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Kann man ein Bett vor die Heizung stellen?

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Es gibt Nächte, da kann es unter der kuschligen Bettdecke einfach gar nicht warm genug werden. Nach einem langen Tag im Freien, in eisigen Winternächten oder bei Erkältungen wäre es doch wunderbar, die Heizung gleich neben dem gemütlichen Bett zu haben. Außerdem verspricht die Positionierung der Schlafstätte direkt vor dem Heizkörper in kleineren Schlafzimmern oft eine platzsparende Raumaufteilung. Doch kann man ein Bett tatsächlich ohne Bedenken vor die Heizung stellen? Wir erklären dir, warum du besser darauf verzichten solltest.

Bett vor die Heizung stellen – ein Traum für Frostbeulen

Draußen ist es nasskalt und einfach ungemütlich – was gibt es da Besseres, als dann abends unter die kuschelige Bettdecke zu schlüpfen und deren wohlige Wärme zu genießen? Einige würden jetzt sicher antworten: Besser wäre, bei der Wärme noch etwas nachzuhelfen! Schließlich gibt es klirrendkalte Winternächte, in denen man das Gefühl hat, dass selbst die hochwertigste Daunendecke nicht mehr ausreicht. Warum also nicht einfach das Bett vor die Heizung stellen und so für zusätzliche Wärme sorgen? Welche ausgemachte Frostbeule hat sich darüber nicht schon einmal Gedanken gemacht? Es gibt aber auch noch andere, rein funktionale Aspekte, die dazu verleiten, das Bett vor die Heizung stellen zu wollen.

Ein kleines Mädchen hat es sich mit Bettdecke und Kissen auf dem Fensterbrett über dem Heizkörper gemütlich gemacht
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Wer etwa auf engem Raum lebt, kommt oft gar nicht darum herum, sich raffinierte Kompromisse für die Standorte der Schlafzimmermöbel auszudenken. In einem kleinen Schlafzimmer kann es oft eine platzsparende Lösung sein, wenn die ohnehin von dem Heizkörper in Beschlag genommene Wand auch gleich noch zum Stellplatz für das Bett wird. So lassen sich womöglich auch noch die praktische Kommode, der Schrank oder ein Tisch im Raum unterbringen, während lediglich die Schlafstätte darin Platz fände, sollte die Heizung frei bleiben. Aber ist es tatsächlich empfehlenswert, auf diese Weise die Stellfläche zu optimieren? Tatsächlich drohen mindestens drei ungemütliche Nebeneffekte, wenn wir die Schlafmöbel vor die Heizquelle stellen.

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Drei Gründe gegen das Bett vor der Heizung

Wenn es darum geht, das Schlafzimmer stimmig einzurichten, entscheidet in der Regel nicht nur das Auge oder der gute Stil mit darüber, wohin sich manche Möbel am besten stellen lassen: In dem Raum, der unsere unverzichtbare Erholungszeit ermöglichen soll, müssen einige wichtige Kriterien erfüllt sein. Nur wer seine Schlafumgebung bestmöglich gestaltet, kann auch bestmögliche Rahmenbedingungen für die nächtliche Erholungsphase schaffen. Das heißt in diesem Falle, verschiedene Aspekte im Schlafzimmer so zu gestalten, dass sie nach den aktuellen Erkenntnissen der Wissenschaft die optimale Basis für eine hohe Schlafqualität darstellen. Und vor diesem Hintergrund gibt es tatsächlich Gründe, die es eher ungünstig erscheinen lassen, die Schlafstatt direkt vor der Heizung zu platzieren. Drei dieser Argumente stellen wir dir im Folgenden genauer vor:

In einem kleinen Schlafzimmer ist das Bett in der Nähe eines Heizkörpers platziert
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#1 Heizwärme geht verloren

Wenn wir das Bett vor die Heizung stellen, erhitzt sich zwar die Schlafstätte selbst. Im Schlafzimmer kann sich die Heizwärme dann aber nicht mehr so gut verteilen. Das leuchtet leicht ein, schließlich wird der Heizkörper durch das wuchtige Möbelstück blockiert und kann nur noch nach oben hin frei abstrahlen. Die sonstige Wärme wird in erster Linie von der Schlafstätte aufgenommen. Um auf diesem Wege eine ausgewogene Raumtemperatur zu erzielen, ist der Heizaufwand also deutlich größer. Die wohligen Kuschelstunden machen sich deswegen auch unangenehm bei der nächsten Heizrechnung bemerkbar. Darüber hinaus kann es auch die Hygiene ungünstig beeinflussen, die Temperatur im Inneren der Schlafstätte derart in die Höhe zu bringen: Hitze und Nachtschweiß etwa ergeben ein ideales Milieu für Milben und sonstige unerwünschte Gäste in der hochwertigen Matratze. Ganz zu schweigen davon, dass auch Schimmelpilze bei hohen Temperaturen leichter entstehen können.

Im Bild zu sehen ist eine Heizkostenabrechnung, ein Taschenrechner und einige Münzen sowie ein Geldschein
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#2 Je wärmer, desto besser – gilt nicht immer

Selbst wenn es nach unserem Empfinden manchmal gar nicht warm genug sein kann: Für eine optimale Schlafqualität gibt es gewisse Orientierungswerte. So gilt für die meisten Menschen eine Schlafzimmertemperatur zwischen 16 und 19 Grad als Idealbereich. Wenn wir unser Bett vor die Heizung stellen, nächtigen wir jedoch auf einer Art Wärmeinsel, auf der deutlich höhere Temperaturen herrschen. Das wird schnell ungemütlich. Der Körper neigt zum vermehrten Aufwachen oder findet gar nicht erst zur Ruhe, wenn dieser Temperaturbereich stark unter- oder überschritten wird.

Eine Frau erwacht mitten in der Nacht, sie hat einen verdrießlichen Gesichtsausdruck
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#3 Heizungsnähe heißt häufig auch Fensternähe

In vielen Bauten befinden sich hierzulande die Heizkörper direkt unter den Fenstern. Das wirkt auf den ersten Blick unlogisch, dient aber dem einfachen Zweck der Schimmelvermeidung an den deutlich kühleren Außenwänden. Steht die Schlafstätte direkt am Fenster, bringt das aber immer einen kühlen Luftzug mit sich – selbst bei geschlossenem Fenster ist die Dämmung meistens nicht hundertprozentig. Bleibt der Kopf die ganze Nacht lang einer solchen Zugluft ausgesetzt, kann schnell eine Erkältung oder Muskelverspannung die Folge sein. Da wir ohnehin über den Kopf die meiste Körperwärme verlieren, wäre es für notorische Frostbeulen auf diese Weise nicht einmal sonderlich viel kuscheliger im Schlafzimmer.

Eine Frau liegt im Bett und hält mit ihren Händen ihren verspannten Nacken
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Dennoch wohlig warm schlafen

Wie sich zeigt, spricht einiges klar dagegen, dass wir das Bett vor die Heizung stellen. Auf wohlige Wärme muss dennoch niemand verzichten. Mit fünf Tricks wird es beim Zubettgehen herrlich warm – ganz ohne Zutun der Raumheizung oder Veränderung der allgemeinen Schlafzimmertemperatur. Mit folgenden Tipps sorgst du auch ohne Heizung direkt an der Schlafstätte für angenehme Wärme:

  1. Bettwaren optimieren und sowohl eine wärmere Bettdecke, gute Überdecken und kuschelige Bettbezüge kaufen, so sorgst du für mehr Gemütlichkeit und Wärme. Biber-Bettwäsche etwa bietet durch ihre angeraute Oberfläche deutlich mehr Wärme als glatte Baumwolle. Diese wirkt eher kühlend.
  2. Einen warmen Schlafanzug wählen. Selbst dicke Socken sind erlaubt. Wenn sie aus Naturmaterialien wie Wolle bestehen, gibt es auch keine Schweißfüße am nächsten Morgen.
  3. Eine Wärmflasche unter der Decke stellt eine flexible und punktgenaue Wärmequelle dar. Das Gute ist: Wann immer es zu warm wird, lässt sich der kleine Wärmehelfer problemlos aus dem Traumreich verbannen, ohne das Raumklima zu beeinflussen.
  4. Um direkt erwärmt ins Bett zu steigen, hilft ein heißes Bad oder auch eine angenehme Tasse Tee am Abend.
  5. Anstatt das Fenster über Nacht in Kippstellung zu lassen, empfiehlt sich intensives Stoßlüften vor dem Zubettgehen. Einfach alle Fenster so weit wie möglich öffnen und für mindestens 10 bis 20 Minuten frische Luft hereinströmen lassen. Besonders effektiv ist das sogenannte Querlüften: Hier entsteht durch offene Fenster in gegenüberliegenden Räumen ein Sog, der die verbrauchte Luft regelrecht nach draußen drückt.

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Auf den Mindestabstand achten!

Kann man das Bett vor die Heizung stellen? Man kann, aber man sollte nicht. Alle Vor- und Nachteile zusammen sprechen klar für einen gewissen Abstand zwischen dem Heizkörper und der Schlafstätte. Tatsächlich liegt der empfohlene Mindestabstand bei 40 Zentimetern. Anstatt die Schlafzimmertemperatur ungünstig zu beeinflussen, gibt es aber zahlreiche andere Möglichkeiten, um die Schlafstätte in eine wohlige Kuscheloase zu verwandeln.