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Milben im Bett bekämpfen

« Unsichtbar allgegenwärtig und nicht immer gefährlich »

Aus Sicht der Evolution sind Milben die vielleicht erfolgreichste Klasse der Tierwelt. Sie sind auf der ganzen Welt und selbst in extrem lebensfeindlichen Klimazonen wie der Antarktis heimisch. Zu ihnen zählen insgesamt 546 Familien mit mehr als 50.000 bekannten Arten – wobei Wissenschaftler davon ausgehen, dass wegen ihrer geringen Größe noch mehr als 10.000 Spezies einfach noch nicht entdeckt wurden. Obwohl die Mehrzahl im Boden ansässig ist, existieren sie auf nahezu allen Oberflächen inklusive lebenden Körpern, Textilien oder Flocken von Hausstaub. Die Matratze und die Bettwäsche bieten ihnen dabei ein nahezu ideales, gut geschütztes Habitat mit ausreichend Nahrung. Milben im Bett sind deshalb praktisch unvermeidbare Gäste, die Allergiker vor ein großes Problem stellen.

Zehn Millionen ungebetene Gäste in einem Bett

Besonders Hausstaubmilben bevorzugen das Bett als ihr Territorium und sind dort in einer so großen Zahl anzutreffen, dass eine vollständige Entfernung drastische Mittel in einer sterilen Umgebung erfordern würde. Bei Stichproben haben Studien eine schwankende Zahl von durchschnittlich zwischen zwei und zehn Millionen von ihnen festgestellt – pro Schlafplatz und verteilt auf die Matratze und die Bettwäsche. Die unerwünschten Besucher besitzen acht Beine und stammen aus der Unterklasse der Spinnen. Angesichts der weitverbreiteten Abneigung vieler Menschen gegen diese Tiere dürfte das ihre Toleranz gegenüber den Eindringlingen noch einmal deutlich verringern, selbst wenn diese keine gesundheitlichen Beschwerden oder Gefahren verursachen. Es ist allerdings gar nicht so einfach, sie direkt und schonend zu bekämpfen, denn sie sind sehr gut angepasst, widerstandsfähig, sehr klein und deutlich in der Überzahl.

In befallenen Betten sind oft unzählig viele Milben vertreten
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Große Milben sind im Haus nur selten anzutreffen und obwohl bestimmte Arten wie die Riesenzecke bis zu zwei Zentimeter groß werden können, handelt es sich hier um seltene Ausnahmen. Eine typische Hausstaubmilbe misst lediglich zwischen 0,1 und 0,5 Millimeter und ist für das menschliche Auge unsichtbar. Ohne ihre enorme Zahl würde sie mit großer Wahrscheinlichkeit überhaupt nicht beachtet werden, aber ein einfaches Rechenbeispiel veranschaulicht ihre ungewöhnlich hohe Verbreitung. Würden sich alle Milben im Bett vor ihrem Quartier in einer Reihe aufstellen, ergäbe das bei einer durchschnittlichen Größe von 0,4 Millimetern und einer Zahl von zweieinhalb Millionen Tieren eine Schlange von 1.000.000 Millimeter beziehungsweise 100.000 Zentimeter oder 1000 Meter – also 1 Kilometer.

Ungefährlich, aber nicht harmlos

Glücklicherweise sind nahezu alle Milben im Bett für den Menschen eigentlich ungefährlich – sie übertragen keine Krankheiten, beißen oder stechen nicht und leben ausschließlich von totem Gewebe wie abgestorbenen Haut- und Haarzellen. Für eine bestimmte Menschengruppe sind sie dennoch alles andere als harmlos: Bei einer Hausstauballergie entwickeln sie sich nicht selten zu einer echten Belastung für den Betroffenen. Das macht es sehr wichtig für ihn, möglichst umfassend die Ursache – also die Milben – zu bekämpfen. Ein Allergiker reagiert nicht auf den Hausstaub an sich – das wäre wegen seiner durch die Umgebung vorgegebenen und teilweise sehr unterschiedlichen Zusammensetzung ohnehin nur schwer möglich. Stattdessen behandelt sein Immunsystem die Ausscheidungen, Eier und Teile der Milben selbst wie Krankheitserreger und entwickelt bei einem Kontakt die für eine Infektion üblichen Symptome, ohne dass eine reale Gefahr vorliegt. Die Schuld tragen bestimmte Enzyme, die der Körper wegen ihrer Struktur oder ihrer molekularen Eigenschaften mit Keimen wie Bakterien, Sporen oder Viren verwechselt. Wegen ihrer geringen Größe werden diese Partikel bei jedem Lufthauch aufgewirbelt, verteilen sich in der Luft und werden beim Atmen in die Lunge gesaugt.

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Bei einer Hausstauballergie leiden die Betroffenen aber nicht allein unter den hervorgerufenen Symptomen, sondern häufig auch indirekt. Da die Zahl der Milben im Bett überdurchschnittlich hoch ist und ein enger Kontakt besteht, verstärken sich die Reize und beeinträchtigen einen gesunden und erholsamen Schlaf. Das führt zu den bereits gut erforschten Folgen wie Tagesmüdigkeit, verminderter Leistungsfähigkeit, erhöhter Aggression und insgesamt zu einem Verlust an Lebensqualität. Die Bedeutung von spezieller Allergiker-Bettwäsche wie Topper, Encasings und mehr unterschätzen viele Allergiker und Mediziner in diesem Zusammenhang leider noch immer.

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Das Schlafzimmer bildet ein perfektes und sicheres Biotop

Für ihr Überleben benötigen die kleinen Arachniden eine warme und feuchte Umgebung mit einer dauerhaften und ergiebigen Quelle für Nahrung. In einem Bett finden sie alle diese Bedingungen vor, denn der Schläfer hält durch seine Körperwärme eine weitgehend konstante Temperatur von etwa 36° Celsius und verliert in einer einzigen Nacht bis zu einem Liter Flüssigkeit durch Atem, Verdunstung und Schwitzen. Gleichzeitig sichert er durch herabfallende Haare, Hautschuppen und anderen abgestorbenen Zellen eine permanente Zufuhr von Nährstoffen. In einem Schlafzimmer besitzen Milben zudem kaum natürliche Feinde, die ihre Vermehrung begrenzen würden. Außerhalb ihres geschützten Biotops sind die mittlerweile an den Menschen angepassten Hausstaubmilben kaum noch überlebensfähig – in der freien Natur verhindert der Druck angepasster Artgenossen und feindlicher Jäger ihre Ausbreitung.

Aktives Bekämpfen durch Wärme und Kälte

Ein Mensch verbringt etwa ein Drittel seines Lebens im Bett – aggressive und schädliche Chemikalien verbieten sich deshalb und weisen auch nur geringe Erfolgsaussichten auf. Es ist deshalb nicht einfach, durch eine gezielte Vernichtung die Milben zu bekämpfen. Ein effektiver, ungiftiger und vollständig risikofreier Ansatz besteht in hohen oder niedrigen Temperaturen. Eine einfache Wäsche mit 60° Celsius tötet die Kleinstlebewesen nahezu vollständig ab. Empfindliche Textilien oder andere Accessoires wie Kuscheltiere oder Kissen sollten hingegen Frost in Außenbereichen oder dem Tiefkühler ausgesetzt werden – bei mehreren Stunden unter 0° Celsius erfrieren die Spinnentierchen. Sie lassen sich anschließend durch Ausschütteln im Freien oder einer 30°-Wäsche entfernen.

Bekämpfung der Milben mit Kälte
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Passive Maßnahmen: Ausbreitung von Milben im Bett verhindern

Auch wenn eine vollständige Beseitigung aller Milben nicht möglich ist, kann ihre Zahl durch einige einfache und effiziente Maßnahmen auf ein Niveau reduziert werden, bei dem selbst empfindliche Allergiker keine Beeinträchtigungen mehr befürchten müssen. Oft hilft es bereits, einige häufig begangene Fehler zu vermeiden, um die Belastung spürbar zu senken.

  • Eine saubere Umgebung ohne Hausstaub und mit wenig frei zugänglichen Textiloberflächen oder anderen „Staubfängern“ senkt die Grundbelastung deutlich.
  • Wer sofort nach dem Aufstehen das Bett macht, versiegelt es damit praktisch. Damit die Feuchtigkeit entweichen kann, sollte es stattdessen zunächst gründlich gelüftet werden.
  • Beim Ausschütteln der Bettwäsche im Schlafzimmer verteilen sich dessen Bewohner im gesamten Umkreis. Stattdessen sollte diese für das Waschen möglichst vorsichtig abgenommen und direkt in die Waschmaschine befördert werden.
  • Allergiker-Bettwäsche und Encasings besitzen eine Oberfläche mit sehr feinen Poren, die die Milben nicht durchdringen können. Sie behindern deshalb die Besiedlung von Matratze und Kopfkissen.
  • Für einen maximalen Schutz sollten Allergiker-Bettwäsche und Encasings mit weiteren Maßnahmen wie Topper kombiniert werden.
  • Wie alle Insekten lieben die Tiere warme und feuchte Umgebungen. Für das Schlafzimmer empfehlen sich deshalb maximal 18° Celsius Temperatur und häufiges Lüften.
  • Ein regelmäßiger Wechsel der Laken und Bezüge sowie das Waschen mit mindestens 60° Celsius reduziert die Dichte deutlich – mitunter bis um das Zehnfache.

Um Milben zu bekämpfen, muss keine klinisch reine und sterile Umgebung hergestellt werden. Es ist vollkommen ausreichend, deren Vermehrung durch eine ungeeignete Umgebung zu unterbinden, um die Zahl um den Faktor zehn bis zwanzig zu senken. Die geringe Population liegt anschließend deutlich unter der Toleranzgrenze, ab der eine Hausstauballergie zu Beeinträchtigungen führt.