Memoryschaum einer Matratze
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Was ist Memoryschaum?

Manche kennen und lieben ihn von herrlich bequemem Schuhwerk, andere aus dem Sport oder eben durch perfekt auf den Körper abgestimmte Bettwaren. Memoryschaum ist immer dann zugegen, wenn Komfort mit Köpfchen gefragt ist. Doch was genau ist das für ein Schaum und worin besteht sein Memoryeffekt? Hier lernst du die raffinierte Innovation besser kennen!

Jederzeit wie auf Wolken gebettet

Einige Hersteller von Sportschuhen scheinen zaubern zu können: Denn im Inneren des Schuhwerkes glaubt man fast, weiche Schäfchen zu spüren, die den Fuß betten, als ginge er auf Wolken. Dabei stützen sie ihn gleichzeitig auf Schritt und Tritt. Der Effekt ist einprägsam: Schnell entsteht Suchtgefahr, denn wer ein entsprechendes Gehvergnügen einmal genossen hat, will häufig nicht mehr zurück zum Standard. Aber Moment einmal: Schäfchen, Wolken und weiche Betten – das erinnert doch mehr an süße Träume!

Und tatsächlich, was tagsüber den gesamten Bewegungsapparat zu Füßen optimal schützt und stützt, kann auch nachts zum Einsatz kommen und den Körper lagern wie im siebten Himmel. Allerdings ist der Hintergrund zu diesen schaumig weichen Vorstellungen äußerst funktional und anatomisch sinnvoll unterlegt. Denn sowohl in den entsprechenden Schuhen als auch in den besonderen Bettwaren liegt sogenannter Memoryschaum verborgen. Er bildet das Geheimnis, das höchsten Komfort mit orthopädischer Zweckmäßigkeit zu verbinden weiß.

Junge Frau schläft wie auf Wolken -
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Memoryschaum – das Material mit Gedächtnis

Er hört auf viele Namen. Neben Memoryschaum sind auch folgende Bezeichnungen für das Material mit dem Memoryeffekt geläufig:

  • Memory Foam (Englisch wörtlich für Gedächtnis-Schaum)
  • Formgedächtnispolymer

Natürlich denkt der Schaum nicht wirklich. Der Name ist allerdings trotzdem Programm: Denn es handelt sich um sogenannten Viscoschaum, einen elastischen Kunststoff, der sich immer an seine Ursprungsform erinnert. Das heißt, selbst nach intensiver Belastung findet er wieder in diesen neuwertig wirkenden Ausgangszustand zurück. Diese Fähigkeit erlaubt es dem viscoelastischen Schaum, sich bei Belastung intensiv an den Körper anzupassen, der den Druck auf ihn ausübt. Der Memoryschaum passt sich der Silhouette so ideal an, wie es kein anderes Material bewerkstelligt.

So funktioniert der Memoryeffekt

Memoryschaum reagiert sehr träge auf Druck und Wärme. In Zusammenspiel mit dem Körpergewicht des Schlafenden sowie dessen Körperwärme passt er sich daher in genau dem richtigen Maße an die Körperform an. So ermöglicht er die optimale Druckentlastung. Genau das ist es, was den Memoryeffekt ausmacht. Wie ein Abdruck des Körpers legt sich das Material sanft um die Kontur und stützt sie in der anatomisch korrekten Haltung. Im Bereich der Bettwaren kommt der Memory Foam daher besonders gern in zwei Bereichen zum Einsatz:

Darüber hinaus gibt es praktische Matratzenauflagen. Sie perfektionieren die Anpassungsfähigkeit der Schlafunterlage – ersetzen aber natürlich nicht die exakt auf die individuellen Voraussetzungen abgestimmte Matratze. Sobald der Schlafende das Bett verlässt, übt er natürlich keinen Druck mehr auf Matratze oder Kopfkissen aus, auch die Körperwärme verliert sich schnell. Dann kehren die Bettwaren mit Formgedächtnis in ihre Ursprungsform zurück – bis zur nächsten Nacht.

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Was Memoryschaum nicht ist

Achtung, nicht verwechseln: Der Memoryschaum merkt sich seine eigene neutrale Ausgangsform. Es ist nicht die Körperkontur, deren Silhouette er sich einprägt oder gar wie einen fixierten Abdruck festhält. Darin liegt ein gängiges Missverständnis in Sachen Memoryeffekt. Denn in der Tat wäre eine solche unwiderrufliche Anpassung eher kontraproduktiv. Das Besondere liegt gerade darin, dass das Material immer wieder in der Lage ist, die Reset-Taste zu drücken. So passt es sich jede Nacht aufs Neue den jeweils relevanten Begebenheiten an. Schließlich verändern sich sowohl der Körper als auch seine Bedürfnisse im Laufe der Zeit.

Vorteile auf einen Blick

Dank seiner unkomplizierten Wirkweise eignet sich Gedächtnisschaum für die meisten Menschen und bringt ein breites Spektrum an Vorzügen mit:

  • äußerst individuelle Anpassung an jeden Körper
  • Druckentlastung für vollkommene Entspannung
  • angenehm warmes Schlafklima durch thermoelastische Wirkung
  • hohe Langlebigkeit dank Formgedächtnis
  • durch Memoryeffekt kaum Neigung zu Liegekuhlen

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Mögliche Nachteile

Anders als sonstige Materialien für Bettwaren erzeugen solche mit Memoryschaum eine größere Auflagefläche für den Körper. Das ist gut und richtig so, denn erst dadurch entsteht genaue Anpassung und Druckabsorption. Allerdings führt dies auch zu einer höheren Wärmeentwicklung und damit einem wärmeren Schlafklima. Wer stark zum Schwitzen neigt, wird mit dem Viscoschaum daher womöglich nicht glücklich.

Da die charakteristische Anpassungsfähigkeit vor allem von der Temperatur abhängt, dauert es nach dem Hinlegen eine gewisse Zeit, bis der volle Liegekomfort erreicht ist. Ähnlich verhält es sich, wann immer sich die Liegeposition im Laufe der Nacht verändert. Diese deutlich trägere Anpassungsfähigkeit des Schaums bei kühleren Temperaturen wird auch als Gipseffekt bezeichnet. Um diesen zu vermeiden, kombinieren viele Hersteller mehrere verschiedenartige Materialien im Kern der Matratzen, um Bettwaren mit Memoryschaum auch für sehr aktive Schläfer und eher kühle Räume perfekt nutzbar zu machen.

Matratzen, Kopfkissen und Matratzenauflagen mit Memoryeffekt

Da der weiche Schaum die Körperkontur des Schlafenden genau nachzeichnet, kann eine Matratze mit Memory Foam sowohl die Wirbelsäule als auch die Gelenke und Bänder druckfrei lagern. Das wiederum kann eine orthopädisch korrekte Haltung in jeder Schlafposition fördern. Vor allem Seitenschläfer profitieren von dem Effekt, um Durchblutungsstörungen in tief in die Matratze einsinkenden Arealen wie dem empfindlichen Schulter-und-Nacken-Bereich vorzubeugen. Aufgrund der hervorragenden Druckentlastung kommen Bettwaren mit Memoryschaum etwa auch in Pflegeeinrichtungen und Krankenhäusern gern zum Einsatz.

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Auch spezielle Nackenstützkissen sowie Kopfkissen mit Memoryeffekt gibt es mittlerweile in facettenreichen Formen. Diese Kissen passen sich den Konturen von Kopf und Nacken hervorragend an. Damit können sie eine sinnvolle Option sein, um Kopfschmerzen sowie Nackenverspannungen vorzubeugen. Dafür ist es jedoch insbesondere bei Nackenstützkissen wichtig, ein Modell zu wählen, das genau zu den eigenen Schlafgewohnheiten passt. Seitenschläfer etwa benötigen in der Regel höhere Kopfkissen, da die Differenz zwischen Kopf und Schulter ausgepolstert werden muss. Wer bevorzugt auf Bauch oder Rücken schläft, liegt mit einem flacheren Kissen besser. Passen die Maße der Kopfkissen nicht, können trotz Gedächtnisschaum wieder Verspannungen in der sensiblen Partie entstehen.

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Fazit: Memoryschaum – eine clevere Ergänzung

Bettwaren, die mitdenken, stellen eine raffinierte Möglichkeit dar, den persönlichen Schlafkomfort zu optimieren. Eine Matratze, ein Kissen oder spezielles Nackenstützkissen mit Memoryeffekt passen sich bei Benutzung der Körperkontur an und bieten dadurch eine druckminimierende Liegefläche. Nach der Nachtruhe springt der elastische Viscoschaum in die Form zurück, die er im Ausgangszustand hatte. Er scheint sich also zu erinnern und verhilft mit seinem Gedächtnis zu einem Schlafgefühl, wie auf absolut neuwertiger Bettausstattung – jede Nacht.

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Das führt neben einem angenehmen und anatomisch zweckmäßigen Liegen auch zu einer äußerst beständigen Bettgemeinschaft: Denn elastische Viscoschaum-Matratzen mit hohem Raumgewicht erweisen sich dank ihres Formgedächtnisses als besonders langlebig. Damit der gesamte Organismus jedoch von einer bestmöglichen Ruhephase profitieren kann, ist natürlich noch mehr Raffinesse als vermeintlich mitdenkender Schaum gefragt: So sollten alle Teile der Bettausstattung etwa in ihren Maßen exakt auf die Schlafenden abgestimmt sein. Überdies müssen sie auch untereinander harmonieren. Hinsichtlich der Wahl der passenden Unterfederung bringt der Memoryschaum gleich noch einen Vorteil mit, denn eine Matratze mit Memory-Kern funktioniert mit nahezu jedem Lattenrost.