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Matratzenhygiene – Ein Faktor für Gesundheit und guten Schlaf

Um guten und gesunden Schlaf zu ermöglichen und dauerhaft zu gewährleisten, ist ein hygienisch einwandfreier Schlafbereich wichtig. Besonders der Matratzenhygiene sollte dabei Ihr besonderes Augenmerk gelten. Speziell bei Allergiker führen zu hohe Konzentrationen von Mikroorganismen in der Schlafunterlage zu Husten, Atemnot oder Juckreiz. Abhilfe kann die richtige Matratzenhygiene schaffen, welche regelmäßige Pflege der Matratzen und Bettwäsche erfordert. Das Ziel liegt primär darin, der Ansiedlung und Vermehrung von Mikroorganismen vorzubeugen. Erfahren Sie, wie Sie Ihre Matratze effektiv von Mikroorganismen befreien können und wie Sie einem erneuten Befall vorbeugen können.

Matratzen: Ein Biotop für Bakterien und Milben

Aus heutiger Sicht kaum vorstellbar, aber in den vergangenen Jahrhunderten waren Flöhe, Wanzen, Läuse und andere Insekten im Bett alltäglich. Zum Glück haben Fortschritte im Bereich der Hygiene und ein gestiegener Lebensstandard diesen Zustand schon lange beendet. Geblieben sind hingegen die kleinen, unsichtbaren und gleichermaßen unerwünschten Lebewesen – vor allem Milben, Pilze und Bakterien. Sie besiedeln in hoher Zahl den Erdboden und gelangen wegen ihrer geringen Größe mit der Luft, dem Staub oder auf Schuhen und Kleidung unvermeidlich in jedes Haus. Betten, Textilien und Matratzen bieten diesen Kleinstlebewesen einen idealen Lebensraum, hier können Sie sich gut verstecken und vermehren. Feuchtigkeit ist ein Faktor, der das Wachstum von Mikroorganismen begünstigt und davon finden sie in Betten mehr als genug vor. Denn in einer einzigen Nacht verliert ein durchschnittlicher Mensch zwischen einen halben und einem Liter Flüssigkeit – zum überwiegenden Teil durch Schwitzen.

Milbe im Bett, Symbolbild - Matratzenhygiene ist wichtig
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In überhitzten Räumen, einer warmen Nacht oder bei einer entsprechenden Veranlagung steigt der Verlust nicht selten um die doppelte bis dreifache Menge an. Ein großer Teil der Feuchtigkeit sammelt sich anschließend in der Bettwäsche und der Matratze, da die Bettdecke eine schwer zu überwindende Barriere bildet. Der Schlaf in der Nacht dient darüber hinaus nicht allein der Erholung von Psyche, Knochen und Muskulatur. Auch die Zellerneuerungsprozesse unseres Körpers finden während der Nachtruhe statt, besonders für die Haut ist diese Regenerationsphase essenziell. Mit dem Blick auf die Matratzenhygiene zeigt sich allerdings die Schattenseite: Gerade in dieser Phase entsteht ein Großteil der biologischen Abfallprodukte: überwiegen Haare und Hautschuppen. Diese vom Körper während der nächtlichen Regenerationsphase abgestoßenen Partikel sammeln sich im Bett und auf dem Matratzenbezug.

Ideale Wachstumsbedingungen für Milben & Co. – auch sie haben es im Bett gemütlich

Die Umweltbedingungen – regelmäßige Feuchtigkeit, moderate bis warme Temperatur, günstige Oberfläche und Materialstruktur sowie ein konstanter Nachschub an organischem Material als Nahrungsquelle – sorgen dafür, dass viele Mikroorganismen ein ideales Biotop vorfinden, in dem sie keine natürlichen Feinde, dafür aber ausgezeichnete Bedingungen zum Leben vorfinden. Die Folge ist eine massenhafte Vermehrung von Kleinstlebewesen – zumindest bei fehlender oder mangelhaften Matratzenhygiene, denn ohne ausreichende Matratzenpflege kann es zur Bildung von Bakterienkolonien, der Ausbreitung von Schimmelpilzen oder einer überdurchschnittlich hohen Anzahl von Milben kommen. Eine Matratze gelegentlich und oberflächlich zu reinigen, reicht leider nicht aus, um die Mikroorganismen los zu werden.

Milben in der Nahaufnahme - Matratzenhygiene kann Milben verhindern
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Gründliche Matratzenreinigung : eine besondere Herausforderung

Für Privatpersonen ohne entsprechende Geräte ist es leider praktisch unmöglich, das Innere einer Matratze zu reinigen. In einigen Fällen erzielt die Behandlung mit einem Dampfreiniger einen gewissen Erfolg. Um Schäden durch die Hitze und Feuchtigkeit zu vermeiden, erfordern Kaltschaummatratzen – unabhängig von ihrem Material – jedoch immer ein vorsichtiges und langsames Vorgehen, das oft zu Lasten der Gründlichkeit der Reinigung geht. Eine Tiefenreinigung durch einen professionellen Anbieter kann je nach Verfahren teuer sein, außerdem muss dazu häufig die Matratze transportiert werden, was einen beträchtlichen Aufwand darstellt. Einschränkungen durch das Material begrenzen ebenfalls die Möglichkeiten, mit denen sich die Oberfläche einer Matratze reinigen lässt. Der Einsatz von größeren Mengen an Flüssigkeiten ist nicht möglich, da das anschließende Trocknen aufgrund der Saugfähigkeit der Schlafunterlage nicht einfach zu gewährleisten ist. Aus diesem Problem resultieren viele Hindernisse, die eine gründliche Matratzenhygiene auf den ersten Blick erschweren.

Matratzenhygiene: So gehen Sie vor

Um trotz der unvermeidlichen Schwierigkeiten eine effiziente Reinigung durchzuführen und die Hygiene zu gewährleisten, gibt es unterschiedliche Ansätze. Prinzipiell ist es ratsam, sich das Ziel der Matratzenhygiene deutlich vor Augen zu führen: Im Gegensatz zu anderen Reinigungsroutinen, bei denen es ausreicht, den Schmutz an der Oberfläche zu beseitigen, geht es bei der Matratzenhygiene darum Mikroorganismen, zu entfernen, möglichst effizient unschädlich zu machen und zu verhindern, dass sie sich künftig wieder ansiedeln. Unterschiedliche Ansätze bilden den Schlüssel, um dieses Ziel zu erreichen und eine ausreichende Matratzenhygiene zu gewährleisten.

Matratze wird mittels Waschsauger gereinigt - Teil der Matratzenhygiene
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Werden Sie aktiv: Sonnenlicht und Natron können helfen

Milben und Mikroorganismen für einen kurzen Zeitraum lebensfeindliche Umweltbedingungen zu schaffen, bieten sich als ein schonendes, gesundheitlich ungefährliches und einfach durchzuführendes Verfahren an. Oft reagieren Mikroorganismen empfindlich auf klimatische Einflüsse – so reicht zum Beispiel ein Tag an der frischen Luft und in direktem Sonnenschein aus, um viele Mikroorganismen inklusive Milben nahezu vollständig zu töten. Das Verstreuen von Natron erzeugt eine temporäre Veränderung des Lebensraums – der extreme und ungewohnte PH-Wert einer starken Base wirkt wie ein tödliches Gift auf nahezu alle darin befindlichen Organismen.

Schlafzimmer wird gelüftet - Teil der Matratzenhygiene
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Matratzenhygiene durch Pflege und präventive Maßnahmen

Eine effiziente und dauerhafte Matratzenhygiene basiert auf einer kontinuierlichen Pflege, die eine antibiotische Umwelt erzeugt und so der Vermehrung von Mikroorganismen vorbeugt. Eine wirkungsvolle Maßnahme bildet ein etwa 60 Minuten langer Zeitraum am Morgen, in dem Matratzen nach der Verwendung unbedeckt auslüften. Idealerweise stellen Sie die Matratzen dazu auf die Seitenkante, sodass die Luftzirkulation verstärkt wird. Feuchtigkeit und Schweiß, der über Nacht von der Schlafunterlage aufgenommen wurde, trocknet dadurch rasch, statt sich unter einer isolierenden Schicht zu stauen.

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Diese präventiven Ansätze wirken optimal, wenn sie konsequent, beginnend mit dem Tag der Neuanschaffung der Schlafunterlage, angewendet werden. Sie können auch später damit beginnen, allerdings sollten Sie dann, wie beschrieben, den Mikroorganismen mit Sonnenlicht oder Natron zu Leibe rücken, so erzielen Sie in jedem Fall ein befriedigendes Ergebnis. Die bewährte Maßnahme ist es, einen zusätzlichen Matratzenbezug, dessen feine Poren die Mikroorganismen nicht passieren können, zu verwenden. Dazu eignen sich Topper und spezielle Allergiker-Bettwäsche, einen besonders guten Effekt erzielen Sie, wenn Sie zusätzlich ein entsprechendes Spannbettlaken aufziehen.

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Regelmäßiges Waschen für optimale Matratzenhygiene

Für die Hygiene ist es nicht ausreichend, ausschließlich die Matratze zu reinigen und zu schützen. Das regelmäßige Waschen der Bettwäsche mit einer Temperatur von mindestens 60° Celsius spielt ebenfalls eine entscheidende Rolle. Das gilt insbesondere für jeden Matratzenbezug – sowohl Topper wie Spannbettlaken – da sich auf ihm eine hohe, mit der Zeit stetig steigenden Konzentration von Mikroorganismen zeigt. Beherzigen Sie diese Hinweise, werden Sie ohne lästige Quälgeister wie Milben und Schimmelpilzsporen erholsam und gesund schlafen.