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Kinderzimmer einrichten

« Funktion und Spaß auf wenigen Quadratmetern »

Im Heranwachsen eines Menschen stellt das Kinderzimmer ein wichtiges und die Entwicklung prägendes Element dar, dass das Wohlbefinden entscheidend beeinflusst. Für ein Kind bildet es über viele Jahre einen großen Teil seiner Lebens- und Erfahrungswelt – beim Einrichten spielen die Gestaltung und die Möbel deshalb eine nicht zu unterschätzende Rolle. Dem Bett kommt dabei eine besondere Bedeutung zu, die im Unterschied zu einem Erwachsenen neben der physiologischen eine hohe psychologische Komponente beinhaltet. Um ein Kinderzimmer optimal einrichten zu können, müssen deshalb zahlreiche Faktoren Beachtung finden, die eine perfekte Balance zwischen Funktion, Sicherheit, Spiel- und Lernmöglichkeiten, Flexibilität in verschiedenen Altersetappen sowie anhaltender Attraktivität bilden.

Eine Erscheinung der Moderne: Das eigene Kinderzimmer

Das Verständnis für eine kindgerechte Erziehung und Umgebung ist keineswegs eine Selbstverständlichkeit oder ein universelles Kulturgut. Im Gegenteil: bis zu Beginn des 20. Jahrhunderts wurden Kinder häufig als „kleine“, bestenfalls noch „unfertige“ Erwachsene angesehen und dementsprechend behandelt. Selbst reichen und gebildeten Schichten mit komfortablen Platzverhältnissen war der Gedanke, dass sie für Kinder ein spezielles Kinderzimmer einrichten könnten oder sollten, weitgehend fremd. Geschah dies trotzdem, handelte es sich in der Regel um Kopien der Arbeitszimmer ihrer Eltern, die unter Umständen noch ein Bett erweiterte. Es war selten für das ungestörte, altersgemäße Spielen oder die Förderung der kindlichen Entwicklung vorgesehen und Möbel für Kinder waren lediglich eine verkleinerte Variante ihrer für Erwachsene geschaffenen Gegenstücke.

Moderne Kinderzimmer sind kindgerecht und laden zum Spielen ein
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Erst mit den Erkenntnissen der theoretischen und praktischen Psychologie entstand ein zunehmendes Verständnis für die menschliche Entwicklung und den Einfluss, den die Eindrücke während einer Kindheit auf den Menschen ausüben. In diesem Zusammenhang entstand auch das Bild des heutigen Kinderzimmers als eine auf seine Bewohner ausgerichtete Umgebung, die sich an bestimmte Lernphasen und -prozesse adaptiert und diese spielerisch unterstützt.

Flexibel, zweckmäßig und individuell: Das perfekte Kinderzimmer einrichten

Es überrascht kaum, dass die Vorstellungen zwischen Eltern und Nachwuchs weit auseinandergehen, wenn es um die Möbel und die Gestaltung des perfekten Kinderzimmers geht. Während auf der einen Seite der natürliche Spieltrieb den Blick für praktische Notwendigkeiten und sinnvolle Elemente wie Schränke begrenzt, steht auf der anderen diese Funktionalität im Vordergrund. Darüber hinaus befindet sich ein Kind in einer steten und mitunter sprunghaften Entwicklung und ändert seine Interessen rasch, so dass ein spezielles Thema nach ein, zwei Jahren seinen Reiz verliert. Ein weiterer Punkt ist die körperliche Entwicklung – hier haben sich Möbel für Kinder in den letzten Jahrzehnten glücklicherweise weiterentwickelt und passen sich durch spezielle Konstruktionen wie mitwachsende Kinderbetten, -tische oder -stühle diesem Prozess an.

Wegen der schnellen Entwicklung ist die Flexibilität eine der wichtigsten Eigenschaften, wenn jemand ein Kinderzimmer einrichten, umgestalten oder anpassen möchte. Dabei sind viele Aspekte zu beachten – darunter die Erreichbarkeit von Fächern und Ablageorten bei unterschiedlicher Körpergröße, die Möglichkeit zur Umstellung und neuen Anordnung der vorhandenen Kindermöbel, die Erweiterung oder Unterteilung von Stauräumen, die Sicherheit und natürlich eine kindgerechte äußere Erscheinung. Grundsätzlich empfiehlt es sich, alle Gegenstände so zu montieren, dass sie spurlos wieder entfernt oder umgestellt werden können. Hohe Kindermöbel wie Regale und Schränke benötigen jedoch eine Verankerung, damit sie bei einem Erklettern in keinem Fall umstürzen können.

       Bubema Maja Kinder Etagenbett     Bubema Willi Hochbett

Das Hochbett ist seit einigen Jahrzehnten unbestritten das beliebteste Kinderbett und bietet in vieler Hinsicht Vorteile, besitzt aber auch einige Nachteile. Einer davon ist, dass es die Gestaltungsmöglichkeiten einschränkt – abgesehen von freistehenden, halbhohen Betten erfordert es ebenfalls eine robuste Verankerung und ist dadurch an einem Ort fixiert. Um nachträgliche Arbeit zu vermeiden, sollte dieses – wenn vorhanden – als Ausgangspunkt für die Planung dienen. Anhand dieses zentralen Punktes lässt sich anschließend das gesamte Kinderzimmer einrichten.

Interessen entdecken und fördern

Spielen und Entdecken liegen sehr nahe beieinander – einer der Gründe, warum das Spielen in der modernen Pädagogik einen breiten Raum einnimmt und für die Entwicklung eines Kindes unverzichtbar ist. Damit ein Kinderzimmer seine Bewohner bei diesem Prozess unterstützt, muss es Räume oder Flächen bieten, an denen sich ein Kind entfalten und seiner Neugierde möglichst gefahrlos nachgehen kann. Das bedeutet, dass Oberflächen unempfindlich, wasserfest und leicht zu reinigen sein sollten, dabei aber gleichzeitig eine warme und angenehme Optik und Haptik aufweisen. Für diesen Zweck eignen sich Möbel für Kinder, die aus Massivholz gefertigt sind und mit einem widerstandsfähigen und undurchlässigen Klarlack oder einer Lasur behandelt wurden.

Möbel im Kinderzimmer sollten schon etwas aushalten können
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Um dauerhaft vielseitige Alternativen zur Beschäftigung anzubieten, ist darüber hinaus eine Unterteilung in verschiedene Abschnitte oder Bereiche sinnvoll. Dazu gehören zum Beispiel eine größere Freifläche für das Spielen, aber auch ein „Arbeitsraum“ mit Tisch, Stuhl und Ablagefächern und Möglichkeiten zur Aufbewahrung des Spielzeugs. Günstig ist dabei eine gewisse räumliche Trennung zwischen den einzelnen Arealen, die eine thematische Ordnung herstellt und die Übersicht erleichtert. Ab einem Alter von etwa drei Jahren entwickelt sich fast automatisch ein individuelles Umfeld – Kinder kommunizieren mehr und mehr ihre eigenen Interessen, Wünsche und Vorstellungen und sollten beim Einrichten und bei der Gestaltung zunehmend berücksichtigt werden.

Die richtigen Kindermöbel für jeden Altersabschnitt

In den ersten drei bis vier Lebensjahren sind die Ansprüche und die Wünsche von Kindern an ihre Möbel und ihr Kinderzimmer noch gering, anschließend werden sie rasch immer spezieller. Mit einer sorgfältigen Auswahl der Möbel und einer hohen Qualität lässt sich vermeiden, dass sich im Laufe der Kindheit ausgediente Gegenstände im Keller oder auf dem Dachboden ansammeln. Ein Problem ist, dass viele Eltern dazu neigen, das Kinderzimmer bereits in den ersten Lebensjahren mit Spielzeug und Einrichtung „füllen“ zu wollen – oft erweist sich die Auswahl später als wenig zweckmäßig und muss gewechselt werden.

Es ist deshalb sinnvoll, zunächst mit einem möglichst leeren und funktionalen Design zu starten und auf wenige, aber hochwertige Möbel zu setzen. Die individuelle Note und Behaglichkeit lässt sich zunächst problemlos durch temporäre Accessoires wie ein Mobile, leuchtende Sterne an der Decke oder eine Kuschelecke herstellen und es bleibt ausreichend Raum, damit das Zimmer mit dem Kind harmonisch „wachsen“ und sich entwickeln kann. Je älter der Nachwuchs wird, desto mehr Freiraum sollte er bei der Gestaltung erhalten, gleichzeitig aber auch schrittweise die Verantwortung für Gestaltung und Ordnung übernehmen. Drüber hinaus existieren einige Möbelstücke, die erst ab einem gewissen Alter Sinn machen oder sicher zu verwenden sind – so empfehlen Experten einen Schreibtisch mit Stuhl frühestens ab fünf oder ein Hochbett erst ab sechs Jahren.

Bubema Bambi Einzelbett      Bubema Nils Babybett

Kinderzimmer einrichten – Funktionalität statt eines abgestimmten Designs

Die aufgeräumten Kinderzimmer in Prospekten und auf Fotoportalen im Internet sind stilsicher in Szene gesetzt – und haben mit der Lebenswirklichkeit kaum etwas gemeinsam. Als hübsche Arrangements und Inspiration haben sie ihren Wert. Auf die praktische Tauglichkeit im Alltag nehmen Designer hingegen keine Rücksicht. Ein flauschiger Teppich im Kinderzimmer vor dem Bett schafft nur kurze Zeit Behaglichkeit, erweist sich aber schnell als Versteck für kleine Spielzeuge und sammelt Schmutz und Staub an. Um Stress und unnötige Arbeit zu vermeiden, sollte sich deshalb die Einrichtung auf die Grundbedürfnisse der Bewohner konzentrieren: Leichte Reinigung, behagliche und wandelbare Erscheinung, eine Freifläche zum Spielen, robuste Kindermöbel, die Möglichkeit zur effektiven Verdunkelung für den Mittagsschlaf oder bei Krankheit und ein einfaches und übersichtliches System für das Aufräumen.