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Nachhaltige Matratzen

« Komfortabel und ökologisch schlafen »

Der steigende Verbrauch von Rohstoffen stellt die Welt durch fehlende Nachhaltigkeit bereits heute vor große Probleme, die sich in der Zukunft noch verstärken werden. Das Bewusstsein für die Notwendigkeit, mit den vorhandenen Ressourcen umweltschonend vorzugehen, hat in den letzten Jahrzehnten stetig zugenommen. Eine nachhaltige Matratze aus Naturlatex ist ein Schritt, zu dem sich immer mehr Menschen bewusst entscheiden, um ihre eigene Ökobilanz zu verbessern. Zusätzlich bietet die Entscheidung für eine Naturmatratze weitere Vorteile, von denen nicht allein die Umwelt, sondern ebenfalls ihr Benutzer profitiert. Vor diesem Hintergrund ist es sinnvoll, sich bei einer Neuanschaffung mit dieser Alternative zu konventionell gefertigten Matratzen auseinanderzusetzen.

Viele Matratzen weisen hohen Verbrauch von Rohstoffen auf

Die meisten Varianten von Schaummatratzen oder -kissen bestehen aus chemischen Verbindungen, die durch aufwendige Trennung und Verarbeitung aus Mineralölen gewonnen werden. Dabei ist es unwichtig, ob es sich um die klassische Kaltschaummatratze oder eine moderne Viscoschaummatratze handelt. Dies gilt selbst für eine Latexmatratze, sofern bei dieser nicht ausschließlich nachhaltig angebauter Naturlatex zum Einsatz kommt. Bereits die Gewinnung der Rohstoffe benötigt sehr viel Energie und schädigt die Natur durch Umweltzerstörung und Schadstoffe erheblich. Selbst bei fortschrittlichen und effizienten Verfahren ist es unter diesen Umständen nicht möglich, eine Matratze nachhaltig herzustellen.

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Ein weiterer Aspekt ist die Klimaneutralität, die selbst durch Maßnahmen wie eine Renaturierung von Flächen nicht vollständig hergestellt werden kann. Problematisch ist zudem nicht allein die Verwendung von endlichen Ressourcen, sondern ebenfalls die negativen Auswirkungen der Produktionsprozesse, die viel Wasser und Energie verbrauchen.

Die wichtigsten Faktoren für eine nachhaltige Matratze

Eine nachhaltige Matratze muss vollständig aus nachwachsenden Rohstoffen bestehen. Die einzige Alternative zu künstlichen Rohstoffen, die sowohl nachhaltig wie kosteneffizient ist, besteht in dem bereits lange genutzten Naturlatex aus echtem Kautschuk. Trotz Fortschritten in der Materialforschung – etwa bei biologischen Kunststoffen – wiesen die bisherigen Verbindungen nicht die notwendigen Eigenschaften auf, um einen qualitativ hochwertigen und dauerhaft zuverlässigen Schaumstoff herzustellen.

Bei einem ökologischen Anbau und einer nachhaltig gestalteten Bewirtschaftung der Kautschukbäume lässt sich eine Latexmatratze hingegen umweltschonend und klimaneutral produzieren.

Für eine nachhaltige Matratze muss jedoch ein weiterer Faktor berücksichtigt werden, der einen höheren Einfluss ausübt, als dies zunächst den Anschein haben mag. Dieser besteht in dem Transport und der Weiterverarbeitung der Rohstoffe. In beiden Bereichen existieren mittlerweile praxistaugliche Lösungen, die allerdings entsprechende Anfangsinvestitionen der Verantwortlichen in moderne Technologien verlangen. Schlüssel für eine hohe Nachhaltigkeit sind etwa eine Versorgung mit regenerativen Energien, der weitgehende Verzicht auf fossile Brennstoffe und ein effizienter Herstellungsprozess ohne den Einsatz von Schadstoffen. Eine Naturmatratze besteht zudem aus einer Vielzahl von unterschiedlichen Werkstoffen in unterschiedlichen Varianten. So besteht zum Beispiel die Außenhülle aus Baumwolle, Mais liefert zugfeste und druckelastische Fasern für Garne als Füllmaterial. Bei Steppungen etwa bietet sich wiederum Cellulose oder seine wiederaufbereitete Form Viskose an. Obwohl die Erzeugung des Schaumstoffs ohne jeden Zweifel den mit Abstand größten ökologischen Fußabdruck generiert, müssen alle Bestandteile berücksichtigt werden, um ein Matratze so nachhaltig wie möglich zu gestalten.

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Die soziale Verantwortung hängt nicht direkt mit einer nachhaltigen Produktion zusammen, spielt in diesem Zusammenhang jedoch ebenfalls eine Rolle. Der für das Latex erforderliche Kautschuk stammt zu großen Teilen aus Ländern mit einem niedrigen Entwicklungsstand, in denen Arbeiter keinen angemessenen, staatlichen Schutz vor Ausbeutung in Anspruch nehmen können. Leider existieren hier anders als etwa bei Textilien oder ökologischen Standards keine unabhängigen Kontrollen für Qualitätssiegel, so dass sich die Herkunft oder die soziale Verantwortung von Dritten schwer überprüfen lässt. Deshalb sollte eine nachhaltige Matratze bei einem zuverlässigen Fachhändler gekauft werden, der auf die Qualität und seine Lieferketten achtet und Produkte aus lokaler Fertigung bevorzugt.

Alternativen zu Naturlatex

Unter allen Unterlagen aus Schaumstoff lässt sich lediglich eine Latexmatratze nachhaltig fertigen. Sie kann allerdings durch entsprechende Verarbeitung ähnliche Eigenschaften wie Visco-, Gel- oder Kaltschaum aufweisen. Anders sieht es bei Matratzen aus Naturfasern aus. Diese verwenden entweder einen klassischen Federkern oder besitzen eine spezielle Schichtung aus unterschiedlichen Fasertypen, die die Matratzenhärte bestimmen. Diese Modelle sind leider relativ kostspielig und weisen je nach Bauweise und Material spezielle Nachteile auf.

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Einer der entscheidenden besteht in der hohen Dichte, aus der einerseits ein hohes Gewicht und andererseits eine eingeschränkte Durchlüftung resultieren. Sie benötigen zudem einen höheren Pflegeaufwand, da die Naturfasern zwar strapazierfähig sind, dafür jedoch Feuchtigkeit gut aufnehmen und empfindlich auf sie reagieren.

Nachhaltigkeit: das Problem der Zertifizierung

Um dem Verbraucher eine Hilfe und Orientierung bei Käufen zu bieten, haben sich unterschiedliche Siegel und Zertifizierungen etabliert, die von staatlichen, profitorientierten oder gemeinnützigen Organisationen überwacht und ausgestellt werden. Einige der wichtigsten sind:

  • Kontrolliert biologischer Anbau (kbA) für pflanzliche Produkte entsprechend den EU-Öko-Standards
  • Kontrolliert biologische Tierhaltung (kbT) für tierische Produkte nach den EU-Öko-Standards
  • Global Organic Textile Standards (GOTS) für hohe Umwelt- und Sozialstandards
  • FairTrade für die Einhaltung sozialer Standards beim Erzeuger
  • Qualitätsverband umweltverträgliche Latexmatratzen (QUL) gewährleistet sehr hohe Qualitäts- und Umweltstandards sowie Freiheit von Schadstoffen
  • Forest Stewardship Council (FSC) für nachhaltige Forst- und Plantagenwirtschaft

Bei näherer Betrachtung zeigt sich jedoch, das bis heute kein Siegel für den Nachweis vollständig nachhaltig erzeugter Produkte existiert. Die meisten Bio-Zertifikate bestätigen zwar, dass ein Rohstoff umweltschonend hergestellt wurde, berücksichtigen jedoch nicht weitere Faktoren wie etwa die Klimabilanz oder die anschließende Verarbeitung.

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Selbst das QUL-Siegel als eines der strengsten kontrolliert ausschließlich das Endprodukt auf Freiheit von Schadstoffen sowie Qualität und Herkunft der Rohstoffe. Es lässt somit lediglich einen indirekten Schluss auf nachhaltige Erzeugung zu.

Nachhaltige Latexmatratze: Schwarzwaldmarie Natur

Die Schwarzwaldmarie Naturmatratze verwendet einen Kern, der zu 100 Prozent aus nachwachsendem Naturlatex besteht und besitzt einen robusten Bezug aus hochwertigem Eco-Planet® Doppeltuch. Er zeichnet sich durch einen umlaufenden Reißverschluss aus, der ein Waschen am Stück oder in zwei Teilen bei bis zu 60° Celsius erlaubt. An den Seiten weist das Modell eine beidseitige Ziersteppung mit einer aus Mais gewonnenen Klimafaser sowie zwei Wendeschlaufen für einfachen Transport und leichte Pflege auf. Einen ergonomischen und erholsamen Schlaf gewährleistet die klassische Einteilung in sieben Komfortzonen mit einer abgestimmten Elastizität und hoher Rückstellkraft.

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Die hohe Qualität der Materialien und Verarbeitung erlaubt den Einsatz auf Lattenrosten mit hoher Verstellung, so dass sich die Schwarzwaldmarie Natur ebenfalls für Seniorenbetten eignet. Auf Ökosiegel verzichtet der Hersteller bewusst. Schwarzwaldmarie legt trotzdem größten Wert auf eine nachhaltige Fertigung und setzt zugunsten kurzer Transportwege mit der Herstellung in Deutschland ein Zeichen.

Vorteile einer nachhaltigen Matratze

Eine nachhaltige Matratze bietet nicht allein der Umwelt Vorteile, sondern ebenfalls dem Besitzer. Zu einer hohen Nachhaltigkeit zählt ebenfalls die Vermeidung von Müll, so dass Hersteller neben den Materialien ebenfalls einen besonderen Fokus auf lange Haltbarkeit und Formstabilität legen. Sie zeichnet sich deshalb durch hochwertige Werkstoffe, eine sorgfältige Verarbeitung und eine strenge Qualitätskontrolle aus.

Durch den Verzicht auf Substanzen aus Mineralölen sind hohe Schadstoffwerte ausgeschlossen, die auf Rückständen basieren.

Die Kosten liegen bei der Anschaffung zwar etwas über denjenigen von Modellen aus konventioneller Produktion, amortisieren sich jedoch durch ihre Lebensdauer und die lange Formstabilität wieder. Letztendlich steht der Aufpreis in keiner Relation zu den langfristigen Schäden, die der Umwelt entstehen, wenn die weltweite Industrie nicht nachhaltig und umweltschonend operiert.