Startseite | Das perfekte Bett | Weiche oder harte Matratze
© LIGHTFIELD STUDIOS – stock.adobe.com

Weiche oder harte Matratze

« Was kommt für Sie in Frage? »

Etwa ein Drittel Ihres Lebens verbringen Sie durchschnittlich im Bett. Deshalb kommt der Frage nach der richtigen Schlafunterlage eine nicht zu unterschätzende Bedeutung für einen erholsamen Schlaf sowie für Gesundheit und Wohlbefinden zu. Von Taschenfederkern über Latex bis Kaltschaum gibt es eine große Modellvielfalt, entscheidend ist aber vor allem der passende Härtegrad: Ob eine weiche oder harte Matratze die bessere Wahl ist, erfahren Sie hier.

Wie man sich bettet, so liegt man

Ob Sie sich für eine weiche oder harte Matratze entscheiden, kann einen enormen Einfluss auf Ihren Schlaf haben. Der deutlichste Unterschied wird sofort im Liegegefühl spürbar. Während eine harte Unterlage gar nicht oder nur sehr gering nachgibt, sinkt der Körper in ein weiches Modell regelrecht ein. Beide Extreme sind nur in Ausnahmefällen erwünscht. Die perfekte Matratze für alle gibt es nicht. Vielmehr ist die Wahl von Faktoren abhängig, die von Mensch zu Mensch sehr verschieden ausfallen können.

Wie man sich bettet, so liegt man
© gstockstudio – stock.adobe.com

Aus der Vergangenheit rührt der Irrglaube, eine harte Matratze sei durchweg besser. Diese Annahme entstand ursprünglich dadurch, dass es gelang, Rückenschmerzen zu reduzieren, indem die Betroffenen ein Brett unter ihre Schlafstätte schoben. Allerdings wurde damit lediglich eine durchgelegene oder grundsätzlich minderwertig konzipierte Schlafunterlage ausgeglichen. Moderne Studien beweisen heute, dass im Zweifelsfall ein mittlerer Härtegrad zu bevorzugen ist.

Kleine Anatomie des Schlafens

Eine gute Matratze hat die Aufgabe, den Körper in jeder Schlafposition in einer möglichst neutralen Lage zu halten. Das bedeutet, dass die drei natürlichen Krümmungen der Wirbelsäule eine sichere Unterstützung finden. Kopf, Schultern, Rücken und Gesäß sowie Fersen sollten in Seitenlage eine gerade Linie bilden. Nur so können sich die Muskeln entspannen und die Durchblutung ist ungehindert gewährleistet. Mit der Zeit kann die passende Schlafunterlage die Schlafqualität erhöhen und sogar schrittweise die Körperhaltung optimieren.

breckle-duo-7-zonen-kaltschaum-wendematratze-ergonomisch-zwei-haertegrade-in-einer-matratze

Im Umkehrschluss hat der falsche Härtegrad fatale Folgen: Der Schlaf wird gestört und Rückenschmerzen sowie umfassende Verspannungen können auftreten. Wer morgens mit Schmerzen das Bett verlässt, sollte nicht darüber hinwegsehen. Sie dienen als Warnsignal und können im Laufe der Zeit in handfeste Folgeschäden übergehen. Häufige morgendliche Symptome sind:

  • Schmerzen im unteren Rücken
  • Nackenschmerzen
  • intensive Kopfschmerzen bis hin zu Migräne
  • Benommenheit

Entscheidungsfaktor Schlafposition

Je nach bevorzugter Schlafhaltung benötigt der Körper unterschiedliche Formen der Unterstützung.

Rückenschläfer

Wer besonders viel Zeit in der Rückenlage verbringt, sollte den Fokus auf die sogenannte Lordose legen. Darunter versteht sich die natürliche S-Krümmung der Wirbelsäule. Schultern und Hüfte sollten gut einsinken können, während die Taille dennoch stabil gestützt bleibt. Ein einfacher Test zeigt: Wenn Sie beim Liegen noch eine Hand zwischen Lendenbereich und Laken oder auch zwischen Halswirbelpartie und die Schlafunterlage schieben können, dann ist das gewählte Modell nicht weich genug.

Seitenschläfer

Der richtige Härtegrad für Seitenschläfer ist dann gegeben, wenn der Körper in Seitenlage eine gerade Linie bildet. Eine zu weiche Matratze hingegen lässt die Wirbelsäule insbesondere an den schweren Körperpartien durchhängen. Ist das Modell zu fest, knicken Schultern oder Becken nach oben hin ab. Optimal ist hier für die meisten Menschen eine mittelharte Ausführung, die mit hoher Punktelastizität brilliert. Das bedeutet, dass die Unterlage nicht allgemein großflächig überall nachgibt, sondern gezielt da, wo der Körper anatomisch korrekt einsinken soll.

seitenschlaefer
© puhhha – stock.adobe.com

Bauchschläfer

Falls Sie zu dem kleinen Prozentsatz an Menschen gehören, die am liebsten auf dem Bauch schlafen, dann ist eine eher harte Unterlage eine gute Wahl, vorausgesetzt, sie passt sich dennoch flexibel der Körperkontur an. Wichtig ist hier auch die Wahl des Kissens: Ist es zu hoch, wird der Nacken schädlich überstreckt.

Kaufentscheidung nach Körpergewicht abstimmen

Grundsätzlich gilt bei der Entscheidung, ob man eine weiche oder Matratze kaufen möchte: Je höher Ihr Körpergewicht, desto härter sollte auch die Unterlage ausfallen, um Sie optimal abzustützen. Umgekehrt gilt: Wer eher leicht ist, benötigt ein recht weiches Modell, um überhaupt einsinken zu können.

Kaufentscheidung nach Koerpergewicht abstimmen
© JackF – stock.adobe.com

Dabei sollte das Gewicht aber immer in Relation zur Körpergröße stehen: Wer einfach größer ist und deshalb mehr auf die Waage bringt, muss nicht unbedingt eine harte Matratze wählen. Bei Übergewicht sieht es hingegen anders aus. Lassen Sie sich also nicht allein von der Gewichtsangabe, sondern umfassend von Ihrer Statur leiten.

Die gängigen Härtegrade

Jeder, der sich schon einmal mit dem Matratzenkauf befasst hat, ist bereits auf die Härtegrad-Bezeichnungen gestoßen. In der Regel steht hinter den Klassen H1 bis H5 folgende Bedeutung:

  • H1 – weich bis mittelweich – für Körpergewicht bis 60 kg
  • H2 – mittelweich bis mittelhart – bis 80 kg
  • H3 – mittelhart bis hart – ab 80 kg
  • H4 – hart bis sehr hart – ab 110 kg
  • H5 – sehr hart – ab 130 kg

Anmerkungen: Modelle der Härtegrade H4 und H5 bieten sich für XXL-Matratzen an.

Wichtig ist zu beachten, dass diese Bezeichnungen nicht genormt sind. Jeder Hersteller kann unter Begriffen wie weiche oder mittelweiche Ausprägung also eine andere Festigkeit verstehen. Wer beispielsweise auf einer Kaltschaummatratze in H2 von Hersteller X hervorragend schläft, kann mit einer Kaltschaummatratze in H2 von Hersteller Y ebenso gut oder überhaupt nicht harmonieren. Die Angaben sind lediglich als grobe Richtwerte zu verstehen. Eine individuelle Beratung ist zu empfehlen.

Beste Wahl bei Rückenschmerzen

Wer mit Rückenschmerzen zu kämpfen hat, sollte sich unbedingt eine passende Bettausrüstung gönnen. Natürlich kann ein bereits geschädigter Rücken allein durch besseres Schlafen und eine gute Haltung nicht geheilt werden. Allerdings werden sich Verspannungen lösen – oder gar nicht erst entstehen. So lässt sich einer Verstärkung der Problematik vorbeugen, weil der Körper nicht immer weiter in die Fehlhaltung gezogen wird.

7-zonen-visco-kaltschaummatratze-orthomatra-visco-50-mit-exclusiv-coolmax-bezug

Auf keinen Fall sollte das neue Matratzenmodell zu fest sein. Eine zu harte Matratze sorgt eher dafür, selbst den intaktesten Rücken über Dauer zu schädigen. Stattdessen ist eine orthopädische Ausführung wie etwa eine 7-Zonen-Kaltschaummatratze empfehlenswert. Mit solch einer Kaltschaummatratze wird der Körper in sieben Bereichen gezielt entlastet und unterstützt.

Lattenrost nicht vergessen

Auch die 7-Zonen-Kaltschaummatratze oder ein besonders luxuriöses Modell bringen Sie nicht in den siebenten Schlafhimmel, wenn der Lattenrost die Leistung ruiniert. Denn ein allzu alter Lattenrost fängt an, durchzuhängen. Das beeinträchtigt natürlich auch die Performance der Schlafunterlage. Bei besonders billig gearbeiteten Lattenrosten kann der negative Effekt sogar schon deutlich früher als mit der allgemeinen 15-Jahres-Frist eintreten.

madera-7-zonen-lattenrost-zur-selbstmontage-mit-28-leisten-extra-stabil-durch-durchgehende-holme

Weiche oder harte Matratze – was ist gesünder?

Eine harte Matratze ist somit auf keinen Fall grundsätzlich gesünder. Im Gegenteil: Ist die Struktur zu fest für den individuellen Körperbau, übt die Oberfläche Druck auf die Gelenke sowie die Gefäße und die Muskulatur aus. Es resultieren Schmerzen, Verspannungen und langfristige Schädigungen. Wer versucht, eine minderwertige Bettausstattung einzig durch eine möglichst harte Unterlage auszugleichen, kann damit unter Umständen zunächst die obligatorischen Rückenschmerzen beseitigen. Auf lange Sicht entstehen dafür Gelenkschädigungen und weitere Symptome.

Wählen Sie besser eine so weiche Matratze als möglich. Natürlich sollte die notwendige Unterstützung passend zu Statur und Schlafverhalten dennoch gewährleistet sein. Punktelastische Zonen helfen.