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Kaltschaum-Topper und weitere Varianten

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Auf den ersten Blick mag es einigen Menschen sonderbar bis unsinnig erscheinen, auf eine gute Matratze noch einen dünneren Topper zu legen. Bei näherer Betrachtung finden jedoch rasch einige gute Gründe, weshalb sich aus diesem Bettsystem Vorteile ergeben und der praktische Nutzen nicht unterschätzt werden sollte. Es überrascht deshalb nicht, dass Matratzentopper in den letzten Jahren stetig beliebter werden, während sie vor der Jahrtausendwende in Europa noch weitgehend unbekannt waren. Lediglich in Skandinavien gehörten sie bereits länger zu einem traditionellen Boxspring-Bett, blieben aber auf diese Anwendung begrenzt. Diese Situation hat sich drastisch gewandelt, inzwischen finden sich Visco-, Latex- oder Kaltschaum-Topper in vielen Haushalten. Doch obwohl die meisten Menschen bei dem Kauf einer Matratze in der Regel klare Vorstellungen besitzen und diese nach festen Kriterien auswählen, zeigen sie bei einem Topper oft ratlos.

Verwendung eines Toppers bringt konkrete Vorteile

Nach mehr als einem Jahrzehnt wachsender Beliebtheit lässt sich wohl zweifellos feststellen, dass es sich beim Matratzentopper nicht um eine temporäre Modeerscheinung handelt, sondern ihre Benutzer durch praktischen Nutzen überzeugt haben. Weil sie meist lediglich zwischen 4 cm und 10 cm Höhe besitzen, verändern den Härtegrad eines Bettes nicht wesentlich. Topper sind allerdings in der Lage, durch ihre Oberfläche und verschiedene Materialien wie Gel, Kaltschaum oder Visco den Liegekomfort zu beeinflussen und so das angenehme Gefühl eines wärmeren, weicheren oder besonders anschmiegsamen und druckelastischen Bettes zu erzeugen. Dadurch fördern sie schnelles Einschlafen und verbessern ebenfalls die Entspannung und die Schlafqualität. Besonders profitieren davon Menschen, bei denen medizinische oder andere Gründe die Wahl der Matratze auf bestimmte Materialien oder Eigenschaften beschränken.

Schlafklima

Die Regulierung des Schlafklimas ist ein Vorteil, der zunächst regelmäßig unterschätzt wird, sich aber anschließend spürbar auswirkt. Gute Matratzentopper sind darauf ausgelegt, Feuchtigkeit schnell nach außen zu leiten, so dass sie sich nicht unter einer Bettdecke stauen kann. Das bewirkt allgemein eine Verbesserung des Klimas sowie der Atmungsaktivität und ist besonders relevant, wenn Personen beispielsweise leicht und viel schwitzen.

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Verbindet zwei Matratzen

Grundsätzlich ist es bei einem Doppelbett ratsam, zwei getrennte Matratzen zu verwenden, wenn zwischen den beiden Schläfern ein deutlicher Unterschied in Körperbau, Gewicht oder Größe besteht. Auch hier bewähren sich Topper – sie stellen die einfachste und komfortabelste Lösung, trotzdem eine einheitliche Liegefläche herzustellen und dabei die Merkmale einer individuellen Abstimmung zu bewahren.

Matratzenpflege

Nicht zuletzt dienen Topper außerdem der Pflege und der Hygiene von Matratzen. Im Unterschied zu diesen sind sie leicht zu waschen und besitzen einen abnehmbaren Überzug, der sich problemlos in der Maschine reinigen und durch Kochwäsche desinfizieren lässt. Neben der Sauberkeit erhöhen sie gleichzeitig die Haltbarkeit der Matratze – während des Schlafens reduzieren sie den punktuellen und den großflächigen Druck. Die niedrigere Belastung hat zur Folge, dass die Formstabilität von Matratzen über lange Zeit erhalten bleibt und sich Anzeichen von Materialermüdung deutlich verzögern.

Unterschiedliche Materialien und ihre Eigenschaften

Im Laufe des letzten Jahrzehnts bieten die Hersteller eine steigende Zahl an Alternativen zu dem klassischen Kaltschaum-Topper an. Dazu zählen neue Materialien – allen voran Latex und Visco-Schaum, interne und äußere Strukturen wie verstärkte Bereiche oder Massagezonen mit Erhebungen und Einbuchtungen und spezielle Oberflächen zum Beispiel durch eine Gelschicht. Unabhängig von solchen Eigenschaften gilt für alle Modelle zunächst einmal dieselbe Grundregel wie für andere Produkte aus Kaltschaum: Das Raumgewicht ist ein wichtiges Kriterium für Qualität und Haltbarkeit.

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Das Raumgewicht

Es ist empfehlenswert, auf einen minimalen Wert von 30 zu achten, damit der Schaumstoff eine ausreichende Formstabilität aufweist und nicht so rasch ermüdet, dass bereits nach ein bis zwei Jahren eine Neuanschaffung notwendig ist. Ein weiteres Argument, auf diesen Grenzwert zu achten, ist allerdings noch wichtiger: Kaltschaum mit einem niedrigen Raumgewicht produzieren professionelle und seriöse Hersteller für andere Zwecke und unter nahezu identischen Bedingungen. Bei preisgünstigen Angeboten kommt er deshalb meist aus unbekannten Quellen, die keiner Kontrolle unterliegen und ausschließlich auf minimale Kosten achten. Neben einer minderwertigen Qualität weist er oft Schadstoffe auf, die aus den Rohstoffen, beigemischten Chemikalien oder Mängeln bei der Verarbeitung stammen.

Traditionelle Kaltschaum-Topper und andere Varianten

Bis heute sind die traditionellen Kaltschaum-Topper die populärste Version und gelten deshalb als universeller Standard. Sie besitzen eine feste, aber druckempfindliche und elastische Oberfläche, die das Liegen angenehm macht und sich bei Bewegungen schnell an den Körper anpasst. Durch offene Poren gewährleistet das Material eine gute Durchlüftung und leitet Feuchtigkeit schnell ab. Ein weiteres Kennzeichen ist die gute Wärmeleitung – bei Hautkontakt fühlt sich die Stelle zwar warm an, die Temperatur bleibt aber selbst über lange Zeit konstant, ohne sich an den Seiten auf die nähere Umgebung zu verteilen. Im Unterschied zu anderen Materialien ändert ein Kaltschaum-Topper auch nicht seine Härte oder Druckempfindlichkeit, sondern bietet auf seiner gesamten Fläche einen einheitlichen und permanenten Widerstand.

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Latex-Topper

Bei Latex ist es ratsam, auf einen hohen Anteil von Naturkautschuk zu achten. Dieser gilt als wichtiges Qualitätsmerkmal und trägt dazu bei, dass der Rohstoff seine positiven Eigenschaften optimal entfaltet. Leider wirkt sich dieser ebenfalls auf den Preis des ohnehin schon überdurchschnittlich kostspieligen Materials aus. Als Gegenleistung bietet es jedoch einige Vorteile: Neben einer hohen Punktelastizität nimmt Latexschaum Feuchtigkeit sehr schnell auf und wirkt darüber hinaus antibakteriell.

Visco-Schaum

Der aus der Raumfahrt stammende Visco-Schaum ist temperaturempfindlich und passt sich dadurch dem Schläfer passiv an. Durch die Körperwärme ändert er innerhalb weniger Sekunden seine Festigkeit in den oberen Schichten und gibt stärker nach, so dass der Nutzer in der Unterlage leicht einsinkt.

Das ermöglicht eine ausgezeichnete Druckentlastung, weil die Unterschiede in der Härte einen Teil der Schwerkraft zu den Seiten ablenkt. Dadurch verteilt sich das Gewicht auf eine größere Fläche, während die Ränder gleichzeitig eine Stützfunktion übernehmen und den Effekt noch verstärken.

Zu den Nachteilen zählt allerdings, dass Visco-Schaum durch seine Struktur eine geringere Atmungsaktivität besitzt und Feuchtigkeit langsamer aufnimmt.

Geltopper

Gel kommt bei Matratzentopper in zwei verschiedenen Varianten zum Einsatz – entweder als separate, wärmeempfindliche Schicht auf der Oberfläche oder als Schaum. In beiden Fällen bietet es eine sehr hohe Punktelastizität und fühlt sich weich und nachgiebig an, ohne dabei die Stützfunktion zu beeinträchtigen. Als festes oder sehr zähflüssiges Gel befindet es sich in geschlossenen Kissen oder Segmenten, so dass nur eine geringe Durchlüftung und Absorption von Feuchtigkeit möglich ist. Aufgeschäumt ähnelt es dem Visco-Schaum, reagiert aber rascher und bietet ein besseres Schlafklima, das mit Kaltschaum vergleichbar ist.

MaGeTo-2000 Gelschaum-Topper mit 3-Schicht-Stützfunktion

Kaltschaum-Topper – ein ungeschlagener Standard?

Prinzipiell sind Kaltschaum-Topper so universell und vielseitig, dass sie in den meisten Fällen alle Ansprüche erfüllen und dabei ein exzellentes Kosten-Nutzen-Verhältnis aufweisen. Entsprechend den individuellen Voraussetzungen kann es dennoch sinnvoll und empfehlenswert sein, andere Materialien zu bevorzugen. Bei regelmäßigen oder chronischen Rückenschmerzen zeigen Topper aus Visco-Schaum oder Gel bessere Resultate, für Allergiker und bei starkem Schwitzen ist Latex die optimale Wahl. Ob eine klassische, gerade Linie oder ein Modell mit strukturierter Oberfläche bevorzugt wird, hängt in erster Linie von dem persönlichen Geschmack ab – hier finden manche Menschen bequem, was andere kaum wahrnehmen oder sogar als störend einstufen. Dabei spielt auch die Schlafposition eine Rolle – Bauchschläfer ziehen nur selten, Seitenschläfer manchmal und Rückenschläfer am häufigsten einen Nutzen aus diesem zusätzlichen Feature.