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Die wichtigsten Lattenrost-Arten im Vergleich

« Moderne Erfindung für hohen Schlafkomfort »

Zu einem guten Bett gehört – mit Ausnahme von Boxspring-Betten – ein zuverlässiger und hochwertiger Lattenrost, der auf die Matratze und den Nutzer zugeschnitten ist. Diesen Punkt übersehen mitunter Menschen, selbst wenn sie grundsätzlich hohen Wert auf gesunden und erholsamen Schlaf legen. Sie zeigen sich häufig überrascht, wenn sie sich das erste Mal mit den Vor- und Nachteilen der verschiedenen Lattenrost-Arten auseinandersetzen. Auch die Funktion der Lattenroste in einem Bettsystem erschließt sich den meisten erst auf den zweiten Blick. Bei einer scheinbar einfachen Konstruktion nehmen sie erheblichen Einfluss auf das Schlafklima und die -qualität – gleichgültig, ob es sich um einen elektrischen Lattenrost mit Motor oder einen einfachen Rollrost handelt.

Lattenroste – eine Innovation der 1950er Jahre

Bis zum Beginn des 20. Jahrhunderts legten die meisten Personen ihre Matratze, falls sie überhaupt eine besaßen, entweder auf den Boden oder sie verwendeten ein Bett, mit geschlossener Fläche. Als Erfinder des „modernen Lattenrosts“ mit einer flexiblen Lagerung einzelner Latten gelten der aus der Schweiz stammende Ingenieur Hugo Degen und der deutsche Tischler Karl Thomas. Sie erfanden in den 1950er Jahren den Vorläufer der heute verbreiteten Lattenrost-Arten und boten ihren Kunden die heute gebräuchliche Variante aus Holz an. Die Innovation bestand darin, dass die Leisten nicht fest fixiert, sondern lediglich durch ein Band verbunden wurden und somit eine höhere Flexibilität besaßen.

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Die heute als selbstverständlich geltende Erfindung wurde von Drahtgittern inspiriert, die ebenfalls als Sprungfederrahmen bekannt sind. Diese weisen gegenüber Holzleisten jedoch erhebliche Nachteile auf, die von punktueller Materialermüdung über eine niedrigere Stabilität bis zu der Gefahr von Schäden durch einzelne, gebrochene Drähte reichen. Im Vergleich dazu besitzt Holz eine deutlich höhere Lebenserwartung und eine durch die Struktur als organisches, robustes Material bedingte Federwirkung, die sich über lange Zeit erhält.

Lattenroste erfüllen zwei wichtige Funktionen

Der Grund, warum alle Lattenrost-Arten ein ähnliches Design aus Leisten und Rahmen aufweisen, liegt in ihren zwei wichtigsten Aufgaben: die Federwirkung und die umseitige Belüftung für ein gesundes Schlafklima. Beides sind wichtige Gründe, warum ein Bett nicht eine geschlossene Bodenplatte verwenden oder gar einfach auf den Boden gelegt werden sollte – eine starre und nicht atmungsaktive Oberfläche wirkt sich zunächst negativ auf den Schlaf aus, langfristig kann sie allerdings auch die Haltbarkeit der Matratze beeinträchtigen. Deshalb ist es ratsam, nur aus triftigen und guten Gründen grundsätzlich auf einen Lattenrost zu verzichten.

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Die Spalten eines Lattenrosts spielen eine fundamentale Rolle. Sie sorgen für die Flexibilität der Leisten und ermöglichen zugleich eine Luftzufuhr von unten – eine Voraussetzung dafür, dass das Bett eine hohe Atmungsaktivität aufweisen kann. Im Laufe einer einzigen Nacht verliert ein Mensch durchschnittlich zwischen 0,5 und 1 Liter Flüssigkeit, von der ein Teil verdunstet, ein anderer jedoch in der Matratze gespeichert wird. Damit diese im Laufe eines Tages vollständig austrocknet, benötigt es zwingend eine gute Durchlüftung, durch die diese Flüssigkeiten nach außen transportiert und in die Umgebung abgegeben werden.

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Während dieses Merkmal primär das Schlaf- und Raumklima betrifft und sich erst über längere Zeit negativ auswirkt, beeinflusst die Flexibilität von Holzleisten direkt die nächtliche Entspannung und Erholung. Dass alle Lattenrost-Arten dieses Material bevorzugen, hat einen konkreten Grund: Holz besitzt anders als Metall eine Federwirkung und eine hohe Rückstellkraft, die sich über lange Zeit erhält. Erst seit der Jahrtausendwende stehen mit Glasfaser- und Carbonverbindungen künstliche Werkstoffe für Lattenroste zur Verfügung, die ähnliche Eigenschaften aufweisen. Die Federwirkung ist besonders für die Entlastung der Skelettmuskulatur relevant, da sie die Matratze bei der Herstellung einer ergonomisch günstigen Körperhaltung unterstützt. Verschiedene Lattenrost-Arten stellen dabei einfache bis komplexe Bauweisen zur Verfügung.

Lattenrost-Arten: Eignung für verschiedene Matratzen

Je nach Material einer Matratze empfiehlt sich ein maximaler Abstand zwischen den Leisten, damit selbst bei unregelmäßigem Wenden kein Verschleiß auf der Oberfläche entsteht. So weisen etwa Matratzen aus Latexschaum ein deutlich höheres Eigengewicht als Viscoschaummatratzen auf. Diese wiederum sind leichter als Gel-, aber schwerer als Kaltschaum. Für den Lattenrost bedeutet dies, dass bei einer höheren Last niedrigere Abstände zwischen den Leisten bevorzugt werden sollten, da sich der Schaumstoff in den Bereichen der direkten Auflage wesentlich langsamer „erholen“ – also ausdehnen – kann.

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Grundsätzlich sind in jedem Fall viele und dünne, statt weniger und dicke Leisten vorzuziehen – als Minimum zum Beispiel für einen einfachen Rollrost gelten in jedem Fall etwa 20 Leisten mit einem Abstand von höchstens 5 cm. Ab einer Breite von mehr als 140 cm benötigen Lattenroste einen mittleren Längsträger als Stützbalken, bei über 160 cm Breite zeigt es sich häufig sinnvoll, zwei getrennte Bettroste zu verwenden. Dieses Vorgehen besitzt zudem den Vorteil, dass sich so verschiedene Lattenrost-Arten und – in Kombination mit getrennten Matratzen – ein elektrischer Lattenrost mit Motor mit einem anderen System verbinden lässt.

Unterschiedliche Lattenrost-Arten im Überblick

Der einfachste und am meisten verbreitete Bettrost ist der klassische Rollrost, der aus etwa 20 bis 30 Leisten besteht, die durch ein sehr stabiles Gewebeband miteinander verbunden sind. Sein Name leitet sich von der Möglichkeit ab, den Rost für den Transport kompakt zusammenrollen zu können. Üblicherweise werden Kopf-, Mittel- und Fußleiste mit zwei Schrauben im Rahmen fixiert, um den Lattenrost vor einem großflächigen Verrutschen im Bett zu sichern.

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Bei individuell im Härtegrad verstellbaren Lattenrosten ermöglicht eine Doppelleiste aus zwei dünneren Brettern, die mit einer Klammer oder einer Halterung verbunden sind, eine stufenlose Einstellung der Federwirkung. Durch ein Verschieben werden diese stärker zusammengedrückt oder nehmen einen höheren Abstand zueinander ein – dadurch verändert sich der Widerstand. Sie ermöglichen eine Verstellung der Federwirkung über mehrere Leisten mindestens im Becken- bis Schulterbereich, in anderen Fällen auch auf gesamter Länge des Lattenrosts.

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Zu den zunehmend populären Lattenrost-Arten zählen Varianten, die sich in Fuß- und Kopfbereich anwinkeln lassen, um bequeme Sitz- und Liegepositionen herstellen zu können. Diese Lattenroste mit Verstellung sind ideal, um zum Beispiel komfortabel im Bett lesen zu können und bieten insbesondere Menschen Vorteile, die aus gesundheitlichen Gründen viel Zeit im Liegen verbringen müssen. Komplettiert wird das Angebot von besonders stabil gebauten Lattenrosten für stabil gebaute oder besonders große Menschen.

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Ergänzend zu Versionen mit einfacher, manueller Verstellung sind diese häufig als elektrischer Lattenrost mit Motor verfügbar. Sie lassen sich über eine Fernbedienung im Liegen steuern und eignen sich dadurch ebenfalls, um beispielsweise das Hinlegen und Aufstehen zu erleichtern. Speziell für ältere Menschen oder im Pflegebereich bieten diese Lattenrost-Arten einen konkreten Vorteil und können erheblich dazu beitragen, die Lebensqualität in Teilen zu erhalten oder herzustellen.