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Gel-Kopfkissen im Test

« So sind die unterschiedlichen Modelle aufgebaut »

Nackenschmerzen, die Schulter zwickt am Morgen – Sie wachen auf und fühlen sich wie gerädert. Nicht nur die Matratze ist entscheidend für erholsamen und gesunden Schlaf, sondern auch das Kopfkissen. Aus orthopädischer Sicht ist am wichtigsten, dass die Wirbelsäle nicht überstreckt oder abknickt: maßgeblichen Einfluss darauf hat das richtige Kissen. Nach dem Siegeszug von Gel-Oberflächen in Matratzen, versprechen Gel-Kopfkissen überdurchschnittliche Bequemlichkeit und druckfreie Lagerung. Wie bei allen anderen Kissen gilt es jedoch einiges zu beachten, um von diesen Effekten zu profitieren.  Wir stellen Ihnen die Vorzüge hochwertiger Gel-Kissen vor und zeigen Ihnen worauf Sie achten sollten.

Maximaler Schlafkomfort: Welchen Beitrag leisten Gel-Oberflächen?

Gel-Kopfkissen sind mit einer Füllung aus elastischem Kunststoff gefüllt. Bei normaler Raumtemperatur fühlt sich dieses Material etwas zähflüssig an, man spricht auch von Viskosität und meint damit den Grad der Festigkeit des Materials.

Bei Körperkontakt erwärmt sich das Material und wird etwas flüssiger, sodass sich die Auflagefläche individuell an den Kopf des Schlafenden anschmiegt, während die äußeren Bereiche nach wie vor eine stützende Funktion übernehmen, so wird das Abknicken der Wirbelsäule im Schlaf verhindert. Der Effekt ähnelt den Materialeigenschaften und der Punktelastizität von festem Viscoschaum, der häufig in Matratzen verwendet wird. Das Liegegefühl auf einem Gel-Kopfkissen vergleichen viele Menschen mit einem Wasserbett.

Faszinierende Materialeigenschaften von Polyurethane

Das Gel selbst besteht in den meisten Fällen aus einer speziellen Verbindung von Polyurethane (PUR oder PU), die nicht aushärtet und unter widrigen Umweltbedingungen wie Feuchtigkeit stabil bleibt. Das Material ist ungiftig und findet in unterschiedlichen Bereichen Anwendung – aufgeschäumte Polyurethane werden für Matratzen, Küchenschwämme und als Dämmung eingesetzt.

Faszinierende Materialeigenschaften von Polyurethane
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Aber auch im Automobilbau findet der Stoff Verwendung, um weiche, aber stabile und grifffeste Oberflächen im Automobilbau zu gestalten. Härtet man den Kunststoff in einem speziellen Verfahren aus, dann wird er extrem druckfest und belastbar, in dieser Form eignet sich Polyurethane sogar für die Herstellung von Karosserieteilen.

Punktelastizität und hohe Stützkraft: Das zeichnet das Gel-Kopfkissen aus

Unter vielen Gesichtspunkten sind Gelkissen und -matratzen bemerkenswert, denn sie schaffen es, scheinbar widersprüchliche Eigenschaften miteinander zu vereinen. Für den Schlafkomfort ist die wichtigste darunter eine exzellente Punktelastizität bei einer gleichzeitig hohen Stützkraft, die dauerhaft eine ergonomisch und anatomisch korrekte Haltung gewährleistet. Auch in anderer Hinsicht zeigt das Material außergewöhnliche Charakteristika – es dämpft Schwingungen und Vibrationen ausgezeichnet ab und ist unempfindliche gegenüber mechanischen und thermischen Belastungen.

Kissen mit einer Gelfüllung bestehen in der Regel aus zahlreichen einzelnen, in sich geschlossenen Kammern, die mitunter an die Steppung einer Decke erinnern. Diese dienen exakt demselben Zweck – sie verhindern, dass sich der Inhalt unregelmäßig verteilt und dadurch das Kopfkissen seine positiven Merkmale verringert oder verliert. Die Größe der einzelnen Kammern hängt von den Materialeigenschaften, von dem Design des Herstellers und von der Funktion ab, die das Gelkissen erfüllen soll.

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Entlastung der Nackenmuskulatur

Gelkissen sollen wie Nackenstützkissen in erster Linie den Schlafkomfort erhöhen und bei medizinischer Anwendung der Bildung von Druckstellen vorbeugen. Durch die Lagerung auf einer nahezu flüssigen Oberfläche verteilt sich die Kraft perfekt über eine große Fläche und verhindert, dass sich die Energie auf einige wenige Punkte konzentriert. Im praktischen Test hat sich herausgestellt, dass die Kissen dadurch auch die Skelettmuskulatur entlasten und dazu beitragen, Spannungen zwischen dem Kopf und dem Körper abzubauen.

Gel-Kopfkissen im Test – so sind sie aufgebaut

Um einen exemplarischen Vergleich zur ermöglichen, ist es sinnvoll, einige Gel-Kopfkissen von renommierten Herstellern genauer unter die Lupe zu nehmen. Generell besitzen die Kissen eine Basis, die aus einem Viscoschaum mit Memory-Funktion besteht und dadurch auch bei langem und intensivem Druck rasch wieder in ihre ursprüngliche Position zurückkehrt. In dieser ist auf der Kopfauflage ein schachbrettartiges Raster eingelassen, das mit Gel gefüllt ist. Diese Kissen sind nicht wendbar – sie besitzen eine festgelegte Unter- und Oberseite und einen entsprechenden Zuschnitt.

Als Umhüllung besitzen die Kopfkissen einen Bezug, der aus einer Mischung der Kunstfasern Polyester und Viskose mit einer geringen Beimischung von Elasthan besteht. Gemeinsam schaffen diese eine angenehm weiche, anschmiegsame und wenig saugfähige sowie antiallergene Schicht, die sich durch einen Kissenbezug weiter individuell variieren lässt. Die Kombination aus hochwertigem Memoryschaum und Gelfüllung steht für eine hohe Qualität, verursacht auf der anderen Seite jedoch ebenfalls ein deutlich spürbares Gewicht.

Gel-Kopfkissen im Test
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Wie man sich bettet, so liegt man – Unterschiedliche Modelle im Vergleich:

Neben den Gemeinsamkeiten beim Aufbau unterscheiden sich die Modelle unterschiedlicher Hersteller aber häufig. Im Folgenden stellen wir einige Modelle vor:

Klassisches Design – Das Technogel Nackenstützkissen Deluxe

Vorbild für dieses Modell ist das traditionelle Kopfkissen mit einer planen Oberseite, auf der der Kopf eben und bequem liegt. Sämtliche Ecken sind für einen hohen Liegekomfort abgerundet, sodass weder Kanten noch Spitzen den Schlaf beeinträchtigen können, wenn sich der Schläfer unruhig bewegt. Diese Kopfkissen eignen sich sowohl für Seiten- wie Rücken- und in seiner niedrigen Variante auch für Bauchschläfer mit einem durchschnittlichen bis großen Körperbau.

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Optimierte Stützfunktion für die Wirbelsäule – Das Technogel Nackenkissen Anatomic

Die erste Variante des Deluxe besitzt eine ergonomische Anpassung, die eine gesunde Lagerung bei Seiten- oder Rückenlage ermöglicht und den Nackenbereich nahezu perfekt abstützt. Für Rückenschläfer bedeutet es aber eine zusätzliche Entlastung.

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Flexibel einsetzbar – Das Technogel Nackenstützkissen Anatomic Curve

Diese Version besitzt neben einer vertikalen auch eine horizontale Krümmung zu den beiden Seiten, sodass eine leichte, mittlere Mulde und darüber hinaus eine Abflachung in alle vier Richtungen entstehen. Das stützt sowohl den Nacken wie auch den Rücken unabhängig von der Schlafposition – ob Seiten- oder Rückenlage. Menschen, die auf dem Bauch schlafen, sollten grundsätzlich Kissen mit einer Formung vermeiden, da diese fast immer auf den Halsbereich einwirkt und die Atmung erschwert. Das Technogel Anatomic Curve ist ideal für Seitenschläfer und Personen mit einem unruhigen Schlaf, da es den Körper stützt und diesen unbewusst in eine zentrale, ergonomisch günstige Position lenkt.

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Individuelle Voraussetzungen – der entscheidende Faktor für das richtige Kissen

Neben Qualität der Kissen, deren Struktur und Aufbau sind persönliche Vorlieben und Voraussetzungen entscheiden, wenn Sie das passende Kissen für sich finden wollen. Selbst ein hochwertiges Gelkissen kann seine Wirkung nur begrenzt entfalten, wenn es nicht die individuellen Bedürfnisse wie der Schlafposition, Körpergröße und Härtegrad der Matratze berücksichtigt. Die optimale Kissenhöhe ist ebenfalls von großer Bedeutung. Am wichtigsten ist aber Ihr persönliches Gefühl und subjektives Empfinden.