Materialien für Bettwäsche
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Der Schlafkomfort hängt zunächst vom Bett selbst, seiner Matratze, dem Lattenrost und der individuellen Abstimmung auf den Schläfer ab. Darüber hinaus spielt die Bettwäsche allerdings eine entscheidende Rolle: Sie sollte aus einem geeigneten, der Jahreszeit angepassten Material bestehen, das je nach aktuellem Klima wärmt, kühlt oder isoliert und stets eine gute Durchlüftung ermöglicht. Vom Spannbettlaken bis zum Kissenbezug sind die Materialien für das Wohlbefinden entscheidend und sprechen unterschiedliche Bedürfnisse an – von pflegeleichtem Renforcé über geschmeidigen Satin bis hin zu eher schwerem, robustem und wohlig wärmendem Double-Jersey. Doch welches Material eignet sich für welchen Anlass?
Bettwäsche im Überblick: Vom Kissenbezug zum Spannbettlaken
In Europa besteht die klassische Bettwäsche aus einem Kissenbezug, einem Spannbettlaken und einem Deckenbezug. Optional ergänzt diese eine Tagesdecke, die morgens über das gemachte Bett gebreitet wird, um es vor Staub und Schmutz zu schützen. Üblicherweise findet in Deutschland wie in den meisten Ländern Nordeuropas auch im Winter eine Decke pro Person Verwendung. Im Unterschied dazu ist es zum Beispiel in Amerika und Teilen Frankreichs üblich, ein Doppelbett mit einer oder mehreren großen Decken zu kombinieren, die die Schläfer gemeinsam benutzen, ohne eigene Bettbezüge zu verwenden. Hintergrund ist ein vollständig anderes Bettsystem, das insbesondere Hotelgäste bei ihrem ersten Aufenthalt in den betreffenden Ländern häufig irritiert. Es verzichtet auf ein Spannbettlaken und verwendet an dessen Stelle ein großes, flaches Laken, das fest unter die Matratze gesteckt und auf diese Weise befestigt wird.
Darüber hinaus umfasst eine amerikanische Bettwäsche keinen separaten Deckenbezug. Diese Funktion übernimmt stattdessen ein zweites, großes Oberlaken, das an drei Seiten ebenfalls fest unter die Matratze gesteckt wird und auf dem je nach Jahreszeit eine leichte oder mehrere schwere Wolldecken liegen. Diese Art des Bettenmachens eignet sich besonders für amerikanische Boxspring-Betten, die sich häufig durch eine relativ hohe und schwere Matratze auszeichnen und den Zugriff nicht durch eine Umrandung blockieren. Beim Kauf eines Bettwäsche-Sets ist deshalb darauf zu achten, dass sich dieses in seiner Ausstattung je nach Hersteller und Land unterscheiden kann.
Unterschiedliche Materialien für Bettwäsche
In der Vergangenheit bestand Bettwäsche meist aus Leinen, also aus pflanzlichen Fasern des Flachses, die einige hervorragende Eigenschaften wie eine ausgezeichnete Durchlüftung, eine gute Wärmeisolation und eine angenehme Struktur aufweisen. Ab etwa dem 19. Jahrhundert löste die weit verfügbare, leicht zu verarbeitende und in Amerika, Asien und Osteuropa angepflanzte Baumwolle diesen Naturrohstoff in der Industrie nach und nach ab. Ab der Mitte und zunehmend mit dem Ende des 20. Jahrhunderts erweiterte sich die Auswahl der Materialien weltweit um synthetische Stoffe wie Bezüge aus Polyesterfasern. Je nach Material können sich Bezüge warm oder kühlend, glatt oder flauschig anfühlen. Dadurch eignen sich einige Rohstoffe besonders für bestimmte Jahreszeiten und individuelle Vorlieben.
Entscheidend ist neben dem Material selbst auch dessen Verarbeitung oder Veredelung. Der Herstellungsprozess hat einen wesentlichen Einfluss auf die Struktur der Oberfläche, die primär für das Gefühl auf der Haut verantwortlich ist.
Satin und Mako-Satin – eine besondere Webart
Der Begriff Satin bezeichnet eine spezielle Webart, die als Atlasbindung bekannt ist. Als Material dienen meist leichte, luftige und glänzende Stoffe wie Viskose oder Seide, sodass sich die Bezüge auf dem Körper sehr sanft, kühl und angenehm anfühlen. Eine spezielle Unterart ist Mako-Satin, der aus langstapeliger Baumwolle hoher Qualität besteht. Er weist eine sehr dichte und glatte Struktur auf, durch die die Bezüge langlebig sind, eine sehr angenehme Haptik besitzen und gleichzeitig gut durchlüften und atmungsaktiv sind. Bettbezüge aus Mako-Satin eignen sich in erster Linie für den Sommer.
Jersey – geschmeidige Bettwäsche für jede Jahreszeit
Als Materialien für Jersey-Stoffe kommen verschiedene Rohstoffe in Frage – Seide, Baum- und Schafwolle, Viskose oder Mischfasern. Üblicherweise werden sie gestrickt verarbeitet und weisen je nach Anordnung der Maschen unterschiedliche Eigenschaften auf. Je nach Herstellung unterscheidet man mehrere Arten – bei Bettbezügen kommen vor allem Single-, Double- und Interlock-Jersey zum Einsatz. Allgemein ist der Stoff atmungsaktiv, weich, elastisch und saugfähig. Er fühlt sich angenehm auf der Haut an und unterstützt die Temperaturregulierung.
Perkal – ein dichtes Gewebe mit kühlender Oberfläche
Als Material für Perkal dient in erster Linie Baumwolle, die teilweise mit anderen Kunst- oder Naturfasern wie Seide oder Polyester gemischt wird. Der Stoff besitzt ein dichtes Webmuster mit sich kreuzenden Fäden und dadurch eine glatte Oberfläche, die von den meisten Personen als sehr hautsympathisch empfunden wird. Perkal ist die ideale Wahl für warme und laue Sommernächte und wird gerne für Bezüge, aber auch für Kissenhüllen oder Daunendecken eingesetzt.
Renforcé – gute Temperaturregelung und Strapazierfähigkeit
Wegen der glatten Struktur seiner Oberfläche bei hoher Saugfähigkeit, seines angenehm weichen Gefühls sowie seiner hohen Strapazierfähigkeit und Unempfindlichkeit verwenden Hersteller Renforcé bevorzugt für bedruckte Bettbezüge und Spannbettlaken. Es ist eine robuste Bettwäsche, die sich für das ganze Jahr und den Dauergebrauch anbietet.
Microfaser
In seinen Eigenschaften gleicht Microfaser der Seide, besteht jedoch aus künstlichen Polyesterfasern, die eine sehr weiche und angenehme Struktur besitzen. Es handelt sich um einen feinporigen Stoff, der trotz seiner dünnen Verarbeitung die Temperatur ausgleicht. Allergiker schätzen an Microfaser, dass Hausstaubmilben in den widerstandsfähigen, anorganischen Fasern nur schlechte Lebensbedingungen vorfinden. Microfaser eignet sich daher gut für Encasings für Allergiker.
Seide – edler Luxus aus Fernost
Bettwäsche aus echter Seide ist hautfreundlich, reguliert die Temperatur sehr gut, ist sehr leicht und besitzt eine bessere Atmungsaktivität als Microfaser. Sie hat jedoch auch Nachteile: Neben ihrem Preis verträgt echte Seide keine Maschinenwäsche oder wenn, dann nur bei niedrigen Temperaturen.
Bettbezüge und ihre Bedeutung für den Schlafkomfort
Für ein dauerhaftes Wohlbefinden muss Bettwäsche zwiespältige, ja fast schon paradoxe Aufgaben übernehmen – sie soll bei Hitze kühlen, bei Kälte wärmen und ein weiches und geschmeidiges Gefühl auf der Haut vermitteln. Gegenüber Decken und Kissen haben Bezüge deshalb eine vergleichsweise komplexe Aufgabe, die über eine einzige Funktion hinausgeht. Sie bilden die körperliche und in einem gewissen Rahmen sinnliche Ebene – im Gegensatz zur überwiegend zweckgebundenen Ebene einer Decke, die sich in erster Linie auf eine gute Wärmeisolierung und die Schaffung einer konstanten Umgebung beschränkt. Für das individuelle Wohlbefinden ist hingegen das Material der Bettwäsche maßgeblich: Im optimalen Fall unterstützt sie den Körper bei der Regulierung seiner Temperatur, leitet Feuchtigkeit schnell ab und besitzt eine weiche und angenehme Oberfläche, die entsprechend der Jahreszeit als wärmend oder kühlend empfunden wird.
Das Wohlbefinden im Schlaf hängt wesentlich von solchen Eigenschaften ab. Je nach Jahreszeit sollte sich die Oberfläche der Bezüge an die aktuellen Bedingungen anpassen und gleichzeitig auf der Haut als sanft und angenehm empfunden werden. Ein entscheidender Faktor für die Haptik und die subjektive Wahrnehmung ist dabei die Beschaffenheit der Oberfläche: Relativ dicke und faserige Stoffe wie unbehandelte Baumwolle, Fleece oder Frottee eignen sich für kalte Umgebungen, dünne und weiche wie Satin, Seide oder Perkal entfalten je nach Temperatur und Klima ihre spezifischen Eigenschaften. Welches Material eine Person letztendlich bevorzugt, hängt natürlich in erster Linie von ihrer persönlichen Vorliebe ab. Die passende Wahl für die aktuelle Jahreszeit und die individuelle Präferenz hilft aber in jedem Fall, Wohlbefinden, Schlafkomfort und Schlafqualität zu erhöhen.