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Schlechte Luft im Schlafzimmer

« Wovon hängt das Raumklima ab? »

Wir alle kennen schlechte Luft und können uns vorstellen, dass sie nicht nur die Konzentration stört, sondern auch guten Schlaf. Schlechte Luft im Schlafzimmer stellt eine erhebliche Einschränkung des Komforts dar und kann unter bestimmten Umständen die Nachtruhe und Entspannung empfindlich behindern. Es erweist sich deshalb als sinnvoll, gerade im Schlafzimmer auf gutes Raumklima zu achten und gegebenenfalls geeignete Maßnahmen zu ergreifen. Dabei gilt es zu berücksichtigen, dass hier ebenfalls viele Faktoren den Ausschlag geben – eine optimale Luftfeuchtigkeit und Temperatur im Schlafzimmer lässt sich lediglich erreichen, wenn wir passend lüften, die Heizung entsprechend regeln oder gar zu Klimageräten greifen. Macht dies aber immer Sinn? Unser Magazin mit einigen Erklärungen.

Schlechte Raumluft – was bedeutet das konkret?

Zunächst einmal kann Raumluft subjektiv als schlecht empfunden werden, obwohl sie objektiv alle erforderlichen Kriterien für ein „gutes“ Raumklima im Schlafzimmer erfüllt. Dies geschieht häufig bei Menschen, die einen überdurchschnittlich ausgeprägten olfaktorischen Sinn besitzen – also im Vergleich zum Durchschnitt der Bevölkerung außergewöhnlich intensiv Gerüche wahrnehmen. Sie bemerken oft bereits feine Nuancen in der Luft, die zwar an sich noch keine schlechte Luft im Schlafzimmer darstellen, jedoch für empfindliche Menschen bereits störend wirken. Verantwortlich dafür ist unter anderem das sogenannte „olfaktorische Gedächtnis“, das durch das Auftreten von bestimmten bekannten Gerüchen Emotionen und Erinnerungen hervorrufen kann und als unbewusst, aber sehr dominant eingestuft wird.

Mann riecht schlechte Luft im Raum
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Objektive Kriterien zur Definition schlechter Luft

Unabhängig von persönlichen Umständen existieren selbstverständlich ebenfalls objektive Kriterien, die „schlechte Luft“ definieren. Chemisch betrachtet besteht die Atmosphäre gewöhnlich aus rund 78 Prozent Stickstoff, 21 Prozent Sauerstoff und einem Prozent Edelgasen. Verglichen damit ist der Anteil von Kohlendioxid (CO2) ausgesprochen gering – er beträgt gerade einmal etwa 0,04 Prozent, doch exakt aus diesem Grund ist es umso gefährlicher: Weil bereits begrenzte Mengen reichen, um das Verhältnis deutlich zu erhöhen und es sich um ein sehr stark wirkendes Treibhausgas handelt, bewirkt schon ein vergleichsweiser niedriger Ausstoß großen Effekt. Neben den Gasen enthält die Luft zudem noch Wasserdampf und kleine Partikel wie Staub und Feinstaub, die beide ebenfalls schlechte und gute Luft voneinander unterscheiden können.

Der Mensch verbraucht wie die meisten Tiere Sauerstoff und gibt diesen in Form von Kohlendioxid wieder an die Umgebung ab. Die Mengen sind dabei über längere Zeit und bei vielen Personen in einem Raum nicht zu unterschätzen – wird dieser nicht ausreichend gelüftet, kann das Kohlendioxid Werte von bis zu einem Prozent oder höher erreichen – mehr als das 25-fache seiner üblichen Konzentration. In diesem Fall handelt es sich im wahrsten Sinne des Wortes um „schlechte Luft“, die zu Symptomen wie Kopfschmerzen, Übelkeit oder Müdigkeit führen kann. In kleinen Schlafzimmern mit einer unzureichenden Belüftung kann bereits eine einzelne Person zu einem messbaren Anstieg der CO2-Dichte führen.

Frau mit Kopfschmerzen
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Die unsichtbare Bedrohung – Schadstoffe und Keime in der Luft

Schlechte Luft im Schlafzimmer beschränkt sich leider nicht allein auf eine ungewöhnliche Zusammensetzung derselben, die sich relativ einfach durch kurzes Stoßlüften beseitigen ließe. Das größte Risiko geht dabei von Schadstoffen und Keimen aus, die sich in Spuren unweigerlich überall finden. Schlechte Luftqualität außerhalb des Gebäudes – etwa aufgrund von Verschmutzung durch Industrie oder starken Autoverkehr – lässt sich logischerweise nicht durch Lüften verbessern. Messungen in Metropolen mit starkem Smog wie Peking oder Bombay ergeben durchgehend, dass die Belastung in Innenräumen unterhalb der Außenbereiche liegt. Glücklicherweise ist Deutschland von diesem Phänomen zwar nicht betroffen – wer an einer stark befahrenen Straße lebt, sollte jedoch auch hier das Schlafzimmer besser in ruhigen Abend- und Morgenstunden intensiv lüften, statt die ganze Zeit ein Fenster geöffnet zu lassen.

Oft muss der Einfluss nicht erst von außen eindringen, um schlechte Luft im Schlafzimmer entstehen zu lassen. In jedem Kubikmeter finden sich unvermeidlich Bakterien, Viren und Pilzsporen, die lediglich auf „günstiges“ Raumklima warten, um sich vermehren zu können. Hohe Raumtemperatur und -feuchtigkeit begünstigen dabei das Wachstum von Krankheitserregern. Eine zu niedrige Luftfeuchtigkeit erweist sich jedoch als ebenso ungünstig, weil durch sie Augen, Haut sowie die Schleimhäute etwa in der Nase austrocknen und anfälliger für Viren werden. Die jährlich wiederkehrende Häufung von Erkältungskrankheiten und der Grippe im Winter lässt sich nicht zuletzt mit auf das trockene Raumklima zurückführen.

Frau mit Schnupfen
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Die ideale Raumtemperatur – mehr Komfort beim Schlafen

Obwohl sie nicht direkt für schlechte oder gute Luft sorgt, übt auch die Temperatur im Schlafzimmer einen erheblichen Einfluss auf ein positives Raumklima aus. Dabei spielen physiologische Aspekte eine wichtige Rolle: Eine zu kühle Raumtemperatur führt zuerst zu einer Erhöhung der Körpertemperatur, erst anschließend setzt ein Gefühl des Frierens ein. Eine zu warme bewirkt hingegen eine verstärkte Transpiration, die selbst unter vielen hochwertigen Decken nur langsam verdunstet – der Schläfer wacht dadurch nicht selten auf.

Darüber hinaus sprechen weitere Faktoren für eine eher kühle Temperatur im Schlafzimmer. Erstens spart es Energie und verursacht geringere Heizkosten, zweitens kommen wissenschaftliche Studien zu dem Ergebnis, dass Menschen bei ungewohnt tiefen Temperaturen meist besser und ruhiger schlafen. Nicht zuletzt trägt sie ebenfalls dazu bei, schlechte Luft im Schlafzimmer zu reduzieren, weil sie die Vermehrung von Keimen reduziert und durch den langsameren Stoffwechsel weniger Kohlendioxid in die Luft abgegeben wird. Als optimal gilt für die meisten Situationen eine Raumtemperatur zwischen 14° Celsius und 18° Celsius.

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Technische Hilfsmittel für das ideale Raumklima im Schlafzimmer

Bevor technische Hilfsmittel wie Luftbefeuchter und -entfeuchter oder -reiniger gegen schlechte Luftqualität zum Einsatz kommen, empfiehlt es sich passive und weniger aufwendige Methoden einzusetzen, um schlechte Luft im Schlafzimmer zu vermeiden. So tragen zum Beispiel Schlafzimmermöbel aus unversiegeltem Massivholz dazu bei, das Raumklima zu stabilisieren, indem sie Luftfeuchtigkeit bei Änderungen in der Umgebung aufnehmen oder abgeben. Einen ähnlichen Effekt zeigen atmungsaktive Wandbeläge wie etwa Kalkputz und einige Tapeten, durch die Feuchtigkeit ins Mauerwerk diffundieren und umgekehrt bei trockener Luft wieder ausströmen kann.

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Pflanzen wiederum eignen sich hervorragend als natürliche Luftbefeuchter und vermeiden schlechte Luft, indem sie ihr Kohlendioxid entziehen und sie mit Sauerstoff anreichern. Allerdings raten einige Mediziner bei Allergien, auf sie zu verzichten, weil sie Staub anziehen und Pollen abgeben können. Sollte die konkrete Ursache für schlechte Luft im Schlafzimmer nicht abgestellt werden können, bieten sich Hilfsmittel zur aktiven Klimakontrolle an. Luftbefeuchter, -entfeuchter und -reiniger – letztere besitzen oft die zusätzliche Option zum Befeuchten – wirken je nach Funktionsweise und Größe unterschiedlich effizient. Bei ihrem Einsatz empfiehlt es sich daher, sich nicht allein auf das Gefühl oder die Angabe der Hersteller zu verlassen, sondern die realen Werte separat zu messen. Die optimale Luftfeuchtigkeit für das Schlafzimmer beträgt nach Ansicht von Experten etwa 40 Prozent bis 60 Prozent.