Matratzen: ökologisch und umweltfreundlich
« Natürliche und synthetische Materialien im Vergleich »
Immer mehr Menschen achten beim Einkauf darauf, woraus ein Produkt besteht und wie es hergestellt wird. Das gilt auch für die Matratze. Doch welche Materialien kommen infrage, woran erkennst du geprüfte Qualität und welche Vor- und Nachteile haben die einzelnen Matratzenarten? Hier erfährst du mehr.
Mehr als Härtegrad und Liegegefühl
Ist die Matratze zu hart, ist sie punktelastisch und wie sieht es mit der Atmungsaktivität aus? Beim Matratzenkauf gibt es grundsätzlich schon zahlreiche Punkte zu beachten. Wer zusätzlich wissen möchte, woraus die neue Matratze besteht und wie sie hergestellt wurde, hat weitere Fragen: Welche Rohstoffe stecken darin und welche Prüfungen hat sie durchlaufen? Die Antworten darauf sind fast noch schwieriger zu finden als der Durchblick im Dschungel der Matratzenarten, Härtegrade und Raumgewichte. Das Interesse an den Materialien einer Matratze wächst trotzdem, und das aus gutem Grund.
Da herkömmliche Erzeugnisse immer wieder mit Schadstoffen in Verbindung gebracht werden, lohnt es sich, genauer hinzusehen, worauf wir Nacht für Nacht liegen. Schließlich verbringst du fast ein Drittel deines Lebens auf deiner Matratze. Tatsächlich entfällt dieser Anteil an Lebenszeit allein auf den Schlaf!
Neu oder gebraucht?
Aber Achtung: Beim Einkaufen wird gerne Second Hand empfohlen. Bei Schlafunterlagen solltest du auf diese sonst so nützliche Option jedoch besser verzichten.
Die hygienische Vergangenheit einer gebrauchten Matratze lässt sich einfach nicht zweifelsfrei zurückverfolgen. Das Risiko, dass sie bereits Schimmelsporen oder Hinterlassenschaften von Milben mitbringt, ist zu groß. Beim Neukauf lohnt sich stattdessen ein genauer Blick auf Kernmaterial und Bezug.
Doch welche Eigenschaften haben die gängigen Materialien?
Kalt- und Viscoschaum: Das steckt drin
Kaltschaummatratzen und Viscoschaummatratzen bestehen aus synthetischen Schäumen, die in der Regel auf Erdölbasis hergestellt werden. Sie sind nicht biologisch abbaubar und werden am Ende ihrer Nutzungsdauer meist über den Sperrmüll entsorgt und verbrannt. Dabei wird CO2 freigesetzt.
Darüber hinaus werden Kunststoffe immer wieder mit Bestandteilen in Verbindung gebracht, etwa aus dem Herstellungsprozess, die nicht das Beste für unsere Gesundheit sind. Bevor du jetzt panisch deine Schaummatratze entsorgst und dir übergangsweise beim Schlafen auf dem nackten Boden Rückenprobleme zuziehst, gilt es jedoch zu bedenken: Hochwertige Schaummatratzen müssen zahlreiche Prüfverfahren durchlaufen, bevor sie zum Verkauf stehen. Unabhängig vom Material ist es immer ratsam, auf entsprechende Prüfsiegel oder Hinweise zu achten, die eine Schadstoffprüfung belegen.
Wer beim Kauf besonders auf Material und Herkunft achten möchte, hat drei Möglichkeiten:
- Naturmatratzen, zum Beispiel aus Naturlatex
- Kaltschaum mit unabhängigen Prüfsiegeln
- Bezüge aus recycelten Fasern
Naturmatratzen und Naturlatex
Naturmatratzen bestehen aus nachwachsenden Rohstoffen pflanzlichen oder tierischen Ursprungs, etwa Kokosfaser, Rosshaar oder Schafschurwolle. Bei tierischen Erzeugnissen sollten strenge Richtlinien zum Tierwohl gesichert sein. Neben all diesen Matratzenarten erfreuen sich Naturlatexmatratzen der größten Beliebtheit. Insgesamt gelten natürliche Latexmatratzen als äußerst luxuriöse Art, sich zu betten. Anders als ihre synthetisch hergestellten Verwandten bestehen Ausführungen aus Naturlatex ausschließlich aus Naturkautschuk.
Matratzen aus Naturlatex sind bekannt für ihre ausgezeichnete Punktelastizität, gute Wärmeisolation und ihre Langlebigkeit. Als Nachteile gelten neben dem höheren Preis vor allem ihr Gewicht: Eine Schlafunterlage aus Naturlatex ist ein wirkliches Schwergewicht. Damit du sie im Bett regelmäßig wenden kannst, solltest du auf Zuglaschen achten oder dir beim Bettmachen Unterstützung suchen.
Allerdings hat auch Naturlatex seine Kehrseiten. Die dafür nötigen Gummibäume werden auf industriellen Plantagen angebaut, um die steigende Nachfrage zu decken. Insofern kann die Gewinnung von Naturlatex mit ähnlichen Problemen einhergehen, wie sie bei der Palmölproduktion in der Kritik stehen.
Kaltschaum mit geprüfter Qualität
Kaltschaummatratzen gehören aus ergonomischer Sicht zu den besten Schlafunterlagen. Sie sind wahre Meister darin, den Körper anatomisch korrekt zu betten. Ihr weiches Liegegefühl, selbst bei eher festem Härtegrad, macht sie zu bequemen Schlafunterlagen. Beim Kauf lohnt sich ein Blick auf unabhängige Prüfsiegel, die bestimmte, klar definierte Eigenschaften bescheinigen:
- CertiPUR: Einhaltung festgelegter Grenzwerte für Schadstoffe und Emissionen in Schaumstoffen
- Greenguard: geprüfte Emissionen flüchtiger organischer Verbindungen (VOC) in die Raumluft
- GOTS: Standard für Textilien aus biologisch erzeugten Naturfasern, zum Beispiel für Matratzenbezüge
Bezüge aus recycelten Fasern
Manche Matratzenbezüge bestehen ganz oder teilweise aus recyceltem Polyester. Dafür werden Kunststoffabfälle wie PET-Flaschen aufbereitet und zu Garn versponnen. Ein bekanntes Beispiel ist SEAQUAL® YARN, für das unter anderem Kunststoff verwendet wird, der aus dem Meer geborgen oder in Küstenregionen gesammelt wurde. Wie hoch der Recyclinganteil ist, unterscheidet sich von Produkt zu Produkt. Ein Blick in die Produktangaben lohnt sich daher.
Fazit: Jedes Material hat Vor- und Nachteile
Beim Matratzenkauf lohnt es sich, genau auf Materialien, Herkunft und Prüfungen zu achten. Jede Matratzenart bringt dabei eigene Vor- und Nachteile mit sich. Naturmaterialien stammen aus nachwachsenden Rohstoffen. Bei Naturlatexmatratzen und Co. solltest du aber auch die Anbaubedingungen im Blick behalten. Vor allem bei tierischen Rohstoffen und Baumwolle helfen nachvollziehbare Angaben oder Zertifizierungen, etwa zum Tierwohl oder zum Pestizideinsatz.
Kaltschaummatratzen mit unabhängigen Prüfsiegeln sind eine Alternative zu Naturmatratzen. Sie bestehen zwar aus synthetischen Materialien, werden aber auf festgelegte Schadstoff- und Emissionsgrenzwerte geprüft. Wer gute Ergonomie mit einem auch für kleinere Budgets erschwinglichen Preis verbinden will, trifft damit eine gute Wahl. Wer zusätzlich Wert auf recycelte Materialien legt, kann auf Bezüge mit Recyclingfasern achten.