Paar misst Matratze - Matratzengrößen
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Matratzengrößen und -maße

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Sich bequem in einem großen Bett ausstrecken, hin und her wälzen und vielleicht sogar einmal quer hinlegen zu können – werden Menschen nach ihrer bevorzugten Matratzengröße befragt, vertreten viele spontan den Standpunkt: je größer, desto besser. Dass das Sondermaß einer XXL-Matratze mitunter ebenfalls Nachteile mit sich bringen kann, bemerken sie dann anschließend erst im praktischen Alltag. Abgesehen von solchen Einschränkungen stehen der persönlichen Präferenz wenig konkrete Hindernisse entgegen, denn der Standard für Matratzengrößen reicht von einem kleinen Babybett bis zu Modellen mit Überlänge für besonders groß gewachsene Personen. Um eine optimale Entscheidung zu treffen, erweist es sich allerdings als sinnvoll, die gängigen Maße zu kennen und unterschiedliche Optionen zu berücksichtigen.

Wo liegt der Standard für Matratzengrößen?

Es mag auf den ersten Blick überraschen, wie viele unterschiedliche Maße es für Matratzen gibt. Der Grund dafür liegt darin, dass – entgegen einer weitverbreiteten Annahme und Erwartung – für Betten allgemein kein amtlicher oder gar verbindlicher Standard existiert, der ihre Größe oder die von Unterlagen und Bettwäsche universell definieren würde. Jede gängige Matratzengröße stellt deshalb eine inoffizielle Übereinkunft der Hersteller dar und hat sich im Laufe des vergangenen Jahrhunderts etabliert. Selbstverständlich liegt es jedoch ebenfalls im Interesse jedes einzelnen, sich an einigen festen und übereinstimmenden Richtlinien zu orientieren, denn schließlich soll das Bett auch zum eigenen Zubehör und den Accessoires passen, ohne aufwendig nach einem passenden Sondermaß suchen zu müssen.

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Der typische Standard für Matratzengrößen – abgesehen von speziellen Modellen für Kinder – beginnt bei 80 cm Breite und 190 cm Länge. Die Maße steigen anschließend in vier Stufen um jeweils 10 cm in der Länge bis auf die sogenannte Überlänge von 220 cm. Allerdings gilt als die übliche und in den meisten Fällen verwendete Norm 200 cm, die einen guten Kompromiss für Menschen mit einer durchschnittlichen Körpergröße zwischen rund 1,60 Meter und 1,90 Meter darstellt. Hier finden sich insgesamt sieben Varianten in der Breite, die sich von 80 cm bis 100 cm in Schritten um 10 cm und anschließend um jeweils 20 cm erhöht.

Einige kleinere Einschränkungen bei der Auswahl müssen bei Sondergrößen mit 190 cm, 210 cm und 220 cm Länge gemacht werden, für die die meisten Hersteller keine Breiten mit mehr als 140 cm beziehungsweise 180 cm anbieten. Eine einfache Lösung, um diese Limits bei den Matratzengrößen zu umgehen, besteht in der Verwendung von zwei schmaleren Modellen. Diese Kombination erlaubt es, nahezu alle erforderlichen Maße zu erreichen.

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Bei konkreten Gründen sinnvoll – eine Matratze mit Sondermaß

Abweichend von dem üblichen Standard für Matratzengrößen bieten viele Hersteller ihre Produkte ebenfalls im Sondermaß an, das sich für außergewöhnliche Situationen – etwa für spezielle Umgebungen wie Wohnwagen, Boote und LKW oder für Menschen, die in ihrem Körperbau deutlich unter oder über der Norm liegen. Einen individuellen Zuschnitt auf bestimmte Maße ermöglichen allerdings ausschließlich wenige Spezialfabrikanten, weil dieser wegen des Aufbaus einer hochwertigen Matratze mit mehreren Zonen eine Neuberechnung der Struktur erfordert und sich der Zuschnitt entsprechend aufwendig gestaltet.

Paar sitzt im Wohnmobil im Bett - Matratzengrößen
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Die häufigsten Versionen mit Sondermaß sind die kleineren Baby- und Kindermatratzen mit 60 cm x 120 cm und 70 x 140 cm sowie solche mit einer Überlänge von 210 cm und 220 cm. Ihr Einsatz ist unter den entsprechenden Bedingungen durchaus sinnvoll und empfehlenswert, weil eine gängige Matratzengröße in ihren Eigenschaften auf Personen mit einer bestimmten Körpergröße optimiert ist. So profitiert zum Beispiel eine überdurchschnittlich kleine Person nicht von der traditionellen Aufteilung in sieben oder mehr Komfortzonen, weil sie diese schlicht nicht nutzt, sondern mit ihrem Körper nahezu ausschließlich im Oberkörper- oder Lendenbereich liegt.

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Noch gravierender zeigen sich die Auswirkungen für Menschen mit einer hohen Körpergröße – bereits ab 1,85 Meter klagen viele Betroffene über erhebliche Einschränkungen bei der Bequemlichkeit, weil ihre Füße nach Bewegungen im Schlaf oft über den Rand des Bettes hinausragen. Für sie empfiehlt sich dringend eine XXL-Matratze mit Überlänge, die ihnen darüber hinaus ausreichend Bewegungsfreiheit zu den beiden Seiten gewährleistet.

Großer Mann liegt schräg im Bett - Matratzengrößen und -maße
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Die optimale Matratzengröße – auch eine Frage des Schlafzimmers

So bequem ein großes und ausladendes Bett sein mag – nimmt es das komplette Schlafzimmer in Anspruch oder dominiert dieses weiträumig, schränkt es die Ästhetik und dadurch die Behaglichkeit, aber auch die praktische Alltagstauglichkeit rasch ein. Obwohl die kritische Grenze hier stark von der individuellen Präferenz abhängt, gilt dabei der Standard, dass die Maße der Matratze auf keinen Fall mehr als ein Drittel der verfügbaren Grundfläche einnehmen sollte, damit ausreichend Platz etwa als Stauraum in weiteren Schlafzimmermöbeln zur Verfügung steht und nicht der Eindruck einer unangenehmen Enge entsteht.

Bei einer von Experten empfohlenen Mindestgröße von etwa 12 m² bis 15 m² bedeutet dies im Normalfall keine Einschränkung der Matratzengrößen. Zu berücksichtigen ist allerdings, dass diese ebenfalls von dem Interieur, dem gewählten Stil und der Raumgestaltung abhängt. Ein großes, zentrales, aber flaches Bett gliedert sich beispielsweise selbst bei kleinen Räumen relativ gut in ein industrielles Loftdesign ein, während wuchtige und klassisch gestaltete Holzmöbel wegen ihres Volumens selbst geräumige Schlafzimmer leicht dominieren.

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Große XXL-Matratze oder getrennte Matratzen – die ideale Lösung für Pärchen

Viele und besonders junge Pärchen bevorzugen ein Doppelbett mit einer durchgehenden Matratze, um nachts bequem kuscheln und schlafen zu können. Als Standard für Matratzengrößen bei Doppelbetten gilt dabei 160 x 200 cm oder mehr, damit beide ausreichend Platz für eine bequeme Körperhaltung besitzen und sich nachts im Schlaf bewegen können, ohne den anderen zu wecken. Obwohl viele eine gemeinsame Matratze als romantisch empfinden, empfiehlt sich aus physiologischer Perspektive unter gewissen Umständen, dennoch getrennte Matratzen zu verwenden.

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Dies gilt immer dann, wenn sich beide Partner in ihrem Körperbau – sei es bei der Größe oder dem Gewicht – deutlich voneinander unterscheiden. Ein weiterer wichtiger Grund besteht in unterschiedlichen Präferenzen, bei denen um Beispiel ein Partner gerne hart, der andere lieber weich liegt. Den Schlafgenuss und das romantische Nebeneinander müssen solche getrennte Matratzen heute nicht mehr negativ beeinflussen. Für entsprechende Arrangements existieren längst praktische Hilfsmittel wie der Matratzenkeil, der den störenden Spalt zwischen beiden Hälften zuverlässig und nahezu unsichtbar abdeckt.

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Flexibel und zweckmäßig – Matratzengrößen für jeden Zweck

Die heute gängige Matratzengröße hat sich geschichtlich in einer relativ kurzen Zeit von etwa 150 Jahren etabliert – vor der industriellen Produktion von Matratzen waren diese selten und ausschließlich in gehobenen Kreisen des Bürgertums und des Adels zu finden. Allerdings ist es gelungen, einen universellen Standard für Matratzengrößen zu entwickeln, der sich gleichermaßen durch praktische Alltagstauglichkeit wie durch eine flexible Anwendung auszeichnet. Dafür zeigen sich die klar gegliederten und auf Zehnerschritte abgestimmten Maße verantwortlich, die eine freie Kombination bei unterschiedlicher Matratzengröße in der Breite erlaubt. Dadurch ist es möglich, das passende Modell für nahezu jedes Bett ab einer Breite von 80 cm zu finden.

Paar im Bett mit zwei Einzelmatratzen - Matratzengrößen und -maße
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Als problematisch erweisen sich hier ausschließlich „exotische“ Möbelstücke wie ein amerikanisches King Size Bett. Da jenseits des Atlantiks ebenso wie in Großbritannien nicht die metrischen Maße verwendet werden, sondern Einheiten wie Zoll und Inch als Standard gelten, weichen sowohl Möbel wie Matratzengrößen von der in Europa üblichen Skalierung ab. Die unterschiedlichen Maße zeigen sich problematisch, wenn die Matratzengröße unerwartet die des Bettes übersteigt, etwa weil King Size in den USA eine Breite von 193 cm, auf dem alten Kontinent jedoch 190 cm oder 200 cm bezeichnet. Es lohnt sich deshalb mitunter, im Zweifelsfall ebenfalls einen Blick auf die Herkunft zu werfen oder kurz nachzumessen, damit die Maße auch garantiert dem europäischen und nicht einem fremden Standard entsprechen.