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Groß, größer, Kingsize Matratzen

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Sich gemütlich im Bett ausbreiten und in alle Richtungen strecken zu können – wie könnte jemand bequemer schlafen? Selbst auf traditionellen XXL-Matratzen mit Übergröße ist dies kaum möglich, sofern es sich nicht um ein Kingsize Bett handelt. Es besitzt die größten Maße, die in dem regulären Handel erhältlich sind und bietet mehr als ausreichend Platz für zwei oder sogar noch mehr Personen. Für eine perfekte Ausstattung eignen sich die entsprechenden Kingsize Matratzen, wobei sich das exakte Matratzenmaß jedoch in einzelnen Fällen und je nach Herkunft voneinander unterscheiden kann, so dass man ebenfalls auf eine passende Übereinstimmung zwischen den Betten und Matratzen achten muss.

Bettengröße: Kein einheitlicher Standard

Der Volksmund sagt dem Gesetzgeber oder Organisationen wie der EU gerne nach, alles reglementieren zu wollen – bei dem Matratzenmaß trifft diese Einschätzung allerdings definitiv nicht zu. Es existiert keinerlei offizielle Reglementierung in Bezug auf dieses Thema und die Begriffe unterliegen ebenfalls nicht einer internationalen Übereinkunft zwischen den Herstellern, die einen „informellen“ Standard eindeutig definieren würde. Die Bezeichnung für Kingsize Matratzen stammt ursprünglich aus Großbritannien und den USA und bezeichnet die größten XXL-Matratzen, die in Übergröße im anglikanischen Sprachraum angeboten wurden, sich später jedoch ebenfalls auf dem kontinentalen Europa etabliert hat. Interessanterweise wurde hier ebenfalls der englische Sprachgebrauch mit Queensize für große und Kingsize für sehr große Schlafstätten übernommen, wobei die Namensgebung selbstverständlich nicht unbedingt auf ein spezifisches Geschlecht des Nutzers bezogen war oder sein muss.

Kingsize-Bett
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Gebräuchliche Maße für Matratzen und Betten

In der Tat bezeichnen Kingsize Matratzen teilweise sehr unterschiedliche Maße, die sich nicht zuletzt auf die Differenz zwischen dem in Europa gebräuchlichen metrischen System und dem in den USA und Großbritannien üblichen Einheiten von Fuß, Zoll und Yards zurückzuführen ist. Leider erweist sich die Umrechnung ebenfalls als sehr aufwendig, weil sie bei einer exakten Kalkulation mehrere Stellen nach dem Komma berücksichtigen muss. Auch wenn detaillierte Maße mit Abweichungen von einigen Millimetern bei Kingsize Matratzen keine relevante Rolle spielen, kann es sich bei einer Übergröße rasch um mehrere Zentimeter handeln, so dass die Matratze schlicht nicht in ein bestimmtes Bett passt.

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Größendefinition

Die übliche Größe für ein Kingsize Bett beträgt ursprünglich 76 x 80 Inch oder Zoll im angloamerikanischen Maßstab, nach dem jede Einheit exakt 2,54 cm entspricht – daraus ergibt sich eine Gesamtgröße von 193,04 cm x 203,2 cm. In der Realität zeigt sich diese Berechnung allerdings ausschließlich für amerikanische Boxspringbetten relevant, die aufgrund ihrer Struktur wesentlich geringere Abweichungen als zum Beispiel ein Lattenrost tolerieren. In Europa gelten für die Bezeichnung Kingsize Matratzen andere Vorgaben, die einen deutlich weiteren Spielraum umfassen – sie schließt alle Maße von 180 cm x 200 cm bis zu der Übergröße 200 x 220 cm ein. Darüber hinaus kann ein europäisches Kingsize Bett nicht ausschließlich aus XXL-Matratzen bestehen, sondern ebenfalls aus einer Kombination von zwei kleineren Matratzen. Dieser Aufbau kann unter anderem sinnvoll sein, wenn zwei Partner sich in ihrer Statur oder dem Gewicht erheblich voneinander unterscheiden oder schlicht unterschiedliche Vorlieben beim Härtegrad aufweisen.

Schlafzimmer mit Kingsize Bett
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Komfortable Alternativen: Queensize und französisches Bett

Auch der Begriff Queensize stammt ursprünglich aus den USA, wo es eine feste Größe von 60 x 80 Zoll oder 152 x 203 cm aufweist. Im deutschsprachigen Raum entspricht dieses Matratzenmaß am ehesten dem klassischen Doppelbett mit einer Breite von 160 cm und einer Länge von 200 cm. Vollkommen abweichend wird dieses Maß allerdings in England verwendet: Hier gilt ein leicht verkürztes Queensize mit 152 x 200 cm als (britisches) Kingsize und alles darüber als Übergröße.

Kleiner sind die Dimensionen eines französischen Betts, die bei 120 x 200 cm oder bei 140 x 200 cm liegen. Es bietet sich gleichermaßen als bequemes Einzelbett oder Doppelbett für kleinere Schlafzimmer an und ist speziell bei jüngeren Paaren und Singles beliebt. Nahezu alle Modelle sind zudem als Übergröße für hochgewachsene Personen erhältlich, bei der die Länge 220 cm statt 200 cm beträgt und die von vielen Nutzern mit einer Körpergröße von 185 cm oder mehr als deutlich komfortabler eingestuft werden.

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Qualität bleibt wichtigstes Kriterium

Es mag auf den ersten Blick attraktiv wirken, eine möglichst große Matratze zu verwenden, auf der sich Schläfer bequem ausbreiten und bewegen können. Entscheidend für eine langfristig komfortable Nachtruhe ist jedoch nach wie vor eine hochwertige Qualität – das gilt speziell für Kingsize Matratzen, weil sie oft stärker belastet werden und darüber hinaus durch ihre Maße eine größere Oberfläche aufweisen, auf der sich Materialschwächen entwickeln können. Vor die Wahl zwischen einem großen Kingsize oder einem eher hochwertigen, dafür etwas kleineren Schlafplatz gestellt, empfiehlt sich in den meisten Fällen die zweite Möglichkeit. Die höheren Kosten amortisieren sich dabei im Laufe der Zeit durch die längere Haltbarkeit und Zuverlässigkeit.

Eine Ausnahme davon stellen lediglich Gästebetten dar, die man vergleichsweise selten nutzt, dafür jedoch unter Umständen mehr als zwei Personen als zeitweilige Schlafstätte dienen sollen oder müssen. Hier kann man eher Kompromisse eingehen, weil durch die sporadische und somit geringere Belastung eine entsprechend reduzierte Abnutzung zu erwarten ist.

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Ein Kingsize Bett kaufen: Worauf sollte man achten?

Wichtig ist in jedem Fall, dass die Maße eines Bettes zum Schlafzimmer passen. Es sollte von mindestens drei Seiten erreichbar sein, um sich bequem hinlegen und aufstehen zu können und sollte dabei nicht den ganzen Raum dominieren. Empfehlenswert ist ein Abstand von mindestens 1,50 Metern zu weiteren Möbelstücken oder Wänden, damit sich die Bewohner frei und ungehindert bewegen können. Um den Eindruck einer Enge ästhetisch durch einfache optische Tricks zu vermeiden, eignen sich zudem helle Farben für das Bettgestell und die Bettwäsche. Sie wirken deutlich „luftiger“ und „leichter“ als dunkle oder sehr intensive Töne und verhindern, dass ein Schlafzimmer insgesamt düster und kleiner erscheint, als es wirklich ist.

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Lattenrost oder Boxspringbett – die Qual der Wahl

Traditionell verwenden deutsche Betten einen Lattenrost, der die Matratze stützt und ihr die notwendige Stabilität verleiht, dabei jedoch weiterhin eine gute Belüftung von allen Seiten ermöglicht. Allerdings werden auch hierzulande die sogenannten Boxspringbetten immer populärer, die ursprünglich aus den skandinavischen Ländern und den USA stammen. Bei ihnen übernimmt eine höhere Box mit Federkern die Funktion des Lattenrosts. Viele Modelle verwenden großformatige und geschlossene Kingsize Matratzen und eignen sich hervorragend als ausladendes und bequemes Doppelbett. Dabei ist zu berücksichtigen, dass eine individuelle Abstimmung beider Seiten durch getrennte Unterlagen aufgrund der Konstruktion lediglich in Ausnahmen möglich ist – es fehlt ein erhöhter Rand, der ein Verrutschen verhindern würde.

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Abgesehen von dieser Einschränkung zeigen sich Lattenrost und Boxspring in einer guten Qualität allerdings weitgehend gleichwertig – es liegt am persönlichen Geschmack und der Vorliebe, welche Variante zu bevorzugen ist. Zu berücksichtigen ist höchstens, dass sich die Bettwäsche ebenfalls voneinander unterscheidet – hier findet sich bei dem Lattenrost wegen seiner höheren Verbreitung meist eine umfangreichere Auswahl. Diese Einschränkung gilt jedoch allgemein für alle Bettgrößen – ob Kingsize oder Single – und hat sich durch den zunehmenden Onlinehandel darüber hinaus bereits stark relativiert.