Mutter kümmert sich um Baby - Sicherer Babyschlaf
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Sicherer Babyschlaf

« Worauf Eltern achten sollten »

Viele Eltern wollen lieber gar nicht daran denken. Dennoch ist es wichtig, dass Säuglinge eine ruhige Nacht haben, bei der an jede Gefahr gedacht wurde. Damit sowohl die Kleinen wie auch Mama und Papa ruhig schlafen können, helfen einige wesentliche Vorkehrungen. Diese sorgen dafür, dass sicherer Babyschlaf kein schöner Traum bleibt.

Schreckgespenst im Babybett – der plötzliche Kindstod

Sich mit diesem Thema zu befassen, ist insbesondere für junge Eltern beunruhigend und berührend – aber mindestens ebenso unumgänglich. Denn der sogenannte Plötzliche Kindstod kommt völlig unerwartet im Schlaf. Vollkommen gesunde Säuglinge liegen unversehens leblos in ihrem Babybett. Die Schreckensdiagnose kann dann nur durch eine Obduktion klar ermittelt werden. Jährlich überkommt dieses Leid rund 150 frisch gebackene Elternpaare in Deutschland. Damit handelt es sich um die häufigste Todesursache von Babys im Alter unter einem Jahr. Leider kann die Wissenschaft derzeit noch immer keinen klaren Grund bestimmen.

Allerdings sind Eltern nicht machtlos: Ein möglichst sicherer Babyschlaf lässt sich mit einigen entscheidenden Verhaltensregeln herbeiführen.

Die folgenden Empfehlungen sind wissenschaftlich belegt und senken das Risiko für den Plötzlichen Kindstod auf ein Minimum.

Sicherer Babyschlaf in sechs erwiesenen Schritten

Die folgenden Tipps haben sich in der Praxis bewährt und sollten unbedingt Berücksichtigung finden, wann immer es daran geht, das Baby schlafen zu legen.

Baby liegt rücklings in Babybett - Sicherer Babyschlaf
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Kurzüberblick: Tipps, mit denen Babys sicher schlafen

  • Kinderbettchen im Elternschlafzimmer aufstellen
  • Babyschlaf immer in Rückenlage
  • Überhitzung vermeiden
  • sicherer Babyschlaf durch Stillen und Schnuller
  • rauchfreier Haushalt
  • risikoarm eingerichtetes Babybett

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Die Maßnahmen im Detail

Vorab ist wichtig: Wer sein Baby anderen Menschen wie Großmutter, Tante oder Tagesmutter anvertraut, sollte auch diese Personen unbedingt über die wesentlichen Maßnahmen in Kenntnis setzen. Nicht jeder kennt sich schließlich genauestens mit dem richtigen Babyschlaf aus. Zudem können Fehler gerade daraus entstehen, dass diese Betrauten es besonders gut meinen und damit eher Schaden anrichten, Stichwort: Kuscheltiere, Schlafposition, Kissen und Decke.

1. Das Babybett sicher einrichten

Eine feste Babymatratze gehört zur entscheidenden Grundausstattung. Sie leistet bereits große Dienste, damit das Kleine sicher schlafen kann: Denn ist die Matratze zu weich, kann der Säugling darin versinken. Die Folge wäre eine massiv eingeschränkte Atmung. Deshalb sind auch sogenannte Nestchen im ersten Lebensjahr nicht ratsam. Wenngleich es aus der erwachsenen Perspektive ungemütlich wirkt: Babys können und sollten auf jeden Fall ohne Kopfkissen schlafen. Immer wieder kommt es vor, dass völlig gesunde Kinder erstickt mit dem Kissen über dem Kopf im Bettchen liegen. Gleiches gilt für eine lose Bettdecke. Diese erweist sich allerdings gleich in doppelter Hinsicht als tückisch: Zum einen kann sich das Kleine auch die Decke über den Kopf ziehen und daran ersticken. Zum anderen gilt es, eine Überhitzung dringend zu vermeiden.

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Deshalb ist ein spezielles, größenmäßig perfekt passendes Schlafsäckchen für Säuglinge die bessere Wahl. Es umfängt den kleinen Körper wohlig und lässt sich nicht wegstrampeln oder hochziehen. Am sichersten ist es natürlich, Kuscheltiere gänzlich wegzulassen, sodass ausschließlich das Kind mit seinem Schlafsack im Bett liegt. Ansonsten sollte es sich um eher kleine Plüschtiere und eine möglichst geringe Anzahl handeln.

2. Im Elternschlafzimmer schläft Baby besser

In ihrem eigenen Bett können Babys besonders sicher schlafen. Die Schlafstätte der Eltern eignet sich hingegen keinesfalls. Hier sind die Matratzen in der Regel deutlich weicher, hinzu kommen opulente Decken, vielleicht sogar ein Spalt zwischen den Einzelbetten. All diese Faktoren fördern die Erstickungsgefahr oder das Risiko der Überhitzung. Neben dem Elternbett stellt das gemeinsame Einschlafen auf dem Sofa eine besonders hohe Gefahr dar. Besser das Kind nach dem Stillen oder Schmusen immer wieder zurück in sein eigenes Babybett legen. In der Nähe der Eltern sollte es aber durchaus bleiben. Denn es gibt Studien, dass die Schlafgeräusche der Eltern die Atmung der Babys positiv anregen. Das Babybett im Elternschlafzimmer ist außerdem als ergänzende Bucht erhältlich, die an eine Seite des großen Betts angeschlossen wird.

Vater kümmert sich nachts um das Baby - Sicherer Babyschlaf im Elternschlafzimmer
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3. Babyschlaf nur in Rückenlage

Vom ersten Tag an sollte das Baby immer in Rückenlage schlummern – unabhängig davon, ob es tagsüber oder in der Nacht ruht. Darin liegt, neben einer zweckmäßigen Einrichtung des Bettes, die wichtigste Vorsichtsmaßnahme gegen den Plötzlichen Kindstod. Beim Babyschlaf auf dem Rücken besteht keine Erstickungsgefahr. Die Bauch- und Seitenlage erhöhen das Risiko hingegen. Zwar ist es richtig, die Bauchlage für eine gute motorische Entwicklung zu fördern. Das geschieht aber besser, wenn das Kind wach ist. Im Babyschlaf soll es unbedingt die Rückenlage sein.

4. Überhitzung ist ein Risikofaktor

Nicht wärmer als 18 Grad sollte das Babyschlafzimmer sein – auch im Winter. Schwitzt das Kleine, dann fühlt es sich im Nackenbereich feucht an. Darin liegt ein eindeutiger Hinweis für die Eltern, dass es an der Zeit ist, die Temperatur zu senken oder die Babykleidung zu reduzieren. Heizungsluft erweist sich als besonders ungünstig, denn sie trocknet die Schleimhäute des Säuglings aus und erschwert somit die Atmung. Dennoch erübrigen sich im Sommer Klimaanlagen und Ventilatoren: Hier genügt es, das Kind einfach sehr leicht bekleidet ins Bettchen zu legen.

Mutter prüft die Temperatur ihres Babys - Sicherer Babyschlaf kann gefördert werden
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5. Von Stillen bis Schnuller

Die meisten Mütter wissen um den unumstritten positiven Effekt des Stillens. Es fördert nicht allein die Bindung zwischen Mutter und Kind, sondern stärkt erwiesenermaßen dessen Immunsystem sowie den gesamten kleinen Organismus. Wenn möglich, empfiehlt es sich also, das Baby bis zum sechsten Monat zu stillen.

Auch der Schnuller scheint eine risikomindernde Wirkung aufzuweisen, wenn Kinder ihn regelmäßig zum Schlafen bekommen. Mag das Baby den Schnuller, dann sollte es ihn durchaus bei jedem Schlaf bekommen. Ein klarer Beleg für diesen Effekt steht derzeit allerdings noch aus.

6. Rauchfrei leben ist gesünder für alle

Dass ein rauchfreier Haushalt allgemein gesünder ist, wird die wenigsten Eltern überraschen. Während der Schwangerschaft und auch nach der Geburt zu rauchen, erhöht das Risiko auf verschiedene Krankheiten und Fehlentwicklungen. Dazu gehört auch der Plötzliche Kindstod. Gerade in Anwesenheit des Babys ist es äußerst wichtig, auf das Rauchen zu verzichten. Wird in der Umgebung des Kindes geraucht, steckt darin neben der Bauchlage das erwiesenermaßen größte Risiko. Natürlich bringt eine rauchfreie Umgebung auch zahlreiche andere Vorteile für Gesundheit und Entwicklung des Kleinen mit. Deshalb besser frühzeitig mit dem Abgewöhnen beginnen.

Junger Mann rauch mit Baby mit Arm
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Sicherer Babyschlaf ist möglich

Natürlich ist das Risiko auf SIDS ein wahrer Albtraum aller Eltern. Wer die sechs wesentlichen Maßnahmen allerdings strikt einhält, kann die Gefahr auf ein Minimum reduzieren und ebenso ruhig wie das Baby schlafen. Neben dem zweckmäßig eingerichteten Bettchen im Elternschlafzimmer und einer nicht zu warmen Umgebung helfen auch zusätzliche Rituale wie das Stillen oder der Schnuller, damit sicherer Babyschlaf kein Zufall bleibt.