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Das Raumgewicht einer Matratze

« Wofür es steht und wie es berechnet wird »

Im Vergleich zu dem Härtegrad achten lediglich vergleichsweise wenige Kunden auf das Raumgewicht einer Matratze, wenn sie sich für ein neues Modell entscheiden. Das ist in gewisser Weise bedauerlich, denn während es sich bei der Härte um einen nicht standardisierten und vom Hersteller mehr oder weniger willkürlich festgelegten Wert handelt, ist das Raumgewicht ein festes Maß. Was dieses Maß genau aussagt und wie es errechnet wird, betrachten wir näher.

Die Matratze und das Raumgewicht – wie eine Schaumunterlage entsteht

Bei der Herstellung einer Schaummatratze wird ein flüssiger Kunststoff – sei es Latex, Visco oder andere geeignete Materialien – durch das Einleiten eines Gases wie Kohlendioxid im wahrsten Sinne des Wortes „aufgeschäumt“ und abgekühlt. Dadurch entsteht nach dem Erstarren ein Rohstoff, der durch seine zahlreichen Einschlüsse eine weiche und angenehme Struktur aufweist, flexibel auf Belastungen reagiert und Besitzer gesund schlafen lässt.

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Obwohl das Verfahren relativ einfach ist, liegen wie so häufig seine Tücken im Detail. Zunächst einmal ist es ein Problem, dass sich die Verteilung und Größe der Schaumblasen – ähnlich wie bei dem berühmten Experiment zum Bierschaumzerfall – nicht konkret und einzeln vorhersagen. Es handelt sich um ein chaotisches System, das selbst leistungsfähige Supercomputer nur annähernd, aber niemals exakt berechnen können. Eine exakte Abstimmung und eine aufwendige Technologie sind deshalb unverzichtbar, um die Bläschenstruktur innerhalb einer Matratze wie vorgesehen zu erzeugen.

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Was sagt das Raumgewicht einer Matratze nun konkret aus? Es gibt an, wie viel Material für ein bestimmtes Volumen der Schlafunterlage verwendet wurde. Diese Menge ist nämlich mitnichten immer dieselbe – sie hängt stattdessen stark von dem Prozess der Herstellung ab. Hintergrund ist eine ganz einfache Tatsache – je größer die beim Aufschäumen verwendeten Gasblasen sind, desto größer sind auch die Einschlüsse und desto weniger Material wird benötigt. Kleinere Blasen sitzen zwar enger beisammen, ermöglichen aber eine sehr viel höhere Dichte und dadurch ein zunehmendes Gewicht auf demselben Raum.

Das Raumgewicht einer Matratze ist ein direkter Maßstab für die Qualität

Warum ist das Raumgewicht einer Matratze nun entscheidend für deren Qualität? Wie beschrieben entstehen bei einer großen Blasenbildung ebenfalls große Hohlräume, die über die Zeit gleich auf zwei unterschiedliche Weisen zu Schlafproblemen führen und deswegen das Bettsystem in seinem Nutzen mittelfristig beeinflussen. Ein gesunder Schlaf ist kurzzeitig in jedem Fall möglich, er wird aber im Laufe der Zeit mehr und mehr beeinträchtigt.

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Zunächst einmal verformen sich große Hohlräume deutlich schneller als kleine. Die Ursache liegt letztendlich schlicht darin, dass diese eine geringere Oberfläche besitzen, auf die das Gewicht beim Schlafen einwirkt. Zahlreiche kleine und gleichmäßig geformte Kugeln besitzen hingegen eine Struktur, die deutlich stärker belastet werden kann, weil sich die Kräfte stärker verteilen und die Kugel diese durch ihre Form nach außen ableiten und verteilen.

Darüber hinaus sind die kleinen Kügelchen über mehr und kleinere Verbindungen miteinander verzahnt, so dass sich die Matratze auch bei höherer Belastung und über einen langen Zeitraum weniger verformt.

Aus all diesen Eigenschaften ergibt sich, dass Matratzen mit hohem Raumgewicht eine deutlich höhere Lebensdauer als solche mit einem niedrigen aufweisen. Dadurch lassen sie ihren Benutzer für längere Zeit gesund schlafen, denn die ersten kleinen Beeinträchtigungen sind nicht direkt spürbar, beeinträchtigen aber bereits die korrekte ergonomische Lage im Bett deutlich. Das liegt nicht zuletzt daran, dass ein Bettsystem unregelmäßig belastet wird – das größte Gewicht besitzt der Torso mit Rumpfbereich und Oberkörper, so dass der Mittelbereich während der Nachtruhe eine überdurchschnittlich große Last trägt.

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Auch eine Unterlage mit unterschiedlichen Zonen besteht jedoch aus einem Material mit einheitlichem Raumgewicht und nicht aus mehreren verschiedenen Sorten Schaumstoff. Der Unterschied im Härtegrad entsteht erst nachträglich dadurch, dass das Material in den entsprechenden Bereichen gezielt durch feine Schnitte oder eine Punktierung geschwächt wird. Konsequenterweise zeigen sich Alterserscheinungen durch eine geringe Dichte zuerst in den ohnehin kritischen Bereichen der Wirbelsäule, so dass ein gesunder Schlaf unabhängig von dem Bettsystem durch eine minderwertige Matratzenqualität relativ schnell beeinträchtigt wird.

RG-Wert errechnen – eine einfache Formel gibt die Antwort

Hochwertige Hersteller geben bei ihren Produkten grundsätzlich das Raumgewicht in Form der Abkürzung RG an und offerieren ihren Kunden Modelle häufig in mehreren Ausführungen. Ist dieses hingegen unbekannt, lässt es sich relativ einfach aus einigen einfachen Angaben ohne aufwendige Messungen oder spezielle Instrumente ermitteln.

Der Wert besteht aus einer gerundeten Zahl zwischen 10 und 110, die sich – wie der Name bereits sagt – aus dem Volumen und dem Gewicht errechnet.

Die Formel dafür ist:

RG = Gewicht in kg: Volumen in m³ (Länge x Breite x Höhe in Meter)

Das klingt komplizierter als es ist, der größte Aufwand besteht in dem Wiegen, für das allerdings eine einfache Personenwaage ausreicht. Es ist empfehlenswert, die Matratze auf die Schmalseite und bei größeren Exemplaren die Auflagefläche mit einem Brett zu verlängern. Ein leichtes Abstützen an der Seite beeinflusst zwar die Genauigkeit etwas, jedoch in der Regel in einem nicht signifikanten Ausmaß, da durch das Anlegen der Zonen ebenfalls Material verloren geht und das ermittelte Raumgewicht deshalb ohnehin nur einen Richtwert mit 10 Prozent Toleranz in beide Richtungen angibt.

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Die Maße gelten ausschließlich für den Matratzenkern – das bedeutet, ohne Überzug oder Hülle. Ein konkretes Beispiel für ein 30 Kilogramm schweres Matratzenmodell mit zwei Meter Länge, einem Meter Breite und 25 Zentimeter Höhe sieht dann folgendermaßen aus:

RG = 30 kg: (2,00 m x 1,00 m x 0,25 m)

RG = 30:0,5

RG = 60

Welches Raumgewicht ist für gesunden Schlaf empfehlenswert?

Wie bereits erwähnt, ist es theoretisch durchaus möglich, auf einem geringen Raumgewicht kurze Zeit gesund zu schlafen, wenn man die Tatsache nicht berücksichtigt, dass hier bei der Produktion oft giftige Stoffe zum Einsatz kommen – die Unterlage muss allerdings in sehr kurzen Zeitabständen getauscht werden, um der Materialermüdung zuvorzukommen. Die Kosten übersteigen schnell die einmalige Anschaffung von hochwertigen und besser abgestimmten Matratzen für das Bett. Generell gilt für die Haltbarkeit bei normaler Gewichtsbelastung, dass diese sich alle 10 Einheiten um zwei bis drei Jahre erhöht. Daraus ergibt sich eine angenommene Lebensdauer:

RG 20 = minderwertig, etwa ein Jahr

RG 30 = Standard, ungefähr drei Jahre

RG 40 = gut, ca. sechs Jahre

RG 50 = sehr gut, rund neun Jahre

RG 60 = hochwertig, etwa zehn Jahre oder länger

Es ist ein weitverbreiteter Irrtum, dass das Raumgewicht mit dem Härtegrad in Zusammenhang steht. Dieser wird durch andere Faktoren bestimmt – es gibt sowohl sehr weiche Schlafmatratzen mit hohen RG-Werten wie auch umgekehrt. Es sagt deshalb weniger etwas darüber aus, wie komfortabel jemand in einem Bett schlafen kann, als vielmehr, wie lange ein gesunder Schlaf voraussichtlich möglich ist.