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Die richtige Matratze, um die Wirbelsäule zu entlasten

Guter Schlaf ist keine Sache des Zufalls. Einen großen Beitrag kannst du selbst dazu leisten, in dem du dein Bett richtig ausstattest. Dabei nimmt vor allem die Schlafunterlage einen hohen Stellenwert ein. Diese sollte am besten – vor allem, wenn man unter körperlichen Beschwerden leidet – orthopädisch sein und immer hohen Schlafkomfort bieten. Also braucht es die richtige Matratze, um die Wirbelsäule zu entlasten. Welche Modelle kommen dafür in Frage?

Sie kommen in der Nacht – Rückenschmerzen verstehen

Rückenschmerzen zählen zum Volksleiden Nummer 1 und ihre Gründe sind vielfältig. In den wenigsten Fällen musst du die Situation einfach hinnehmen, erst recht nicht, wenn die Ursache im Bett liegt: Unterstützt die Matratze die Wirbelsäule nicht umfassend, kann das bereits genügen, um langfristig Schmerzen zu verursachen. Was dabei passiert, ist so simpel wie folgenschwer: Denn letztlich verspannen sich einfach die Muskeln um die Wirbelsäule herum. Schließlich liegt deren Hauptaufgabe darin, das Rückgrat in einer gesunden Position zu halten und damit zu schützen.

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Hilft die Schlafmatratze über sechs bis neun Schlafstunden pro Nacht nicht mit, dann kann die Muskulatur nie entspannen. Sie überarbeitet sich dauerhaft. In der Folge können die verhärteten Muskeln die Nervenwurzeln reizen und Mikroentzündungen auslösen. Hier beginnt ein Kreislauf: Denn oft zieht die zu feste Muskulatur den Körper dann auch tagsüber weiter in Fehlhaltungen, wodurch noch mehr Schmerzen entstehen.

Tatsächlich können sogar die gefürchteten Bandscheibenvorfälle damit in Verbindung stehen, dass die Matratze die Wirbelsäule dauerhaft schlecht lagert. Denn dadurch können sich die gallertartigen Bandscheiben nicht durch ausreichend Flüssigkeitsaufnahme regenerieren.

Allerdings handelt es sich bei unpassenden Matratzen oder einer unvorteilhaften Bettausstattung im Allgemeinen lediglich um einen von zahlreichen möglichen Auslösern. Bei intensiven Rückenschmerzen empfiehlt es sich daher immer, die Beschwerden einmal gründlich vom Arzt abklären zu lassen. Oft kommen auch jenseits des Bettes im Alltag falsche Angewohnheiten hinzu, die neben der Schlafunterlage gezielter Verbesserung bedürfen. Die gute Nachricht lautet aber in jedem Fall: Es liegt in den eigenen Händen, besser zu schlafen – und der Aufwand zahlt sich mit einer deutlich besseren Gesundheit absolut aus.

So liegst du richtig

Es kommt eine gewaltige Summe an Stunden zusammen, die wir Nacht für Nacht im Bett liegend verbringen. Deshalb ist gegen Rückenschmerzen bereits ein derartig großer Schritt getan, wenn hier alles optimal passt. Du kannst mit der richtigen Matratze die Wirbelsäule unterstützen und sie so in jeder Nacht richtig lagern. Richtig heißt hier, gemäß der natürlichen Doppel-s-Form, in Fachkreisen ist oft von der Lordose die Rede. Das heißt, in Rückenlage sollten die natürlichen Krümmungen in der Hals- sowie der Lendenwirbelsäule gut gestützt werden. In der seitlichen Lage hingegen sollte die Wirbelsäule von hinten betrachtet gerade verlaufen und keine unnatürlichen Biegungen machen.

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Dafür muss die Schlafunterlage den Körper an den richtigen Punkten tiefer einsinken lassen. Dabei handelt es sich um die ohnehin schwereren Bereiche wie etwa das Becken und in der Seitenlage auch der Schultergürtel. Sensible Areale wie Taille und Lendenbereich hingegen benötigen sichere Unterstützung. Doch wie bewerkstelligt die Schlafunterlage diese raffinierte Unterscheidung?

Mit drei Eigenschaften gegen Rückenschmerzen

Wer Rückenleiden gezielt bekämpfen oder gar nicht erst entstehen lassen will, sollte bei der Matratzenwahl auf die folgenden drei Aspekte ganz besonderen Wert legen. Denn diese nehmen den meisten Einfluss auf die Ergonomie und zeichnen damit die orthopädische Matratze aus.

Hohe Punktelastizität

Die Punktelastizität gilt in der Tat als wichtigstes Kriterium für eine rückenschonende Schlafunterlage. Denn entsprechende Strukturen entlasten die Druckpunkte und damit die gesamte Wirbelsäule. Das Wirkprinzip: Genau in dem Punkt, in dem der Druck ausgeübt wird, gibt die Schlafunterlage auch nach, sie sinkt ein Stück weit ein. Dieses Einsinken wirkt sich jedoch nicht auf umliegende Bereich aus.

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Wenn hingegen durch punktuelle Druckeinwirkung die gesamte Oberfläche einsinkt wie eine Hängematte, dann ist von Flächenelastizität die Rede – dem Gegenteil der Punktelastizität. Doch was bedeutet diese punktgenaue Anpassung für die Wirbelsäule? Durch diese Eigenschaft passt sich die Schlafunterlage anatomisch exakt an den Körper an und ermöglicht exakt den richtigen Partien das weiche Einsinken, während andere Areale feste Stützung bekommen.

Passender Härtegrad

Der Härtegrad ist deshalb so entscheidend, weil er die Schlafunterlage auf dich und deine Bedürfnisse abstimmt. So unterschiedlich wie die menschlichen Körper gebaut sein können, eine so unterschiedliche Unterstützung benötigen sie auch, damit gesunder Schlaf kein Traum bleibt. Das heißt, der Härtegrad berechnet sich aus deinem Körpergewicht im Verhältnis zur Körpergröße. Das Gewicht allein genügt nicht, denn Personen, die zwar beide 70 Kilogramm wiegen, aber einen Größenunterschied von 20 Zentimetern mitbringen, besitzen eine völlig unterschiedliche Statur und damit verteilt sich auch der vom Körpergewicht ausgeübte Druck anders.

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Grundsätzlich staffeln sich die fünf gängigen Härtegrade allerdings mit ansteigender Stattlichkeit: H1 ist äußerst weich und somit für sehr zierliche Menschen eine Option, während H5 extrem hart ausfällt und somit hohen Gewichtsklassen standhält. Daraus geht auch hervor, dass die meisten Menschen auf H2 bis H3 nächtigen, also mittelweichen bis mittelfesten Härtegraden. Übrigens sind die Angaben nicht genormt. Das heißt, jeder Hersteller definiert für seine Modelle nach Belieben, wie jeder Härtegrad ausfällt. Meistens stehen aber Übersichtstabellen zur Verfügung, in denen sich die individuell beste Wahl ablesen lässt.

Integrierte Liegezonen

Wenn die ersten beiden Punkte erfüllt sind, bieten ergonomische Liegezonen ein wunderbares Extra gegen Rückenschmerzen. Die beliebte 7-Zonen-Technologie passt zu 90 Prozent der Körpertypen. Dabei sind die Liegezonen an die jeweiligen Körperbereiche angepasst und bieten diesen genau die Unterstützung oder Flexibilität, die sie benötigen.

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Eine sogenannte orthopädische Matratze vereint die drei entscheidenden Haupteigenschaften: Sie ist punktelastisch, in zahlreichen Härtegraden zu haben und dadurch exakt anpassbar und überdies in der Regel mit Liegezonen ausgestattet. Einzig bei Modellen aus Viscoschaum verzichten die Hersteller auf Zonierungen, da sich dieses Material ohnehin haargenau um den Körper schmiegt.

Die perfekte Matratze entlastet die Wirbelsäule im Schlaf

Gibt es das beste Matratzenmaterial bei Rückenschmerzen? Das lässt sich nicht verallgemeinern. Hochwertige Ausführungen von

bieten sich als optimale Grundlagen für eine orthopädische Matratze an. Wenig eignen sich hingegen die eher günstigen Bonell-Federkerne, denn diese sind in der Regel nicht punkt-, sondern flächenelastisch. Ansonsten hängt die Materialwahl vorwiegend vom bevorzugten Liegegefühl und Schlafklima ab: Viscoschaum etwa gilt es tendenziell weicher und wärmer. Aber das ist für die Wirbelsäule zunächst zweitrangig. Sie wünscht sich in erster Linie eine umfassende Entlastung.

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Auch Schlafunterlagen besitzen ein Verfallsdatum

Die optimale Schlafunterlage für deinen Rücken gefunden? Sie ist punktelastisch, passt zur eigenen Körperstatur, bietet vielleicht auch noch integrierte Liegezonen und ein rundum angenehmes Schlafgefühl? Dann stellt sie eine hervorragende Vorsorge gegen Rückenschmerzen dar – für die nächsten fünf bis zehn Jahre. Je nach Wertigkeit, Materialart und Raumgewicht (Materialdichte) lässt die Stützkraft nach dieser Zeit jedoch erheblich nach.

Sollte die Matratze die Wirbelsäule dann nicht mehr optimal auffangen, obwohl sie sich zunächst perfekt anfühlte, ist die Schlafunterlage wahrscheinlich durchgelegen und überaltert.

Das ist ganz natürlich: Jetzt sollte so bald als möglich eine neue Matratze einziehen, um einfach besser zu schlafen.