Druckentlastung bei Matratzen
© andriano_cz - stock.adobe.com

Druckentlastung bei Matratzen

« Ein Schlüssel für guten Schlaf »

Die Druckentlastung eines Bettes spielt eine entscheidende Rolle, um gut schlafen zu können. Sie bezeichnet die Fähigkeit, dass eine gute Matratze einen punktuellen Druck aufnimmt, diesen jedoch nicht durch direkten Widerstand an den Körper zurückgibt, sondern stattdessen räumlich auf eine größere Fläche verteilt. Die Druckentlastung einer Matratze ist eher mit ihrer Punktelastizität als mit ihrer Härte verbunden und hängt von unterschiedlichen Faktoren wie dem Material, seiner Qualität und der Aufteilung der Unterlage in einzelne Liegezonen sowie deren Abstimmung untereinander ab.

Druckentlastung schont Gewebe, Muskulatur und Knochen

Ein typisches Symptom einer fehlenden Druckentlastung ist ein Gefühl von Taubheit oder ein Kribbeln auf der Haut – Arme und Beine sind dann in der Umgangssprache „eingeschlafen“ und müssen sich wieder erholen. Tatsächlich steckt hinter dem bekannten Gefühl allerdings eine mangelhafte Durchblutung. Der hohe Druck auf einen bestimmten Bereich verengt Venen und Adern unter der Hand, was den Blutfluss reduziert oder in extremen Fällen vollständig blockiert. Dadurch versorgen die Blutgefäße die Nerven nicht mit ausreichend Sauerstoff, so dass diese fehlerhaft agieren und ihre Funktion teilweise einstellen – aus diesem Grund ist beispielsweise eine eingeschlafene Hand gefühllos und nimmt selbst Schmerzen unzureichend wahr.

Mann mit Rückenschmerzen im Bett - Druckentlastung bei Matratzen ist wichtig
© LIGHTFIELD STUDIOS – stock.adobe.com

Dieser Mechanismus wirkt universell, gleichgültig ob Menschen wach sind oder schlafen. Bei ungeeigneten Matratzen oder einer ungünstigen Schlafposition tritt der Effekt relativ rasch ein, weil der Betroffene keine Warnzeichen spürt und deshalb weder instinktiv noch bewusst reagiert, um den entsprechenden Bereich zu entlasten. Im Unterschied zu einem akuten Schmerz ist das Gefühl zudem in der Anfangsphase nicht so intensiv, dass er einen Alarmzustand auslösen könnte, der zum Erwachen führt.

Junge Frau liegt seitlich im Bett - Druckentlastung bei Matratzen sorgt für gerade Wirbelsäule
© VadimGuzhva – stock.adobe.com

Für die Entspannung und Regeneration des Körpers ist es jedoch unverzichtbar, dass dieser beim Schlafen einem möglichst niedrigen Druck ausgesetzt ist. Auf der untersten Ebene erfordert die Zellerneuerung einen ungehinderten Transport von Flüssigkeiten und Nährstoffen. Auf einer darüber liegenden versuchen Muskeln automatisch, diesem Druck entgegenzuwirken und verspannen sich. Nicht zuletzt wirkt er ebenfalls auf die Knochen und Gelenke, die als stützende Elemente Kräfte absorbieren und den Körper in seiner Position halten. Selbst wenn die Auswirkungen unter der Grenze der subjektiven Wahrnehmung bleiben, bewirkt eine höhere Druckentlastung der Matratze deshalb in nahezu allen Fällen, dass die Nutzer besser schlafen.

OrthoMatra KS 7.0 Kaltschaummatratze Betten-ABC® mit Waterlily®Auflage und Hybrid Sky-Kern - Druckentlastung bei Matratzen

Mechanische Effekte ermöglichen effektive Entlastung

Selbstverständlich kann eine Matratze nicht die Last an sich ändern – ihr Widerstand entspricht total unvermeidlich dem Gewicht, das auf ihr liegt. Der Begriff „Entlastung“ bezieht sich deshalb in diesem Zusammenhang auf die Oberfläche des Körpers. Eine solche Druckentlastung kann die Schlafunterlage auf verschiedene Wege erreichen, indem sie an einen möglichst minimalen direkten Gegendruck ausübt und diesen stattdessen auf eine möglichst große Fläche verteilt. Praktisch bedeutet dies, dass sie bei einem hohen Druck an dieser einen Stelle stärker nachgibt und dabei eine höhere Stützfunktion an den Seiten entwickelt. Sie reagiert somit passiv durch ihre Struktur oder ihr Material auf ihre Umgebung und passt sich der Position beim Schlafen optimal an, ohne dass dieses Merkmal andere primäre Eigenschaften wie ihren Härtegrad beeinflusst.

Schwarzwaldmarie Gel-TFK, Tonnentaschenfederkern, mit Gelax-Auflage, 7-Zonen, Made in Germany

Um das Gewicht zu verteilen, bieten sich prinzipiell zwei verschiedene Methoden an. Zunächst einmal besteht die Möglichkeit, dass eine Matratze das Gewicht dreidimensional verteilt, indem sie es in Teilen zu den Seiten lenkt. Die zweite Option liegt in der Verwendung von Materialien, die unterschiedlich auf senkrechte und horizontale Drücke reagieren. Der Schlüssel für eine hohe Effizienz besteht in beiden Fällen in einer optimal angepassten Struktur.

Junge Frau wacht fröhlich im Bett auf
© Dash – stock.adobe.com

Der Einfluss der Liegezonen

Moderne Matratzenarten aus Kaltschaum, Viscoschaum, Gelschaum oder Latex verwenden eine Einteilung in verschiedene Zonen, damit ihre Nutzer ergonomisch günstig und somit besser schlafen. Diese sind in der Mitte gespiegelt, damit die Liegerichtung keinen Einfluss auf den Komfort nimmt. Sie nutzen dafür die Tatsache, dass der menschliche Körperbau weitgehend synchron ist: Das niedrigste Gewicht lagert auf Fuß- und Kopfbereich, gefolgt von Schultern und Waden, am schwersten ist ein durchschnittlicher Mensch etwa in der Mitte.

OrthoMatra Luxus 7-Zonen-Würfelstruktur,Kaltschaum Verstärkte Beckenzone

Die verschiedenen Liegezonen entstehen allerdings nicht bei der Herstellung – der chaotisch verlaufende Prozess der Aufschäumung lässt eine derartige Steuerung lediglich bei extremen technischen Aufwand zu. Da eine gute Matratze jedoch aus mehreren Gründen einen massiven, einheitlichen Kern verwendet, müssen die Hersteller die Zonen nach seiner Fertigung erzeugen. Dies geschieht dadurch, dass der Schaum durch Schnitte, Hohlräume und Muster auf der Oberfläche gezielt geschwächt wird. Um den erwünschten Effekt zu erreichen, ist bei dem Prozess eine komplexe Abstimmung und hohe Präzision erforderlich.

Die Anordnung und das verwendete Verfahren verändern neben der Härte der Liegezonen allerdings selbstverständlich gleichzeitig die innere Struktur und so das Verhalten, wie ein Gewicht im Inneren verteilt wird. Exakt diese Eigenschaft definiert weitgehend die Druckentlastung einer Matratze. Neben dem Material entscheidet deshalb ebenfalls seine anschließende Verarbeitung darüber, ob Menschen auf ihm gut schlafen.

7-Zonen-Visco-Kaltschaummatratze OrthoMatra VISCO-50 mit Exclusiv-Cool Life® Bezug

Der Zusammenhang zwischen Druckentlastung und Punktelastizität

Bei Matratzen bezeichnet die Punktelastizität die Eigenschaft, dass der Körper an begrenzten Stellen tief einsinken kann und ihm die Unterlage hier keinen überproportional wachsenden Widerstand entgegenbringt, sondern die Belastung an anderen Stellen kompensiert. Die hohe Elastizität auf eng begrenztem Raum stellt eine wesentliche und unverzichtbare Voraussetzung für die Druckentlastung einer Matratze dar, denn ohne sie ist keine Verteilung des Widerstands möglich.

Um eine punktelastische Oberfläche zu erzeugen, muss diese eine hohe Flexibilität aufweisen und darf auf Belastungen nicht durch einfachen, starren und großflächigen Gegendruck in vertikaler Richtung reagieren. Geeignet dafür zeigt sich eine Kombination aus einem geeigneten Material und einer auf dieses zugeschnittenen Struktur. Eine hohe Qualität, die technische Planung und eine präzise Umsetzung sind die wesentlichen Voraussetzungen, damit sich die Eigenschaften optimal ergänzen und langfristig keine unerwünschten Nebeneffekte wie vorzeitige Materialermüdung auftreten.

7-Zonen Doppel-Tonnen-Taschenfederkernmatratze

Gute Materialien für eine Matratze mit optimaler Druckentlastung

Hochwertige Federkernmatratzen mit einer hohen Anzahl von Taschenfedern zeigen sich sehr punktelastisch, da ihre Elemente einzeln und individuell reagieren und sich dadurch die Stützkraft kleinteilig verteilt. Sie besitzen allerdings den Nachteil, dass sie bis auf wenige hochwertige Exemplare lediglich eine einzelne Liegezone aufweisen. Im Laufe der vergangenen Jahrzehnte haben Fortschritte in der Materialtechnik jedoch dazu geführt, dass eine Reihe von neuartigen Werkstoffen zur Verfügung stehen, die eine hohe Druckentlastung mit einer Einteilung in mehrere Komfortzonen zulassen.

Die bekannteste Entwicklung in diesem Zusammenhang stellt wahrscheinlich der aus der Weltraumtechnik stammende Viscoschaum dar, der ursprünglich von der NASA entwickelt wurde, um ihre Astronauten vor dem hohen Druck bei den extremen Beschleunigungen der Raumfahrt zu schützen. Seit etwa Mitte der 80er Jahre ist er durch die Behörde ohne Auflagen oder Gebühren für eine kommerzielle Verwendung freigegeben. Nachdem zunächst Pflegeeinrichtungen und Krankenhäuser bevorzugt Viscoschäume verwendeten, um Gewebeschäden (Dekubitus) bei bettlägerigen Patienten vorzubeugen, steigt ihre Popularität ebenfalls in privaten Haushalten stetig an. Eine modernere Alternative besteht in dem ebenfalls sehr punktelastischen Gelschaum. Allerdings weisen auch hochwertige Latex- oder Kaltschaummatratzen heute eine ausgezeichnete Druckentlastung auf. Ausschlaggebender als das Material selbst sind in den meisten Fällen die Qualität der Rohstoffe sowie Erfahrung und Fachwissen des Herstellers, da sachgerechte Entwicklung und Produktion inzwischen einen hohen Aufwand verursachen und maßgeblich die Eigenschaften prägen.