Kaputte Federkernmatratze - Haltbarkeit der Matratze
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Haltbarkeit von Matratzen 

« Welches Material ist am beständigsten? »

Bei der Wahl eines geeigneten Bettsystems spielen nicht nur die Liegeeigenschaften der Schlafunterlage eine wichtige Rolle. Auch die Haltbarkeit der Matratze ist beim Kauf ein wichtiges Kriterium, denn natürlich soll das Matratzenmodell möglichst beständig sein. Die Haltbarkeit hängt aber nicht nur von dem Matratzenmaterial ab, auch Pflege und die individuellen Schlafgewohnheiten beeinflussen die Beständigkeit der Schlafunterlage erheblich. In diesem Artikel erfährst du, auf welche Kriterien du bei der Wahl deiner Matratze achten solltest und wie du die Haltbarkeit deiner Schlafunterlage verlängern kannst.  

Die Vorrausetzungen für eine lange Haltbarkeit von Matratzen  

Der wichtigste Faktor, der die Lebensdauer einer Matratze beeinflusst, ist zweifelsfrei die Qualität der Verarbeitung und der Rohstoffe. Das gilt ganz unabhängig davon, aus welchem Material die Schlafunterlage hergestellt wurde und ob es sich um eine Federkernmatratze oder eine Kaltschaummatratze handelt. Der einzige signifikante Unterschied zwischen beiden Modellen besteht darin, dass minderwertige Federkerne zu anderen Problemen führen, als das bei Schaummatratzen der Fall ist. Schlecht verarbeitete Federkernmatratzen neigen dazu, dass die Hülle die mitunter spitze oder nicht gleichmäßig austarierte Federwirkung nicht ausreichend abschirmt. Eine abgenutzte Kaltschaum- oder Latexmatratze tendiert hingegen dazu, dass die Stützfunktion nicht mehr optimal gewährleistet ist und die Unterlage aufgrund der Materialschwäche auf einer breiten Fläche zu stark nachgibt. 

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Rückstellkraft als entscheidender Faktor 

Die grundlegenden Bedingungen für eine lange Lebensdauer stellen bei jeder Matratze eine dauerhafte Materialresistenz und eine zuverlässige Rückstellkraft dar. Denn so ist gewährleistet, dass eine Schlafunterlage nach jeder Belastung stets in ihre Ausgangsposition zurückkehrt und sich keine Schwachstellen in dem Werkstoff bilden. Solche zunächst punktuellen Materialschwächen stellen ein Grundproblem für die Haltbarkeit jeder Matratze dar, da sie dazu führen, dass das Gewicht nicht wie vorgesehen verteilt wird. So werden andere Liegeflächen der Schlafunterlage stärker belastet, mit der Zeit wird deswegen so die Struktur der gesamten Liegefläche geschwächt. Mittel- und langfristig führt dieser Effekt zu der berüchtigten Bildung von Kuhlen, die ein klares Indiz dafür ist, dass es an der Zeit ist die Matratze durch ein neues Modell zu ersetzen.  

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Raumgewicht als wichtiges Qualitätsmerkmal 

Wichtig für eine lange Haltbarkeit ist deshalb in erster Linie eine hohe Qualität der Schaumstoffe, die sich indirekt aus dem Raumgewicht ableiten lässt. Dieses errechnet sich aus dem Verhältnis zwischen dem Anteil der Schaumsubstanz und den während der Herstellung entstehenden Hohlräumen. Ein niedriges Raumgewicht weist dabei auf einen geringen Faseranteil mit großen Höhlen auf – sie brechen jedoch schnell zusammen, wenn sie regelmäßig das Gewicht einer schlafenden Person tragen müssen. Das führt dazu, dass die gesamte Struktur an Stützwirkung verliert. Bei einer Kaltschaummatratze, die über ein hohes Raumgewicht verfügt, kann man davon ausgehen, dass das Matratzenmodell aus einem dichten Gewebe mit relativ kleinen Einschlüssen besteht. Falls einzelne Hohlräume nachgeben, begrenzt sich der nachteilige Effekt auf einen kleinen Bereich und wird besser kompensiert. 

Einfluss von Materialien auf die Haltbarkeit einer Matratze 

Bis in die letzten Jahrzehnte vor der Jahrtausendwende galt die Federkernmatratze als der Maßstab für einen hohen Schlafkomfort. Diese Sichtweise hat sich seitdem jedoch deutlich gewandelt. Ergonomisch angepasste und in mehrere Komfortzonen aufgeteilte Matratzen gelten mittlerweile als ideale Unterlage für eine erholsame und entspannende Nachtruhe. Dafür verantwortlich sind neu entwickelte Werkstoffe, mit deren Hilfe sich flexible und gleichzeitig dauerhaft robuste Oberflächen mit hoher Punktelastizität realisieren lassen. 

Heute existieren mehrere unterschiedliche Varianten von Schaumstoffen und Materialien – die wichtigsten sind Latex, Kalt-, Visco– und Gelschaum. Jedes Material besitzt spezifische Eigenschaften, die sich auf die Haltbarkeit auswirken. So unterscheidet sich in ihren Merkmalen zum Beispiel eine Kaltschaummatratze deutlich von einem Modell aus Latex, weil beide eine unterschiedliche Struktur aufweisen.  

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Abstimmung der Bettausstattung optimieren   

Die Lebensdauer von Matratzen hängt in vielen Gesichtspunkten von der individuellen Abstimmung des Materials auf die persönlichen Schlafgewohnheiten und Bettausstattung ab. Entscheidend ist hier beispielsweise die Kombination mit einem geeigneten Lattenrost. Denn die Auflagefläche und der Abstand der Leisten des Rostes sind maßgeblich für die Durchlüftung und Atmungsaktivität sowie für die Abstützung und den entstehenden Teildruck auf die Matratzenunterseite verantwortlich. 

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Individuelle Schlafgewohnheiten berücksichtigen  

Alle diese Faktoren stehen in einem direkten Zusammenhang, der im Hinblick auf die Lebensdauer des Matratzenmodells nicht vernachlässigt werden darf. Entscheidend für eine maximale Haltbarkeit der Matratze ist auch die individuelle Anpassung des Bettes an den Benutzer und dessen Schlafgewohnheiten sowie an dessen bevorzugte Schlafposition. Die klassische Federkernmatratze etwa gilt als recht unempfindlich gegenüber mechanischen Einwirkungen, weist jedoch lediglich bei sehr hochwertigen und entsprechend kostspieligen Modellen eine Abstimmung nach der heute üblichen Einteilung in sieben Komfortzonen auf. Moderne Alternativen wie die Kaltschaummatratze oder die Latexmatratze bieten hingegen eine optimale ergonomische Unterstützung, die allerdings langfristig nur bei Matratzenmodellen mit einem hohen Raumgewicht garantiert ist. Deswegen sollten Kaltschaummodelle ein Raumgewicht von mindestens 35 oder mehr aufweisen. 

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Dieser Wert gilt aber ausschließlich für eine Kaltschaummatratze, weil andere Materialien wie etwa Latex ein höheres Eigengewicht besitzen. Allerdings kommt auch bei dem ein oder anderen Latexmatratzenmodell ein Kern aus Kaltschaum zum Einsatz. Eine solche Kombination ist auch bei der Mehrzahl der Gel- und Viscoschaummatratzen üblich. In diesem Fall geben die meisten Hersteller jedoch das Raumgewicht des Kerns explizit an, sodass er als Indikator für die Haltbarkeit der Matratze genutzt werden kann. 

Die Haltbarkeit hängt entscheidend von den Nutzungsgewohnheiten ab 

Die Haltbarkeit einer Matratze leitet sich nicht allein aus ihrer Material- und Verarbeitungsqualität ab. Es spielt natürlich auch eine Rolle, wie und von wem das Matratzenmodell im Alltag genutzt wird. Die entscheidenden Kriterien, aus denen sich die effektive Abnutzung ergibt, sind das maximale Gewicht sowie die Dauer der täglichen Belastung. Ein hoher und langanhaltender Druck auf die Oberfläche und den Kern verursacht zwangsläufig einen stärkeren Materialverschleiß, da er dauerhaft zu Schäden innerhalb der Struktur des Schaumstoffs führt. Eine hochwertige Matratze mit einem hohen Raumgewicht ist in der Lage, die Belastung über viele Jahre hinweg zu kompensieren, weil sie kleine, dafür jedoch zahlreiche Hohlräume mit stabilen Wänden aufweist. Im Vergleich dazu weisen Modelle mit einem niedrigen Raumgewicht große Zwischenräume mit einer geringen Wandstärke auf – kollabieren einzelne dieser Hohlräume, führt das nicht selten zu einer Art Kettenreaktion, die sich großflächig innerhalb der Struktur ausbreitet und dadurch die Lebensdauer erheblich reduziert. 

Junge Frau schläft im bett - Schlafgewohnheiten als Faktor für die Haltbarkeit der Matratze
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Optimale Matratzenpflege für maximale Haltbarkeit 

Bei der täglichen Benutzung kommt es innerhalb einer Matratze zu kleinen, irreparablen Schäden, die sich im Laufe der Zeit addieren. Aus diesem Grund ist ein wichtiger Aspekt der Matratzenpflege, die Unterlage in regelmäßigen Intervallen von etwa zwei Wochen horizontal und vertikal zu wenden. Dieses Vorgehen dient dazu, dass die Abnutzung nicht nur auf einer Seite erfolgt. Ein weiterer Aspekt der Matratzenpflege besteht in umfangreichen Hygienemaßnahmen. Denn auch Mikroorganismen können die Struktur und dadurch die Rückstellkraft einer Kaltschaum- oder Latexmatratze beeinträchtigen. Obwohl dieser Effekt bei einer Federkernmatratze lediglich in begrenzten Maßen auftritt, spielt eine angemessene Matratzenpflege bei allen Modellen eine wichtige Rolle. Zu ihr gehört ebenfalls, das Bett täglich ohne Bettdecke auslüften zu lassen, damit sich keine Feuchtigkeit im Matratzenkern sammeln kann, die zu hässlichen Stockflecken oder gar Schimmel führen kann. Bei guter und regelmäßiger Matratzenpflege können hochwertige Modelle eine Lebensdauer von mehr als einem Jahrzehnt erreichen. 

Schimmel oder Stockflecken nehmen Einfluss auf die Haltbarkeit der Matratze
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