Mann schläft - Alles über den REM-Schlaf
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Alles über den REM-Schlaf

« Was während dieser Schlafphase passiert »

Im Schlaf passiert eine ganze Menge: Obwohl Körper und Geist äußerlich völlig untätig im Bett liegen, laufen im Inneren zahlreiche wichtige Prozesse ab. Immer mehr Menschen wissen, dass die Nachtruhe sich in einer Art Staffellauf von einer Phase zur nächsten abspielt. Diesen unterschiedlichen Stadien kommen verschiedene Funktionen zu. Ganz besonders interessant ist dabei der sogenannte REM-Schlaf.

Verschiedene Schlafstadien ergeben einen Zyklus

Einfach nachts durchschlafen? Das ist ein trügerischer Mythos: Schlaflabore zeigen, dass die Nachtruhe alles andere als einen einheitlichen Vorgang darstellt. Vielmehr wachen wir pro Nacht zwischen zehn und dreißig Mal für wenige Minuten auf, gleiten von einer Schlafphase in die nächste und durchwandern dabei ganze Schlafzyklen. Wissenschaftler haben mittlerweile herausgefunden, dass das Absolvieren kompletter Zyklen sogar wichtiger ist als die Anzahl der Schlafstunden – vorausgesetzt, es stehen langfristig gesehen genügend Stunden zur Verfügung. Um morgens aber möglichst fit aus dem Bett zu kommen, ist die Hauptsache, dass wir nicht mitten in einem Schlafzyklus unterbrochen werden. Ein solcher ganzer Zyklus benötigt etwa 90 bis 120 Minuten. Er lässt sich in verschiedene Phasen unterteilen.

Junge Frau greift zum Wecker - alles über den REM-Schlaf
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REM-Schlafphase oder Non-REM – das ist hier die Frage

Grundsätzlich lässt sich der Schlaf in zwei Phasen gliedern:

  1. Die Non-REM-Phase: leitet den Organismus vom Einschlafen bis in den Tiefschlaf. Die einzelnen Episoden lassen sich weiter in die folgenden fünf Schlafstadien unterteilen. Charakteristisch im Gegensatz zur REM-Phase ist hier, dass das Gehirn recht inaktiv ist, der Körper aber äußerst bewegungsfähig.
  2. REM-Schlafphase: Diese Phase bezieht ihren Namen von dem englischen Ausdruck: Rapid Eye Movement. Das bedeutet auf Deutsch so viel wie: schnelle Bewegung der Augen, da sich die Augen in diesem Stadium hinter den Lidern in vielen schnellen Zügen hin- und herbewegen. Daneben ist die körperliche Bewegungsfähigkeit in diesem Stadium allerdings komplett lahmgelegt, während das Gehirn hingegen sehr aktiv ist. Da das Träumen hier besonders intensiv wird – die Schlafphase wird auch gerne als Traumschlaf bezeichnet – fungiert die Erschlaffung der Glieder als Schutzmaßnahme: Andernfalls würde der Schlafende seine geträumten Handlungen im Bett womöglich in die Tat umsetzen und könnte sich dabei selbst verletzen.
Tafel mit Begriffen zum Thema Schlaf - Alles über den REM-Schlaf
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Die fünf Schlafstadien

Neben der Gehirnaktivität und der Bewegungsfähigkeit verändern sich auch andere Körperfunktionen während der Nachtruhe: etwa Atmung, Kreislauf sowie der Wärmehaushalt. Auch dadurch zeigt sich, dass der Übergang vom Wachsein hin zum Schlafzustand keinesfalls einheitlich abläuft: Der Körper entspannt sich in den ersten Phasen, bevor er in den intensiven Tiefschlaf fällt. So sieht ein Schlafzyklus im Ganzen aus:

  1. Einschlafphase: Übergang vom wachen Zustand in den Schlaf mit noch recht aktivem Bewusstsein, schnellem Aufwachen und unwillkürlichem Muskelzucken durch Entspannung
  2. Leichtschlaf: Nach etwa einer Viertelstunde schlafen wir richtig ein, die Muskulatur entspannt sich zusehends; zunächst noch rasche Erweckbarkeit, nach einigen Minuten jedoch Übergang in den Tiefschlaf
  3. Früher Tiefschlaf
  4. Tiefer Tiefschlaf: Auch als Slow-Wave-Schlafphase bezeichnet wegen niedriger Gehirnwellenfrequenz; Atmung langsam, Muskulatur komplett entspannt: Regeneration des Körpers etwa mit Zellreparatur findet statt; Wachstumshormon wird ausgeschüttet; Aufwachen selbst bei starken Störungen wie Lärm nur schwer möglich
  5. REM-Schlafphase: Gehirn ist sehr aktiv, auch Herzschlag, Blutdruck und Atmung erhöht und beschleunigt; intensives Traumgeschehen und Verarbeitung von Sinneseindrücken
Junge Frau im Schlaflabor - Alles über den REM-Schlaf
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Rapid Eye Movement Phase im Detail – Entdeckung und Bedeutung des Traumschlafes

Durch Zufall entdeckten US-amerikanische Forscher im Jahr 1953 den REM-Schlaf. Sie stellten fest, dass Versuchspersonen häufiger von Träumen berichteten, wenn sie direkt aus diesem Schlafstadium geweckt wurden, als nach beliebigen anderen Schlafphasen. Daraus hervorgehend setzten die Wissenschaftler zunächst das Träumen mit dieser Phase gleich. Mittlerweile ist bekannt, dass Menschen auch in anderen Stadien träumen. Allerdings mit weniger komplexen, intensiven Träumen als in der REM-Phase.

Die Funktion des fünften Schlafstadiums ist noch ein Rätsel

Die Funktion dieses Schlafstadiums ist noch nicht vollständig geklärt. In jedem Fall wird das Hirn vermehrt durchblutet, weshalb diese Phase erwiesenermaßen mit der Erholung von Nervensystem und Psyche in Verbindung steht. Vermutet wird, dass erlebte Sinneseindrücke und Situationen verarbeitet und Informationen im Langzeitgedächtnis abgelegt werden.

Neben den typischen flackernden Augenbewegungen sind weitere körperliche Anzeichen für den Traumschlaf charakteristisch: Durch die Erschlaffung aller Bewegungsmuskeln verharren wir in diesem Schlafstadium so lange in derselben Haltung, dass die Gliedmaßen sogar einschlafen können. Im Kontrast dazu wird die Atmung schneller und unregelmäßiger. Auch der Puls beschleunigt sich. Einige Schlafende wirken dadurch regelrecht aufgeregt, obwohl sie schlafen. Im Schlaflabor erweist sich mittels EEG ferner, dass das Hirn einerseits entspannt ist, andererseits hochaktiv. Spezielle Alpha-, Beta- und Theta-Wellen zeigen dabei Muster, die eigentlich nur im wachen Zustand nachweisbar sind.

Pro Nachtruhe wechseln sich die verschiedenen Stadien in einem Kreislauf immer wieder ab. Davon entfallen etwa 20 bis 25 Prozent auf die Rapid Eye Movement Episoden. Nach dem Einschlafen ist es in den ersten Zyklen insbesondere der zur körperlichen Regeneration so wichtige Tiefschlaf, der am meisten dominiert. Erst in den Morgenstunden – also späteren Schlafzyklen – macht der Traumschlaf größere Anteile aus. Wer zu wenig schläft oder an einer Schlafstörung leidet, droht also einen Traumschlaf-Mangel zu bekommen.

Frau im Labor zur Hirnstrommessung - alles über den REM-Schlaf
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REM-Schlaf-Mangel – ernstzunehmende Folgen

Experimente im Schlaflabor zeigen so deutlich, wie es bei den meisten Menschen schon das tägliche Leben bewies: Wird die REM-Schlafphase unterbrochen oder – wie etwa durch eine Schlafstörung – völlig unterbunden, schlägt sich das auffällig auf das Verhalten der Betroffenen am nächsten Tag nieder. Es stehen hierbei weniger körperliche Erschöpfung als vielmehr Wesensveränderungen im Vordergrund. Das leuchtet ein, wenn schließlich die körperlich erholsame Tiefschlafphase absolviert werden konnte und die REM-Phase der psychischen Regeneration zugutekommt. Symptome sind starke Hungerattacken, aggressives und leicht reizbares Verhalten sowie sexuelle Auswirkungen. Hinzu kommen Konzentrationsschwäche und Gedächtnisprobleme.

Mann sitzt unausgeschlafen im Bett
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Eine Studie der Swinburne Universität aus dem Jahr 2017 bringt einen längerfristigen REM-Schlafentzug bei Menschen in der zweiten Lebenshälfte folgerichtig mit einem erhöhten Risiko, an Demenz zu erkranken, in Verbindung. Noch ist nicht geklärt, ob der Mangel an Traumschlaf Ursache oder Folge der neurologischen Erkrankung sein könnte. Um sich zu schützen, ist gesunder Schlaf bereits in jüngeren Jahren aber sicher absolut wertvoll.

Deshalb ist REM-Schlaf so unverzichtbar

Gesunder Schlaf beginnt beim richtigen Zusammenspiel von Bettgestell, Matratze, Lattenrost, Decken und Kissen und setzt sich in der Quantität und Qualität unserer Ruhephasen fort. Rundum guter Schlaf erhöht neben der bekannten körperlichen Leistungsfähigkeit auch die Fitness des Nervensystems und sorgt dafür, dass die psychische Gesundheit erhalten bleibt. Forscher der Universität Kalifornien belegten etwa, dass die Rapid Eye Movement Phase eine entscheidende Voraussetzung dafür ist, ob Kreativität fließt und sich die Fantasie frei entfalten kann. Darüber hinaus ist bestätigt, dass gesunder Schlaf in der REM-Episode auch dazu führt, dass sich Ängste abbauen und Probleme durch neue Verknüpfungen zur Lösung kommen. Zudem hängen auch die sichere Entschlusskraft und sogar ein stabiles Selbstvertrauen davon ab, dass dieser enorm wichtige Teil des Schlafes ungestört ablaufen kann.

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Tatsächlich gilt der REM-Schlaf als essenzielle Episode der Nachtruhe. Das Gehirn wiederholt bestimmte Motive, Eindrücke und Situationen bildlich. Dadurch lernt es, Dinge zu bewerten und einzuordnen. Nach diesem nahezu spielerischen Prozess, in dem Geschehenes erneut simuliert wird, während wir schlafen – können die neuen Informationen wohlgeordnet auf der geistigen Festplatte abgespeichert werden. Absolut selbsterklärend, welch Chaos entstünde, wenn durch Schlafstörungen oder schlechte Schlafhygiene dieses unentbehrliche Werkzeug zur Gesunderhaltung des gesamten Körpers dauerhaft entfiele.

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