Mit Socken schlafen - Vor- und Nachteile
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Mit Socken schlafen

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Im Winter und sogar jenseits der kühlen Jahreszeit mit Socken schlafen: Wer beim bloßen Gedanken daran bereits kalte Füße bekommt, sollte sich unbedingt die Punkte ansehen, die dafürsprechen – und erst recht die gängigen Gegenargumente.

Kuschelfaktor versus Schweißfüße

Die einen können und wollen nicht ohne, für andere handelt es sich um ein absolutes Nein: Mit Socken schlafen oder eben nicht? Das ist hier die Frage. Mit einschlägigen Argumenten bewaffnet hängen Vertreter beider Lager ihren Überzeugungen hartnäckig an. Selten nur lassen sie sich zum Gegenteil bekehren. Aber welche Pros sind richtig und welche Contras vielleicht schon längst überholt? Ist es wirklich ungesund, unsexy und unhygienisch mit Socken zu schlafen?

Mit Socken schlafen : Junges Paar wacht im Bett auf
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Im Winter nur mit Bettsocken – die Pros

Feinde des Schlafens mit Socken müssen jetzt stark sein, denn es gilt das Prinzip: Im Zweifel für den Angeklagten! Ganz in diesem Sinne sehen wir uns zunächst die drei gängigsten Gründe der entschiedenen Sockenträger an. Der wohl wichtigste Punkt lässt sich allerdings nicht diskutieren. Für viele Menschen handelt es sich nämlich einfach um eine liebgewonnene Gewohnheit. Aus der Kindheit stammt dieses Gefühl warmer Geborgenheit.

Warme Füße sorgen für besseren Schlaf

Es stimmt tatsächlich: Einige Menschen können schneller einschlafen, wenn sie mit Socken ins Bett gehen. Als Grund dafür gilt, dass warme Füße dabei helfen, ruhiger zu schlafen. Das allerdings stimmt nur zum Teil. Wahr ist, dass wer friert schlechter zur Ruhe kommt – dasselbe trifft in stärkerem Maße aber noch auf ein Zuviel an Wärme zu. Wer hat also Recht? Wissenschaftler aus den USA haben belegt, dass Sockenträger bis zu 15 Minuten früher ins Reich des Schlummers gelangen als alle Probanden mit nackten Füßen. Tatsächlich dürfte die Ursache aber weniger in der Wärme liegen.

Mit Socken schlafen : Junge Frau im Bett mit Socken
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Zunächst spielt der Effekt eines beruhigenden Rituals eine nicht zu unterschätzende Rolle. Alles, was wir mit Entspannung und behütetem Einschlafen verbinden, hilft uns tatsächlich auch dabei. Hinzu kommt noch die sinkende Körpertemperatur. In die kuscheligen Fußgewänder gehüllt, erweitern sich die Blutgefäße. Deshalb geben die Füße also eher noch Wärme ab, anstatt diese zu speichern. Die Körpertemperatur fällt und genau das ist es, was dem Gehirn das Signal zum Herunterfahren aller Betriebsprozesse gibt. Schließlich ist der Körper am wärmsten, wenn er sich in seinem energiegeladensten Zustand befindet. Derselbe Effekt trifft jedoch auf die allgemeine Temperatur im Schlafzimmer zu: Diese sollte eher niedrig ausfallen. Am besten zwischen 16 und 19 Grad.

Kurz gesagt: Ja, mit Socken ins Bett zu gehen, kann dabei helfen, schneller einzuschlafen. Ein wohltemperierter Schlafbereich tut es aber ebenso.

Was spricht noch dafür, mit Socken zu schlafen?

Viele Menschen neigen zu trockenen, rissigen Füßen. Die Nacht ist der perfekte Zeitpunkt, um etwas dagegen zu unternehmen. Abends die Füße eincremen, dicke Socken darüber anziehen und über die Schlafenszeit einwirken lassen: Voilà, am nächsten Morgen dürfen Sie sich über streichelzarte Füße freuen. Die Wärme der Kuschelsocken hilft dabei, dass sich die Poren öffnen und die Pflegestoffe noch besser an den Ort des Bedarfs vordringen können. Außerdem bewahren die Socken Ihre Bettwäsche wie auch Spannbettlaken vor lästigen Creme-Flecken. Keine Frage, dieser Punkt geht klar an das Team Pro-Socke.

Traumhaft gut schlafen Spannbettlaken Wasserundurchlässig für Kinder u. Erwachsene

Mit Socken schlafen: Was spricht dagegen?

Die Fußpilzgefahr steigt

Wer seine Füße rund um die Uhr verhüllt, steigert in der Tat sein Fußpilzrisiko. Besonders zwischen den Zehen kann sich durch Nachtschweiß ein feuchtes Milieu bilden, in dem sich Fußpilzerreger sehr wohl fühlen. Liegt eine Anfälligkeit vor, empfiehlt es sich, über Nacht frische Luft zwischen den Zehen zirkulieren zu lassen und besser nicht mit Socken ins Bett zu gehen. In jedem Fall sollte es sich im Bett nie im die Tagessocken, sondern um ein hygienisch frisches Paar handeln. Auch die Materialqualität spielt eine Rolle: Naturmaterialien empfehlen sich in diesem Falle als hautsympathische Bettgenossen. Selbst wenn synthetische Funktionsfasern für das kurze, intensive Schwitzen beim Sport brillieren, sind für den langen Einsatz über Nacht natürliche Stoffe wie Baumwolle oder Wolle atmungsaktiver.

Mann cremt sich seine Füße mit Salbe ein
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Socken verhindern die Blutzirkulation

Wachen Sie mit tauben, kribbeligen oder schlecht durchblutet wirkenden Füßen auf, dann haben Sie wahrscheinlich zu enge Bettsocken getragen. Insbesondere Modelle mit einem ausgeprägten Bündchen können schnell zu Durchblutungsstörungen führen. Das ist natürlich alles andere als sinnvoll. Wählen Sie zukünftig besser locker geschnittene Ausführungen, die am besten völlig ohne einen straffen Gummizug am oberen Rand auskommen. Ein guter Hinweis auf einschneidende Ränder ist auch der typische Abdruck, der sich kreisförmig um den Knöchelbereich zieht. Im Idealfall sollten alle Arten von Fußbekleidung überhaupt keine Spuren hinterlassen. Schlimmstenfalls begünstigen zu enge Textilien sogar Krampfadern.

Junge Frau hat kribbelnde Füße
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Am nächsten Morgen müffeln die Füße

Hier kommt es wie beim Thema Fußpilz wieder sehr auf das Material der Bettgenossen an – sowie natürlich auf die sonstige Fußhygiene jenseits des Schlafens. Leiden Sie bereits unter der Neigung zum Fußgeruch, lassen Sie die Nachtsocken besser weg. Das Auslüften ist die natürlichste Form, üble Gerüche zu neutralisieren und ein gesundes Fußmilieu wiederherzustellen. Sollten Sie ohne Fußgewand wirklich zu stark frieren, dann setzen Sie im Winter besser auf wärmere Decken und kuschelige Bettwäsche. Oft ist es jedoch nur eine Frage der Gewohnheit.

Junge Frau hält sich die Nase zu - mit Socken schlafen kann stinkende Socken zur Folge haben
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Fazit: Socken im Bett dürfen, aber müssen nicht sein

Die genaue Betrachtung der typischen Vorteile und Gegenargumente macht deutlich: Mit Socken zu schlafen ist nicht ungesund – aber auch nicht entscheidend für einen besseren Schlaf. Vielmehr handelt es sich um eine persönliche Vorliebe. Die hygienischen Kritikpunkte sollten Sie ernst nehmen, falls Sie zu streng riechenden Füßen oder gar Fußpilz neigen. In entsprechenden Phasen herrscht tatsächlich ein Sockenverbot im Bett – Sommer wie Winter. Darüber hinaus richten die kuscheligen Begleiter jedoch keinen Schaden an. Wer sie aus Gewohnheit oder mit Ritual-Charakter überzeugt trägt, wird damit sogar schneller einschlafen. Wichtiger als die Fußbekleidung ist für einen gesunden Schlaf jedoch das allgemeine Schlafzimmerklima, ein förderlicher Lebensstil sowie ein optimal auf die körperlichen Voraussetzungen abgestimmtes Bett.