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Auswirkungen des Mondes auf den Schlaf

« Mythos oder Realität? »

Der Mond hat die Menschen seit jeher zum Träumen angeregt – aber beeinflusst er auch wirklich unseren Schlaf? Es ist nicht ungewöhnlich, dass sich Menschen darüber beschweren, dass sie speziell bei Vollmond unter Schlafstörungen leiden. Umgekehrt behaupten einige, dass sie bei Neumond schneller und tiefer schlafen, selbst wenn das Bett in der aktuellen Situation nicht ihren Vorstellungen oder Präferenzen entspricht. Es scheint naheliegend und vergleichsweise simpel, diese Behauptungen objektiv zu überprüfen – so einfach die Theorie erscheinen mag, wurde sie in der Praxis selten durch objektive Studien verifiziert. Es gibt ohne Zweifel zahlreiche Gründe, schlecht zu schlafen – fraglich bleibt, ob der Mond auf Schlaflosigkeit seinen Einfluss nimmt.

Ewiger Begleiter der Erde – der Mond

In unserem Sonnensystem begleiten Monde zahlreiche Planeten – der Mars besitzt zwei von ihnen, der Neptun bereits 14 und der Saturn sogar nicht weniger als 83 von ihnen, die den Planeten in einem eher chaotischen Dauerlauf umkreisen. Auf der Erde besitzen wir hingegen glücklicherweise nur einen einzigen Trabanten, dessen Aufgabe und Einfluss jedoch niemals zu unterschätzen ist. Das bekannteste Phänomen ist mit Sicherheit Ebbe und Flut – Ereignis, das sich in stets in konkreten Zeitabständen von ca. 12 Stunden wiederholt und auf die Anziehungskraft des Mondes zurückzuführen ist.

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Zusätzlich erfüllt der Mond eine sehr wichtige Funktion, die das Überleben auf der Erde überhaupt erst ermöglicht. Er stabilisiert die Laufbahn der Erde und deren Rotation um die eigene Achse – ohne diesen Ausgleich gäbe es keine wechselnden Jahreszeiten und das weltweite Klima wäre wesentlich instabiler, als es heute ist. Der Grund ist relativ einfach zu verstehen – wie zwei Kugeln, die mit einer unsichtbaren Schnur, nämlich der Gravitation, verbunden sind, wirbeln die Erde und der Mond in einer raschen Bewegung umeinander. Dabei „zieht“ der Mond an Flüssigkeiten und beeinflusst damit nicht allein die Weltmeere, sondern auch die Gestaltung der Erde an sich.

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Alle diese Eigenschaften legen selbstverständlich den Verdacht nahe, dass sich der Mond auf den Schlaf auswirkt und uns ebenfalls beeinflusst. Diesen Ansatz verfolgen nicht nur zahlreiche Esoteriker, er ist ebenfalls fest in der populären Kultur verankert – das prominenteste Beispiel ist mit Sicherheit die Legende vom Werwolf, der bei Vollmond seine meist blutrünstige Natur entfaltet. Allerdings konnte noch niemand die Frage sinnvoll beantworten, warum besondere Ereignisse beim Schlafen mit dem Voll- und nicht beispielsweise mit dem Neumond zusammenhängen sollten.

Die Mondphasen – ein optisches Ereignis

Ein heller Vollmond in einer klaren Nacht ist sicherlich eindrucksvoll – auch zwei Wochen später bei einem fahlen Neumond ist dessen Substanz mit Sicherheit nicht verschwunden, sondern bleibt stets identisch. Ob unser dauerhafter Begleiter voll erstrahlt, nur zur Hälfte sichtbar ist oder als fahle Sichel am Horizont erscheint, hängt ausschließlich von der Konstellation zwischen Erde, Sonne und Mond ab.

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Je nach der Konstellation, in denen das Licht auf den Mond fällt, erscheint dieser in unterschiedlicher Form am Himmel. Es ist insofern sinnlos, sich über die Auswirkungen der sichtbaren Mondphasen Gedanken zu machen – sie verändern lediglich den (von unserem Planeten sichtbaren) Lichteinfall, können aber keinesfalls etwas an der Struktur oder den physikalischen Eigenheiten des Mondes ändern. Das bedeutet allerdings nicht, dass unser Trabant statisch und kontinuierlich an seiner Stelle verharrt – im Gegenteil, er verändert seine Distanz zu der Erde fortlaufend, während er in einer elliptischen Bahn um unseren Planeten zirkuliert.

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Die Frage sollte deshalb eigentlich immer lauten: Beeinflusst der Mond den Schlaf durch sein Erscheinen oder eher durch seine Position? Allerdings lässt sich die Entfernung mit privaten Mitteln lediglich schwer und kaum exakt messen – mal abgesehen davon, dass nur wenige Menschen bereit wären, den dafür erforderlichen technischen Aufwand in Kauf zu nehmen. Es ist deshalb wenig wahrscheinlich, dass Schlafstörungen und Schlaflosigkeit direkt auf Mondphasen zurückzuführen sind.

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Ein gutes Bett inklusive hochwertiger Matratze, dem passenden Lattenrost und geeignete Bettwäsche beeinflussen die gesunde Nachtruhe mit Sicherheit stärker, als dass sich ein Mond auf den Schlaf auswirken könnte. Das bedeutet allerdings nicht, dass die Gestirne keinen praktischen Einfluss hätten.

Studie aus Basel weist dem Vollmond Schlafstörungen nach

Leider ist selbst in der wissenschaftlichen Welt der Zusammenhang zwischen Ursache und Wirkung häufig alles andere als eindeutig. Dr. Christian Cajochen hat mit seinem Team den Wach-Rhythmus anhand von früheren Aufzeichnungen und eigenen Probanden untersucht und in diesem Zusammenhang eine klare Relation zwischen dem Mondzyklus und Schlaflosigkeit sowie -qualität ermittelt. Die Ursache liegt laut der Untersuchung in einer deutlich verminderten Produktion von Hormonen – allen voran dem als Schlaf fördernd geltenden Melatonin, das als wesentlich für die Steuerung der körpereigenen Funktionen wie Müdigkeit und Schlafdauer oder -tiefe gilt.

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Laut der Untersuchung ließ sich bei Probanden mit Schlafstörungen, die nicht über die aktuelle Mondphase informiert wurden, eine Abnahme der für den Tiefschlaf symptomatischen Delta-Wellen um 30 Prozent feststellen, wenn der Vollmond schien. Darüber hinaus benötigten die Probanden durchschnittlich fünf Minuten länger, um Schlaf zu finden und wachten rund 20 Minuten eher auf. Es ist trotzdem zweifelhaft, ob der Mond die Ruhezeit direkt steuert oder eher indirekt – möglicherweise gar unbewusst – an diesem Resultat beteiligt ist.

Studie aus München bestätigt: Es gibt keinen Zusammenhang

Ein Problem der Untersuchung aus Basel besteht in der relativ kleinen Gruppe der Probanden, die keine repräsentative Testgruppe darstellt. Aus diesem Grund führte das Max-Planck-Institut für Psychiatrie in München 2014 eine umfassende Studie durch, bei der sie rund 1.250 Teilnehmer in mehr als 2000 Nächten mit einbezogen.

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Um das Ergebnis abzurunden, ergänzten die Wissenschaftler ihre eigenen Beobachtungen mit den Aufzeichnungen von über 20.000 Nächten im eigenen Bett, die sich im aktuellen Bestand fanden. Das Ergebnis ist ebenso eindeutig wie unmissverständlich: Laut den Forschern aus Bayern lässt sich keinerlei Zusammenhang zwischen dem Vollmond und Schlafstörungen herstellen.

Stattdessen beruhen Schlafstörungen in der Mehrzahl auf aktuellen und psychischen Ursachen, die weder mit dem Wetter oder dem aktuellen Stand von Mond oder dem Schlaf der letzten Nächte in Zusammenhang stehen.

Beeinflusst der Mond den Schlaf?

Viele Theorien basieren auf der Tatsache, dass die Anziehungskraft des Mondes in einem menschlichen Körper einen Effekt ausübt, der mit Ebbe und Flut vergleichbar sei. Allerdings ist die Menge der Flüssigkeit in einem menschlichen Körper – obwohl sie entsprechend dem Lebensalter bei etwa 65 Prozent bis 75 Prozent der Körpermaße liegt – bei Weitem nicht ausreichend, damit ein Effekt durch den Stand des Mondes nachgewiesen werden könnte. Unabhängig von diesem Umstand ist wohl ein einfacher Fakt entscheidender: Ob es sich um einen Vollmond handelt oder nicht, die Ursache liegt immer und ausschließlich bei der Beleuchtung durch die Sonne.

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Deren Position beachten Theorien jedoch praktisch niemals, wenn sie Menschen erklären, warum sie schlecht schlafen. Sie konzentrieren sich stattdessen auf äußere und leicht erkennbare Merkmale, die allerdings objektiv betrachtet keinerlei Zusammenhang mit der Anziehung des Mondes, dadurch verursachten Schlafstörungen oder anderen Faktoren außer der Helligkeit unter freiem und unbewölktem Himmel aufweisen.