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Wie Sie eine Matratze reinigen

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Bei einem durchschnittlichen Schlafpensum von sieben bis acht Stunden am Tag verbringt der Mensch rund ein Drittel seiner Lebenszeit im Bett. Das sollte nicht nur die Bedeutung einer geeigneten Matratze und eines verstellbaren Lattenrostes illustrieren, sondern auch die Notwendigkeit, diese regelmäßig zu reinigen. Neben gelegentlichen Verschmutzungen durch „Unfälle“ – zum Beispiel das umgefallene Glas Wein oder Nasenbluten – fühlen sich ungebetene Gäste wie Milben in dem warmen, feuchten Klima ziemlich heimisch.

Matratze ist ein Magnet für sichtbaren und unsichtbaren Schmutz

Dass Essen im Bett prinzipiell keine gute Idee ist, dürfte den meisten Menschen längst bekannt sein. Gleichzeitig halten sich aber nur die wenigsten von ihnen strikt daran. Abgesehen von Fällen, in denen es unvermeidlich ist – beispielsweise bei einer Krankheit – wer sagt schon Nein zu einem romantischen Frühstück im Bett oder steht gerne für einen Schluck Rotwein während der nächtlichen Lektüre auf? Solche kleinen Sünden sind verzeihbar, wenn ein Flecken unverzüglich beseitigt und eine regelmäßige Reinigung des Betts nicht vernachlässigt wird. Die Krümel nach einem Frühstück lassen sich ohnehin schnell und effizient durch Ausschütteln und einem kurzen Einsatz des Staubsaugers beseitigen.

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Problematisch sind eher unsichtbare Verschmutzungen, die sich im Laufe der Zeit entwickeln und optisch nicht zu erkennen sind. Im Laufe einer Nacht verliert ein Schläfer im Durchschnitt etwa einen halben Liter Schweiß, Millionen abgestorbener Hautzellen, Haare und weitere Schmutzpartikel, die sich teilweise nicht einmal mit einem Mikroskop erkennen lassen. Ohne eine regelmäßige Matratzenreinigung lagern sich diese nicht nur ab, sondern dringen auch tiefer in deren Oberfläche ein. Damit sich keine Feuchtigkeit ansammeln kann, sollte das Bett über einen Lattenrost verfügen und bei starkem Schwitzen über eine atmungsaktive Unterlage, zum Beispiel eine Federkernmatratze oder Kaltschaummatratze.

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Es ist ratsam, ein Bett am Morgen mindestens 30 Minuten zu lüften, bevor es gemacht wird. Dadurch verdunstet die entstandene Feuchtigkeit, ohne sich unter der Bettdecke zu stauen. Dies verringert die Belastung durch Milben und beugt zuverlässig gegen Schimmelbildung vor.

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Bis zu zehn Millionen Mitbewohner: Regelmäßiges Reinigen unverzichtbar

Keine Matratze ist vollständig frei von Milben. Die winzigen Gliederfüßer teilen sich in 546 Familien mit mehr als 50.000 unterschiedliche Arten und leben praktisch überall – in Matratzen finden sie eine nahezu perfekte Umgebung. Die Tiere selbst gefährden glücklicherweise in der Regel nicht die Gesundheit, nur einige spezielle und seltene Arten sind für Krankheiten verantwortlich. Diese siedeln nur in Ausnahmefällen in einem Bett, falls dieses beispielsweise von einem Patienten benutzt wurde, ohne anschließend den Matratzenbezug zu reinigen und die Bettwäsche zu desinfizieren.

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Doch auch die gewöhnliche Milbe führt bei empfindlichen Personen zu Beschwerden. Sie ernährt sich von abgestorbenen Hautschuppen und Schmutzpartikeln und ihre Ausscheidungen führen zu der weitverbreiteten Hausstaub-Allergie. Bei dauerhaft starker Belastung ohne gelegentliche Matratzenreinigung kann sich langfristig ein allergisches Asthma entwickeln.

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Auf einem Quadratmeter Boden leben im Durchschnitt mehrere Hunderttausend Milben, ohne jedes Reinigen können es auf Matratzen bis zu zehn Millionen sein. In dem Mikroklima aus Wärme, Feuchtigkeit durch Schweiß und Nahrung durch Hautschuppen gedeihen sie ausgezeichnet. Ihre Existenz ist normal, bei einer starken Verbreitung resultiert daraus jedoch eine hohe Belastung durch Allergene und andere Stoffe. Es ist deshalb nicht notwendig, die gesamte Matratze zu reinigen und desinfizieren, indem sie mit aggressiven und eventuell ihrerseits schädlichen Chemikalien behandelt wird.

Regelmäßiges Ausschütteln, Lüften, Absaugen und wiederkehrende Reinigung mit schonenden Mitteln reichen meist aus, damit die ungebetenen Gäste auf eine sehr niedrige, unbedenkliche Zahl schrumpfen.

Mit Hausmitteln Matratze selbst reinigen

Eine Matratzenreinigung ist ein ausgezeichnetes Mittel, um die Unterlage zu pflegen und ihre Haltbarkeit zu erhöhen. Neben speziellen Reinigungsprodukten bietet sich dafür ein altes, zuverlässiges, vollkommen ungiftiges und allergiefreies Hausmittel an: Natriumhydrogenkarbonat – besser bekannt unter seinem populären Namen Natron. Es ist seit mehr als hundert Jahren als Backmittel für lockere Teige in Broten und Kuchen im Einsatz, seine positiven Eigenschaften als Seifenersatz wurden hingegen zwischenzeitlich fast vergessen und erst seit der Jahrtausendwende zunehmend wiederentdeckt. Natron spaltet Fette und Eiweiße zu Säuren, neutralisiert diese, macht sie wasserlöslich und zieht sie an. Es wirkt nebenbei antibiotisch, weil viele Lebewesen inklusive des Menschen eine saure Haut- und Zelloberfläche besitzen. Es eignet sich ausgezeichnet zur Entfernung von Flecken sowie dem Reinigen von Oberflächen und stellt darüber hinaus eine lebensfeindliche Umwelt her. Die Milben sterben ab und können anschließend direkt abgesaugt werden.

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Eine Matratzenreinigung ist sehr einfach und umfasst folgende Schritte:

  • Matratze hochkant stellen und gründlich mit einer weichen Bürste abbürsten, um abgestorbene Zellen und Staub zu entfernen. Ausklopfen kann dem Material schaden.
  • Zurücklegen und ca. 200 Gramm Natron dünn auf der Oberfläche verteilen.
  • Etwa sechs Stunden wirken lassen und anschließend das Pulver mit dem Staubsauger und einer Polsterdüse bei schwacher bis mittlerer Leistung entfernen.

Es ist sinnvoll, diese Reinigung in festen Intervallen zwischen drei Monaten und einem Jahr durchzuführen. Einige Ratgeber empfehlen alternativ eine Behandlung mit einem Dampfreiniger, die jedoch nicht vollkommen risikofrei ist. Die hohen Temperaturen können bestimmte Materialien wie Latex oder Viskoschaum beeinträchtigen und Federkernmatratzen nehmen bei unsachgemäßer Anwendung zu viel Feuchtigkeit auf, was Schimmel und Bakterienbildung begünstigt.

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Hygienisch einwandfrei Bettwäsche und Matratzenbezug reinigen

Eine ideale Bettgarnitur und sinnvolle Extras unterstützen ein hygienisch sauberes Bett und verlängern zusätzlich die Haltbarkeit der Matratze deutlich. Neben einer hochwertigen Bettwäsche gehören dazu zwei Elemente, die trotz ihrer hohen Funktionalität und Wirkung bei niedrigen Kosten leider häufig übersehen oder vernachlässigt werden. Ein Matratzenschoner aus einem luftdurchlässigen Material wie Filz zwischen Lattenrost und Auflage verringert die Belastungen der einzelnen Leisten und verbessert die Gewichtsverteilung auf eine große Fläche. Als zusätzliche Oberfläche verhindert ein Matratzenbezug oder eine Matratzenauflage den direkten Körperkontakt und dient als schmutz-, staub- und milbenundurchlässige Schutzschicht.

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Bettwäsche sollte mit mindestens 60° Celsius gewaschen werden, um Bakterien und Keime abzutöten. Nicht jede Waschmaschine heizt das Wasser bei entsprechender Einstellung wirklich auf diese Temperatur, die deshalb auch keine Keimfreiheit gewährleistet, die Belastung für gesunde Menschen allerdings ausreichend senkt.

Kochwäsche mit 90° oder 95° Celsius ist hingegen dazu geeignet, Textilien zu desinfizieren. Farbige Stoffe und Kunstfasern wie Nylon vertragen aber in der Regel keine so hohen Temperaturen, hochwertige Baumwolle lässt sich aber problemlos auf diese Weise beispielsweise bei einem Matratzenbezug reinigen. Alternativ bieten sich desinfizierende Zusätze oder bei Weißwäsche Bleichmittel wie chlorhaltige Waschmittel an.

Unterschiede zwischen Materialien und professionelle Reinigung

Um Milben und Bakterien abzutöten und die Matratze zu reinigen und zu lüften ist es empfehlenswert, diese im Sommer tagsüber auf einem Lattenrost einige Stunden in die Sonne zu legen und nach der Hälfte der Zeit umzudrehen. Hier gibt es eine Ausnahme: Latex ist im Vergleich zu anderen Materialien stärker wärmeempfindlich und darf deshalb niemals in direkter Sonne oder zu nahe an einem warmen Heizkörper positioniert werden. Bei hochwertigen Matratzen ist eine professionelle Reinigung in einem festen Zeitintervall von etwa zwölf Monaten sinnvoll. Sie gewährleistet, dass langfristige Verunreinigungen zuverlässig und schonend entfernt werden. Das oben beschriebene Natronverfahren eignet sich grundsätzlich für alle Materialien – ob Federkern-, Kaltschaum-, Latex- oder Gelschaummatratze. Es kann ohne Risiko zusätzlich angewandt werden, um zwischenzeitlich die Matratze zu reinigen.

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