Junge Frau im Bett - Schlaf und Depression
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Schlaf und Depression

« Wie verhält sich das? »

Eines steht fest: Schlaf und Depression befinden sich in einem engen Wechselspiel. Während belastende Ein- und Durchschlafstörungen zu den häufigsten Symptomen depressiver Erkrankungen zählen, könnte die umgekehrte Wirkung für Überraschungen sorgen. Denn tatsächlich kann längerfristiger Schlafmangel das Risiko für Depressionen verdoppeln. Die Ergebnisse der Schlafforschung helfen dabei, eine gesunde Nachtruhe zurückzuerlangen. Wie Sie die Anzeichen einer Depression erkennen und einige Tipps, wie Sie Schlafstörungen begegnen können, erhalten Sie in diesem Artikel.  

Nachtruhe und Psyche in enger Beziehung

Jeder kennt diese Nächte. Man wälzt sich von einer Seite der Matratze auf die andere und kann einfach nicht einschlafen. Solange diese durchwachten Nächte nicht regelmäßig auftreten, besteht kein Grund zur Beunruhigung. Sind die Einschlafstörungen dagegen chronisch, dann sollte man den Ursachen auf den Grund gehen. Denn viele psychische Erkrankungen gehen mit Schlafstörungen einher. Diese wiederum sorgen dafür, dass sich der ohnehin belastete Gemütszustand nicht eben besser anfühlt – im Gegenteil. Selbst bei gesunden Menschen erhöht schon kurzzeitige Schlaflosigkeit die Reizbarkeit sowie innere Unruhe und Abgeschlagenheit. Warum aber treten Depression und Mangel an Schlaf meistens gemeinschaftlich auf? Nervenbotenstoffe geben die Antwort. Denn im Gehirn oder in den Nebennieren produzierte Hormone wie Serotonin und Noradrenalin sind bekannt für ihre Auswirkung auf den Gemütszustand.

Mann liegt schlaflos im Bett
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Vielen Menschen ist insbesondere Serotonin etwa als das Glückshormon bekannt. Tatsächlich kann ein ganzer Reigen an Botenstoffen die Stimmung aufhellen. Dieselben Hormone aber sind wiederum am menschlichen Schlaf-Wach-Rhythmus beteiligt. So gilt das Serotonin hier als Wachhormon. Mit Hilfe von Licht setzt die Zirbeldrüse diesen aktivierenden Stoff im Körper frei. Zunehmende Dunkelheit hingegen führt zu einer Umwandlung in das Schlafhormon Melatonin. Was zunächst kompliziert klingen mag, führt kurz gesagt zu der klaren Folge, dass Schlaf und Psyche hormonell eng verbunden sind. Somit verwundert es nicht, dass Menschen mit einer Dysbalance auf einer der beiden Ebenen auch Probleme im eng gekoppelten anderen Bereich entwickeln können.

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Schlafstörungen können Depression anzeigen

Eine depressive Verstimmung geht vorüber, während eine Depression zu den psychischen Erkrankungen zählt und sich wie ein Schatten über das gesamte Leben der Betroffenen legt. Häufig ist es auch mit ärztlicher Hilfe nicht leicht, exakte Ursachen dafür zu finden. In den meisten Fällen geht eine Mischung an Auslösern voraus. Dazu zählen familiäre Vorbelastung, körperliche Erkrankungen, belastende Lebensereignisse sowie traumatische Störungen oder chronische Schlafstörungen.

Frau liegt schlaflos im Bett - Zusammenhang von Schlaf und Depression
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Schlaf und Depression verhalten sich hier oft wie die Frage nach der Henne und dem Ei: Wer war zuerst da? Denn es kann vorkommen, dass die Schlafproblematik der depressiven Störung vorangeht. Betroffene können nicht einschlafen, wachen nachts mehrfach auf und finden insbesondere in den frühen Morgenstunden nicht mehr zur Ruhe. Hierin kann ein Warnsignal für eine in der Entstehung befindliche Depression liegen. Allerdings können auch zahlreiche andere Faktoren ursächlich sein. Daher gilt es, entsprechende Symptome zu beobachten und mit dem Hausarzt zu besprechen, sollten sie nicht nach einigen Wochen von selbst wieder abklingen. Dieser kann dann andere mögliche körperliche Anzeichen richtige deuten und wenn nötig eine Weiterüberweisung zu einem Experten einleiten.

Mann sitz bei einem Psychiater
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Alarmzustand im Gehirn

Während gesunde Probanden am EEG (Elektroenzephalogramm) mit geschlossenen Augen in einer 15-minütigen Versuchsphase schläfrig werden, bleiben depressive Patienten im Test hellwach. Im Labor des Universitätsklinikums Leipzig wurde genau dieser Versuch unternommen. Laut Professor Ulrich Hegerl, dem zuständige Direktor der Klinik für Psychiatrie ist die übertrieben hohe Wachheit verbunden mit innerer Anspannung, ganz so, als stünden depressive Menschen ständig vor einer Prüfung. Unter dieser Voraussetzung ist es dem Gehirn nicht möglich einzuschlafen. Seit mehr als zehn Jahren erforschen Hegerl und sein Wissenschaftsteam für die Deutsche Depressionshilfe den sogenannten Arousal-Grad und die Wachheit bei Gesunden und depressiv Erkrankten. Arousal bezeichnet den Grad der Aktivierung des zentralen Nervensystems.

Nach den bisherigen Erkenntnissen liegt bei einer Depression eine Störung in der Regulierung des Arousals vor. Dadurch bleibt bei Betroffenen die Wachheit besonders stabil. Gleiten sie dann in die Nachtruhe, werden sie nur leicht oder schlecht schlafen. Zudem setzt die Traumphase, der sogenannte REM-Schlaf bei Depression verfrüht ein. Laut Professor Axel Steiger, dem Leiter des Münchner Max-Planck-Instituts, ist jedoch nicht geklärt, ob der Mensch unter einem verfrühten REM-Schlaf leidet. Fest steht jedoch, dass bei Depressiven der vorhergehende Tiefschlaf zu kurz kommt. Deshalb kann bei depressiven Menschen deutlich weniger Wachstumshormon zur Ausschüttung gelangen, denn dieser Prozess erfolgt genau in der Tiefschlafphase.

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Hormonelles Durcheinander hemmt die Nachtruhe

Die Hormonwerte der Patienten stehen derzeit besonders im Fokus der Forschung. Auffällig bei depressiv Erkrankten ist weiterhin ein erhöhtes Maß des Stresshormons Cortisol. Anders als bei Gesunden fällt der Wert im Tagesverlauf nicht natürlich ab, sondern bleibt auch über Nacht auf einem erhöhten Level. Die Funktion des Stresshormons liegt aber gerade darin, uns zur Flucht bereit zu machen. Folgerichtig steigt der Puls an, auch der Blutdruck geht in die Höhe und der gesamte Körper ist bereit für erhöhte Belastung. Zur Nachtruhe hin sollte jedoch genau ein gegenteiliger Effekt einsetzen: Das Schlafhormon Melatonin sollte den Körperfunktionen die Mitteilung überbringen, dass es an der Zeit ist, die Aktivität herunterzufahren. Weiterhin weisen Forscher darauf hin, dass die Freisetzung des Cortisols wiederum durch das Hormon CRH gesteuert wird: Auch dieses hemmt die Schlafbereitschaft und macht uns wach.

Mann sitzt symbolisch auf Tabletten - Depression und Medikation
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Schlaflosigkeit durch sonstige psychische Störungen

Nicht allein Depression, auch verschiedene sonstige psychische Erkrankungen können dafür sorgen, dass Betroffene schlecht schlafen. Denn oft treten sie zusammen mit depressiven Störungen auf oder basieren auf ähnlichen Ursachen. Zu den typischen Krankheitsbildern gehören:

– Angststörungen
– Suchterkrankungen
– Psychosen
– Essstörungen
– Tinnitus

Frau mit Depressionen sitzt am nebeligen Seeufer
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Bloß nicht ins Bett legen!

Wer an Depression leidet, hat häufig ohnehin ein starkes Bedürfnis nach Ruhe und Rückzug. Kommt dann noch eine Nacht hinzu, in der sie schlecht schlafen, legen sich Betroffene am Folgetag oft tagsüber mit Kissen und Decke hin, um einen ausgiebigen Mittagsschlaf zu nehmen. Experten zufolge ist das jedoch genau der falsche Weg. Denn die Stimmung sackt dann nach dem Nickerchen noch tiefer ab. Zudem erschwert zu wenig Aktivität tagsüber das Einschlafen am Abend. Professor Hegerl von der Leipziger Universitätsklinik legt nahe, nicht zu lange im Bett liegen zu bleiben. Mit einer App und der GET.UP-Studie will er das Bewusstsein bei Patienten dafür schärfen, dass sie, je länger sie im Bett lagen, daraufhin womöglich umso erschöpfter sind. Auch bei Schlafstörungen lautet die Empfehlung, die Nachtruhe auf rund acht Stunden zu begrenzen.

Frau schläft auf Couch - Schlaf und Depression können zusammenhängen
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Therapiemaßnahme: Schlafentzug

Ein therapeutischer Ansatz führt genau diesen Gedanken fort: Da übermäßiges Ausruhen bei depressiven Patienten das zu hohe Arousal und damit die übertriebene Wachheit fördert, führen Kliniken einen geplanten und überwachten Schlafentzug durch. Können die Betroffenen nicht oder nicht mehr schlafen, dann stehen sie mitten in der Nacht auf und gehen spazieren. So werden die schlaffördernden Mechanismen im Gehirn wieder gestärkt. Jene, die die Wachheit fördern hingegen zurückgesetzt.

Dauerhafter Schlafmangel als Auslöser für Depression

Gestörter Schlaf kann Depression nicht nur anzeigen, sondern auch überhaupt erst auslösen! Dauerhaft zu kurze oder schlechte Nachtruhephasen behindern nicht allein die körperliche, sondern auch die psychische Regeneration. Stetiger Schlafmangel verdoppelt somit das Risiko, an einer Depression zu erkranken. Forscher des Schwedischen Karolinska-Institutes ziehen zudem eine weitere interessante Parallele: In einer Studie zeigen sie: Wer zu wenig schläft, neigt zu einer eher negativen Wahrnehmung verschiedener Einflüsse.

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Grundsätzlich gilt es als ideal zwischen sieben und acht Stunden zu schlafen. Bei einer knapperen Nachtruhe kommt unter Umständen die für die psychische Regeneration entscheidende REM-Schlafphase zu kurz. Neben der richtigen Schlafdauer wirkt jedoch auch ein gesunder Lebensstil und eine optimale Schlafhygiene daran mit, die folgenschwere Schlaflosigkeit zu vertreiben. Wichtig sind unter anderem viel Bewegung an der frischen Luft, genügend Licht am Tag und Dunkelheit gegen Abend hin sowie ein angenehm gestaltetes Bett und eine geborgene Schlafatmosphäre. Diese lässt sich durch angenehme Bettwaren, schöne Schlafzimmermöbel und atmungsaktive Bettbezüge verwirklichen. Wer dennoch hartnäckige Schlafstörungen bei sich feststellt, sollte diese nicht einfach so hinnehmen. Schließlich könnte sich dahinter entweder ein Warnzeichen verbergen – oder langfristig eine depressive Erkrankung daraus entstehen.

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