Frau reib sich den Schlafsand aus den Augen
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Wie kommt Schlafsand in die Augen?

« Was es mit den Schlafkörnchen auf sich hat »

Jeden Morgen erwachen wir mit Schlafsand in den Augen, dafür ist aber nicht der Sandmann verantwortlich. Die kleinen Körnchen sind ein Zeichen dafür, dass unser Immunsystem über Nacht fleißig gearbeitet hat. Umgangssprachlich bezeichnet man die kleinen Körner, die sich ähnlich wie feiner Sand anfühlen, als aber dennoch Schlafsand. Wie diese kleinen Körnchen entstehen, was ihre Aufgabe ist und warum du dir den Schlaf nicht aus den Augen reiben solltest, verraten wir dir in diesem Artikel.

Schlafsand in den Augen – eine natürliche Reaktion des Körpers

Abends kommt der Sandmann und streut den Kindern Schlafsand in die Augen, um sie müde zu machen. So erklärt man den lieben Kleinen, warum sich in den Augen über Nacht kleine Schlafkörnchen gebildet haben. Natürlich handelt es sich dabei nicht um Sand. Die Körnchen bilden sich aus der Flüssigkeit, mit der unser Auge kontinuierlich gepflegt, gesäubert und geschützt wird.

Die Pupillen müssen permanent feucht gehalten werden – trocknen sie aus, nehmen sie Schaden. Diese Aufgabe übernimmt die Tränenflüssigkeit und ein zähflüssiges Sekret, das die Becherzellen in der Bindehaut sowie die so genannten Meibom-Drüsen auf der Unterseite des Augenlides produzieren. Dieses Sekret hat die Aufgabe, die empfindliche Augäpfel zu schützen, zu reinigen und die oberen Zellen mit Nährstoffen zu versorgen. Darüber hinaus besteht ein weiterer positiver Nebeneffekt darin, dass sich durch die dickflüssige Konsistenz des Sekrets die Verdunstung reduziert. Zu den Bestandteilen dieser Flüssigkeit gehören unter anderem Salze, Proteine und Zellreste. Darüber hinaus enthält sie eine hohe Anzahl von Leukozyten, also jenen weißen Blutkörperchen, die die Immunabwehr gegen Viren, Bakterien und andere Keime übernehmen. Diese sterben in der Augenflüssigkeit ab und hinterlassen Zersetzungsprodukte, die ebenfalls einen erheblichen Anteil des Schlafsands bilden.

Kind reibt sich die Augen
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Warum entstehen die Schlafkörnchen nur über Nacht?

Die Erklärung ist sehr simpel: Im Schlaf reduziert sich bei Menschen der Ausstoß der größtenteils aus Wasser bestehenden Tränenflüssigkeit, während gleichzeitig die Immunabwehr und die Regenration von Zellen auf Hochtouren läuft. Man schläft sich also nachts im Bett tatsächlich gesund. Der reduzierte Nachschub an Flüssigkeit und die hohe Aktivität des Immunsystems bewirken, dass sich das Sekret verdickt und Staubpartikel mit den Zellresten verklumpen. Augenbewegungen etwa während des REM-Schlafs und gelegentliches Zwinkern befördert die Augenflüssigkeit zu den Lid- und Augenrändern, wo sie austrocknet und dadurch den morgendlichen Schlafsand in den Augen bildet.

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Viel Schlafsand durch Überproduktion – ein Grund zur Sorge?

In den meisten Fällen verläuft die Bildung der Schlafkörnchen in den Augen vollständig natürlich und ist ungefährlich, selbst wenn sich die Körnchen in den ersten Momenten nach dem Aufwachen auch unangenehm anfühlen können. Es ist empfehlenswert, sich dann nicht die Augen zu reiben, sondern stattdessen zunächst das Gesicht mit Wasser zu waschen, um den Schlafsand der Nacht auszuspülen und aus den Augen zu entfernen. Da der natürliche Prozess des Immunsystems nicht immer mit der gleichen Intensität abläuft, sondern eng mit den täglichen Aktivitäten und der aktuellen Belastung zusammenhängt, ist eine Überproduktion von Schlafsand zunächst nicht ungewöhnlich, sofern sie sporadisch in unregelmäßigen Intervallen auftritt.

Sind die Augen nach dem Schlaf allerdings verklebt, hält die Überproduktion über mehrere Tage an oder treten weitere Symptome wie eine stark gerötete Bindehaut oder Schmerzen auf, weist dies unter Umständen auf eine akute Infektion hin. Während wir nachts auf der Matratze schlafen, bleiben die Lider die meiste Zeit über geschlossen – hinter ihnen befindet sich ein warmes und feuchtes Biotop, das einen idealen Nährboden für Bakterien bildet. Dies ist ebenfalls der Grund, warum sich die Immunabwehr während der Ruhezeit im Bett auf Hochtouren läuft und entsprechend viele Abbauprodukte entstehen. Dieser Effekt verstärkt sich bei einer akuten Infektion wie zum Beispiel einer Entzündung der Bindehaut, die zwangsläufig zu einer Überproduktion an Schlafsand führt.

Gesicht waschen gegen Schlafsand
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Auf die Signale der Körperabwehr achten

Treten am Morgen nicht nur einzelne Schlafkörnchen in den Augenwinkeln auf, sondern sind stattdessen auch Lider oder der Wimpern betroffen, deutet dies deshalb auf eine starke Immunreaktion hin, deren Ursache oft eine akute Infektion ist. Dasselbe gilt, wenn die Menge des Schlafsands über mehrere Nächte hinweg zunimmt. In diesem Fall sollten keinesfalls Hausmittel zum Einsatz kommen. Eine wirkungsvolle Behandlung erfordert die Diagnose eines Facharztes, der den Erreger exakt bestimmt und die richtigen Medikamente verschreibt.

Augenärztin untersucht Augen
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Lässt sich die Überproduktion von Schlafsand in den Augen vermeiden?

Das Bilden des Schlafsands stellt aber auch einen wichtigen Prozess dar, der unverzichtbar ist, um die Sehkraft des Auges zu erhalten. Es ist darum nicht möglich und schon gar nicht wünschenswert, ihn zu blockieren. Wer an einer Überproduktion leidet, die sich störend auf den Schlafkomfort im Bett auswirkt, der kann dennoch Abhilfe schaffen. Es ist möglich, die unangenehmen Begleiterscheinungen zu reduzieren, wenn einige grundlegende Verhaltensregeln beachtet werden.

Bei einer möglichen Infektion die körpereigenen Abwehrkräfte unterstützen

Die wichtigste Maßnahme, um die Abwehrreaktion des Körpers zu unterstützen, ist ein hohes Maß an Hygiene. Während einer Infektion aktiviert der menschliche Körper die eigenen Abwehrzellen. Das Immunsystem ist jedoch durch den permanenten Kampf mit dem Erreger insgesamt geschwächt. Aus diesem Grund besteht ein erhebliches Risiko, dass sich betroffene Schleimhäute zusätzlich mit weiteren Keimen infizieren. Darüber hinaus kann durch einfachen physischen Kontakt eine Übertragung von Bakterien, Viren oder Sporen auf andere Körperbereiche erfolgen. Bei einem begründeten Verdacht, dass eine Infektion vorliegt, sollte der Augenbereich deshalb möglichst nicht mit bloßen Händen berührt werden. Im Alltag sollten grundlegende Regeln der Hygiene wie regelmäßiges und gründliches Waschen der Hände berücksichtigt werden. Wichtig ist ebenfalls, Laken und Bettbezüge regelmäßig zu wechseln, da sie direkt mit den Keimen in Kontakt kommen.

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Den Schlaf nicht aus den Augen reiben

Bei dem Schlafsand in den Augen handelt es sich zudem um ein Abbauprodukt. Es ist deshalb nicht empfehlenswert, ihn durch Reiben zu verteilen. Denn so löst er sich erneut in der Tränenflüssigkeit auf und die Konzentration von Restpartikeln in der Flüssigkeit wird erhöht. Ratsam ist stattdessen, sich direkt nach dem Aufstehen aus dem Bett das Gesicht mit klarem Wasser zu waschen und dabei unter anderem die Schlafkörnchen gezielt aus den Augenwinkeln zu spülen. Dies funktioniert gleichermaßen mit warmem wie mit kaltem Wasser – letzteres besitzt allerdings den zusätzlichen Vorteil, dass es den Kreislauf anregt.

Schlafsand aus den Augen reiben
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Auswirkung von Schlafsand auf die Schlafqualität

Der Produktion des Schlafsands liegt ein nützlicher Prozess zugrunde, der beim Schlafen einsetzt. Dieser wird zwar durch spezielle Umweltbedingungen beeinflusst, lässt aber keine Rückschlüsse auf die Schlafqualität oder -zyklen zu. Es besteht deshalb lediglich eine untergeordnete Verbindung zwischen dem Auftreten von Schlafsand und einer komfortablen, erholsamen Nachtruhe. Allerdings stellen die Körnchen einen wichtigen Indikator für die Gesundheit eines Auges dar. Das sollte man bei einer Überproduktion beachten und gegebenenfalls einen Arzt aufsuchen.