hautfreundliche Bettwäsche in Rosa und Grau
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Hautfreundliche Bettwäsche

« Was zeichnet sie wirklich aus? »

Sich im Winter bequem in eine samtige Decke einkuscheln und im Sommer in einer leichten, glatten und kühlen Bettwäsche schlafen – so wünscht man sich optimale Bettwaren. Doch nicht nur für ein angenehmes Bettklima sollen die Decken- und Kissenbezüge sorgen, sie sollen auch aus hautfreundlichen Stoffe hergestellt sein, um maximalen Schlafkomfort zu gewährleisten. Worauf du bei deiner Auswahl achten solltest und wie du besonders hautfreundliche Bettwäsche erkennst, verraten wir dir in diesem Artikel.

Entspannt und erholsam schlafen – auch eine Frage der Bettwäsche

Obwohl es oft übersehen und selten ausreichend beachtet wird – die verwendete Bettwäsche wirkt sich erheblich auf den Schlafkomfort aus, denn neben dem hochwertigen Bett, dem optimalen Lattenrost und der bequemen Matratze entscheidet der Stoff wesentlich über unterschiedliche Faktoren wie Atmungsaktivität, Komfort und nicht zuletzt dem Gefühl auf der Haut. Von verschiedenen Faktoren wie Material, Qualität, Dichte und Webart hängt es ausschlaggebend ab, ob Bettbezüge als warm oder kühl, flauschig oder glatt, sanft oder rau wahrgenommen werden. Entspricht die Bettwäsche in ihren Eigenschaften weitgehend dem eigenen Geschmack, genügt dieser Umstand vielen Leuten, um die Wäsche als hautfreundlich zu charakterisieren.

Rosa hautfreundliche Bettwäsche
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Leider handelt es sich bei dieser Annahme lediglich um eine rein subjektive Wahrnehmung, die in der Realität relativ wenig darüber aussagt, ob Stoffe wirklich das Attribut hautfreundlich verdienen oder ob dies nicht ausschließlich einem persönlichen Eindruck entspricht. Für wirklich hautfreundliche Stoffe gelten gänzlich andere Kriterien als die simple Haptik oder das Wärmeempfinden. Hier spielen natürlich die Zusammensetzung des Materials oder etwaige Rückstände von im Produktionsverfahren verwendeten Chemikalien eine entscheidende Rolle. Aber auch das verwendete Nahtmuster und die Platzierung der Steppung solltest du beachten.

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Hautfreundliche Stoffe – der Mythos vom reinen Material

Im Unterschied zu anderen Gebrauchsgütern wie Medikamenten oder Nahrung unterliegen Textilien keiner so strengen Anmelde- oder Zulassungspflicht. Das eröffnet den Herstellern mehr Freiräume, um die Bettwaren nach freieren Standards zu produzieren und zu vermarkten. Eine Angabe über Details der Materialzusammensetzung, der Verwendung von Chemikalien während der Herstellung und der anschließenden Verarbeitung – also dem Färben oder Imprägnieren – ist aus diesem Grund nicht immer obligatorisch, sodass bei vielen Produkten keine lückenlosen Information über den Herstellungsprozess der Bettbezüge zur Verfügung stehen. Eine flächendeckende Prüfung findet nicht immer statt, da diese viel zu kosten- und arbeitsintensiv wäre und schlicht keine Ressourcen für eine derartig aufwendige Analyse vorhanden sind.

Hautfreundliche Bettwäsche
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Dass ein hautfreundlicher Stoff heute einer umfassenden, externen Kontrolle unterliegen sollte, steht aber außer Frage. Sie gestaltet sich gleichzeitig deutlich schwieriger, als in vielen anderen Bereichen, denn bei der Verarbeitung von Textilien kommen unzählige unterschiedliche chemische Verbindungen zum Einsatz, die keiner direkten Regulierung unterliegen. So gehen Experten davon aus, dass man mittlerweile mehr als 1600 verschiedene Farben bei der Textilverarbeitung verwendet, die leider nicht immer als gesundheitlich und ökologisch unbedenklich gelten oder klassifiziert wurden.

Problematisch ist außerdem, dass auf vielen Produktetiketten ausschließlich das Nettogewicht der verwendeten Fasern ausgezeichnet ist. Wenn ein Deckenbezug laut seinen Angaben aus 100 Prozent Baumwolle besteht, liegt deren Anteil am Material auf das Gewicht gerechnet tatsächlich nicht selten bei unter 80 Prozent – den Rest machen Zusätze aus, die keine Fasern sind und an keiner Stelle verbindlich zu deklarieren und anzugeben sind. Dabei handelt es sich nicht selten chemische Verbindungen, die Eigenschaften der Stoffe – etwa die Durchlüftung – grundsätzlich beeinflussen und fundamental verändern können.

Baumwolle mit einem Pappschild
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Mehrfaches Waschen ist für hautfreundliche Stoffe unverzichtbar

Viele der eingesetzten Chemikalien – allen voran Färbemittel und Weichmacher – sind in warmem Wasser löslich. Neue Bettwäsche sollte man deshalb zwei- bis dreimal waschen, um solche chemischen Verbindungen auszuwaschen, bevor sie mit der Haut in Kontakt geraten. Dafür reicht eine niedrige Temperatur von 30° bis 40° Celsius und eine umfangreiche Spülung mit Klarwasser – beides gemeinsam entfernt bereits einen Großteil der unerwünschten Substanzen. Dies gilt grundsätzlich für jedes Material – gleichgültig, ob es sich um tierische, pflanzliche oder künstliche Fasern handelt. Sie können bei einer entsprechenden Behandlung alle hautfreundlich sein, weil selbst synthetische Textilien wie Polyester, Polyamid oder Polyacryl stabile Verbindungen und Strukturen bilden, die hautfreundlich sind und keine Substanzen entweichen lassen. Problematisch sind stattdessen oft Rückstände aus der Herstellung und der anschließenden Weiterverarbeitung, die sich aber wegen ihrer flüchtigen Natur durch mehrfaches Waschen weitgehend aus den Textilien entfernen lassen.

Haufreundliche Bettwäsche waschen
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Die sichere Alternative – Bettwäsche aus Naturmaterialien aus biologischem Anbau

Der Werkstoff stellt also weniger ein Kriterium für hautfreundliche Stoffe dar – entscheidend sind stattdessen ihre Herstellung, Verarbeitung, Beschichtung und die verwendeten Farbstoffe. Wer hier auf Nummer sicher gehen möchte, sollte auf Bettbezüge aus biologischer Herstellung setzen, die von einer unabhängigen Organisation überprüft und durch ein entsprechendes Siegel zertifiziert werden. Als ein verlässlicher Standard gilt dabei das Verbraucherschutzsiegel Oeko-Tex Standard 100, das zwar nicht die Herkunft und die Produktion überwacht, das Produkt selbst jedoch einer regelmäßigen Kontrolle unterzieht.

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Auf Verarbeitung und Zusatzstoffe achten

Wer hautfreundliche Stoffe sucht, der sollte sich nicht nur auf das individuelle Hautgefühl verlassen, das die Betttextilen bieten. Entscheidend ist auch, wie Bettwäsche und Kissenbezug verarbeitet sind. Insgesamt lässt sich aber konstatieren, dass sich ein hautfreundlicher Stoff nicht allein durch sein Material, Webmuster oder die Struktur auszeichnet, noch viel wichtiger ist der Verzicht auf Chemikalien im Produktionsprozess. Grundsätzlich solltest du neue Bettwaren gründlich waschen, bevor du sie das erste Mal verwendest, denn so werden eventuell verblieben Rückstände aus dem Produktionsprozess in aller Regel sicher entfernt.