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Der richtige Schlafanzug- und Bettwäschestoff

« Beim Schlafen sind die Materialien wichtig »

Vermutlich liebt jeder schöne, bunte Schlafzimmertextilien. Heutzutage gibt es eine große Auswahl an schönen Designs – das gilt nicht nur für Bettwäschestoff, sondern auch für den Schlafanzugstoff. Doch am Ende sollte nicht nur das Auge, sondern auch die Beschaffenheit des Stoffs mitentscheiden. Kann Satin wirklich mit Seide mithalten? Welche Vorteile bringt Leinen mit? In diesem Artikel beantworten wir die Frage, ob es tatsächlich einen Unterschied macht, aus welchem Stoff die Bettwäsche ist. 

Der Stoff, aus dem angenehme Nächte gemacht sind

Vielleicht gehörst du auch zu den Menschen, die ihre Bettwäsche vor allem danach auswählen, wie sie aussieht. Mittlerweile gibt es so viele bezaubernde Designs für wirklich jeden Einrichtungsstil, dass leicht die Versuchung entsteht, viel mehr davon anzusammeln als eigentlich nötig ist. Aber dann greifen wir doch immer wieder zu denselben Sets, obwohl der Schrank voller bunter Auswahl ist. Woran liegt das?

Natürlich gehören manche Farben und Muster einfach zu den persönlichen Favoriten. Häufig trifft die Wahl aber dann gar nicht mehr so sehr das Auge, sondern der ganze Körper mit Haut und Haaren. Dann lautet die Frage bei Bettwäsche, welcher Stoff das angenehmste Hautgefühl erzeugt, welches Material wohlig warm hält oder bei Hitze eher kühlt. Wer längere Haare hat, bemerkt sogar daran, wie die Frisur am nächsten Morgen liegt, einen Unterschied, der einzig auf den Bettwäschestoff zurückgeht. Aber unsere Bettbezüge können noch viel mehr.

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Bettwäschestoff ist entscheidend für die Schlafqualität

Tatsächlich hängt die Schlafqualität von zahlreichen Faktoren ab, darunter auch Schlafanzüge und die Bettbezüge. Schließlich kommen sie uns am nächsten: Mit dem Bettwäschestoff haben wir jede Nacht Hautkontakt. Er sollte sich daher rein subjektiv zunächst einmal einfach gut anfühlen. Lädt sich das Material hingegen statisch auf, kratzt oder fördert das nächtliche Schwitzen, dann ist es dringend an der Zeit für einen Wechsel. Denn diese Einflüsse können den Schlaf stören, unter Umständen sogar zu einer unruhigen Nachtruhe und Schlafstörungen beitragen.

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Beschaffenheit des Materials

Ein Material gilt hingegen dann als bester Bettwäschestoff, wenn es Nacht für Nacht kaum auffällt. Der Deckenbezug soll den Körper wohlig weich umhüllen. Bei Allergikern und Menschen mit Hautkrankheiten steht zusätzlich eine optimale Verträglichkeit im Vordergrund. Diese ist in der Regel gewährleistet durch Naturmaterialien und Textilien, die hohen Waschtemperaturen standhalten. Einige Standards sollte gute Bettwäsche einfach grundsätzlich erfüllen. Dazu zählen:

  • Atmungsaktivität und zuverlässiger Feuchtigkeitstransport
  • Widerstandsfähigkeit
  • einwandfreie Hygiene, etwa durch Waschmaschinenfestigkeit bei mindestens 60 Grad
  • Reinheit von Schadstoffen, hier geben Prüfsiegel wie Oeko-Tex Aufschluss

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Jede Nacht wandert durch den natürlichen Nachtschweiß bis zu einem halben Liter Feuchtigkeit vom Körper der Schlafenden in die Textilien. Ungünstige Bettwäschestoffe führen dazu, dass sich die Textilien dadurch klamm anfühlen. Mitten in der Nacht aufzuwachen, während die Bettbezüge feucht-kalt an der Haut kleben, ist keine sonderlich einladende Vorstellung. Deshalb ist sogenannte Atmungsaktivität so wichtig: Entsprechende Bettwäschestoffe saugen die Flüssigkeit auf und geben sie an die Umgebungsluft ab. Laken, Deckenbezug und Kissen fühlen sich jederzeit angenehm trocken an.

Für ein angenehmes Schlafklima sorgt natürlich auch die angemessene Wahl der Bettwäsche. Nicht jeder Stoff punktet in jeder Saison. Zwar gibt es thermoregulierende Allrounder. Aber allein die Beschaffenheit der Oberfläche von kühlend glatt bis hin zu flauschig angeraut kann einen großen Unterschied machen. Der folgende Überblick stellt ideale Bettwäschestoffe für Sommer und Winter vor.

Erfrischende Bettwäschestoffe für warme Nächte

Leinen

Die edlen Naturfasern der Leinen-Bettwäsche stammen von einer der ältesten Kulturpflanzen der Welt. Es entsteht ein Stoff mit betont glatter und zugleich äußerst fester Oberfläche. Das macht die Bettbezüge zum einen sehr widerstandsfähig und robust, zum anderen gilt Leinen daher als bakterienhemmend: Bakterien können auf der Oberfläche weniger gut haften, während die hohe Atmungsaktivität ihnen ebenfalls kein passendes Milieu bietet. Trotz seiner charakteristischen Festigkeit fühlt sich der Bettwäschestoff weich und umhüllend auf der Haut an. Tatsächlich eignet er sich für Sommer wie Winter – er kühlt aufgrund der glatten Textur im Sommer aber besonders schön. Ein Alternative ist sogenanntes Linon. Nicht nur namentlich ähnelt es dem Leinen-Stoff. Es handelt sich um Baumwollfäden, die in der typischen Leinwandbindung einzeln miteinander verwoben sind.

Leinen Bettwäsche - Bettwäschestoff aus Naturfaser
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Seersucker

Seersucker-Bettbezüge sollen zu den beliebtesten Sommer-Materialien in Deutschland gehören. Sollte es zutreffen, verwundert es nicht: Denn durch einen speziellen Webvorgang entsteht eine kreppartige Struktur im Stoff. Diese bildet kleine Kammern, die für eine gesteigerte Luftzirkulation sorgen. Entsprechend luftig-leicht liegt der Deckenbezug in der warmen Saison auf der Haut. Für Spannbettlaken ist Seersucker hingegen ungewöhnlich. Da kommen eher Klassiker wie Leinen, Baumwolle oder auch kühlende Seiden- oder Satin-Variationen zum Einsatz.

Baumwolle

Reine Baumwolle ist ähnlich glatt und kühl auf der Haut wie Leinen – in der Regel nur deutlich erschwinglicher als das Premiummaterial. Der Naturstoff nimmt Feuchtigkeit gut auf und ist zudem sehr hitzebeständig. Das bedeutet, dass die Bettwäsche aus Baumwolle in der warmen Jahreszeit auch problemlos häufiger und bei hohen Temperaturen über 60 Grad gewaschen werden kann. Davon profitieren besonders Allergiker und alle, die nachts stark zum Schwitzen neigen. Eine ähnliche Hitze-Beständigkeit und allgemein Strapazierfähigkeit bringt sonst nur Microfaser mit: Der Synthetikstoff Microfaser besteht häufig aus Polyester und ist in Sachen Hautgefühl, statischer Aufladung und auch Umweltverträglichkeit aber vergleichsweise eher mit vielen Nachteilen behaftet.Herding "PAW PATROL" Bettwäsche, Wendemotiv, 100% Baumwolle, 135x200cm + 80x80cm, blau

Zurück zur natürlichen Baumwolle: Sie kommt in zahlreichen Varianten vor, etwa edlem und herrlich weichem Tuchgewebe namens Perkal, besonders glattem Renforcé oder unkompliziertem bügelfreien Jersey.

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Mako-Satin

Satin kann aus unterschiedlichsten Ausgangsstoffen bestehen. Ist es aus Kunstfaser wie Polyester gefertigt, handelt es sich um preisgünstiges und pflegeleichtes Microfaser-Satin. Das ist die Ausführung, die schon einmal dazu neigt, die Haare statisch aufzuladen, Schwitzen zu fördern und bei Hautproblemen ein ungutes Gefühl auszulösen. Mako-Satin hingegen besteht aus hochwertiger ägyptischer Baumwolle. Es kann matt bis hochglänzend daherkommen, wirkt im Sommer herrlich kühlend und kommt luxuriöser Seide bereits sehr nahe. Im Gegensatz dazu ist es leichter zu pflegen und günstiger zu erwerben.

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Seide

Die Königin der Bettwäschestoffe trumpft mit höchster Geschmeidigkeit auf. Ihre Struktur kommt der menschlichen Haut am nächsten und fühlt sich daher wohl auch so unsagbar angenehm an – seidig eben. Für den Schönheitsschlaf punktet sie damit, Haut und Haar keine Feuchtigkeit zu entziehen. Auf ihrer unvergleichlichen Oberfläche ist die Mähne zudem so schützend gebettet, dass insbesondere viele Damen mittlerweile auf ihr Seiden-Kissen schwören. Da reine Seide deutlich höherpreisiger ist als alle sonstigen Bettwäschestoffe, liegt eine raffinierte Möglichkeit in der Kombination des Kissens aus Seide mit dem sonstigen Lieblingsbezug und einem Spannbettlaken aus kühlendem Mako-Satin. Jenseits der Sommerhitze harmoniert ein eher angerautes Spannbettlaken optimal mit dem Seidenkissen. Denn so kann das extrem glatte Kissen nicht so leicht unter dem Kopf verrutschen.

Seide als Bettwäschestoff
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Frottee

Frotteestoffe erinnern an typische Handtücher. Als Bettwäsche sorgt es dank seiner groben Schlingenstruktur für eine deutlich vergrößerte Oberfläche: Dadurch nimmt Baumwoll-Frottee Feuchtigkeit besonders gut auf, nicht umsonst kommt es so gerne für Handtücher zum Einsatz. Vielschwitzer profitieren davon im Sommer. Die weiche, eher flauschige Oberfläche fühlt sich womöglich aber eher im Winter passend an.

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Bester Bettwäschestoff für die kühle Saison

Biber

Als bester Bettwäschestoff für den Winter qualifiziert sich zweifelsohne flauschiges Biber. Kein anderes Material ist so kuschelig weich wie der Winterklassiker. Es gibt ihn in zwei Ausführungen: Neben normalem Biber aus aufgerauter Baumwolle sorgt die doppelseitig angeraute Option namens Feinbiber oder Flanell für noch mehr Kuschelfaktor.

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Was für die Bettwäsche gilt …

… setzt sich am besten bei allen Betttextilien fort. Noch näher als Kissen, Deckenbezug und Spannbettlaken kommt unserer Haut nur die Nachtbekleidung – es sei denn, wir verzichten ganz darauf. Tatsächlich raten Experten aber eher zu Pyjama und Co. Denn die zusätzliche Schicht erhöht die Atmungsaktivität und fördert somit ein angenehmes Bettklima, vorausgesetzt, Schlafanzug oder Nachthemd bestehen aus entsprechend hautfreundlichen Materialien. Hier gilt Ähnliches wie für Bettwäsche: Selbst, wenn Kunstfasern in Sachen Pflegeleichtigkeit und Preis glänzen, bewähren sich Naturmaterialien umfassend mit höchstem Schlafkomfort. Für heiße Nächte sind glatte, kühlende Oberflächenstrukturen die beste Wahl, während bei Kälte nichts über den flauschigen Flanell-Pyjama geht.