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Mittelfeste Matratzen

« Nicht zu hart und nicht zu weich »

Wer eine neue Matratze kaufen möchte, sollte sich vorab klarmachen: Die eine perfekte Schlafunterlage für alle gibt es nicht. Je nach dem individuellen Körpertyp kommen ganz unterschiedliche Modelle für Ihr Bett in Frage. Während die üblichen Empfehlungen insbesondere bei Rückenproblemen oft noch immer zu möglichst hartem Liegen gehen, beweisen Studien einhellig, dass mittelfeste Matratzen für ein breites Spektrum an Personen die beste Wahl darstellen.

Damit Sie richtig liegen

Wie hart soll die Schlafunterlage sein? Wer die Wahl hat, hat beim Matratzenkauf eindeutig ein Stück weit die Qual, zumal sich traditionelle Empfehlungen, neueste Wissenschaft und das eigene Körpergefühl stark widersprechen können. Einst galt die Maxime, je härter, desto besser – vor allem, wenn bereits Rückenschmerzen bestehen.

Mittlerweile aber weiß man, dass neben der Stützkraft einer festen Unterlage auch ein ordnungsgemäßes weiches Einsinken schwerer Körperpartien wie Schultern und Becken von Interesse ist, um die Wirbelsäule im Liegen optimal zu entlasten. Die goldene Mitte zwischen fest und weich bedeutet eine mittelfeste Matratze. Damit liegen Sie weder zu hart noch zu weich. Denn beide Extreme können dem Rücken auf Dauer schaden.

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Ist die Matratze zu weich

  • hängt die Wirbelsäule im Bett durch
  • folgen Rückenschmerzen oder Verspannungen
  • das Aufstehen aus dem Bett erweist sich durch die nachgiebige Schlafunterlage als mühsam

Ist sie zu hart

  • können Schultern und Becken nicht genügend einsinken
  • es drohen Druckstellen und Durchblutungsstörungen
  • auch Rückenschmerzen und Verspannungen können wiederum die Folge sein

Ziel ist es immer, dass die Wirbelsäule in Bauch- und vor allem Rückenlage in ihrer natürlichen Doppel-S-Krümmung perfekt unterstützt wird. In Seitenlage sollte das Rückgrat gerade liegen.

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Die Härtegrade richtig verstehen

Es gibt zweierlei: Die Bezeichnung der „mittelfesten Matratze“ einerseits und das mittelfeste Liegegefühl andererseits. Bei ersterem kommt der Härtegrad ins Spiel, der bei der Matratzenwahl einen der gängigsten Orientierungspunkte bietet.

Grundsätzlich gibt der Matratzenhärtegrad Aufschluss über Festigkeit und daraus folgende Eignung eines Matratzenmodells für ein bestimmtes Körpergewicht. Die Härte geht von H1 bis H5 – je höher der Wert, desto höher die Matratzenhärte. Das heißt aber nicht automatisch, dass es sich bei der Klasse H3 um eine mittelfeste Matratze handelt.

Die Haertegrade richtig verstehen mittelfeste-matratzen
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Denn hier kommt das Liegegefühl und damit die Abhängigkeit vom Körperbau ins Spiel: Während sich ein Matratzenmodell mit der Härte H3 für eine 1,70 m große Person mit 75 kg Körpergewicht durchaus auch mittelfest anfühlen kann, empfindet ein 1,55 m großer Mensch dasselbe Modell wahrscheinlich als eher weich. Das liegt daran, dass sich bei mehr Körpergröße das Gewicht flächiger über die Schlafunterlage verteilt, während es sich bei einer kürzeren Statur auf einen gedrungeneren Punkt reduziert. Kurzum: Wenn ein mittelfestes Liegegefühl das Ziel ist, entscheidet der eigene Körper mehr als eine vorgegebene Bezeichnung. Diese dient eher als grober Richtwert.

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Hinzu kommt, dass der Härtegrad an sich keiner Norm unterliegt. Jeder Hersteller definiert für seine Erzeugnisse also eigenständig, ob die Matratze fest oder mittelfest ist oder doch eher weich ausfällt. Zwar stehen bei den meisten Anbietern eigene Härtegradtabellen zur Verfügung, aus denen Empfehlungen für die jeweilige Körperstatur hervorgehen. Je nach weiteren Faktoren wie etwa dem gewählten Kernmaterial können Richtwert und Realität aber stark abweichen.

Welcher Härtegrad steht nun für eine mittelfeste Matratze?

Wenn Schlafunterlagen einen mittelfesten Charakter mitbringen sollen, kommen im Allgemeinen je nach körperlicher Voraussetzung die Härtegrade H2 und H3 in Frage. Wer bei den Empfehlungstabellen oder nach dem eigenen Dafürhalten zwischen zwei Festigkeiten liegt, sollte im Zweifelsfall den nächsthöheren Grad wählen – insbesondere, wenn es sich um eine grundsätzlich eher softer ausfallende Viscoschaummatratzen oder Kaltschaummatratze handelt.

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Um dennoch weicher zu liegen, lässt sich anschließend problemlos ein praktischer Topper ergänzen.

Mittelfestes Liegen durch richtiges Kernmaterial

Die Viscoschaummatratze

Eine moderne Viscoschaummatratze, wie etwa die 7-Zonen-Visco-Kaltschaummatratze OrthoMatra VISCO-50, ist für ihren schwerelos schwebenden Charakter bekannt. Da das Material durch den Einfluss von Druck und Wärme weich wird, gibt es punktuell stärker nach. So entsteht ein sehr druckentlastendes und eher softes Liegegefühl. Durch eine mit Kaltschaum verbundene Konzeption lässt sich dennoch die nötige Stützkraft erreichen, um orthopädisch korrekt zu liegen.

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Die Kaltschaummatratze

Anders als die Viscoschaummatratze gibt es bei reinen Kaltschaummodellen ein breites Spektrum möglicher Liegegefühle. Zusätzliche Bohrungen oder Einschnitte im Material sind typisch und erzielen je nach Variante ein ganz spezifisches Oberflächenverhalten. Verglichen mit einer Federkernmatratze wird das Schlafen auf einer Kaltschaummatratze wie der OrthoMatra ABC-Dream mit 7 Zonen aber gemeinhin als etwas weicher empfunden.

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Die Federkernmatratze

Die Größe der einzelnen Federn sowie Windungszahl und Drahtstärke wirken sich bei einer Federkernmatratze enorm darauf aus, ob sich das Liegen fester oder weicher anfühlt. Einfache Bonellfederkerne bieten ein dynamisches, flächiges und recht weiches Liegeempfinden, während Taschenfedern wie bei der Betten-ABC(R) OrthoMatra TF 5.0 punktgenau reagieren und damit mehr Stützkraft mitbringen. Bei gleicher Matratzenhärte, etwa H3, kann sich eine Federkernmatratze daher deutlich fester anfühlen als ein Kaltschaummodell oder gar eine Viscoschaummatratze.

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Weitere Faktoren: Zonierung und Bezugsarten

Weiterhin haben der gewählte Bezug sowie die gegebenen Zonierungen Einfluss darauf, wie fest eine Matratze ausfällt. Ein strammer Drell-Bezug verleiht der gesamten Schlafunterlage mehr Härte als etwa ein sanfter Frotteebezug oder ein Modell aus antibakteriellem Bambus, wie es die 7-Zonen-Taschenfederkernmatratze OrthoMatra ABC Spring mitbringt.

Auch die Zonierung beeinflusst das Liegeempfinden entscheidend: Vor allem Seitenschläfer sollten hier auf eine stimmige Matratzeneinteilung achten. Die Zonen für Becken und Schultern müssen so gearbeitet sein, dass diese Partien in Seitenlage ergonomisch korrekt einsinken können, während auf Höhe der Taille ein leichter Gegendruck entsteht.

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Für wen sich mittelfeste Matratzen besonders eignen

Grundsätzlich ist eine mittelfeste Matratze empfehlenswert, wenn nicht persönliche Vorlieben eine mehr fest oder weich gestaltete Schlafunterlage erfordern. Das Wichtigste bleibt, dass die Wirbelsäule ihre natürliche Haltung in allen Schlafpositionen erreichen kann. Wer mag, kann sich als Leitlinie folgende Formal einprägen:

Körpergewicht in kg = (Körpergröße in cm – 100): mittelfeste Matratzen ist die Wahl

Das bedeutet, wenn Sie 75 kg wiegen und rund 175 groß sind, dann ist eine mittelfeste Schlafunterlage ideal. Wer diesen Bereich stark unter- oder überschreitet, sollte sich eher nach einem anderen Härtegrad umsehen. Auch für Senioren empfiehlt sich allgemein eher weiches Liegen, da die empfindliche Haut hier schnell mit Druckstellen reagiert.

Matratzenhärte bei Rückenbeschwerden

Bei gesundheitlichen Problemen wie etwa einem Bandscheibenvorfall oder ähnlichen Erkrankungen des Rückens sind mittelfeste Matratzenmodelle besonders geeignet und bieten immer einen guten Kompromiss aus Nachgiebigkeit und Stützkraft. Hier ist es allerdings besonders wichtig, die Entscheidung genau abzuwägen und keine Kompromisse zu machen.

Matratzenhaerte bei Rueckenbeschwerden mittelfeste-matratzen
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Keine Schlafunterlage der Welt wird einmal bestehende Schäden der sensiblen Wirbelsäule oder des Bewegungsapparates reparieren können. Die optimale nächtliche Lagerung übt jedoch einen enormen Einfluss darauf aus, ob und wie schnell die Symptome nachlassen und sich bestenfalls langfristig regenerieren können.