Familie im Bett - Stauchhärte bei Matratzen
© freeograph - stock.adobe.com

Was sagt die Stauchhärte bei Matratzen aus?

Wer unter der schier endlosen Auswahl moderner Matratzen nach dem richtigen Modell für die eigenen Ansprüche sucht, bekommt es mit einer Vielzahl an typischen Eigenschaften und Fachbegriffen zu tun. Neben der Härte, der Matratzenhöhe und dem Raumgewicht zählt zu den wichtigsten Kriterien vor allem die Stauchhärte einer Matratze. Insbesondere für eine langlebige Schlafunterlage mit optimaler Stützkraft sollte dieser Wert stimmen.

Der Matratzenkauf – ein Dschungel von Begriffen

Ob eine Matratze die Richtige für Ihre individuellen Bedürfnisse ist, sehen Sie dem guten Stück kaum an. Während sich die Schlafunterlagen optisch nicht wesentlich unterscheiden, befindet sich in ihrem Inneren ein großes Aufgebot an spezifischen Charakteristika. Insofern können sich die jeweiligen Ausführungen in ihren Eigenschaften ganz erheblich unterscheiden, und zwar zunächst unabhängig von Preis oder Marke. Nur selten gibt es in diesem Fall richtig oder falsch, sondern nur individuell passend oder unpassend.

Malie Jupiter 7-Zonen-Tonnen-Taschenfederkern- Matratze mit waschbarem Bezug 60 °C - Stauchhärte bei Matratzen

Deshalb gibt es einige einschlägige Werte, die dazu dienen, die unterschiedlichen Ausführungen zu vergleichen. Der Härtegrad ist dabei der Star: Nahezu jeder hat bereits einmal von ihm gehört. Dahinter verbirgt sich die Festigkeit der jeweiligen Schlafunterlage. Wer davon – in Abhängigkeit vom persönlichen Körperbau sowie den eigenen Vorlieben – einmal den richtigen Grad für sich gefunden hat, ist der neuen Lieblingsmatratze schon einen großen Schritt näher.

Bestimmt wird die Härteangabe unter anderem vom Raumgewicht, ebenfalls noch vielen Menschen geläufig. Das Raumgewicht ist als wichtiges Qualitätsmerkmal einer Matratze bekannt. Je höher der in RG angegebene Wert ausfällt, desto mehr Dichte bringt das Modell mit. Damit wiederum geht eine verbesserte Formstabilität einher. Praktisch ausgedrückt bedeutet das, dass die Schlafunterlage sich nicht so schnell durchliegt und damit über viele Jahre hinweg einen gleichbleibenden Schlafkomfort bietet.

Frau prüft Matratze im Möbelhaus - Stauchhärte bei Matratzen
© Ihor – stock.adobe.com

Die Stauchhärte einer Matratze verstehen

So viel zu den Kriterien, die den meisten Menschen beim Matratzenkauf noch relativ geläufig sind. Doch was bitte steckt hinter der Stauchhärte einer Matratze? Tatsächlich taucht auch diese Bezeichnung bei immer mehr Modellen auf. Mit genauerem Hinsehen wird deutlich, dass die fraglichen Produkte in der Regel aus Schaumstoff bestehen. Denn die Stauchhärte gibt Aufschluss über die Festigkeit von Schaumstoff, ist somit einzig für Viscoschaummatratzen oder Kaltschaummatratzen sowie entsprechende Topper oder Auflagen relevant.

Gelmatratze mit Viscokern OrthoMatra GEL 1.0 von Betten-ABC mit 2-teiligem Hyperflex-Kern, 7-Zonen

Man kann auch das Wort „Eindrückhärte“ als Synonym verwenden. Denn die Stauchhärte verrät, wie viel Kraft nötig wird, um den Schaumstoff von seiner normalen Ausgangsform um 40 Prozent zusammenzudrücken. Im Labor ermitteln die Forscher den Wert, indem sie einen Schaumstoffblock um verschiedene Prozentsätze eindrücken und die dafür anfallende Kraft ermitteln.

Der Wert wird in Kilopascal (kPa) ausgedrückt und gibt grundsätzlich an, wie hart oder weich der Schaumstoff des jeweiligen Modells ist. Je höher die Stauchhärte einer Matratze, desto fester fällt sie aus – und desto besser kann sie nach einem gewissen Druck in ihren Ursprungszustand zurückkehren. Daher verbirgt sich dahinter der zweite Faktor, der neben dem Raumgewicht die Härte beeinflusst.

Betten-ABC KSP-1500 Deluxe Kaltschaummatratze mit komfortablen 7 Zonen und Klimafaserbezug

Effekt der Stauchhärte auf gesunden Schlaf

Somit wirkt sich die Eindrückhärte entscheidend auf den Liegekomfort aus. Ob Sie es bevorzugen, sich eher weich oder hart zu betten, hängt zu einem gewissen Teil von Ihren persönlichen Vorlieben ab. Unter dem gesundheitlichen Blickpunkt gilt es jedoch, Extreme zu vermeiden. Mittelharte Schlafunterlagen gelten in den meisten Fällen als beste Wahl. Zu weiches Liegen würde die Stützkraft der Matratze aufheben. Deshalb sollte der Stauchhärtewert nicht zu niedrig ausfallen. Aber auch ein zu hoher Wert wäre nicht optimal. Gibt der Schaumstoff nicht ausreichend nach, können Schultern und Becken nicht genügend einsinken. Dadurch würde die Neutralstellung der Wirbelsäule gestört und es können vielfältige negative Auswirkungen hervorgehen, unter anderem Rückenschmerzen, Gelenkprobleme und Kopfschmerzen.

Frau schläft im Bett
© JackF – stock.adobe.com

Welche Stauchhärte ist die richtige?

Grundsätzlich lässt sich sagen, dass ein hohes Raumgewicht auch mit einer höheren Eindrückhärte einhergeht. In einem gewissen Maße liegt darin also bei einer Schaumstoffmatratze ein Zeichen für Qualität, Stützvermögen und Widerstandskraft. Darüber hinaus hängt die richtige Höhe dieser Festigkeit wie so oft vom Einsatzzweck ab.

Eine extraweiche Schaumstoffmatratze, ein Modell für Kinder oder ein Rückenpolster kommt meist mit einem Wert um 30 daher. Um jedoch der regelmäßigen Belastung eines erwachsenen Körpers gerecht zu werden und über längere Sicht die orthopädisch notwendige Stützkraft zu gewährleisten, wird bei Schaummatratzen für den täglichen Gebrauch eine Stauchhärte von mindestens 40 empfohlen. Nur so kann die Schlafunterlage einen ausreichenden Gegendruck aufbringen, um den Körper im Liegen ausreichend zu stützen. Bei einem Körpergewicht über 130 kg sollten Sie diesen Richtwert von 40 ruhig noch überschreiten.

Da nicht alle Hersteller bei einer Schaumstoffmatratze auch diese Größe angeben und sich häufig eher auf Härtegrad und Raumgewicht beschränken, kann es lohnen, gezielt beim Händler nachzufragen. Denn schließlich sollten alle Angaben von Härtegrad, Matratzenhöhe und Raumgewicht bis hin zur Stauchhärte optimal auf den eigenen Körper abgestimmt sein. Nur so entsteht ein umfassender und anatomisch korrekter Schlafkomfort.

7-Zonen-Kaltschaummatratze Malie Sumo XXL, RG 50, Härtegrad H3, H4 oder H5, waschbarer Bezug

Ein nützlicher Wert, um die neue Schlafunterlage besser kennenzulernen

Oft steigt die Stauchhärte einer Matratze, je höher deren Raumgewicht ausfällt. In einigen Fällen kommen chemische Zusätze zum Einsatz, um den Stauchhärtenwert zu steigern. Das Ergebnis ist jedoch nicht so effektiv oder gar nachhaltig.

In jedem Fall gilt: Je höher die Zahl, desto weniger weich wird die Schlafunterlage ausfallen. Desto besser und schneller kommt sie nach dem Aufstehen am Morgen auch wieder in ihre Ausgangsform zurück und es entstehen weniger bis keine der typischen Kuhlen. Es ist also von entscheidender Bedeutung, diese Angabe in die Kaufentscheidung mit einzubeziehen und die Wunschmatratze in all ihren Eigenschaften wirklich zu verstehen. Auf diese Weise lässt sich genau das richtige Modell für den eigenen Körper ermitteln.

Mann prüft Matratze im Möbelhaus
© mad_production – stock.adobe.com