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Was tun, wenn das Bett quietscht?

Wenn das Bett quietscht oder laut knarrt, leiden darunter schnell auch Personen, die von ihrem Charakter her eigentlich wenig lärmempfindlich sind und andere Geräuschquellen problemlos ignorieren. Selbst falls die Geräusche nicht als störend empfunden werden, ist es ratsam, ihrem Ursprung nachzugehen. Unter Umständen deuten diese nämlich auf eine fehlerhafte Montage oder beginnendes Materialversagen hin. Das wären zwei Fälle, in denen die Schlafqualität und der Liegekomfort unbemerkt stark beeinträchtigt werden können, weil sich die Veränderungen langsam und schleichend entwickeln. Das frühzeitige Eingreifen und das Beseitigen der Ursache verhindert hier zudem das Entstehen größerer Schäden am Bett, die sonst ein frühzeitiges Ersetzen von Matratze und Lattenrost erforderlich machen. Gleich ein neues Bett kaufen wird hingegen nur wenigen empfohlen! 

Ein quietschendes Bett beeinträchtigt die Nachtruhe stark 

Wenn ein Bett quietscht, stört dies oft die Nachtruhe deutlich stärker, als dies bei anderen Geräuschen mit einer vergleichbaren Lautstärke der Fall ist. Ausschlaggebend für diesen Effekt zeigen sich zwei Gründe: Zunächst einmal entsteht das Quietschen relativ nahe am Körper und im schlimmsten Fall sogar direkt im Kopfbereich  auch wenn der Lärmpegel bereits in zwei Metern Abstand kaum störend oder lediglich schwach wahrnehmbar ist, wirkt er auf die kurze Distanz zwischen Ursprung und Ohr direkt und sehr viel lauter.  

Zweitens zeichnet sich ein Quietschen durch eine Vielzahl von hohen und sehr hohen Frequenzen aus, die sich teilweise bis in das Spektrum des nicht hörbaren Ultraschalls erstrecken und selbst über der Grenze der Wahrnehmung das körperliche Befinden negativ beeinflussen. Diese hohen Töne empfinden viele Menschen als unangenehm. Der schnelle, chaotische und stets einzigartige Wechsel bei Lautstärke und Frequenz erschwert zudem die Gewöhnung und die darauf eintretende Filterung durch das Unterbewusstsein, wie sie bei monotonen Lärmquellen wie Straßenlärm oder tiefen, anhaltenden Bässen eintritt.  

Frau gähnt
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Wenn ein Bett quietscht, stellt dies deshalb allein von seinen akustischen Eigenschaften in vielen Fällen eine überdurchschnittlich intensive Störquelle für ruhigen, entspannten Schlaf dar. Die Auswirkungen zeigen sich sowohl beim Einschlafen wie bei der Qualität der Ruhe und Entspannung über die gesamte Nacht hinweg. Da das Unterbewusstsein nicht in der Lage ist, die Töne effektiv zu filtern, stören sie in extremen Fällen die Schlafphasen und bewirken spontane Unterbrechungen des REM- oder Tiefschlafs, ohne dass der Betroffene bis in das Wachstadium gelangt und sich dadurch dieser Beeinträchtigung bewusst wird.  

Die Ursachen für ein quietschendes Bett 

Grundsätzlich arbeitet ein qualitativ solides Bett bei einer sachgerechten Montage und ohne strukturelle Schäden geräuschlos und zuverlässig. Wenn etwas quietscht oder knarrt, deutet dies entweder auf starke Spannungen in einem bestimmten Material oder eine Reibung zwischen zwei Oberflächen hin, die nicht fest miteinander verbunden sind. Das bedeutet ebenfalls konkret, dass dieses Geräusch eine laufende und fortschreitende Abnutzung begleitet  ein weiterer und nicht zu unterschätzender Grund, weshalb es niemals ignoriert werden sollte. 

Die Ermittlung der Ursache stellt allerdings häufig ein größeres Problem dar, für dessen Lösung es in der Regel aber keinen Spezialisten braucht. In der Vergangenheit lag der Grund nahezu ausschließlich in einer Matratze mit einem Federkern, deren innere Metallstruktur entweder korrodiert, beschädigt oder stark überlastet ist. Das Bett als solches stammte hingegen bis vor wenigen Jahrzehnten meist von einem Schreiner. Grundlegende Voraussetzungen waren lediglich eine rudimentäre Pflege, keine längerfristig schädlichen Umweltbedingungen und in weiten Zeitabständen eine einfache mechanische Anpassung  etwa von Zeit zu Zeit das Anziehen und eventuell Ölen der Schrauben. 

Frau hält sich Kissen vor die Ohren - wenn das Bett quietscht ist erholsamer Schlaf unmöglich
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Zu den möglichen Gründen für Geräusche gehören in erster Linie: 

  • Nicht ausreichende Fixierung einzelner Leisten im Lattenrost  
  • Die Sprungfedern bei einer Matratze mit Federkern 
  • Zu hohe Flexibilität bei einzelnen Reibungsflächen 
  • Lattenrost knarrt durch interne Spannungen einer Leiste 
  • Mittlere Traversen im Doppelbett sind verzogen 
  • Ausnahme: Klappern bei Metallbetten  

Mann baut Bett zusammen - wenn das Bett quietscht, hat man vielleicht Fehler gemacht

In jedem Fall empfiehlt sich eine gründliche Inspektion, um rasch Abhilfe zu schaffen. In einigen Fällen  etwa bei einer älteren, durchgelegenen Matratze mit einem Federkern ist diese selbstverständlich schnell und leicht durchzuführen. Wenn diese bereits länger quietscht, überdeckt sie damit allerdings nicht weitere „Misstöne“, die einem knarrenden Rahmen oder Lattenrost entspringen.  

Bett quietscht  oft helfen schon einfache Lösungen 

Bei reinen Schaumstoffmatratzen  gleichgültig, ob es sich um ViscoschaumKaltschaum– oder Latexmatratzen handelt  sind Geräusche durch dieses Materials praktisch ausgeschlossen. Anders sieht es bei einer Matratze mit Federkern aus, wo sie Ermüdung und Korrosion anzeigen, gegen die leider keine praktische Hilfe außer einem Austausch der Unterlage möglich ist. In allen anderen Fällen resultiert ein Quietschen stattdessen aus einer direkten mechanischen Reibung. 

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Diese entsteht durch den Kontakt von Holz auf Holz und bewirkt, dass ein Bett quietscht. Als Naturstoff besteht dieses  anders als Metalle  aus hochkomplexen und individuellen Verbindungen, bei denen neben dem Material auch die Struktur und das Alter eine Rolle spielen. So bauen sich beispielsweise die zu Anfang in dem organischen Material enthaltenen Fette ab und führen dazu, dass die Reibung zunimmt und diese dadurch mehr und mehr zunimmt. Bei zwei Holzoberflächen reicht es jedoch aus, beide kräftig mit einer Kerze einzureiben  diese einfache Methode durch eine aufgetragene Wachsschicht verwenden unter anderem ebenfalls Ski-, Snowboard- und Sandboard-Fahrer und gilt als simples und kostengünstiges Verfahren, um direkte Reibung zwischen den Oberflächen zu minimieren.  

Eine weitere Möglichkeit bilden lose Schrauben, ausgeleierte Muttern, gerissene Gewinde und andere instabile Übergänge, in denen es ebenfalls zu einem direkten Kontakt zwischen einer tragenden und einer stützenden Oberfläche kommt. Die Lösung für dieses Problem hängt dabei stark von den Fähigkeiten und der Fantasie des Betrachters ab  sie reicht von der Polsterung durch weiche Stoffe bis hin zu größeren Schrauben, dem Einsetzen neuer Dübel und Halterungen oder einer Fixierung durch Nägel. 

Mann befestigt Schrauben bei einem Bett - das kann man tun wenn das Bett quietscht
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Eine typische Alterserscheinung: Der Lattenrost knarrt 

Geräusche im Holz selbst haben entweder ein hohes Alter oder eine minderwertige Qualität zur Ursache. Im Unterschied zu robustem Massivholz beispielsweise aus Eiche, Buche oder anderen einheimischen Harthölzern erweisen sich Materialien wie das heute oft verwendete Pressspan oder die sehr viel weichere Kiefer als schnell vergänglich. Sie verlieren an Stabilität, während Naturholz mit der Zeit aushärtet, weil es kontinuierlich Feuchtigkeit und ätherische Öle absondert.  

Diesem Umstand ist leicht durch Wachs, Politur oder Öl abzuhelfen  in jedem Fall dienen die Fette dazu, die Geschmeidigkeit wiederherzustellen und die gleichermaßen interne Reibungen zu vermeiden. Eine regelmäßige Behandlung empfiehlt sich generell für alle Holzverbindungen vom Bett bis zum Lattenrost, um Ermüdungserscheinungen des Materials zu vermeiden. 

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