Schlafmotorik und gesunde Nachtruhe
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Ein direkter Zusammenhang: Schlafmotorik und gesunde Nachtruhe

Es ist vollständig normal, dass sich Menschen im Schlaf drehen und dabei öfter die Position – vom Seiten- zum Bauch- oder Rückenschläfer und umgekehrt – wechseln. Diese Schlafmotorik erfüllt wichtige Funktionen und ist unverzichtbar für eine gesunde Nachtruhe. Sofern dabei keine extremen Bewegungen entstehen, ist diese nächtliche Aktivität kein Grund zur Besorgnis. Es gibt allerdings auch außergewöhnliche Formen, bei denen der Schläfer sich selbst oder andere gefährdet. Wir erklären, warum wir uns alle im Schlaf bewegen und warum es auch auf das richtige Bettzubehör ankommt.

Warum bewegen sich Menschen im Schlaf?

Während des Schlafens drehen sich Menschen jede Nacht zwischen 30 und 90 Mal von einer Lage in eine andere. Diese Schlafmotorik erfolgt weder bewusst, noch ist sie das Resultat von Bewegungen, die wir in unseren Traumphasen durchführen oder durchführen möchten. Im Gegensatz zu anderen Säugetieren – zum Beispiel Hunden, die ihre Träume häufiger in eine eingeschränkte, körperliche Aktivität umsetzen – besitzen Menschen normalerweise eine starke Barriere, die diese Impulse unterdrückt. Das Drehen erfüllt stattdessen vor allem drei einfache, aber wichtige, physiologische Funktionen.

Schlafmotorik und gesunde Nachtruhe gehören zusammen
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Stärkung der Muskeln

Ein Grund für unsere Umtriebigkeit während der Nachtruhe ist, so seltsam es klingt, der Erhalt unserer Muskelkraft und Stärkung unseres Knochenbaues. Werden beide über einen längeren Zeitraum nicht gefordert, verlieren Muskeln ihre Leistungsfähigkeit und Knochen bilden sich zurück. Nur auf den ersten Blick erscheint dabei die Schlafphase verglichen mit der Wachzeit kurz – durchschnittlich verbringen wir etwa ein Drittel unseres Lebens – also etwa acht Stunden am Tag – im Bett. Sich während dieser Etappe zumindest begrenzt zu betätigen, schafft deshalb aus evolutionärer Sicht konkrete Vorzüge, wenn es um die allgemeine Konstitution, Geschicklichkeit und Körperkraft geht.

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Vermeiden von Druckstellen

Der zweite Grund ist, dass während des Liegens das gesamte Körpergewicht auf relativ empfindlichen Stellen der Haut liegt. An den Füßen schützt eine feste Hornhaut die oberen Zellschichten, die mit dem Ausmaß der Belastung wächst. Am Körper fehlt dieser „Panzer“ – bei einer langen Belastung kommt es zu Druckgeschwüren, dem Dekubitus, von dem bettlägerige Patienten bei fehlender Pflege schnell betroffen sind. Besitzt ein Mensch keine Schlafmotorik und ist nicht mehr in der Lage, sich selbst zu drehen, muss deshalb eine regelmäßige Umbettung während der Nacht erfolgen.

 Schlafmotorik und gesunde Nachtruhe - wichtig um Druckgeschwüre zu vermeiden
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Entlastung für die Wirbelsäule

Auch für die Wirbelsäule, besonders für die Bandscheiben, ist es wichtig, dass Menschen sich im Schlaf drehen. Beide werden im Laufe des Tages durch das Körpergewicht und die Schwerkraft zusammengedrückt. Erst während der Nachtruhe, wenn man sich in die horizontale Lage begibt, entspannen sich das menschliche Rückgrat. Wenn sich jemand nachts dreht, ändert sich die Belastung und die Zwischenräume füllen sich wieder mit Flüssigkeit, die im Laufe des Tages als Puffer dient. Dieser Mechanismus funktioniert jedoch nur optimal, wenn die Wirbelsäule anatomisch korrekt auf einer geeigneten Matratze gelagert wird. Andernfalls ist es ihr nicht möglich, sich vollständig zu entspannen und wieder zu ihrer ursprünglichen Größe auszudehnen. Der positive Effekt lässt sich jeden Morgen beobachten – die Körpergröße beträgt dann um bis zu zwei Zentimeter mehr als am Abend.

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Beeinträchtigung der Nachtruhe durch Störungen der Schlafmotorik

Störungen der Schlafmotorik zeigen sich durch mehrere Verhaltensweisen, die sich je nach Schlafstadium voneinander abgrenzen und zu unterschiedlichen Symptomen führen. Neben seltenen Ausnahmen sind die am häufigsten auftretenden unter ihnen:

  • Unwillkürliche Beinbewegungen und Zuckungen durch das Restless-Leg-Syndrom (RLS)
  • Das klassische „Schlafwandeln“ (Somnambulismus)
  • Zähneknirschen und Kiefermahlen
  • Unerwünschte und teils gewalttätige Aktionen in Traumphasen (Schenck-Syndrom)

Charakteristisch ist, dass alle diese Erscheinungsformen – mit Ausnahme des Knirschens mit den Zähnen – in einer spezifischen Schlafphase auftreten, die sich klar bestimmen lässt. So lässt sich RLS lediglich während des Leicht- oder Halbschlafs beobachten, der Somnambulismus findet im Tief- oder Deltaschlaf (Slow Wave Sleep, SWS) statt. Die gefährlichste Ausformung – das Schenck-Syndrom- fällt hingegen in den REM-Schlaf und ist nicht selten mit Träumen und Albträumen verbunden, in denen sich ein Betroffener gegen einen vermeintlichen Angreifer wehrt und infolge dessen unbewusst und ungewollt nahestehende Personen wie seinen Lebenspartner angreift.

Junge Frau sitzt auf dem Bett, scheint zu schlafen
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Gesunde Schlafmotorik: auf die Matratze kommt es an

Ein wesentlicher Auslöser für eine erhöhte Schlafmotorik, die keine Erkrankung als Ursache hat, stellt die Matratze dar. Paradoxerweise führt sowohl eine zu harte wie eine zu weiche Unterlage dazu, dass sich ein Schläfer öfter dreht. In dem ersten Fall entsteht ein höherer Druck auf die Hautzellen und bewirkt, dass der Körper im Schlaf versucht, die betreffende Stelle zu entlasten. Im zweiten Fall sinkt der Körper stärker ein und es baut sich weniger Druck auf. Dafür erschwert die weiche Oberfläche jedoch kleine Bewegungen und die Entlastung einzelner Stellen, so dass die Bewegungen mit mehr Kraft und in größerem Umfang erfolgen. In beiden Situationen verhindert die Matratze eine optimale Erholung und beeinträchtigt die Schlafqualität. Aus diesem Grund ist es unverzichtbar, die Beschaffenheit der Schlafunterlage und das Bettzubehör individuell auszuwählen und anzupassen.

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Moderne Materialien für eine ruhige, gesunde Nachtruhe

Moderne Materialien wie etwa Technogel oder Visco-Schaum können durchaus dazu beitragen, dass sich Menschen weniger häufig im Schlaf drehen. Sie sind aber lediglich begrenzt in der Lage, ungünstige Umstände zu kompensieren und können eine schlechte Abstimmung des Bettsystems nicht beseitigen. Es ist deshalb in dem meisten Fällen weniger entscheidend, für welches konkrete Material – ob Kalt- oder Visco-Schaum, Federkern oder Gelauflage – sich ein Benutzer entscheidet, sondern dass die Matratze seinen individuellen Bedürfnissen entspricht. Viele positiven Eigenschaften lassen sich ebenfalls durch geeignete Bettwaren erreichen und sind nicht zwangsläufig an ein bestimmtes Material gekoppelt.

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Zusätzliche Bettwaren und -ausstattung

Die Basis für gesunden Schlaf ist in jedem Fall eine geeignete, individuelle Abstimmung zwischen der Matratze und dem Lattenrost, mit denen eine optimale Härte hergestellt wird. Durch weiteres Zubehör ist es jedoch möglich, das Bett perfekt an die eigenen Bedürfnisse anzupassen. In Bezug auf die Motorik spielen dabei Topper eine besondere Rolle, weil sich durch sie der Härtegrad der Oberfläche variieren lässt, ohne dass dies Auswirkungen auf das gesamte Bettsystem hat. Typische Möglichkeiten sind etwa eine antiallergene Schicht oder eine nachträgliche, dünne Gelauflage, die eine zusätzliche Druckentlastung ermöglicht.

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Eine weitere Option, um Schlafkomfort und -qualität zu steigern, sind die Bettbezüge. Häufige Bewegungen sind mitunter ebenfalls das Resultat eines rauen oder dem Klima nicht angemessenen Bezugs, der im Sommer zusätzlich isoliert oder im Winter eine schnelle Auskühlung bewirkt. Der Körper versucht anschließend, beides zu kompensieren, indem er damit beginnt, sich im Schlaf zu drehen. Eine spezielle Situation stellt die Umstellung dar, wenn ein Bauchschläfer versucht, sich an das Schlafen auf der Seite zu gewöhnen. Für diesen Fall bieten sich lange Seitenschläferkissen an, die eine zusätzliche Stütze bilden und das gewohnte Gefühl zumindest teilweise wieder herstellen. Darüber hinaus verhindern sie weitgehend, dass sich die Betroffenen im Schlaf drehen und dadurch in ihre bevorzugte Position zurückkehren.

Bewegungen im Schlaf – Ein normales Verhalten

Es ist vollkommen unbedenklich, dass sich Menschen im Schlaf drehen und bis zu zehn Mal in der Stunde die Position wechseln. Ein Grund zur Besorgnis besteht lediglich, wenn dadurch konkrete Beschwerden entstehen, weil heftige und unkontrollierte Bewegungen entweder zu einem vorzeitigen Erwachen oder zu unkontrollierten Handlungen führen.