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Jersey-Stoffe und ihre Eigenschaften

« Was steckt dahinter? »

Wer mit dem Namen Jersey konfrontiert ist und sich wenig oder gar nicht mit Textilwaren auskennt, denkt zunächst ausschließlich an die gleichnamige Insel im Ärmelkanal. Wer sich dagegen etwas besser auskennt, der weiß, dass der Begriff eine spezielle Stoffart bezeichnet. Genauer gesagt, dient der Begriff Jersey-Stoffe als Oberbegriff für eine spezielle Verarbeitungsmethode, die für ein wunderbares Hautgefühl sorgt und den Stoffen eine ganze Reihe positiver Eigenschaften verleiht. Sie sind weich und atmungsaktiv, weisen eine hohe Elastizität sowie Saugfähigkeit auf und gelten als robust, sodass sie sich in der Regel für Waschmaschine und Trockner eignen. Was der Grund für diese Vielzahl an positiven Eigenschaften ist, erfahren Sie in diesem Artikel.

Die Webart macht den Unterschied

In vielen Fällen handelt es sich bei Jersey um Stoffe, die aus einer Kombination von unterschiedlichen Fasern bestehen – für Kleidung kommen beispielsweise meist Mischungen aus Seide, Viskose, Baum- oder Schafswolle und Kunstfasern wie Polyester zum Einsatz. Hochwertige Jersey-Bettwäsche und insbesondere Spannbettlaken verwenden hingegen oft die sogenannten Stretch-Stoffe, die aufgrund ihrer Zusammensetzung aus Elasthan und Baumwolle überdurchschnittlich dehnbar und elastisch sind.

Bei Produkten mit einem Biosiegel oder einer ökologischen Zertifizierung wiederum handelt es sich häufig um einen Stoff, der aus reiner Seide, Baum- oder Schafwolle besteht, diese drei Werkstoffe in unterschiedlichen Verhältnissen kombiniert.

Die Gemeinsamkeit aller Jersey-Stoffe beruht auf einem detailliert vorgegeben Strickmuster, aus dem sich eine spezielle und einheitliche Gewebestruktur ergibt. Dadurch besitzen sie unabhängig vom Material bestimmte identische Eigenschaften, die sich bei der Verwendung für T-Shirts, Bettbezüge, und andere Textilwaren als vorteilhaft erweisen. Generell wird der Stoff entweder gestrickt oder gewirkt. Die Anordnung der Maschen bestimmt dabei die Details der Oberfläche, die Optik und andere Attribute wie die Elastizität.

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Typische Jersey-Varianten

Es ist nicht erforderlich, alle Jersey-Stoffe in ihren einzelnen Versionen zu kennen. Praktisch ist es sogar nahezu unmöglich, da einige Hersteller eigene Namen verwenden oder neue erfinden, um das Interesse der Kundschaft zu wecken. Ein grundlegendes Basiswissen und die grobe Kenntnis der wichtigsten Sorten reichen in fast allen Situationen aus, um sich einen zuverlässigen Eindruck von Qualität und Eignung zu bilden. Prinzipiell gibt es zwei unterschiedliche Ansätze, um Jersey-Stoffe zu unterscheiden: das Material und die verwendete Webart wie etwa Single, Double oder Interlock.

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Häufige Materialzusammensetzungen

Anhand des Materials lassen sich viele Jersey-Stoffe wie Stretch-, Mako- und Folien-Jerseys erkennen und unterscheiden.

  • Baumwolle, Viskose und Wolle: Hier handelt es sich um eine einfache Materialangabe. Die Herstellung von Viskose erfolgt industriell aus Cellulose, es handelt es nicht um einen Kunststoff. Ihre Eigenschaften ähneln der Baumwolle, die Stoffe sind aber etwas schwerer und steifer.
  • Stretch: Die Sorte Stretch erhielt ihren Namen von dem englischen Wort für Dehnen und besteht aus einer Mischung von etwa 95 Prozent Bauwolle und 5 Prozent Elasthan. Wegen ihrer Elastizität und Reißfestigkeit eignet sie sich hervorragend für Spannbettlaken, aber auch für andere Bettwäsche wie einem Kissenbezug oder Deckenbezug.
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  • Mako: Mako ist eigentlich die Bezeichnung für eine hochwertige Baumwollsorte, die ausschließlich aus Ägypten stammt und sehr lange, robuste Fasern aufweist. Leider kommt es jedoch immer wieder vor, dass unseriöse Händler und Hersteller den Namen unberechtigterweise verwenden, um Qualität vorzutäuschen.
  • Courtelle, Romanit, Punto di Roma: Alle diese Namen bezeichnen einen zweilagigen, gewirkten Stoff, der sich aus Viskose, Elasthan und Polyester zusammensetzt. Primär wird dieser Stoff für robuste Oberbekleidung wie Jacken, Hosen oder Pullover verwendet.
  • Folienstoffe: Dies sind Kunststoffprodukte, wie sie etwa für Kostüme, Dekorationen aber auch Duschvorhänge Verwendung verwendet werden. Für Bettwäsche ist die Sorte ungeeignet und wird lediglich in Ausnahmen eingesetzt – etwa als Nässeschutz in einem Matratzenschoner.

Die unterschiedlichen Webarten

Bei den Webarten gilt es zunächst einmal, Single-, Double- und Triple-Jersey zu unterscheiden. Die verschiedenen Anordnungen der Maschen beim Stricken des Gewebes sind für dieses Unterscheidung ausschlaggebend.

  • Single: Beim Single Jersey handelt es sich um ein einfaches Strickmuster mit links- oder rechtslaufenden Maschen. Sie laufen auf der Ober- und Unterseite in die entgegengesetzte Richtung, sodass sich beide optisch voneinander unterscheiden. Der Stoff ist vergleichsweise dünn, atmungsaktiv und dehnbar.
  • Double: Das Material ist robuster und hält länger. Es ist aber auch schwerer, dichter und weniger atmungsaktiv. Bei Double sind Ober- und Unterseite auf den ersten Blick identisch, nur wenn man ganz genau hinschaut, lassen sich kleine Unterschiede erkennen.
  • Triple: Diese Variante ist schwer und robust. Da dieses Strickmuster nur wenig Vorteile gegenüber dem Double besitzt, wird es nur in Ausnahmen verwendet, etwa um besonders dichte Vorhänge herzustellen.
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  • Interlock: Seine Merkmale ähneln dem Double, im Unterschied zu diesem besteht der Stoff jedoch aus zwei Lagen, die parallel gestrickt und miteinander verbunden werden. Er ist dadurch robust und reißfest, blickdicht und weist eine lange Haltbarkeit auf.
  • Jacquard: Hinter diesem Namen verbirgt sich ein Herstellungsverfahren, mit dem sich Muster in der Oberflächenstruktur erzeugen lassen. Typisch für dieses Strickmuster ist ein leicht seidiger Glanz, die dem Stoff eine edle Optik verleiht. und ein angenehmes Hautgefühl verlei
  • Cloqué: Die Kombination einer straff gespannten Boden- mit einer loseren Deckschicht verleiht dem Cloqué eine besondere Ästhetik, die angenehm, harmonisch und edel wirkt. Der französische Name bedeutet Blase und hat den Ursprung, dass die Deckschicht kleine, leichte und blasenartige Unebenheiten bildet.

Ideale Eigenschaften für Bettwäsche

Jerseystoffe sind ungemein beliebt und das aus gutem Grund. Durch seinen Aufbau ist das Gewebe robust und gleichzeitig dehnbar. Es ist leicht, saugfähig und besitzt eine gute Durchlüftung. Außerdem fühlt sich der Stoff wunderbar angenehm auf der Haut an. Jerseystoffe aus qualitativ hochwertigen Materialien sorgen zudem für einen klimaregulierenden Effekt. Zu diesen wunderbaren Charakteristika kommt noch hinzu, dass sich die Stoffe leicht und unkompliziert reinigen lassen. Diese Eigenschaften erklären, warum Jersey als Material für Bettwäsche so beliebt ist.

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Nur wenige andere Stoffe bieten ähnlich viele Vorteile. Falls der Leser am Anfang dieses Artikels ausschließlich an die gleichnamige Insel dachte, liegt er damit übrigens keinesfalls falsch. Diese war während der Industrialisierung im 18. und 19. Jahrhundert ein wichtiger Standort für die Textilproduktion und Historiker gehen davon aus, dass sich die Herkunft der meisten Stoffballen im Laufe der Zeit als Name etabliert hat.