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Die Rollmatratze im Blickpunkt

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Rollmatratzen sind vor allem eines: kompakt und damit perfekt transportabel. Ob für die Reise, für das Gästebett oder einfach zur besseren Handhabung nach dem Kauf, das kommt ganz auf das jeweilige Modell an. Wer sich für eine gerollte Matratze entscheidet, dem eröffnen sich einige Möglichkeiten – aber auch vereinzelte Einschränkungen.

Was sind Rollmatratzen?

Rollmatratzen sind aktuell in aller Munde. Aber was genau verbirgt sich eigentlich dahinter? Tatsächlich ist die Antwort sehr simpel: Wer davon ausging, die Schlafunterlage würde vielleicht nach jeder nächtlichen Benutzung aufgerollt und platzsparend in die Ecke gestellt, liegt nur zur Hälfte falsch. Denn richtig ist:

Bei der Rollmatratze handelt es sich um eine Matratze, die maschinell unter enormem Kraftaufwand in die gerollte Form gebracht worden ist.

Dadurch lässt sie sich deutlich platzsparender und unkomplizierter transportieren als im Originalzustand. Schließlich gibt es entsprechende Modelle in allen erdenklichen Maßen – ganz wie bei gewöhnlichen Matratzen. Eine Ausführung von 180 x 200 cm wird dank des Kompressionsverfahrens aber entscheidend handlicher. Auch um die Schlafunterlage bei Bedarf erst einmal in der Abstellkammer zu verstauen, bevor sie zum Einsatz kommen soll, ist es ratsam, ein gerolltes Modell zu kaufen.

Rollmatratze in Plastikfolie
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Alternativ nimmt der Begriff Bezug auf besonders dünne Matratzen: Deren Höhe beträgt unter 10 cm, zudem erweisen sich die Materialeigenschaften als sehr nachgiebig. Das sind Ausführungen, die sich perfekt eignen, um auf begrenztem Raum und für begrenzte Zeit Gästebetten zu bestücken, die nach dem Abschied des Besuches wieder weggeräumt werden. Auch für die Reise, etwa für Zelt oder Wohnmodell, bewähren sich dünne portable Schlafunterlagen in gerolltem Zustand.

Von der Rolle – immer wieder aufrollbar

Lassen sich ursprünglich eingerollte Matratzen beliebig oft wieder aufrollen? Bei der Antwort auf diese Frage spielt die jeweilige Ausführung eine Rolle. Während sich portable Reisematratzen selbstverständlich wieder einrollen lassen, ist das bei maschinell für den Versand komprimierten Rollmodellen nicht der Fall. Einmal entfaltet, lassen diese Varianten sich nur mit hohem Kraftaufwand in eine andere Form zwingen. Natürlich ist es möglich, sie locker einzurollen, etwa um sie vorübergehend zum Lüften auf engem Raum aufzustellen. Das eng gerollte Ausgangsformat per Hand zu erreichen, ist allerdings völlig unmöglich.

Frau mit aufgerollter Matratze im Lager
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Kurz gesagt fällt die Kaufentscheidung beim Thema Rollmatratze entweder zugunsten der wiederholten Transportierbarkeit oder des Schlafkomforts aus. Denn eines ist klar: Während die unter Kompression eingerollten Ausführungen wie eine gewöhnliche Matratze in verschiedensten Materialien, Härtegraden und Raumgewichten daherkommen können, besteht die Voraussetzung für eine immer wieder aufrollbare Reisematratze darin, so dünn und flexibel zu sein, wie es nur geht. Für wenige Nächte bieten solche Schlafunterlagen einen ausreichenden Komfort und sind Luftmatratzen oder ähnlichen Kompromissen immer noch weit überlegen. Als dauerhafte Lösung für das Bett kommt es jedoch gerade darauf an, dass das gewählte Design eine gewisse Höhe und Festigkeit mitbringt.

Materialwahl – von Schaumstoff bis Latex

Die dünne Reisematratze besteht meist aus einfachem Kunststoff ohne spezielle Zonen oder andere anatomische Anpassungen. Anders sieht es bei den gängigen Rollmatratzen aus, die lediglich für Versand und Transport komprimiert geliefert werden. Hier besteht eine große Auswahl an verschiedensten Varianten, von günstigem Schaumstoff bis zu hochwertigem Kaltschaum. Die Kaltschaummatratze kann gerollt versendet und transportiert werden und dennoch alle erdenklichen Extras aufweisen.

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Selten können Sie auch die eher schwere und wuchtige Latexmatratze gerollt erwerben. Allerdings reagiert Latex deutlich empfindlicher auf Kompression als etwa Kaltschaum oder Schaumstoff. Deshalb gilt es, sich vorab genau zu informieren. Eine Latexmatratze sollte nicht stärker als auf maximal ein Drittel ihres Ausgangsvolumen komprimiert werden – und nicht für allzu lange Zeit in diesem Zustand verbleiben. Selbst Federkernmatratzen können unter Einsatz von Maschinen per Vakuumierung gerollt daherkommen. Der Prozess ist allerdings aufwendig und daher wenig verbreitet. Auch Spezialfunktionen wie spezielle Schichten oder Klimafaser kommen bei maschinell gerollten Auslieferungen eher selten vor, denn diese würden dem Rollen nicht standhalten.

Wofür sich gerollte Matratzen eignen

Hauptsächlich dient die Rollmatratze dem leichteren Versand nach dem Kauf im Onlineshop. Auch wer sich ein Modell im stationären Handel vor Ort aussucht und es in Eigenregie mit dem Auto nach Hause transportieren möchte, profitiert von der Option, das gewünschte Produkt in Form einer Rollmatratze erwerben zu können.

Frau trägt aufgerollte Matratze auf der Schulter
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Vor- und Nachteile von Rollmatratzen

Die eingerollte Form bringt verschiedene Vorzüge und auch Kritikpunkte mit. Hier zusammengefasst auf einen Blick:

Vorteile

  • einfach zu transportieren
  • vergleichsweise günstig in der Anschaffung
  • vorübergehend platzsparend aufzubewahren bis zum Auspacken
  • umweltfreundlich, weil wenig Verpackungsmüll

Nachteile

  • nach dem Auspacken nicht mehr komplett einrollbar
  • geringere Auswahl an Modellen, da das Rollverfahren sich nicht für alle Matratzenarten eignet
  • wieder aufrollbare Reisematratze deutlich dünner und nur für temporären Einsatz zu empfehlen

Die Rollmatratze zum Leben erwecken

Ist die gerollte Schaumstoff- oder Kaltschaummatratze sicher in Ihren vier Wänden angekommen, geht es an das Auspacken. Nach dem Entfernen der Verpackungsfolie empfehlen die meisten Hersteller, die neue Schlafunterlage zunächst mindestens 24 Stunden offen liegen zu lassen. So kann das Material nach der Komprimierung wieder seine volle Dichte entfalten und in seinen widerstandsfähigen Ursprungszustand zurückfinden. Außerdem dient die Eingewöhnungszeit zum Auslüften. Danach sollte der typische Matratzengeruch, den selbst die hochwertigsten Modelle zu Beginn mitbringen, zu weiten Teilen verschwunden sein. Für eine Latexmatratze gilt grundsätzlich dieselbe Vorgehensweise. Allerdings sollte diese sofort nach Erhalt befreit werden, während andere Ausführungen aus Komfort- oder Kaltschaum problemlos mehrere Wochen oder Monate eingerollt auf ihren Einsatz warten können.

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Rollmatratzen kaufen – darauf kommt es an

Wer nicht auf der Suche nach einer portablen Schlafunterlage für die Reise ist, sondern sich eine neue Matratze für das Bett im heimischen Schlafzimmer wünscht, sollte dabei genau die gleichen Kriterien beachten, auf die es grundsätzlich beim Matratzenkauf ankommt. Das heißt, die gewählte Ausführung muss exakt auf den eigenen Körper abgestimmt sein: Dazu zählen sowohl Körpergewicht und Statur als auch mögliche Gesundheitsprobleme sowie die bevorzugte Schlafposition. Auf dieser Basis finden Sie heraus, welches Material, welcher Härtegrad und auch welches Raumgewicht die besten Optionen für Ihr Bett darstellen. Daraus geht wiederum hervor, ob die gewünschten Eigenschaften mit dem maschinellen Rollverfahren vereinbar sind oder nicht.

Fazit: Lohnt sich die Rolle?

Der Kauf einer gerollten Schlafunterlage empfiehlt sich besonders für alle, die ihre Neuanschaffung selbst mit dem Auto nach Hause transportieren müssen. Dies wäre vor allem bei großen Formaten und eher massiven Varianten sonst kaum mehr möglich. Darüber hinaus gibt es den gerollten Versand mittlerweile dank leistungsstarker Vakuum- und Kompressionsmaschinen für eine Vielzahl an Kaltschaum-, Schaumstoff- und sogar Latex- sowie Federkernmodellen. Nach der Lieferung einmal ausgepackt, finden diese Matratzenarten nicht mehr in ihre gerollte Form zurück. Anders verhalten sich dünne Rollmatratzen, die extra fürs Reisen oder Gästezimmer konzipiert sind. Aufgrund ihrer niedrigen Höhe und sehr nachgiebigen Struktur, bieten diese Designs allerdings keinen allzu großen Schlafkomfort. Hier lohnt es sich, über Alternativen wie etwa eine Klappmatratze nachzudenken.