Bett, Zusammenbau - Lattenrost austauschen
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Lattenrost austauschen

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Ein hochwertiges Bett besteht neben einem Rahmen und einer guten Matratze zusätzlich aus einem dafür geeigneten und zuverlässigen Lattenrost. Deshalb stellt sich bei jeder Neuanschaffung selbstverständlich ebenfalls unausweichlich die Frage, ob es nicht sinnvoll oder gar an der Zeit wäre, auch den Lattenrost austauschen zu müssen. Schließlich entscheidet nicht zuletzt eine optimale und individuelle Abstimmung des Systems über die Qualität des Schlafs und gehört deshalb zu einem wichtigen Kriterium bei jeder Kaufentscheidung.

Optimale Lattenroste – keine Frage des Glaubens

Bei einem neuen Bett samt Matratze und Rost gilt es allerdings, unterschiedliche Faktoren zu berücksichtigen, die von verschiedenen Aspekten wie den bestehenden Komponenten, ihrem Alter, persönlichen Eigenschaften und Vorlieben sowie deren Zustand und der langfristigen Pflege abhängen. Selbst wer nur kurze Zeit im Internet stöbert, wird eine Vielzahl von Bauanleitungen finden, mit denen er für seinen Zweck angeblich ideale Lattenroste aus einigen Holzleisten selbst herstellen kann. Dabei wird allerdings übersehen, dass ein moderner Rost keine einfache mechanische Konstruktion darstellt, sondern unzählige und teilweise unsichtbare Details berücksichtigt. Dafür verwendet er eine exakte Abstimmung und mitunter auch spezielle Werkstoffe wie zum Beispiel in seiner Druckfestigkeit abgestimmtes Fiberglas, die sich selbst in einer gut ausgestatteten Heimwerkstatt nicht angemessen verarbeiten lassen. Einfache DIY-Lattenroste aus Holzleisten ersetzen bestenfalls einen einfachen Rollrost und lohnen sich angesichts des günstigen Preises und des Arbeitsaufwandes finanziell nur in Ausnahmefällen.

Bett, aus Paletten gemacht - Lattenrost austauschen
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Nicht am Lattenrost sparen

Gerade bei einer hochwertigen Matratze ist es deshalb weder sinnvoll noch ratsam, an einer anderen, dafür nicht geeigneten Stelle sparen zu wollen. Individuell in ihrem Härtegrad einstellbare oder gar in der Position verstellbare Lattenroste lassen sich zudem ohnehin nicht durch eigene Entwürfe ersetzen. Ist jedoch bereits ein zuverlässiges und in seinem Zustand gutes Modell vorhanden, besteht bei Weitem nicht in allen Fällen die Notwendigkeit, den Lattenrost austauschen zu müssen. Oft kann das bestehende Exemplar weiterhin verwendet werden, falls nicht konkrete Umstände explizit dagegen sprechen.

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Wann muss jemand mit einer neuen Matratze den Lattenrost austauschen

Der wichtigste Grund, den Rost austauschen zu müssen, besteht natürlich darin, dass sich das Bett in seiner Größe ändert. In dieser Situation erweist es sich als unvermeidlich – es sei denn, es handelt sich um einen Wechsel von einem Single- zu einem Doppelbett mit einer Mitteltraverse, bei der eine Hälfte dem alten Maß entspricht. Allerdings kann sich ein Austausch hier ebenfalls lohnen, falls bisher zum Beispiel ältere oder eine sehr günstige Variante zum Einsatz kam. Ob sich ein altes Modell weiterhin zur Benutzung eignet, hängt in allen Fällen in erster Linie von seinem aktuellen Zustand ab. Spätestens wenn der Rost knarrt oder irgendwelche Zeichen von sichtbarer Materialermüdung zeigt scheint das Austauschen sinnvoll. Gleiches gilt, wenn Latten erkennbar nach unten durchgebogen sind – in diesem Fall sind sie nicht mehr in der Lage, ihre wichtige Stützfunktion auszuüben.

Junger Mann hat morgens Rückenschmerzen
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Lattenrost mit Matratze austauschen?

Darüber hinaus gibt es jedoch einige weitere entscheidende Gründe, aus denen ein Besitzer seinen Rost austauschen sollte. Darunter fällt etwa, falls sich das Material oder die Bauweise von Matratzen deutlich ändert. Unterschiedliche Werkstoffe wie Latex-, Gel- oder Kaltschaum besitzen nicht allein ein erheblich voneinander abweichendes Gewicht, sondern zeichnen sich ebenfalls durch eine verschiedene Elastizität und punktspezifische Druckfestigkeit sowie Rückstellkraft aus. Dies bedeutet konkret, dass sich der Abstand zwischen den einzelnen Latten ebenfalls an der Matratze orientiert, damit eine optimale Durchlüftung gewährleistet ist und die Substanz nicht strukturell durch wiederholte Belastung beschädigt werden kann. So erweisen sich Federkernmatratzen generell als sehr robust, während Kaltschaum deutlich leichter als Latex ist und deshalb ebenfalls einen höheren Lattenabstand toleriert. Bei Gel- und Gelschaummatratzen zeigen sich hingegen unterschiedliche Eigenschaften, die unter anderem der Kern, die Dicke, das Raumgewicht und die Zusammensetzung festlegt.

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Was ist beim Austauschen eines Lattenrostes zu beachten?

Der wichtigste Faktor bei einem neuen Lattenrost besteht in der Breite der Leisten und dem Abstand zwischen ihnen. Moderne und hochwertige Varianten für Gelschaummatratzen bestehen mittlerweile in der Regel aus rund 25 bis 30 Latten, solche für feste und robuste Matratzen sowie Varianten mit Federkern weisen 16 bis 22 Latten auf. Grundsätzlich gilt in beiden Fällen, dass die Zahl ebenfalls von dem Körpergewicht des Nutzers abhängen sollte – je höher dieses ist, desto mehr Leisten sollte der Rost besitzen, damit es sich auf eine größere Fläche mit kleineren Zwischenräumen verteilt. Bei ihnen können Lattenroste je nach Statur durchaus mehr als 30 Streben bieten, um einen optimalen Schlafkomfort zu erreichen und die Matratze langfristig zu schonen.

Komfort durch Komfortzonen

Ein wichtiger Punkt bei einem Neukauf besteht selbstverständlich in den heute mögliche Features. So bieten einige Modelle eine spezielle Unterstützung für Matratzen mit einer Aufteilung in mehrere Komfortzonen, sinnvoll ist in den meisten Situationen zudem die Möglichkeit, zu einer individuellen Abstimmung des Härtegrads einzelner Leisten, die sich entweder auf die gesamte Länge oder zumindest wesentliche Bereiche wie die Rücken- bis Beinzone erstreckt. Immer populärer werden zudem elektrisch verstellbare Lattenroste, die sich zunächst im medizinischen Gebrauch wie Krankenhäusern und Pflegeeinrichtungen etabliert haben und spätestens seit der Jahrtausendwende zunehmend ebenfalls in privaten Haushalten anzutreffen sind.

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Defekten Lattenrost austauschen oder reparieren?

Grundsätzlich besitzt ein hochwertiger Lattenrost wie ein Bett eine vergleichbar lange Lebenserwartung, die in der Regel deutlich über der einer durchschnittlichen Matratze liegt und nicht selten ein bis zwei Jahrzehnte oder mehr umfasst. Dennoch kann es bei ihm selbstverständlich zu partiellen Schäden kommen. Ob sich zum Beispiel einzelne Latten austauschen lassen, die entweder gebrochen oder ermüdet sind, hängt stark von der Konstruktion und dem Aufbau ab. Einige renommierte Hersteller bieten neben einem Support ebenfalls Ersatzteile für Privatkunden, die sich allerdings selten im regulären Handel finden. Komplexere Reparaturen etwa an der Mechanik oder Elektronik sollten jedoch stets und ausschließlich durch professionelle und zertifizierte Unternehmen oder Fachleute vorgenommen werden.

Jemand will mit einer Zange das Lattenrost reparieren
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Federwirkung und Belastbarkeit sind für Laien nicht messbar

Bei einfacheren Modellen lassen sich mitunter einzelne Latten austauschen, indem sie schlicht durch geeignete Holzleisten ersetzt werden. Dabei ist jedoch darauf zu achten, dass diese identische Eigenschaften wie die beschädigten Originale aufweisen. Das bezieht sich nicht ausschließlich auf die genauen Maße bei Länge, Höhe und Breite, sondern ebenfalls auf schwerer zu messende Merkmale wie die Federwirkung und Belastbarkeit. Dies kann sich speziell bei einem älteren Bett mitunter als problematisch erweisen, da es sich bei Holz um einen organischen Stoff handelt, der seine Charakteristika im Laufe der Zeit ändert. Grundsätzlich ist es allerdings im Sinne der Nachhaltigkeit durchaus erstrebenswert, einen Lattenrost nicht direkt zu entsorgen, sondern zu reparieren oder anderweitig zu nutzen.

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Im Zweifelsfall austauschen

Allerdings kann ein schlechtes Bett ebenfalls die Lebensqualität beeinflussen – im Zweifelsfall empfiehlt es sich deshalb, dass Betroffene den Lattenrost austauschen und für das defekte Modell eine geeignete Zweitnutzung suchen. Sie kann beispielsweise eine einfache Reparatur und der Einsatz in einem selten benutzten Gästebett umfassen oder komplett alternative Nutzungen einschließen. So lassen sich speziell Lattenroste aus Holz vielseitig weiterverwenden – entweder zerlegt und neu zusammengebaut oder weitgehend vollständig als Gerüst etwa für Gartenmöbel, Zäune und Absperrungen oder als Kletterwand für Pflanzen.