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Ist nackt schlafen wirklich gesund?

« Einem Mythos auf den Grund gegangen »

Nur etwa acht bis zehn Prozent aller Deutschen entledigen sich vor dem Hinlegen in das Bett aller Kleidung und bevorzugen es, nackt zu schlafen. Alle anderen setzen auf einen Pyjama oder andere Bekleidung. An den Ursachen für dieses Verhalten forschen Psychologen bereits seit Längerem. Paradoxerweise besagt der allgemeine Mythos nämlich gleichzeitig, dass nackt schlafen gesund sei und sogar dabei helfen kann, Übergewicht zu reduzieren. Selbstverständlich ist gesunder Schlaf von einer Vielzahl unterschiedlicher Faktoren abhängig, bei dem Unterschied zwischen nackt oder Schlafanzug scheiden sich jedoch die Geister wie bei keinem anderen.

Nackt schlafen – ein kontroverses Thema in der Gesellschaft und Wissenschaft

In der Vergangenheit und in bestimmten Zeitabschnitten der Geschichte kam es einer religiösen Sünde gleich, sich nackt ins Bett zu legen – verantwortlich waren in diesen Fällen allerdings keine Tatsachen, sondern religiöse Vorbehalte und mitunter auch die gesellschaftliche Sorge vor einer sich zu früh entwickelnden Sexualität. Obwohl sich diese Sichtweise in der westlichen Welt radikal gewandelt hat, bleibt in Teilen der Gesellschaft ein gewisser Vorbehalt dagegen erhalten, sich abends nackt hinzulegen. Diese Bedenken erweisen sich allerdings als unbegründet – die Bekleidung im Bett ändert die Probleme von Jugendlichen in keiner Weise. Die Argumente liegen deshalb heute in der Regel abseits von moralischen Fragen und beschränken sich stattdessen auf Annahmen oder ausgewählte wissenschaftliche Studien, die die eigene Meinung stützen.

Nackt schlafen ein kontroverses Thema
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Insgesamt ist dabei zu vermerken, dass dieses Feld – trotz des hohen Interesses unter anderem für die Gesundheit – leider nicht ausreichend erforscht ist. Untersuchungen und Forschungen in diesem Bereich werden mitunter von bestimmten Interessengruppen mit einer ethisch-moralischen oder religiösen Motivation unterstützt, sind aber insgesamt für die Wirtschaft wenig interessant. Nicht zu Unrecht sagt ein bekanntes Sprichwort: Einem nackten Menschen kann niemand in die Tasche fassen – oder in diesem Fall Kleidung verkaufen.

Ist es ungesund, nackt zu schlafen?

Insgesamt hat sich in der wissenschaftlichen Forschung bereits längerer Zeit ein allgemeiner Konsens etabliert: Es gibt unter Berücksichtigung bestimmter Voraussetzungen keinen belegbaren Hinweis darauf, dass es ungesund wäre, im Schlaf nackt zu sein. Eine Einschränkung liegt dabei eindeutig auf „bestimmten Voraussetzungen“, denn in ungünstigen Fällen können durchaus gesundheitliche Konsequenzen zu erwarten sein. Diese resultieren allerdings weniger aus dem Zustand des „nackt sein“, sondern vielmehr aus bestimmten physiologischen Konsequenzen des Schlafes, die beispielsweise die Gefahr einer Unterkühlung mit einer anschließenden Erkältung erhöhen.

Gerade in den für die Erholung wichtigen Phasen des Tiefschlafs wie der sogenannten REM-Phase ist die körperliche Sensorik entgegen der verbreiteten Annahme weitgehend von der Gehirnaktivität isoliert. Selbst unterbewusste Reize wie das Empfinden für Kälte oder Schmerzen erreichen in diesen Zustand nicht mehr das zentrale Nervensystem und führen deshalb auch nicht zu einer aktiven Reaktion.

Wer deshalb auf jede Isolation – und sei es auch nur ein dünner Bettbezug – verzichtet, riskiert dadurch bereits bei relativ hohen Temperaturen von 12° bis 14° Celsius eine Auskühlung des Körpers mit den daraus resultierenden Konsequenzen wie einer verminderten Abwehr von Keimen und Erregern. Auch wenn es sich in diesem Fall um eine indirekte Konsequenz handelt, kann es zu einem Risikofaktor werden, wenn vorbelastete Menschen mit einer verminderten Immunabwehr nackt im Bett liegen und auf eine Decke verzichten.

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Eine weitere Einschränkung gilt für Babys und Kinder. Sie haben von Natur aus in der Regel ein gut entwickeltes und unverfälschtes Körpergefühl, können dafür aber ihre Temperatur weniger stark regulieren und neigen wegen der geringen Masse bei großer Oberfläche zu einem schnellen Wärmeverlust. Darüber hinaus schlafen sie unruhig und „befreien“ sich häufig durch Strampeln oder Bewegungen von ihrer Decke. Aus diesem Grund raten Kinderärzte ausdrücklich davon ab, sie nackt schlafen zu lassen und empfehlen mindestens einen leichten Pyjama, der die Beine bis auf Kniehöhe und den Oberkörper bedeckt. Geeignete Materialien sind – wie bei hochwertiger Bettwäsche – luftdurchlässige und unbelastete Rohstoffe wie natürliche Baumwolle, die eine ausgezeichnete Balance zwischen Saugfähigkeit, Isolierung und Atmungsaktivität aufweist.

Wissenschaftliche Untersuchungen bestätigen positive Konsequenzen

Auf der anderen Seite weisen zahlreiche Studien nach, dass viele Personen mittel- und langfristig davon profitieren, in der Nacht nackt zu sein. Sie bestätigen positive Auswirkungen – und zwar unabhängig davon, ob sich der Betreffende in einer festen Partnerschaft befindet oder Single ist. In der Tat sind die Vorteile so zahlreich, dass zahlreiche Ärzte, Somnologen (Schlafforscher) und andere Wissenschaftler zumindest zu einem temporären Versuch raten. Im Vergleich dazu existieren nur wenige Kritiker, die ihre Bedenken – mit Ausnahme der bereits erwähnten Einschränkungen – seriös belegen können.

Unmittelbare Auswirkung auf das Selbstbewusstsein

Menschen, die ohne Wäsche schlafen, entwickeln eine hohe Akzeptanz für den eigenen Körper. Dieser Prozess läuft vollständig unbewusst ab, hat jedoch Auswirkungen auf den Alltag und das Verhalten. Darüber hinaus nehmen sie Veränderungen schneller und leichter wahr, ohne sich konkret mit ihnen zu beschäftigen – ein Aspekt, der bei der Früherkennung und der allgemeinen Vorbeugung von Krankheiten eine wichtige Rolle spielt.

Unmittelbare Auswirkung auf das Selbstbewusstsein
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Eine bessere Partnerschaft durch direkten Kontakt

Grundsätzlich zeigen sich Gemeinschaften, bei denen mindestens ein Partner nackt schläft, in Befragungen durch eine höhere Zufriedenheit aus. Dies liegt nicht allein daran, dass die Berührung der Haut des anderen die Libido erhöht. Allein der Kontakt bewirkt bereits einen Abbau von Stresshormonen und setzt das körpereigene Oxytocin – eines der sogenannten „Glückshormone“ – frei. Es spielt eine wichtige Rolle bei der Mutter-Kind-Bindung und beeinflusst das soziale Verhalten, indem es Aggressionen dämpft und Stress reduziert.

Ein alter Mythos: Schneller abnehmen durch Schlafen ohne Kleidung?

Es ist eine gängige These, dass die fehlende Isolation durch eine Bedeckung den eigenen Stoffwechsel erhöht und der Körper für den Erhalt der Temperatur Fett verbrennt. Diese ist nur teilweise wahr – einerseits sollte nicht auf eine leichte Bettdecke verzichtet werden, um Unterkühlung zu vermeiden, andererseits reduziert sich im Schlaf der Stoffwechsel drastisch.

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Einen nennenswerten Effekt nur durch die erhöhte Körpertemperatur halten Mediziner aus diesem Grund für wenig wahrscheinlich. Allerdings kann unbequeme Kleidung den Stresslevel erhöhen, was zu der Produktion von Cortisol – einem Stresshormon – führt. Dieses ist ebenfalls maßgeblich an der Bildung von Hungergefühlen beteiligt, so dass ein Absinken durchaus den Appetit hemmen kann.

Besondere Anforderungen an Bettwäsche und Hygiene

Nackt wird Schweiß unmittelbar von dem Laken und der Bettwäsche aufgenommen. Aus diesem Grund müssen beide regelmäßig und in kürzeren Abständen gewechselt werden – die meisten Mediziner empfehlen mindestens ein- bis zweimal pro Woche. Als Materialien eignen sich sowohl für die Decke wie für Bezüge leichte, atmungsaktive und saugfähige Stoffe wie zum Beispiel hochwertige Baumwolle in Form von Flanell oder Mako-Satin.

„Glatte“ und „kühle“ Materialien wie Leinen oder Mikrofaser bieten sich ausschließlich für heiße Sommernächte mit Temperaturen über 18° Celsius an.

Allerdings schwitzen Menschen ohne Bekleidung im Bett generell weniger und durch die bessere Durchlüftung kühlt der Schweiß effektiver ab. Darüber hinaus trocknet Feuchtigkeit schneller, was die Vermehrung von Keimen allgemein und speziell im Intimbereich hemmt. Bei einem regelmäßigen Waschen und Wechseln der Bettwäsche führt gesunder Schlaf ohne Wäsche deshalb durchaus zu hygienischen Vorteilen.