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Einlegetiefe und die passende Matratze

« So ist der Zusammenhang »

Bei einem individuell angepassten Bett müssen alle Komponenten aufeinander abgestimmt sein. Der Härtegrad der Schlafunterlage, der Lattenrost, die Betthöhe und weitere Eigenschaften sowie Bestandteile müssen ideal zueinander passen. Die Bedeutung der Einlegetiefe der Matratze wird dabei häufig vergessen. Dabei ist dieser Wert ein wichtiger Aspekt, wenn es darum geht, maximalen Schlafkomfort zu gewährleisten. Erfahren Sie, wie sich die Einlegetiefe ermitteln lässt und worauf Sie achten sollten, damit Matratze und Bettgestell ideal zusammen passen.

Was verbirgt sich hinter der Einlegetiefe einer Matratze?

Ein klassisches Bett besitzt eine umlaufende Eingrenzung aus breiten Leisten, die in Verbindung mit den Füßen das Bettgestell bilden. Die Einlegetiefe ergibt sich bei aus der Differenz zwischen dem Lattenrost und der oberen Kante des Bettrahmens, der die Matratze seitlich umgibt. Dieser Wert gibt an, wie weit eine Matratze in das Gestell einsinkt. Die Einlegetiefe ist von der Konstruktion abhängig. Die Matratzenhöhe oder -härte sowie die Betthöhe spielen dabei keine Rolle. Die meisten Bettsysteme weisen eine feste Einlegetiefe für die Matratze auf. Es gibt jedoch auch Modelle, die entweder über keinen einschließenden Rahmen verfügen oder bei denen die Tiefe über verstellbare Auflageleisten verändert werden kann.

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Stützkraft für die Matratze

Der Sinn der Einlegetiefe besteht in erster Linie darin, die Unterlage an den Seiten zu stützen und ein unbeabsichtigtes Verschieben oder -rutschen in der Nacht zu verhindern. Denn es ist durchaus nicht ungewöhnlich, dass sich Menschen im Schlaf teilweise sehr stark bewegen. Die Ursachen dafür sind ganz unterschiedlich. Mal dient die nächtliche Bewegung dazu die Schlafposition zu ändern, um für Entlastung der Körperteile oder Hautflächen zu sorgen, mal sind es aber auch Traumaktivitäten. Auch die als unangenehm empfundene Schlafzimmertemperatur kann eine Ursache darstellen, dann decken wir uns auf oder zu.

Ein Mann, der im Schlaf offensichtlich sehr agil ist, liegt aufgedeckt im Bett
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Zum Glück bilden die Seitenwände des Bettrahmens eine solide Barriere, die eine Bewegung der Matratzen zuverlässig ausschließt. Darüber hinaus stabilisieren sie durch ihre Breite und ihre Verankerung an mindestens zwei Stellen jeder Leiste im Rahmen das komplette Bettgestell. Nicht zuletzt dienen sie als Halterung für die Auflagen des Lattenrosts und verteilen das Gewicht auf die gesamte Bettlänge. Diese Teile bestimmen auch wesentlich, wie groß die Tragkraft eines Betts ist. Die Rahmenstärke gibt in Verbindung mit den Auflagen das Limit für die Maximallast vor, die für alle Lattenroste unabhängig von ihrer Bauart und Konstruktion gilt.

Die optimale Einlegetiefe einer Matratze

Es mag auf den ersten Blick sinnvoll erscheinen, Lattenroste und ihre Auflagen so tief wie möglich im Rahmen zu versenken, um die seitliche Abstützung zu verbessern. Dabei gilt es jedoch zu bedenken, dass die Person, die im Bett schläft, während der Nachtruhe einsinkt. Bei einer zu großen Einlegetiefe würden die Seitenleisten des Rahmens deswegen den Schlaf stören. Sei es, weil sie Bewegungen einschränken oder deutlich zu spüren sind, falls sich jemand auf den Rand setzt oder ein Körperteil etwas außerhalb des Bettes positioniert. Als genereller Maßstab gilt deshalb, dass die Einlegetiefe mindestens vier Zentimeter betragen sollte, die unbelastete Bettfläche jedoch gleichzeitig zehn Zentimeter oder mehr über den oberen Rand des Bettrahmens ragen sollte.

Eine junge Frau sitzt in einem Bettgeschäft auf einer Matratze, die deutlich einsinkt Einlegetiefe
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Die optimale Tiefe leitet sich deshalb ebenfalls aus der verwendeten Matratzenhöhe ab – je dicker die Unterlage inklusive zusätzlichen Accessoires wie Toppern, Schonern oder anderen Auflagen ist, desto tiefer sollte sie im Bettrahmen liegen. Dies verhindert, dass sie sich übermäßig staucht, zu den Seiten verformt oder bei ungleichmäßiger Belastung in eine Richtung neigt.

Die optimale Tiefe lässt sich am besten individuell durch praktische Erfahrung ermitteln. Denn hier spielen eine ganze Reihe von spezifischen Aspekten eine Rolle. So ist das Design des Bettsystems, der Körperbau und nicht zuletzt der Härtegrad und die Abstimmung durch den Lattenrost sowie dessen Bauweise von Bedeutung. Um die optimale Einlegetiefe zu ermitteln, bietet es sich deswegen an, etwas herum zu probieren. Denn in einem gewissen Rahmen kann man die Tiefe mit einfachen Mitteln variieren.

Tricks & Tipps zum Anpassen der Tiefe

Ganz direkt lässt sich die Einlegetiefe der Matratze über das Versetzen der Auflageleisten für den Lattenrost variieren. Leider sehen lediglich wenige Hersteller diese Möglichkeit als Option vor und verwenden stattdessen feste Verschraubungen oder verkleben gar die Leisten mit dem Rahmen. Eine solche Befestigung verhindert es in vielen Fällen, die Tiefe etwa für sehr hohe Matratzen zu vergrößern. Es gibt jedoch bei einigen Modellen die Möglichkeit, zu „kreativen“ Lösungen zu greifen. Dreht man die Seitenleisten horizontal um 180° und baut sie an der gegenüberliegenden Seite ein, dann lässt sich oft die Rahmenhöhe vergrößern.

Ein Mann schraubt den Lattenrost an einem Holzbett fest Einlegetiefe
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Die Tiefe lässt sich allerdings in vielen Fällen verringern, denn die meisten Lattenroste lassen sich nach oben verschieben oder unterlegen. Diese Variante erfordert einen geringen Aufwand. Beim Unterlegen sollte man aber auf eine fachmännische Ausführung achten.

Eine weitere Option, die allerdings nur eine geringe Variation der Höhe erlaubt, besteht in dem Einsatz eines Matratzenschoners, der zwischen dem Lattenrost und der Unterlage liegt und eigentlich verhindern soll, dass starker Druck an den Auflageflächen die Schlafunterlage abnutzt. Dabei ist zu beachten, dass der Schoner eine ausreichende Belüftung durch die Bodenfläche ermöglicht, um das Bettklima nicht negativ zu beeinflussen.

f.a.n. Thermofill-Matratzenschoner als Auflage zwischen Lattenrost und Matratze Einlegetiefe

Maximale Matratzenhöhe im Blick behalten

Bei Einlegetiefen entscheidet nicht nur der absolute Wert, sondern auch das Verhältnis zwischen dem unteren Teil, der nicht über die Seitenleisten ragt, und dem oberen Teil, der sichtbar ist. Die meisten Konstruktionen sind auf Standardhöhen von etwa fünfzehn bis zwanzig Zentimetern ausgelegt – bei hohen Matratzen oder der Verbindung mit einem dickeren Topper können sich dadurch Probleme ergeben. Letztere können unter anderem dem Zweck dienen, die Einstiegshöhe zu steigern, um etwa einen höheren Komfort bei einem Seniorenbett zu erreichen.

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Eine Erhöhung ist allerdings lediglich bis zu einer bestimmten Grenze möglich, ohne dass dadurch Kompromisse mit anderen Aspekten wie der Seitenstabilität eingegangen werden müssen. Es ist deshalb durchaus sinnvoll, die Gesamthöhe aller Unterlagen auch von der Einlegetiefe abhängig zu machen. Als Faustregel gilt, dass die Schlafunterlage nur zu maximal zwei Dritteln den Rahmen überragen sollte. Eine maximale Flexibilität hinsichtlich der Auflagen bietet deshalb ein Bett mit einem tiefen Einlegewert. Es gilt hier das grundsätzliche Prinzip, dass sich die Betthöhe der Liegefläche leicht nach oben erweitern lässt, während dies umgekehrt nicht der Fall ist.

Boxspring und mehr: ein Bett ohne Einlegetiefe

Das Boxspringbett funktioniert nach einem grundsätzlich anderen Prinzip, bei dem sich die einzelnen Ebenen miteinander verzahnen. Da die Boxspringbettmatratzen ein hohes Eigengewicht aufweisen, besteht hier nicht die Gefahr, dass die Schlafunterlage verrutscht. Auch die Konstruktionsweise dieses Bettentyps führt zu einer hohen Stabilität. Einige moderne Betten machen sich dieses Konzept zunutze – es ergeben sich jedoch strukturelle Probleme. Der Grund dafür ist meistens der Lattenrost. Ein solches Bett lässt sich zwar grundsätzlich mit allen Unterlagen kombinieren, für einen langfristigen Einsatz erfordern sie jedoch hochwertige Modelle. Andernfalls besteht das Risiko, dass sich an den nicht gestützten Seitenwänden Materialschwächen bilden, die sich auf wichtige Eigenschaften wie Härte und Rückstellkraft auswirken.