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Regelmäßiger Matratzenwechsel

« Welche Intervalle sind notwendig? »

Es gibt viele Faktoren, die guten Schlaf beeinflussen – einer der wichtigsten unter ihnen ist mit Sicherheit die Matratze. Hat diese ihre Haltbarkeit überschritten, ist dies hygienisch bedenklich und führt zu einer anatomisch ungünstigen Körperhaltung mit daraus resultierenden Beschwerden. Aus diesen Gründen empfiehlt es sich, einen regelmäßigen Matratzenwechsel vorzunehmen, bevor die Unterlage das Ende ihrer Lebensdauer erreicht.

Matratzenwechsel entsprechend der Haltbarkeit

Es kann keine universelle, allgemeingültige Empfehlung geben, wie häufig eine Matratze zu wechseln ist – der genaue Zeitabstand hängt von zahlreichen Aspekten ab. Zu den wichtigsten zählen:

  • Qualität der Verarbeitung und des Materials
  • Körpergewicht des Nutzers
  • Härtegrad
  • Raumgewicht
  • Regelmäßige Pflege
  • Extreme thermische oder mechanische Belastungen

Es dürfte kaum überraschen – hochwertige Matratzen besitzen eine lange Haltbarkeit von teilweise über zehn Jahren, sind aber entsprechend kostenintensiv. Preisgünstige Modelle verschleißen hingegen schnell und erreichen mitunter nicht einmal ein Viertel dieser Lebensdauer, bevor sich eindeutige Abnutzungserscheinungen einstellen. Lediglich bei der Hygiene ergeben sich wenig Unterschiede. Sie hängt in erster Linie von einem regelmäßigen Reinigen und der Verwendung von einem Matratzenbezug in Kombination mit Bettwäsche wie dem Spannbettlaken ab.

Allgemein empfehlen Experten bei einem täglichen Gebrauch ein Intervall zwischen 24 Monaten und maximal zehn Jahren. Der Matratzenwechsel ist spätestens unvermeidlich, wenn erste dauerhafte Schäden auftreten. Diese führen sonst zu negativen Konsequenzen für die Schlafposition und den Komfort, weil die notwendige Elastizität nicht mehr gegeben ist.

Matratzenwechsel entsprechend der Haltbarkeit
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Bei Alterserscheinungen unverzüglich Matratzenwechsel empfohlen

Übermäßiges Alter oder Überbeanspruchung verursacht eine permanente Materialermüdung, die sich optisch bemerkbar macht. Es entstehen durchgelegene Bereiche mit sicht- und spürbaren Kuhlen, weil die Oberfläche nicht wieder in ihre Ausgangsposition zurückkehrt. Intensives Sonnenlicht und das Alter beeinträchtigen das Material und führen bei Schaumstoffen langfristig zu chemischen Veränderungen. Sie verlieren Elastizität, trocknen aus und werden spröde. Bereits erste, leichte Anzeichen der genannten Merkmale sind ein eindeutiges Signal dafür, sofort die Matratzen zu wechseln.

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Eine kleine Ausnahme davon bilden lediglich Viscoschaummatratzen, deren Elastizität wesentlich von der Temperatur beeinflusst wird. Sinkt diese unter 17° Celsius verhärtet sich der Kunststoff rasch und kann dadurch eine längere Zeit benötigen, um in seine ursprüngliche Lage zurückzukehren. Der Sinn dieser Eigenschaft liegt unter anderem darin, dass ein Schläfer die Oberfläche mit seinem Körper erwärmt und dadurch eine variable Flexibilität entsteht.

Um den Zustand von Visco-Schaum zu beurteilen, muss die Umgebungstemperatur deshalb über 18° Celsius – optimalerweise bei etwa 20° Celsius – liegen.

Auswirkungen unterschiedlicher Materialien auf den Matratzenwechsel

Die Herstellung von Latex, Kaltschaum und Visco-Schaum beinhaltet ein Aufschäumen des Materials mit Luft. Dieser Prozess ist wegen seiner Komplexität nicht vollständig berechenbar, sondern beruht auf statistischen Werten, so dass das Endprodukt immer einer gewissen Toleranz unterliegt.

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Die reale Lebensdauer der aufgeschäumten Verbindungen hängt deshalb wesentlich von der Präzision bei der Produktion und einer kostenaufwendigen Qualitätskontrolle ab. Dieser Umstand begründet neben anderen Eigenschaften wie dem Raumgewicht die teilweise hohen Preisunterschiede zwischen hochwertigen und günstigen Matratzen.

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Bei einer vergleichbaren Qualität liegen Latex und die klassischen Federkernmatratzen in der durchschnittlichen Haltbarkeit etwas vor Schaumstoffmatratzen. Der Hauptgrund liegt in einer geringeren Beeinträchtigung durch Feuchtigkeit, Wärme und mechanische Belastung. Diese Umweltbedingungen lassen Schaumstoff langfristig ermüden, während Latex beziehungsweise Metallfedern wasserundurchlässig sind und lediglich auf das Gewicht reagieren. Allerdings entscheidet das Material nicht alleine über die Häufigkeit eines Matratzenwechsel. Der wesentliche Faktor ist stattdessen das Raumgewicht.

Raumgewicht entscheidet über die Haltbarkeit

Bei einer Unterlage mit Kunststoffkern bezeichnet das Raumgewicht (RG) die Materialdichte. Ein hohes Raumgewicht bedeutet eine fein aufgeschäumte Mischung mit kleinen Luftbläschen und einer entsprechend kleinporigen Struktur. Ein niedriges steht umgekehrt für größere Einschlüsse, die naturgemäß auf die Dauer eher nachgeben. Hochwertige Matratzenhersteller geben es an, so dass ein direkter Rückschluss auf Qualität und Haltbarkeit möglich ist. Üblicherweise liegt das Raumgewicht zwischen minimal RG 20 und Werten bis über RG 75. Die Standardqualität liegt etwa bei RG 30 bis RG 35 und sollte nicht unterschritten werden – eventuell ist es sonst bereits nach unter 24 Monaten erforderlich, die Matratze zu wechseln.

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Jede Steigerung um RG 5 entspricht durchschnittlich einer verlängerten Lebensdauer zwischen zwölf Monaten und zwei Jahren. Eine Matratze mit RG 30 behält etwa drei Jahre, bei RG 35 ca. fünf, RG 40 ungefähr neun und RG 50 rund zehn Jahre seine Form. Sehr hochwertige Modelle besitzen ein Raumgewicht von RG 75 und höher – nach spätestens zehn Jahren ist allerdings stets ein Matratzenwechsel ratsam, da chemische Prozesse und die Hygiene ebenfalls eine Rolle spielen.

Ist das Raumgewicht unbekannt, kann dieses nach einer einfachen Formel errechnet werden. Sie lautet:

Raumgewicht = Gewicht in Kilogramm: Volumen in m³ (Länge x Breite x Höhe)

Eine Matratze mit den Werten 1 Meter Breite, 2 Meter Länge, 20 cm Höhe und 12 Kg Gewicht (ohne Überzug) besitzt also das Raumgewicht:

1 x 2 x 0,2 = 0,4

12 : 0,4 = RG 30

Zusammenhang zwischen Härtegrad, Körpergewicht und Lebensdauer

Es ist ein populärer Irrtum, einen Zusammenhang zwischen Raumgewicht und dem Härtegrad herzustellen. Beide Werte sind vollständig unabhängig voneinander – ein niedriger Härtegrad kann ein hohes Raumgewicht oder umgekehrt besitzen. Es besteht aber eine Verbindung zwischen Haltbarkeit, Härtegrad und Körpergewicht. Ein schwerer Körper belastet eine harte Matratze weniger als eine weiche, da er unterschiedlich tief einsinkt. Schwere Personen sollten also bei niedrigerem Härtegrad ein höheres Matratzengewicht bevorzugen, um häufigem Matratzenwechsel vorzubeugen.

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Positive Wirkung von regelmäßigem Reinigen und Pflegen

Im Laufe eines Jahres verliert ein Mensch während des Schlafes im Bett über 180 Liter Schweiß und mehr als ein halbes Kilogramm Hautschuppen. In Verbindung mit der Körperwärme und der Feuchtigkeit ergibt sich daraus eine nahezu optimale Umgebung für Milben und Bakterien. Um die ungebetenen Gäste auf ein Minimum zu reduzieren, ist ein regelmäßiges Reinigen alle drei bis sechs Monate notwendig.

Es ist empfehlenswert, die Unterlage bei dieser Gelegenheit abwechselnd in der Länge wie von oben nach unten zu wenden, um sie zu pflegen. Dadurch wird die Oberfläche ungleichmäßig belastet und ein zu früher Matratzenwechsel vermieden.

Topper und Matratzenbezug verzögern den Matratzenwechsel

Ein waschbarer Matratzenbezug gehört bei hochwertigen Modellen inzwischen zur Standardausstattung.

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Zusätzliche Topper bilden eine sinnvolle Ergänzung, von der hochwertige wie preisgünstige Matratzen profitieren. Sie erhöhen die Hygiene und schonen die Unterlage, weil sie punktuelle Druckstellen auf eine größere Oberfläche verteilen. Die geeignete Bettwäsche besteht neben Kissen- und Deckbezügen aus einem mit mindestens 60° Celsius waschbaren Spannbettlaken.

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Experten empfehlen, die Bettwäsche alle zwei bis drei Wochen – in der warmen Jahreszeit und bei Krankheit noch häufiger – zu wechseln. Zu beachten ist, dass Topper, Überzüge und Spannbettlaken nur eine gewisse Anzahl von Kochwaschgängen schadenfrei überstehen. Je nach Material liegt diese zwischen zehn und fünfzehn Durchläufen – danach sollten Sie sie wechseln. Eine kleine Waschtrommel verringert die Haltbarkeit, denn das Hauptproblem liegt weniger bei der Temperatur, als in der auftretenden Reibung. Ohne einen waschbaren Matratzenbezug oder -schoner unter dem Spannbettlaken ist ein Matratzenwechsel in jedem Fall nach spätestens fünf Jahren fällig, um eine angemessene Hygiene zu gewährleisten.