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Feuchtigkeitsregulierung bei Matratzen 

« Ein oft unterschätzter Faktor »

Eine Matratze muss für gesunden Schlaf im Bett in ihrem Härtegrad und ihren anatomischen Stützfunktionen auf den Benutzer angepasst sein sie benötigt darüber hinaus jedoch ebenfalls eine wirkungsvolle und dauerhaft zuverlässige Feuchtigkeitsregulierung. Dieser Aspekt hat viel wenn auch nicht ausschließlich mit ihrer Atmungsaktivität und Durchlüftung zu tun. Darüber hinaus entscheiden weitere Faktoren wie das Material, die Größe der Poren, die Struktur und der Aufbau darüber, wie gut die Unterlage Feuchtigkeit nicht nur aufnimmt, sondern auch wieder an ihre Umgebung abgibt. Speziell für Menschen, bei denen nächtliches Schwitzen überdurchschnittlich schnell oder stark auftritt, entscheidet eine gute Regulierung über ihre Schlafqualität, denn: Ist die Matratze dauerhaft feucht, leidet deutlich mehr als lediglich die Nachtruhe. 

Beim Schlafen tritt immer Feuchtigkeit auf 

Bis zu einem gewissen Grad ist es ein vollständig normaler Prozess, dass die Umgebung etwas feucht wird, während wir Menschen schlafen. Unser Körper besteht mehrheitlich aus Wasser je nach Lebensalter zwischen 85 Prozent als Kleinkind und 50 Prozent im Alter und auch die Haut ist relativ feucht, denn das ist eine der wesentlichen Voraussetzungen, damit sie sich elastisch und faltenfrei erhält. Eine häufig wiederkehrende oder anhaltende unzureichende Feuchtigkeit bewirkt Faltenbildung das lässt sich beispielsweise ausgezeichnet bei Menschen wie dem legendären alten „Seebären“ beobachten, der über lange Zeit starker Sonne und Salzwasser ausgesetzt war und sein charakteristisches, wettergegerbtes Gesicht wie eine Trophäe vorweisen kann. 

Es hängt von der persönlichen Physiologie, dem Alter, Körperumfang und der eigenen Kondition ab, wie viel Feuchtigkeit ein einzelner Mensch im Schlaf absondert die Werte schwanken beträchtlich zwischen unterschiedlichen Individuen. Im Allgemeinen ist es allerdings deutlich mehr, als von vielen erwartet die Wissenschaft geht von etwa 0,5 bis 0,7 Litern bei einem durchschnittlich gebauten und leistungsfähigen Menschen aus. Ein Teil davon nimmt die Bettwäsche auf, falls es sich um ein saugfähiges Textil wie zum Beispiel Baumwolle, Leinen oder eine andere Naturfaser handelt ein nicht unbeträchtlicher Teil der Feuchtigkeit dringt jedoch dank der Schwerkraft und des durch die Bettdecke isolierten Raums in die Matratzen vor. 

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Feuchtigkeitsregulierung bei Matratzen ist wichtig 

Für ein gesundes Schlafklima spielt die Feuchtigkeitsregulierung der Matratze eine erhebliche Rolle sie setzt sich aus unterschiedlichen Faktoren zusammen. Zunächst einmal ist verständlicherweise wichtig, wie saugfähig sich das Material selbst zeigt. Manche Varianten wie etwa die Kaltschaummatratze besitzen viele und weit geöffnete Poren, durch die sie viel Wasser speichern kann, ohne selbst direkt feucht zu werden. Andere wie etwa Matratzen aus Viscoschaum oder Latexschaum weisen kleinere und engere Poren sowie eine höhere Materialdichte auf.

Sie sind schwerer und können weniger Feuchtigkeit speichern, wobei sich bei Letzteren noch einmal ein Unterschied zwischen dem wasserabweisenden Synthetik- und dem eher porösen Naturlatex zeigt. Einige Modelle besitzen gar eine vollständig undurchlässige Oberfläche zum Beispiel solche mit einer zusätzlichen Gelschicht auf der Oberfläche, die zwar für hohen Liegekomfort sorgt, verständlicherweise jedoch eine flexible, geschlossene Oberfläche besitzen muss. Sie sollten deshalb unbedingt mit saugfähigen Natur- und nicht mit Synthetikfasern kombiniert werden, um nicht zu rasch feucht zu wirken.  

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Den zweiten entscheidenden Punkt für die Feuchtigkeitsregulierung stellen die Durchlüftung und der Transport von Feuchtigkeit im Inneren dar. Die optimale Matratzeneigenschaft besteht darin, dass diese Feuchtigkeit rasch aufnimmt, sie in ihrem Inneren genauso rasch verteilt und anschließend möglichst großflächig wieder nach außen leitet, damit sie dort verdunsten kann. Dieser Effekt lässt sich durch geeignete Strukturen verstärken, die beispielsweise die Aufnahme von Feuchtigkeit auf den Liegeflächen und die Abgabe über die Seiten unterstützen. Eine solche Matratze wird sich nicht feucht anfühlen, bis sie einen hohen Sättigungsgrad mit Flüssigkeit erreicht durch Schwitzen alleine ist dieser praktisch nicht zu erreichen.

Eine ausgezeichnete und überdurchschnittliche Feuchtigkeitsregulierung weist eine hochwertige Federkernmatratze auf wird sie feucht, verdunstet ein Teil davon rasch in dem Hohlkörper in ihrem Zentrum und kann durch die Wände nach außen diffundieren. Bei Matratzen mit einem Schaumstoffkern muss sich hingegen die Feuchtigkeit durch die kleinen Kanäle und Poren ausbreiten, was deutlich mehr Zeit in Anspruch nimmt und die Kondensation im Inneren erhöht. 

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Feuchtigkeitsregulierung durch geeignete Bettwäsche unterstützen 

Die Saugfähigkeit der Bettwäsche nimmt ebenfalls eine zentrale Rolle bei der Feuchtigkeitsregulierung ein. Obwohl die Matratzeneigenschaft nicht zu vernachlässigen ist, werden die Laken logischerweise zuerst feucht und sollten deshalb Flüssigkeit aufnehmen können, diese gleichzeitig jedoch nicht wie ein Schwamm speichern, sondern rasch wieder nach unten abgeben. Dafür eignen sich in erster Linie Naturfasern mit einem Webmuster, das eine dünne, dehnbare und strapazierfähige Oberfläche bietet – beispielsweise hochwertige Bettwäsche aus Baumwolle, die sich für den Sommer oder alle Jahreszeiten eignet. Kunstfasern wie Polyester stellen eine Alternative dar, sofern die Matratzen als Ausgleich eine gute Feuchtigkeitsregulierung aufweisen.  

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Etwas schwieriger gestaltet sich die Situation hingegen bei Laken und Bezügen für Allergiker: Sie besitzen ein dichtes Geflecht aus Kunstfasern, dessen Zwischenräume so klein sind, dass Milben sie nicht passieren können. Flüssigkeiten und Luftfeuchtigkeit können diese Struktur theoretisch zwar passieren, leider hemmen die engen Maschen allerdings oft den Transport – durch starkes nächtliches Schwitzen kann sich das Bett dadurch rasch feucht anfühlen, selbst wenn eine Federkernmatratze oder eine Kaltschaummatratze zum Einsatz kommt.  

Ebenso ausschlaggebend wie das Material an sich ist jedoch das Webmuster. Die ungünstigste Variante für eine gute Feuchtigkeitsregulierung im Bett stellen mit Sicherheit flauschige Mikrofasern wie etwa Fleece dar. Allerdings stellen dichte Naturstoffe wie etwa Flanell oder Frottee ebenfalls keine optimale Wahl dar, denn beide werden erst einmal selbst relativ feucht, bevor sie eine nennenswerte Verdunstung entwickeln. Wer es trotzdem gerne warm und kuschelig mag, ist eventuell mit einer Wolldecke aus Tierhaaren wie Schaf-, Ziegen-, Lama- oder Kamelwolle besser beraten – diese besitzen einen natürlichen, wasserabweisenden Überzug, der Feuchtigkeit ableitet und verhindert, dass sich die Fasern vollsaugen.  

Pflege der Matratzen zur Verbesserung der Feuchtigkeitsregulierung 

Ein weitverbreiteter Fehler vieler sonst auf Ordnung bedachter Menschen besteht darin, dass Sie jeden Morgen nach dem Aufstehen unverzüglich ihr Bett machen. Zu diesem Zeitpunkt ist allerdings die Matratze noch feucht von der Nacht und sollte deshalb erst einmal etwa 30 Minuten bis eine Stunde an der frischen Luft austrocknen, um die Feuchtigkeitsregulierung zu optimieren. Andernfalls besteht insbesondere bei schweren und schlecht durchlüfteten Decken die Gefahr, dass sich die Feuchtigkeit im Inneren sammelt und nicht vollständig entweichen kann. 

Ein Schlafzimmer mit geöffnetem Fenster. Morgens sollte das Bett an der frischen Luft gelüftet werden.
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Aus demselben Grund empfiehlt es sich auch nicht, das Bett auf die Erde zu verlagern – gleichgültig, ob es sich um eine Schaum- oder eine Federkernmatratze handelt. Die Belüftung der Unterseite ist eine wichtige Voraussetzung dafür, dass Flüssigkeit, die mit der Schwerkraft nach unten sickert, ebenfalls verdunsten kann und auch hier keine Stelle feucht bleibt. Ebenfalls unabhängig von Konstruktion und Material empfiehlt es sich, die Matratze in regelmäßigen Abständen von etwa vier bis acht Wochen zu wenden – sowohl in vertikaler wie horizontaler Richtung. Dadurch verteilt sich die Belastung gleichmäßig auf – zum Beispiel – eine Kaltschaummatratze und keine Stelle wird kontinuierlich und regelmäßig feucht, während die andere Seite geschont bleibt.