz kommen, von denen nicht wenige über Jahrzehnte ausdünsten können. Darüber hinaus eliminiert es viele der Vorteile, die Möbel wie ein Massivholzbett naturgemäß aufweisen. Glücklicherweise zeigt sich spätestens seit der Jahrtausendwende ein gegenläufiger Trend, so dass qualitätsbewusste Hersteller für ein hochwertiges Holzbett Kunstprodukte ausschließlich gezielt und für bestimmte Verwendungen – etwa großflächige Wand- und Deckenverkleidungen – einsetzen.

Bubema Massivholzbett Marco aus Kernbuche mit Kopfteil, Farbton natur, geölt

Holz im Schlafzimmer – aus gutem Grund ein Klassiker

Obwohl in anderen Räumen wie Küche, Bad und Wohnzimmer längst andere Materialien eingezogen sind und das Innendesign nicht selten dominieren, gilt das traditionelle Holzbett im Schlafzimmer für die meisten Menschen nach wie vor als unersetzlich und alternativlos. Diese Einstellung beruht auf vielen bewusst und noch mehr unbewusst wahrgenommenen Gründen. Zunächst einmal handelt es sich bei Holz um einen optisch attraktiven, warmen und natürlichen Wertstoff, der, anders als Metall, Kunststoff oder Stein, langsam gewachsen ist und eine angenehme, beruhigende Assoziation hervorruft. Durch das schrittweise Entstehen im Zusammenhang mit Standort und Jahreszeiten in einem biologischen Organismus ist jedes Massivholz einzigartig und besitzt eine unverwechselbare Maserung, die ein ebenso einmaliges und individuelles Merkmal wie ein menschlicher Fingerabdruck darstellt.

Massivholzbett Skadi aus Fichte mit Kopfteil, Farbton Weiß, lackiert

Auch aus praktischen Gründen spricht vieles für Holz im Schlafzimmer – neben den psychologischen Faktoren erweist es sich als robust, zuverlässig, flexibel und nicht zuletzt dauerhaft. Ein hochwertiges Massivholzbett besitzt selbst bei geringer Pflege eine Lebenserwartung von mindestens mehreren Jahrzehnten und gewinnt mit dem Alter sogar noch an Qualität, weil viele Holzarten im Laufe der Zeit härter werden und die Maserung stärker hervortritt. Darüber hinaus wirkt sich echtes und unbeschichtetes Holz in Innenbereichen positiv auf das Raumklima aus, indem es die Luftfeuchtigkeit stabilisiert und ätherische Öle abgibt.

Holzverarbeitungsbetrieb
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Hochwertige Möbel mit attraktiver Optik – die besten Holzarten für das Bett

Bei der Wahl der optimalen Holzarten für ein Bett müssen mehrere Aspekte berücksichtigt werden: Auf einer physikalischen Ebene muss das Holzbett eine ausreichende Belastbarkeit aufweisen und darf sich langfristig nicht etwa durch mechanischen Druck oder Nachtrocknen verformen. Ästhetisch sollte das Bett eine ansprechende Maserung besitzen, die nach individueller Vorliebe eher kräftig oder dezent mit einem feinen oder groben Muster ausfällt und idealerweise das Design durch ihre Farbe und Richtung unterstützt. Unter der Perspektive des Umweltschutzes und der Nachhaltigkeit kommt ausschließlich ein regional und nachhaltig erzeugtes Holz wie ein klassisches Eichenbett, Kirschholzbett, Fichtenbett oder Buchenbett in Betracht. Die beiden letzten Varianten stellen wegen ihrer Häufigkeit dabei die Mehrheit und werden oft als Holzarten für das Bett bevorzugt, weil sie ein ausgezeichnetes Preis-Leistungs-Verhältnis bieten.

Bubema Duo Bett mit Bettkasten 90x200cm Buche massiv, Farbe natur geölt, inkl. Rollrost

Generell ist dabei zu berücksichtigen, dass in der Praxis häufig weniger eine konkrete Holzart relevant ist – grundsätzlich eignen sich für ein Bett nahezu alle mittelharten bis harten und selbst einige weiche Sorten. Als entscheidend bei allen Holzarten für das Bett erweist sich stattdessen vielmehr die Verarbeitung zwischen dem Fällen eines Baumes und dem fertigen Bett. So eignet sich bevorzugt das kräftigere und meist optisch attraktivere, jedoch seltenere Kernholz, das wegen seiner Kosten nahezu ausschließlich für hochwertige Möbel im Schlafzimmer verwendet wird.

Über die Qualität entscheiden zudem das Trocknen und die Lagerung vor der Verarbeitung. Besitzt ein Holzbett eine zu hohe Restfeuchte, besteht ein erhebliches Risiko, dass es sich langfristig durch strukturelle Änderungen und die kontinuierliche Gewichtsbelastung verformt. Gleichgültig, ob Eichen-, Fichten- oder Buchenbett – statt der Holzart sollte deshalb die persönliche Vorliebe bei Design und Maserung sowie die Qualität und Zuverlässigkeit des Herstellers im Vordergrund stehen, um eine optimale Wahl zu treffen.