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Ergonomisch schlafen

« Was steckt hinter diesem Begriff? »

Für den Körper und die Gesundheit ist es entscheidend, ergonomisch zu schlafen – diese Erkenntnis hat sich mittlerweile in breiten Schichten der Gesellschaft etabliert. Doch was verbirgt sich dahinter und warum ist dies in der modernen Zeit wichtiger als früher? Ist gesunder Schlaf gleichbedeutend mit ergonomisch oder benötigt er noch weitere Voraussetzungen? Diese Fragen stellen sich viele Menschen, wenn sie sich einmal genauer mit ihrem Bett und ihrer täglichen Nachtruhe beschäftigen – viele verfügbaren Informationen zu dem Thema kratzen dabei leider nur an der Oberfläche oder widmen sich lediglich Teilaspekten. Ohne eine gesamtheitliche Betrachtung erschließt sich aber nur teilweise der Vorteil, den eine ergonomische Matratze seinem Besitzer bringt.

Der Schlaf – mehr als eine einfache Ruhephase

Bereits in der Antike wiesen die Menschen dem Schlafen eine besondere, bisweilen unheimliche Bedeutung zu: Hypnos, der griechische Gott des Schlafes, ist ein Bruder von Thanatos, dem Tod. Er wohnt mit seinem Sohn Morpheus und den Oneiroi, den Göttern der Träume, in der Unterwelt – der Schlaf stellt also eine Form „temporären“ Todes dar und besitzt übersinnliche Fähigkeiten, die sich in prophetischen Träumen manifestieren. Über die konkrete Aufgabe des Schlafes diskutierten die Philosophen mehrere Tausend Jahre ebenso engagiert wie kontrovers – trotz immer neuer Erkenntnisse stellt sie auch heute noch die Wissenschaft vor viele Rätsel. Auf biologischer Ebene dient der Schlaf einer Regeneration der Zellen – der Schlaf als Bruder des Todes zeigt sich in der mikrozellularen Betrachtung als real, denn der Organismus „verjüngt“ während ihm in gewisser Weise, indem er alte Zellen abtötet und durch neue ersetzt.

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Eine ergonomische Matratze, ein geeigneter Lattenrost und ein insgesamt abgestimmtes Bettsystem unterstützen ihn bereits in dieser Phase, indem sie nicht nur eine günstige Körperhaltung, sondern auch eine freie Bewegung ermöglichen. Dies ist wichtig, da gesunder Schlaf ebenfalls eine Verteilung der Belastung beinhaltet, damit die Regeneration beispielsweise der Haut gleichmäßig und vollständig verläuft.

Gesunder Schlaf ist wichtiger als je zuvor

Für manche Kritiker und Skeptiker stellt das Problem, ergonomisch zu schlafen, ein Luxusproblem dar – sie verweisen darauf, dass bis in das späte 20. Jahrhundert dieser Aspekt praktisch keine Rolle für ein Bettsystem spielte. Allerdings gehen solche Verallgemeinerungen von falschen Voraussetzungen aus, denn die Belastungen für den menschlichen Körper haben sich in den vergangenen 150 Jahren radikal gewandelt. Das beginnt mit dem zunehmenden Arbeiten in sitzender Haltung und endet bei der alltäglichen Fortbewegung, die bis in das späte 19. Jahrhundert fast immer mit einem einfachen Laufen – in höher gestellten Kreisen aus Reiten oder der unbequemen Fahrt in einer Kutsche – verbunden war.

Gesunder Schlaf ist wichtiger als je zuvor ergonomisch-schlafen
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Abgesehen von wenigen Ausnahmen führte dies zu einer vielfältigen und wechselnden Belastung des Organismus, die sich in keiner Weise mit einer modernen Lebensführung vergleichen ließe. Nicht zuletzt darf ein – zugegeben zynischer – Punkt nicht übersehen werden: Angesichts der Lebenserwartung und -umstände war gesunder Schlaf bis in die Mitte des 20. Jahrhunderts für weite Teile der Bevölkerung nicht relevant.

Ergonomisch schlafen – Entspannung für die Anatomie

Noch bedeutender als für die Haut ist der Effekt auf die Skelettmuskulatur, wenn Menschen dauerhaft ergonomisch schlafen. Während eines Tages lastet ein permanenter Druck auf unserer Wirbelsäule, den Knochen, Muskeln und Bandscheiben absorbieren müssen. Mit zunehmendem Alter verlieren diese an Flexibilität und Leistungsfähigkeit – erste Symptome davon sind die typischen, sporadisch auftretenden Rücken- und Nackenschmerzen, die viele Menschen ab dem vierten Jahrzehnt ihres Lebens plagen. Sie resultieren aus einer akuten oder chronischen Überbeanspruchung der Skelettmuskulatur und einer unzureichenden Erholung. Damit sich eine Person beim Schlafen optimal erholt, muss sie sich vollständig entspannen und entlasten können. In der Folge füllen sich die Bandscheiben mit Fluiden, Muskeln speichern Energie und entfernen Abbauprodukte aus den Zellen und die Knochen verstärken ihre Struktur.

Richtige Schlafposition ergonomisch-schlafen
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Ein ergonomischer Lattenrost mit einer geeigneten Matratze unterstützt diesen Prozess, indem das individuell abgestimmte Bettsystem während der Nacht zeitweise die Stützfunktion übernimmt und dabei die Anatomie eines Menschen berücksichtigt. Das Ziel ist dabei keineswegs ein möglichst „gerades“ Liegen – ein Grund, warum das dauerhafte Schlafen auf einer sehr harten Oberfläche entgegen der alten Volksweisheit keinesfalls gesund ist. Stattdessen weist die Wirbelsäule eine natürliche Krümmung auf, die entsprechend ihrer Form als Doppel-S-Kurve bezeichnet wird. Das bedeutet, dass ein Bett gewisse Teile des Körpers tiefer einsinken und andere stärker stützen muss, um eine perfekte Schlafposition zu erreichen. Diese Aufgabe übernimmt die Einteilung in verschiedene Zonen, die moderne Matratzen aufweisen. Durch einen verstellbaren Lattenrost lassen sich diese zusätzlich abstimmen, um eine individuelle Feinjustierung zu erreichen.

Anpassung und Stützkraft von Matratzen

Praktisch stellt erholsamer Schlaf dadurch enorm hohe Anforderungen an die Matratze und den Lattenrost: Beide sollen einerseits optimal stützen – also einer Belastung Widerstand leisten. Andererseits müssen sie sich jedoch flexibel an unterschiedliche Schlafpositionen und Körper anpassen – also die Belastung bis zu einem gewissen Grad aufnehmen. Dieser Aspekt unterstreicht die Bedeutung, die modernen Werkstoffen wie hochwertigem Kalt-, Gel-, Latex- und Viscoschaum und ihrer Qualität zukommt. Sie ermöglichen durch ihre Materialeigenschaften eine gewisse Flexibilität bei der Weise, in der sie Belastungen aufnehmen und verteilen. Das anschaulichste Beispiel dafür bietet der Viscoschaum, der seine Härte variabel der Situation anpasst und dabei die Körperwärme als Signal für eine passive Sensorik nutzt.

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Eines der klassischen Schlüsselmerkmale der Kombination von Unterlage und Lattenrost, das seine Nutzer ergonomisch schlafen lässt, ist deshalb die Abstimmung zwischen dem Härtegrad und dem Körpergewicht. Eine schwere oder kräftig gebaute Person sinkt auf einer weichen Unterlage zu tief ein und die unteren Schichten allein bieten keine ausreichende Stützkraft. Umgekehrt sinkt eine leichte Person auf einem harten Bett nicht ausreichend ein, wodurch sich Hohlräume zwischen dem Körper und der Liegefläche bilden, die zu einer Anspannung von Muskel und horizontalem Druck auf die Wirbelsäule führen. Gute, ergonomische Matratzen verwenden deshalb nicht allein Materialien mit hochwertiger Qualität, sondern sind darüber hinaus das Resultat eines längeren Entwicklungsprozesses.

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Eine hohe Flexibilität erfordert eine umfangreiche Forschung und aufwendige theoretische Berechnungen, sie ist aber unverzichtbar: Eine ergonomische Matratze muss sich nicht nur der bei allen Menschen unterschiedlichen Anatomie anpassen, sondern auch jeder Körperhaltung beim Schlafen – angesichts der Tatsache, dass diese etwa 30 bis 40 Mal in einer Nacht wechselt, lassen sich die Herausforderungen und die Voraussetzungen für ein erfolgreiches Design erahnen. Die Kosten für die Entwicklung fließen selbstverständlich ebenfalls in die Produkte ein und bilden bei renommierten Herstellern einen nicht unbeträchtlichen Teil des Endpreises.

Gesund und ergonomisch – mehr als Schlagwörter

Auch wenn einige Hersteller Begriffe wie „gesund“, „ergonomisch“ und „anatomisch angepasst“ fast willkürlich und ohne praktischen Zusammenhang gebrauchen – ein ergonomischer Lattenrost, eine geeignete Matratze und passendes Accessoire, wie zum Beispiel Stütz-, Gesundheits- und Nackenkissen zeigen einen eindeutigen Effekt.

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Dieser führt einerseits zu besserem Schlaf, andererseits kann er einen Beitrag zur Prophylaxe von chronischen Erkrankungen durch Verschleiß und Verspannungen leisten. Entscheidend für dessen Einfluss ist verständlicherweise die Relation zu früheren Bedingungen – bei einer Umstellung von einem hochwertigen zu einem exzellenten Bettensystem fällt er gering aus, in anderen Fällen zeigt er sich deutlich innerhalb weniger Tage. Auf keinen Fall sollte er jedoch vernachlässigt werden, denn wie viele andere Faktoren schädigt schlechter Schlaf langsam, schleichend und mit kontinuierlich wachsender Folgewirkung.