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Welche Matratze für Kleinkinder?

Mehr als zehn Stunden verbringen Kleinkinder durchschnittlich in ihrem Bett. Bei Babys ist die Zeitspanne noch länger, und auch größere Kinder bringen ein erhöhtes Schlafbedürfnis mit. Die Schlafunterlage sollte diese wichtige Erholungs- und Entwicklungsphase also bestmöglich unterstützen. Welche Matratze für Kleinkinder die richtige ist, bestimmen einige klare Kriterien. Die gute Nachricht für besorgte Eltern lautet: Der Kauf einer Kindermatratze ist in der Tat weniger anspruchsvoll als die Auswahl aus den facettenreichen Modellen für Erwachsene.

Die richtige Matratze für Ihr Kind

Gesunder Schlaf ist eine der entscheidenden Voraussetzungen für eine gute Entwicklung des Kindes. Daher fühlen sich viele junge Eltern unsicher, wenn es darum geht, ein Bett für Kleinkinder passend einzurichten. Aus Angst vor Fehlern, liegen die Anforderungen oft übertrieben hoch. Was jedoch bei Erwachsenen erforderlich ist, muss für die Kleinen nicht unbedingt ebenso gelten. Deshalb empfiehlt es sich, einigen klaren Richtlinien zu folgen. Diese machen deutlich, welche Art einer Matratze für Kleinkinder am besten passt. Jedes Kind sollte das Bestmögliche für seinen Schlaf geboten bekommen – allerdings ist das Beste in diesem Fall nicht unbedingt das Teuerste und Luxuriöseste, sondern das, was mit dem im Wachstum befindlichen kleinen Körper am ehesten harmoniert. Ist eine hochwertige Kindermatratze gefunden und das Bett sowohl kuschelig kindgerecht als auch funktional eingerichtet, können die Kleinen wie auch die Großen besser schlafen.

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Zehn Fakten zur richtigen Matratze für Kleinkinder

Während einige Aspekte wie etwa Zonierungen bei der Matratze für Kleinkinder eher zu vernachlässigen sind, kommt anderen vermeintlich simplen Anforderungen eine erhöhte Wichtigkeit zu. Hier finden Sie eine Checkliste, die klar Aufschluss darüber gibt, welche Art der Ausstattung unverzichtbar ist, welche Extras sich lohnen, und worauf Sie bei der Kaufentscheidung getrost verzichten können.

1. Die richtige Größe

Als Richtwert gilt: Die Schlafunterlage sollte immer mindestens 20 cm länger als die Körpergröße des Kindes sein. Umgekehrt ist es jedoch auch so, dass die Kleinen gerne eine schützende Begrenzung um sich wissen, und nicht auf zu großen Matratzen schlafen wollen. Das beantwortet bereits die nicht selten aufkommende Frage, ob nicht auch eine Erwachsenenmatratze für Kinder passen könnte. Während eine Babymatratze bei 60×120 cm Größe startet, ist das nächst höhere Maß von 70×140 cm im Bett für Kleinkinder eine gute Wahl. Wer bereits ein Kinderbett zu Hause hat, misst lediglich die Liegefläche, um auf der sicheren Seite zu sein. Weitere gängige Größen sind: 70 oder 80 x 160 cm. Erst ab dem fünften oder sechsten Lebensjahr des Kindes – je nachdem, ob es großgewachsen ist – empfiehlt es sich, über größere Ausführungen in den Standardlängen von 90 x 200 nachzudenken.

Kind schläft im Bett
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2. Härtegrade – nicht zu hart, nicht zu weich

Kindermatratzen werden meist bis etwa zum fünften Lebensjahr verwendet. Sie sollten den kleinen Körper perfekt stabilisieren und stützen. Diese Anforderung ist ähnlich wie bei Erwachsenen, findet jedoch eine etwas andere Umsetzung. Da die Kleinen ständig wachsen und ihre Körperform verändern, sind ergonomisch geformte Modelle wenig sinnvoll und können unter Umständen mehr Schaden als Nutzen vollbringen. Auf keinen Fall darf die Matratze für Kleinkinder zu fest sein. Ähnlich wie bei Erwachsenen entsteht aus einer zu harten Schlafunterlage eine hohe Druckbelastung – Gift für Gelenke, Wirbelsäule und Muskulatur. Allerdings stehen auf Modellen für das Kinderbett meistens keine genormten Angaben zu Härtegraden zur Verfügung. Jeder Hersteller zieht stattdessen seine eigenen Maßstäbe heran.

Da die stabile S-Form der Wirbelsäule in dem Entwicklungsstadium eines Kleinkindes noch nicht ausgebildet ist, kommt einer guten Stützfunktion der Kindermatratze eine besondere Wichtigkeit zu. Das gelingt am besten mit einem mittelharten Modell von 10 bis 14 cm Höhe. Am besten das Kind probeliegen lassen und in Seitenlage überprüfen, ob die Wirbelsäule in etwa eine Gerade bildet. Kopf und Hüfte sollten leicht einsinken, aber nicht zu stark abfallen.

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3. Das optimale Material

Wer auf Schlafunterlagen aus Naturmaterialien Wert legt, macht mit luxuriösen Ausführungen aus Kokos, Latex oder Rosshaar sicher nichts falsch. Als optimal stützend und in ihrem Funktionsspektrum für Kleinkinder völlig ausreichend gelten jedoch Matratzen aus Visco- oder Komfortschaum sowie klassischem Kaltschaum. Während Visco- und Komfortmodelle etwas weicher sind, bieten Kaltschaummatratzen im Bett grundsätzlich – unabhängig von den jeweiligen Härtegraden – ein etwas festeres Liegegefühl.

4. Kinder- und Babymatratze mit Wechselseiten

Immer mehr Hersteller bieten Wendemodelle an. Durch unterschiedlich konstruierte Seiten lässt sich damit die Babymatratze im Handumdrehen in eine Matratze für Kleinkinder umwandeln. Gewöhnlich geht daraus aber kein gesteigerter Vorteil für die Schlaf- und Liegequalität der Kleinen hervor.

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5. Liegezonen sinnvoll?

Hier liegt einer der größten Unterschiede zwischen Kinderbett und Erwachsenenmatratze: Während spezielle Liegezonen perfekt auf die unterschiedlich schweren Partien eines erwachsenen Körpers abgestimmt sind und ihn damit optimal stützen können, gilt das für Kleinkinder nicht: Die im Wachstumsprozess befindliche Wirbelsäule ist noch eher gerade geformt. Deshalb und wegen des deutlich geringeren Körpergewichts macht es wenig Sinn, vereinzelte Körperzonen stärker zu entlasten. Den dafür unter Umständen nötigen Aufpreis investieren Sie besser in höchstmögliche Qualität.

6. Gütesiegel beachten

Da ein Kleinkind auch in seinem Abwehrsystem noch nicht vollständig entwickelt ist, sollten Sie der Qualität des gewählten Produktes höchste Aufmerksamkeit schenken: Spezielle Gütesiegel stellen sicher, dass die Kindermatratze frei von Schadstoffen sind. Logos wie „Oeko-Tex Standard 100“ oder „der blaue Engel“ bestätigen die Überprüfung durch unabhängige Institute. Um schädliche Einflüsse und Allergien zu vermeiden, kann es zudem hilfreich sein, auf Schiffsimporte zu verzichten und die Herkunft der Produkte zu beachten.

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7. Norm DIN EN 16890

Die seit 2017 bestehende Norm legt nützliche Sicherheitsanforderungen für Kindermatratzen fest. Sie sollte nicht fehlen.

8. Feste Trittkante

Eine extra stabilisierte Trittkante stellt eine sinnvolle Ergänzung dar: Denn der robustere Rand verhindert, dass das Kleinkind beim Spielen, Toben oder beim Zubettgehen versehentlich in den Spalt zwischen Bett und Schlafunterlage gerät.

9. Geringer Pflegeaufwand

Leicht abziehbare und bei mindestens 60 Grad waschbare Bettbezüge erleichtern die Pflege. Schließlich muss ein Bett für Kleinkinder besonderer Hygiene genügen, häufigen Wäschen standhalten und einfach wohlfühl-rein sein.

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10. Lattenrost für optimale Stabilität

Auch für eine Kindermatratze ist ein stabiler Lattenrost als Unterlage ratsam. Das sichert zum einen die richtige Druckentlastung. Vor allem aber ist nur durch die erhöhte Lagerung eine umfassende Belüftung gegeben. Liegt die Matratze direkt auf dem Boden auf, kann Feuchtigkeit nicht so gut abgeleitet werden, selbst bei den auf jeden Fall empfehlenswerten Modellen aus atmungsaktiven Materialien. Es droht Schimmelbildung.

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Fazit: Nicht immer ist das Beste auch das Richtige

Welche Matratze für Kleinkinder zu bevorzugen ist, hängt nicht vom höchstmöglichen Preis, innovativen Funktionen oder exotischen Materialien ab. Eine qualitativ einwandfreie und geprüfte Schlafunterlage aus Schaumstoff ist für ein Kleinkind in den meisten Fällen genau das Richtige. Wichtig sind eine passende Größe sowie ein moderater Härtegrad. Zuverlässige Siegel wie die Norm DIN EN 16890 Norm garantieren, dass aus den süßen Träumen kein böses Erwachen wird. Aufgrund der raschen körperlichen Veränderungen, ist eine Matratze für Kleinkinder keine nur wenige Jahre haltbar. Ist das Kind älter als fünf Jahre oder hat es zum oberen und unteren Bettrand hin weniger als zehn Zentimeter Spielraum, muss eine neue Kindermatratze oder vielmehr ein neues Bett einziehen.