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Kurz- oder Langschläfer

« Keine Frage des Charakters »

Kurzschläfer oder Langschläfer – für manche Personen ist das eine Frage des Charakters und der Disziplin. Heute gilt diese Ansicht allerdings in weiten Kreisen der Gesellschaft als nicht mehr zeitgemäß. Eine Entwicklung, die nicht zuletzt auf den wissenschaftlichen Erkenntnissen der Medizin und Biologie des letzten Jahrhunderts beruht. Es mag zwar primär vom eigenen Willen abhängen, ob die Menschen kurz oder lange schlafen und es ist durchaus möglich, sich zu einem gewissen Schlafrhythmus zu zwingen. Es stellt sich aber die Frage, ob dies sinnvoll ist oder nicht eventuell sogar eine mangelnde oder auch zu lange Schlafdauer zu mittel- und langfristigen Gefahren für die Gesundheit führt.

Kurzschläfer und Langschläfer unterscheiden sich nicht beim Schlafen

Dass der Schlaf deutlich mehr als eine reine und einheitliche Ruhephase bedeutet, bewies die Forschung bereits Mitte des vergangenen Jahrhunderts durch die Aufzeichnung von Hirnströmen. Der nächtliche Schlafrhythmus beinhaltet einen konstanten Wechsel zwischen dem Halbschlaf, dem stabilen Schlafzustand und dem nahezu besinnungslosen Tiefschlaf – das Stadium, das auch während einer Narkose eintritt und jede Gefühlsregung oder körperliche Wahrnehmung unterdrückt. Dieser in der Forschung „orthodoxer Schlaf“ genannte Abschnitt wechselt sich mit der sehr bekannten und bis heute nicht vollständig erforschten REM-Phase oder dem sogenannten paradoxen „Schlafen“ ab.

Frau im Schlaflabor mit Hirnstrommessung - Kurz- oder Langschläfer
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REM Schlaf

Der Begriff REM leitet sich von dem Anfangsbuchstaben für die englische Bezeichnung Rapid Eye Movement ab. Die raschen Augenbewegungen bei geschlossenen Lidern kennzeichnet diese Etappe in dem Schlafzyklus. Es handelt sich um eine „paradoxe“ Schlafdauer, weil in dieser Zeit einige Regionen im Gehirn aktiv sind, die eigentlich lediglich im Wachzustand verwendet werden. Gleichzeitig bleibt der Muskeltonus aus und der Schläfer unterdrückt instinktiv die konkrete Steuerung von Aktivitäten. Ist dies nicht der Fall, kommt es zu Phänomenen wie dem legendären „Somnambulismus“ oder Schlafwandeln. Die Mehrzahl der Träume entsteht in der REM-Phase oder während des Übergangs der einen Etappe in die nächste.

junger Mann schlafwandelt
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Tiefschlaf-Phase

Für eine erholsame Nachtruhe ist in erster Linie der Tiefschlaf verantwortlich, während dessen sich unter anderem die Zellen regenerieren, Körpertemperatur und Blutdruck deutlich sinken und sich das gesamte kardiovaskuläre System entspannt. An diesem Punkt im Schlafrhythmus zeigen Kurzschläfer und Langschläfer deutliche und objektiv messbare Unterschiede. Beide weisen eine nahezu identische Dauer des Tiefschlafes auf, unterscheiden sich aber deutlich in den anderen Phasen. Langschläfer dehnen den Halb- und den Mittelschlaf aus und verbringen messbar längere Zeit in der REM-Zeit – sie träumen deshalb vergleichsweise viel, obwohl sie sich am nächsten Tag nur selten daran erinnern können.

Kurze, effiziente Erholung bei Kurzschläfern

Im Gegensatz zum Langschläfer erholen sich Kurzschläfer wenig, aber dafür sehr effizient – sie verbringen nur geringe Zeit in einem REM-Schlaf und eine überdurchschnittlich lange Schlafdauer im Tiefschlaf. Dadurch ruhen sie sich körperlich intensiv in einer kurzen Zeit aus und optimieren auf ihre Weise die Ruhe im Bett, während andere in derselben Zeit länger träumen und die einzelnen Zeiträume entsprechend dehnen. Die Ursache für diesen Unterschied ist weitgehend genetisch bedingt – ebenso wie manche Glückliche in wenigen Minuten vollständig abschalten und in den Tiefschlaf wechseln können, ist anderen dieser Schritt auf einer psychologischen Ebene verwehrt – sie kämpfen selbst bei extremer Erschöpfung noch mit dem Einschlafen, ohne dass sie durch ihr Verhalten oder ihre Einstellung für diese Schwierigkeiten verantwortlich wären.

Frau wacht morgens erholt auf - Kurz- oder Langschläfer
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Schlafen – ein absolutes oder relatives Bedürfnis?

Ob extremer Stress und viel Arbeit oder lange Partys – wer keine Ruhe findet, lebt in jedem Fall ungesund. Dabei spielt es keine Rolle, ob man sich sorgenvoll und schlafsuchend nachts in seinem Bett auf der Matratze wälzt, von einem Termin zum anderen hetzt oder wegen gesundheitlicher oder psychischer Gründe praktisch zur Bettruhe gezwungen wird. Der Körper besitzt ein einzigartiges und individuelles Ruhebedürfnis, das von seiner genetischen Disposition, dem Alter und den aktuellen Bedingungen diktiert wird. Es ist beispielsweise ebenso logisch wie verständlich, dass bei einer schweren Krankheit der eigene Organismus deutliche und unmissverständliche Signale aussendet, die zur Ruhe auffordern.

Die extremen Unterschiede, die aus diesem rein physischen Kontext entstehen, illustriert ohne Zweifel bereits die Entwicklung, die wir alle während unserer ersten Lebensjahre durchlaufen. Ein Baby schläft bis zum Ende seiner Entwicklung als Kleinkind fast ausnahmslos zwischen 12 und 18 Stunden am Tag und benötigt mehrere Jahre, bis es sich an einen festen Rhythmus gewöhnt. Dieser ist allerdings nur zu einem geringen Teil angelernt – der größte Teil entstammt dem eigenen Organismus beziehungsweise wird durch dessen Umfeld definiert.

Mädchen schläft mit Kuscheltier im Bett
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Licht stellt in diesem Zusammenhang einen entscheidenden und häufig unterschätzten Aspekt des gesunden, ausgeglichenen und individuell angemessenen Schlafs im eigenen Bett dar. Wer jemals mehrere Tage den nördlichen oder südlichen Polarkreis überschritten hat und dem Effekt einer über Tag und Nacht scheinenden Mitternachtssonne ausgesetzt war, weiß sehr genau um die Wirkung einer permanenten Beleuchtung auf den Körper – selbst bei einer absoluten Verdunkelung mit einer komfortablen und perfekt abgestimmten Matratze zeigen sich Probleme, die den Schlafrhythmus stark beeinträchtigen. Das Gegenstück zu dieser dauerhaften Aktivierung des eigenen Organismus findet sich in der dauerhaften Dunkelheit. Polarforscher, die in der Arktis oder Antarktis überwintern und monatelang von natürlichem Sonnenlicht abgeschnitten sind, konstatieren nahezu ausnahmslos einen Verlust an Zeitgefühl und Motivation – einer von ihnen beschreibt die Lage nach mehreren Wochen Polarnacht folgendermaßen: „Wir schlafen völlig willkürlich und kommunizieren weitgehend durch Grunzlaute…“

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Kurzschläfer oder Langschläfer – die perfekte Schlafdauer

Kinder benötigen sehr viel Ruhe – das gilt ebenfalls für Heranwachsende, die diese Tatsache allerdings meist hormon- und gelegenheitsbedingt ignorieren. Es gilt als allgemeiner Konsens, dass sich das individuell physische und psychische Schlafpensum nach der Adoleszenz einpendelt und nicht dauerhaft unter- oder überschritten werden darf. Als Jäger und Sammler benötigt der Mensch Phasen der Aktivität und der Ruhe. Als Individuum besitzt jeder eigene Stärken wie hohe Aufmerksamkeit, schnelle Reaktion oder flexible Schlafphasen. Die benötigte Schlafdauer eines Menschen hängt dabei von seinem Alter und seiner Genetik ab. Es wäre jedoch grundsätzlich falsch, das Schlafverhalten der Langschläfer mit Leistung oder Erfolg gleichzusetzen – ob Politiker wie Winston Churchill, Physiker wie Albert Einstein, Musiker wie John Lennon oder Maler und Universalgelehrte wie Leonardo da Vinci – sie alle schätzten es, lange schlafen zu können und ihre Ideen, Strategien und Konzepte zu entwickeln.

Mann schläft in großem Bett - Kurz- oder Langschläfer
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Körper entscheidet über individuelle Schlafdauer

In diesem Zusammenhang zeigt es sich historisch und medizinisch vollständig irrelevant, ob jemand Kurz- oder Langschläfer ist, früh zu Bett geht und mit dem Morgenstern aufsteht oder die Matratze nicht verlassen will – die wesentlichen Faktoren liegen außerhalb der eigenen Einflusssphäre in den Umweltbedingungen, dem Alter und nicht zuletzt dem Alltag begründet. Das wichtigste Kriterium ist deshalb das eigene Gefühl und Bewusstsein – dauerhafte Müdigkeit beeinträchtigt nicht nur die Reflexe und die Wahrnehmung, sondern kann auch ernste Folgeschäden verursachen.

Das weitverbreitete Vorurteil, dass Kurzschläfer dabei länger leben, stimmt allerdings nur halb – sie träumen nämlich dafür auch weniger und verbringen viel Zeit im narkoseähnlichen Tief- und weniger Dauer im psychologisch und mental prägenden REM-Schlaf. Um eine perfekte Balance herzustellen, sollte über längere Zeit zumindest in der Nacht die Möglichkeit zum körperlichen Ausschlafen gegeben werden – andernfalls sind negative Erscheinungen der Erschöpfung kaum zu vermeiden. Nicht zuletzt sollte natürlich auch ein hochhwertiges Bett genutzt werden, welches den Anforderungen an einen gesunden und erholsamen Schlaf gerecht wird.

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