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Punktelastizität vs. Flächenelastizität

« Was ist der Unterschied? »

Auf der Suche nach einer neuen Matratze tauchen bestimmte Fachbegriffe immer wieder auf, die bei der Auswahl der idealen Schlafunterlage eine wichtige Rolle spielen. Dazu zählen insbesondere auch die Bezeichnungen Punktelastizität und ihr Gegenstück: die Flächenelastizität. Was die Begriffe bedeutet, erfährst du in diesem Artikel.

Ergonomie – bequemes Liegegefühl mit gesundheitlicher Genehmigung

Eines ist sicher: Bei Weitem nicht alle Liegepositionen, die wir als bequem erachten, sind für unseren Körper – insbesondere unseren Rücken – gut. Das gilt etwa beim gekrümmten Lümmeln auf dem Sofa oder der abgestützten Liegeposition, während wir unser Smartphone benutzen. Hier fühlt sich die Haltung oft komfortabel oder relaxt an, ist aber auf Dauer oft schädlich.

Eine Frau sitzt auf dem Sofa und benutzt ihr Tablett
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Im Bett ist es allerdings eine andere Sache. Oft entsteht hier intuitiv der richtige Eindruck. Die Schlafunterlage, die sich bequem anfühlt, stellt in der Regel auch sicher, dass ein gesunder Schlaf daraus hervorgeht. Denn eine Matratze, die nach längerem Liegen eher ein Zwicken im Kreuz oder andere Unannehmlichkeiten verursacht, fühlt sich weder gut an, noch wirkt sie positiv auf den Bewegungsapparat. Anders verhält es sich jedoch, wenn wir liegen wie auf Wolken, ganz als wäre die Schlafunterlage exakt für den eigenen Körper entworfen. Wenn es um Matratzen geht, versteht man unter dem Fachbegriff Ergonomie in der Regel, dass sich die Schlafunterlage optimal an den Körper anpasst und deswegen für ein komfortables Liegegefühl sorgt. Und genau hier kommen die beiden ungleichen Verwandten Punktelastizität und Flächenelastizität ins Spiel.

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Punktelastizität – damit liegst du richtig

Moderne Matratzen reagieren sehr unterschiedlich auf den Druck, den du beim Liegen im Bett mit deinem Körpergewicht ausübst. Ihre Aufgabe ist immer, sich unter deinem Körper nicht wie ein starres Brett zu verhalten, sondern sich elastisch der Kontur und dem Gewicht einzelner Partien anzupassen. So modelliert die Schlafunterlage den Druck deines Körpers.

Handelt es sich um ein Modell mit sogenannter Punktelastizität, dann gibt die Oberfläche nur an exakt dem Punkt und in dem Maße nach, wie die Druckausübung stattfindet. In Sachen gesunder Schlaf bedeutet das, dass schwere Körperteile wie Becken und Schultergürtel angemessen in die Matratze einsinken können, während leichtere Areale wie die Taille die nötige Unterstützung erhalten.

Das Körpergewicht wird auf diese Weise gleichmäßig über die gesamte Liegefläche verteilt. Dadurch wird der gesamte Rücken – Muskulatur, aber auch Bandscheiben und Wirbelkörper – entlastet. Die Wirbelsäule kann sich so erholen. Aufliegende Areale werden nicht gestaucht, sondern spürbar getragen. Vor allem bei den verhältnismäßig leichtgewichtigen Armen und Beinen entsteht somit ein angenehmer Schwebeeffekt. Manche Menschen nehmen dieses herrliche Schweben aber auch für das allgemeine Liegeempfinden wahr.

Mit einem kleinen Test lässt sich die Punktelastizität leicht überprüfen: Einfach einmal mit einem Finger fest in die Matratzenoberfläche drücken. Gibt sie exakt dort nach, dann handelt es sich mit großer Sicherheit um eine punktelastische Matratze.

Jemand drückt mit den Fingerspitzen der Hand auf eine Matratze, so lässt sich leicht überprüfen, ob die Unterlage punktelastisch ist
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Flächenelastizität – nur selten eine Option

Eine Schlafunterlage mit sogenannter Flächenelastizität reagiert auf Druck völlig anders als ihr punktelastisches Pendant. Wer hier mit dem Finger kräftig in die Oberfläche drückt, erhält keine punktuelle Antwort.

Wie der Begriff bereits erahnen lässt, gibt bei Flächenelastizität die gesamte Oberfläche großzügig nach. Wer bereits einmal in einer Hängematte gelegen hat, kennt das Prinzip.

Genau damit lässt sich das Verhalten von flächenelastischen Matratzen vergleichen: Keinesfalls sinkt hier nur die mit Druck belastete Stelle stärker ein. Vielmehr zieht sie ihre Umgebung weitflächig mit sich. Dieser Hängematten-Effekt kann schnell eine falsche Haltung hervorrufen und bereits bestehende Probleme verstärken. Schließlich wird die Wirbelsäule nicht in ihrer natürlichen Form unterstützt. Stattdessen ist die Folge, dass sich der gesamte Rücken wie ein leichtes C. krümmt. In anderen Fällen kann es sein, dass das schwere Becken den empfindlichen unteren Rücken in ein Hohlkreuz zieht. Tatsächlich gibt es aber dennoch Personengruppen oder Anlässe, für die Flächenelastizität eine gute Wahl darstellt.

Wer profitiert von Flächenelastizität?

Für folgende Personengruppen und Anwendungen sind flächenelastische Schlafunterlagen eine gute Wahl:

  • Babys, bei denen aufgrund des Erstickungsrisikos ein Einsinken in die Matratze insgesamt eher wegfallen sollte
  • Kinder und Teenager, deren Bewegungsapparat noch in der Entwicklung steht
  • Gästebetten, deren sporadische Nutzung keine großen Anforderungen an die Ergonomie, sondern eher den reduzierten Kostenfaktor in den Fokus stellt

Außerdem ist diese Form der Elastizität mit leichten Einschränkungen für folgende Menschen geeignet:

Muskulöse Personen

Wer stark trainierte Muskeln besitzt, bekommt häufig die Empfehlung, ein Modell mit Flächenelastizität zu nutzen. Denn ein muskulöser Körper benötigt nicht unbedingt eine starke Stützung. Allerdings gilt es zu bedenken: Um die Wirbelsäule herum mühen sich eher kleine Muskeln und die Tiefenmuskulatur mit der richtigen Ausrichtung des Rückgrats ab. Diese Muskelgruppen werden durch Kraftsport oft nicht so intensiv trainiert. Gerade nachts sollte sie jedoch loslassen und entspannen können.

Ein muskulöser Mann schläft auf dem Bauch im Bett Punktelastizität vs. Flächenelastizität
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Bauchschläfer

Überzeugte Bauchschläfer, die nachts nahezu ausschließlich in dieser Position liegen, können ebenfalls auf Modellen besser schlafen, die über Flächenelastizität verfügen. Vorausgesetzt, es bestehen keine gesundheitlichen Einschränkungen. Alle anderen Personen sollten sich jedoch eher für ein Modell mit Punktelastizität entscheiden. Selbst wenn noch keinerlei körperliche Einschränkungen zu einer bewussteren Matratzenwahl zwingen, ist eine ergonomische Matratze immer eine kluge Wahl, um noch besser zu schlafen.

Wer benötigt Punktelastizität?

Zum Muss wird Punktelastizität im Bett für zahlreiche Körper- und Schlaftypen:

  • Seitenschläfer
  • Rückenschläfer
  • Menschen mit Nacken-, Schulter und Rückenproblemen, besonders auch Personen die an einem Bandscheibenvorfall leiden
  • Personen mit kontrastreicher Körperstatur, wie etwa im Falle der Sanduhrfigur mit sehr zarter Taille und massivem Becken
  • Eher kräftige Menschen und auf jeden Fall alle mit Übergewicht
Ein korpulenter Mann liegt in Seitenschläferposition im Bett und schläft Punktelastizität vs. Flächenelastizität
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Wie wird die Punktelastizität in der Matratze realisiert?

Aufbau und Materialart entscheiden darüber, zu welcher Gruppe sich eine Schlafunterlage zählen darf: Punkt- oder Flächenelastizität. Folgende Materialien bringen in der Regel naturgemäß Punktelastizität mit:

 Gelmatratze mit Viscokern OrthoMatra GEL 1.0 von Betten-ABC mit 2-teiligem Hyperflex-Kern, 7-Zonen Betten-ABC Punktelastizität vs. Flächenelastizität

Bereits im mittleren Preisbereich sind gute punktelastische Modelle zu haben. Dabei handelt es sich meist um Schaum-Varianten. Diese bringen neben ihren auch fürs kleinere Budget geeigneten Varianten vor allem Vorteile hinsichtlich Pflegeleichtigkeit und Atmungsaktivität mit. Sehr einfache Federkernmatratzen sind hingegen häufig flächenelastisch. Meist verbirgt sich dahinter eine Bonellfederkernmatratze, deren Federn netzartig miteinander verdrahtet sind und entsprechend als ganzes Netz nachgeben. Der Vorteil liegt zweifelsohne im sehr günstigen Preis.

Schwarzwaldmarie Bonnell, Federkernmatratze, Härtegrad H2 bis H4, Made in Germany Punktelastizität vs. Flächenelastizität

Wer beim federnden Aufbau jedoch ebenfalls an das eher weniger günstige Boxspringbett denkt, liegt richtig – zunächst zumindest: Denn in der Tat würde das beliebte Bett mit seinem Federrahmen auch mit Flächenelastizität reagieren, einfach seinem Aufbau geschuldet. Um dies zu verhindern, kommen ausgleichend jedoch in der Regel hochwertige Tonnentaschenfederkernmatratzen und Topper zum Einsatz. So verbindet sich das von vielen Menschen als angenehm empfundene, leicht federnde Liegegefühl mit ergonomischer Punktelastizität.