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Wichtige Informationen für den Matratzenkauf

« Auf der Suche nach der perfekten Schlafunterlage »

Erholsamer, gesunder Schlaf beginnt bereits beim Matratzenkauf. Die Unterlage ist nicht der einzige, aber einer der wichtigsten Faktoren für ein optimales und individuell zusammengestelltes Bett. Sie entscheidet nicht allein über eine anatomisch und ergonomisch korrekte Körperhaltung, sondern darüber hinaus über das eigene Wohlempfinden und damit direkt über den Schlafkomfort. Wenn es darum geht, die beste Matratze zu kaufen, geben deshalb neben technischen Merkmalen auch persönliche Faktoren den Ausschlag – von der Vorliebe für einen niedrigen oder hohen Härtegrad bis hin zu physischen Voraussetzungen wie Körpergewicht oder starkem Schwitzen.

Eine geeignete Matratze kaufen fällt Laien oft schwer

Härtegrad, Zonenverteilung, Material, Federung, Belastbarkeit, Atmungsaktivität, Punktelastizität – das sind nur einige der Begriffe, mit denen sich Kunden auseinandersetzen müssen, wenn sie eine neue Matratze kaufen. Es überrascht deshalb nicht, dass sich viele Menschen von der Auswahl für ihr Bett ohne zusätzliche Informationen überfordert fühlen. Die große Bedeutung für die Gesundheit, die Mediziner und Experten einem gesunden und entspannenden Schlaf beimessen, verstärkt den Druck beim Matratzenkauf zusätzlich. Die Verunsicherung ist verständlich, aber nicht notwendig. Wenn einige Voraussetzungen beachtet werden, ist es gar nicht schwer, eine geeignete und individuelle Matratze zu kaufen.

Beim Kaufen einer Matratze gibt es viele Faktoren zu beachten
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H1 bis H5 – Bedeutung beim Matratzenkauf

„Hart schlafen ist gesund“ weiß der Volksmund und irrt sich trotz aller sprichwörtlichen Weisheit in diesem Punkt. Der Härtegrad ist in erster Linie ein Merkmal, das für das Körpergewicht und die Lebensdauer wichtig ist. Er dient unter anderem dazu, die Belastbarkeit einer Matratze zu verdeutlichen. Darüber hinaus sollte für eine ergonomisch korrekte Schlafhaltung der Körper nicht zu tief einsinken – für leichte Menschen eignet sich deshalb ein weicheres und für schwere ein hartes Bett. Das passende „H“ wird beim Matratzenkauf meistens mit dem Buchstaben H oder F und einer Zahl zwischen eins und fünf angegeben, wobei die generelle Empfehlung lautet:

  • H1: weich bis mittelweich, geeignet für leichte Personen bis zu 60 Kg
  • H2: mittelweich bis mittelfest, geeignet für bis zu 80 Kg
  • H3: mittelfest bis fest, geeignet ab 80 Kg
  • H4: fest bis sehr fest, geeignet ab 110 Kg
  • H5: sehr fest, je nach Marke geeignet ab 110 bis 130 Kg
Erholsamer Schlaf mit der richtigen Matratze
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Leider berücksichtigt diese Einteilung für das Kaufen nicht die Körpergröße und somit, wie sich das Gewicht auf der Fläche im Bett verteilt. Eine erweiterte Regel besagt deshalb:

  • Ist das Gewicht in Kilogramm kleiner als die Körpergröße in Zentimeter minus 100, empfiehlt sich ein weicher Grad.
  • Wenn das Ergebnis ungefähr gleich groß ist, sollte ein mittlerer Grad bevorzugt werden.
  • Bei einer deutlichen Abweichung nach oben eignet sich eine feste Unterlage.

Der Härtegrad selbst ist allerdings nicht genormt und kann von jedem Hersteller individuell definiert werden, so dass zum Beispiel einige Matratzen mit H3 praktisch jenen anderer Unternehmen in H4 oder H2 entsprechen. In den meisten Fällen ist es deshalb kein Problem, eine Stufe nach oben oder unten abzuweichen, falls dies den Komfort erhöht. Zu berücksichtigen ist dabei, dass der Härtegrad die Lebensdauer beeinflusst und weichere Unterlagen häufiger durch einen Matratzenkauf erneuert werden müssen.

Gel, Latex, Schaum und Federkern: Verschiedene Matratzenarten

Die Federkernmatratze ist die klassische Unterlage für das Bett und besteht aus einem inneren System von Metallfedern, das von einer Polsterung umgeben ist und von einem Überzug geschützt wird. Da sie innen hohl ist, besitzt sie eine sehr gute Atmungsaktivität – das bedeutet, sie wird sehr gut durchlüftet. Es gibt zwei Hauptlinien: Bonell- und Tonnenfederkern. Bonellfedern sind miteinander verbunden und geben im Bett auf größerer Fläche nach, Tonnenkerne durch kleine Taschen voneinander isoliert und dadurch härter und punktgenauer.

7-Zonen-Taschenfederkernmatratze OrthoMatra ABC Spring, mit waschbarem Bambus-Bezug

Schaummatratzen werden je nach Material in Kaltschaum und Visco-Schaum unterschieden. Erstere bestehen aus Polyurethan-Kunststoff, der bei niedrigen Temperaturen mit Luft aufgeschäumt wird. Das Material besitzt relativ große Poren, aus denen ein niedriges Gewicht, eine gute Feuchtigkeitsableitung und eine hohe Atmungsaktivität resultieren. Ein weiteres Kennzeichen ist eine reaktionsschnelle Punktelastizität, bei der die Oberfläche nach einem Druck schnell wieder in seine Ausgangslage zurückkehrt. Diese Eigenschaft unterscheidet es von Visco-Schaum, der wie Teflon ein Produkt der NASA-Forschung ist und speziell für den Schutz der Astronauten bei hohen Beschleunigungen entwickelt wurde. Er weist relativ kleine Lufteinschlüsse und Kanäle auf und ist dadurch wesentlich dichter und schwerer. Daraus resultieren spezifische Eigenschaften wie eine träge Punktelastizität, die zudem stark von der Temperatur beeinflusst wird – bei Kälte erstarrt Visco-Schaum und wird bei Wärme weicher. In Verbindung mit der Körpertemperatur ergibt sich dadurch im Bett ein über die Matratzendicke abgestufter Härtegrad.

Gelmatratze mit Viscokern OrthoMatra GEL 1.0 von Betten-ABC mit 2-teiligem Hyperflex-Kern, 7-Zonen

Der Unterschied zur Latexmatratze besteht darin, dass hier kein Kunststoff, sondern meist Naturkautschuk aufgeschäumt wird. Dieses besitzt andere Eigenschaften: Es ist sehr atmungsaktiv, besitzt eine hohe Punktelastizität und bietet eine feindliche Umgebung für Milben. Sie stützen den Körper gut ab und bieten sich beispielsweise bei einem Matratzenkauf für Allergiker an.

Gelmatratzen sind eine relativ neue Technologie und bestehen aus einem Schaumkern mit einer Gelauflage, die wie ein Wasserbett auf Bewegungen reagiert und Druck schnell ausgleicht, diesen aber im Unterschied zu Wasser nicht wieder zurückgibt. Das macht sie relativ weich und sehr punktelastisch. Diese Variante besitzt einen waschbaren Baumwollüberzug und sind deshalb leicht zu reinigen. Deshalb sind zum Beispiel Allergiker mit einem Körpergewicht unter 100 Kilogramm gut mit Gel für den Matratzenkauf beraten.

Breckle SilverGel® 4000 Taschenfederkernmatratze mit hochwertigen Gelauflagen und 7-Zonen Schnitt

Weitere Merkmale: Aufteilung in Zonen und ein geeigneter Lattenrost

Die meisten hochwertigen Matratzen verwenden heute sieben unterschiedliche Zonen, die sich in ihrem Härtegrad voneinander unterscheiden. Dadurch sinken schwere Körperteile wie der Rumpf geringer und leichte wie der Kopf- und Fußbereich etwas stärker ein, was eine anatomisch günstige Schlafhaltung begünstigt. Die Matratzentypen stellen unterschiedliche Anforderungen an den Lattenrost, so dass Kunden bei einem Wechsel diesen mitunter zusätzlich kaufen müssen. So unterstützen beispielsweise Gelmatratzen bewegliche Lattenroste mit einem Motor, Federkerne jedoch nicht. Kaltschaum und Latex wiederum benötigen einen relativ engen Lattenabstand von weniger als drei Zentimetern, um ihre Stützfunktion für das Bett optimal zu entfalten.

Schlafposition beim Kaufen berücksichtigen

Die meisten Matratzen sind für Seitenschläfer ausgelegt, die beinahe zwei Drittel der Weltbevölkerung ausmachen. Ihnen folgen die Rückenschläfer, für die beim Matratzenkauf besonders unterschiedliche Zonen und weniger das Material entscheidend sind. Sie liegen allerdings meist besonders angenehm auf Visco- und Gelmatratzen, die sich wegen ihrer weichen Oberfläche dafür aber weniger für Bauchschläfer eignen. Diese sollten stattdessen lieber hochwertige Kaltschaum- oder Latexmatratzen kaufen. Es ist sinnvoll, bei unruhigem Schlaf Gelmatratzen zu bevorzugen und Viscoschaum zu vermeiden – erstere passen sich sehr schnell an, letztere neigen zu einer Bildung kurzzeitiger Kuhlen, aus denen sich der Schläfer erst wieder „herausarbeiten“ muss.

die eigene Schlafposition beim Kauf berücksichtigen
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Komfort und Gesundheit sind beim Matratzenkauf ausschlaggebend

Letztendlich ist der Schlafkomfort in hohem Maße von der individuellen Gewöhnung und persönlichen Vorlieben abhängig. Bei dem Kaufen einer neuen Matratze dürfen diese auf keinen Fall vernachlässigt werden. Wichtiger als der „perfekte“ Härtegrad ist eine geeignete Aufteilung in verschiedene Zonen, ein geeignetes Material und das Wohlgefühl. In allen Kategorien gibt es ergonomisch angepasste Modelle, die eine Ergänzung durch einen entsprechenden Lattenrost für spezielle Schlafpositionen oder bei gesundheitlichen Problemen zulassen. Die beste Matratze für das Bett ist deshalb eine, auf der sich der Schläfer wohlfühlt und die seinen Körperbau und seine Schlafposition unterstützt.